Moin Moin aus dem flachen Norden,
Ich bitte um eure Hilfe als erfahrene Schwarmintelligenz. ![]()
Vorgeschichte:
Mitte letzten Jahres ging bei meinen Eltern die Heizung (Gas-Brennwertgerät Bj. 1995) kaputt. Da mein Vater gemäß des „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“ fast wieder eine Gas-Heizung einbauen lassen wollte, ist es nach etwas hin und her doch eine Wärmepumpe geworden. Ich weise meine Eltern schon seit 2-3 Jahren auf das Thema der Erneuerbaren hin und das ihre Position eigentlich ideal für die Elektrifizierung ist (EFH, Ost-West-Ausrichtung mit viel Dachfläche, beide pendeln 70km pro Tag). Nun scheint so langsam der Punkt erreicht zu sein, wo meine Argumente enger in Betracht gezogen werden (Danke, Trump). Nach diesem Winter sind beide sehr begeistert von der WP und kamen diese Woche wie aus dem Nichts mit dem Wunsch nach einer PV-Anlage um die Ecke. Sie haben nächste Woche auch schon die ersten Beratungsgespräche mit lokalen Installateuren.
Ich habe bereits ein bisschen mit ihnen gesprochen und wir haben eine schnelle PV-Auslegung mit dem PV-Tool Rechner aus dem Forum gemacht. Dieses Wochenende wollte ich mich noch etwas stärker mit dem Thema befassen, aber stoße noch auf einige Fragezeichen.
Mit dem PV-Tool und groben Abschätzen der Dachflächen sind wir auf 17kWp gekommen (Haus + Garage in Ost-West-Ausrichtung). Es soll am Giebel einreihig mit jeweils 10 Stk. Haus / 7Stk. Garage pro Seite belegt werden.
Der simulierte Jahresertrag liegt bei 12500kWh. Es wäre Platz für das doppelte, aber ich glaube dafür ist noch zu früh.
Zusätzlich ist der Wunsch nach Notstrom und möglichst einer Nachtüberbrückung in Frühling/Herbst gekommen. Aktuell peile ich daher einen Speicher um 15kWh an.
Hier ein paar Eckdaten:
- Stromverbrauch 2025 bis 02/26 mit WP: 9000kWh / ohne Wp: ca. 3000kWh
- Wärmepume: BOSCH Compress AW 7 OR-S
- Berechnete Heizlast des Hauses: 42W/m² bzw. 7,91kW Gesamt
- Heizung ist eine Mischung aus Konvektoren und Bodenerwärmung
Da die Anlage in absehbarer Zeit abbezahlt sein soll, um in der Rente geringere Monatsausgaben zu bekommen, soll ein Großteil des Aufbaus durch Eigenleistung erfolgen.
Ich habe mit ein paar Stunden Recherche folgende Anlage zusammen geworfen:
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Ja Solar 500W Bifazial Glas-Glas Full Black (JAM60D41 LB) (34 Stk.)
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SMA STP10.0-3SE-40 (Haus)
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SMA STP6.0-3AV-40 (Garage)
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BYD HVB mit 14,8kWh
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SMA Sunny Home Manager 2.0 oder äquivalent
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Überspannungsschutz
Warum diese Komponenten?
Solarmodul:
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Bifazial, da keine Folie vorhanden, welche sich lösen könnte
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Norddeutschland hat viel und häufig diffuses Wetter
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gute Preis-Leistung für “kleine” Anlage
Hybrid-Wechselrichter:
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Deutsche Firma = (hoffentlich) deutscher/schneller Support (Wunsch der Eltern),
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Da die Ost-West-Ausrichtung laut Simulation zur Mittagszeit theroretische 13kW liefert, könnten die 10kW des WR in der Realität vermutlich nur gerade so überschritten werden
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die SMA 15kW Wechselrichter können leider keine Batterien laden so wie ich verstanden habe (evtl. auch Kostal G3 L Plenticore, da bei ggf. weiteren Panelen Luft nach oben ist)
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Hoher Ladestrom
Speicher:
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BYD, da einer der weltweit führenden Hersteller in Batterietechnik
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Komplett neues System welches kompakt relativ hoch ausgebaut werden kann
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Kein DIY da ich nicht in der Nähe meiner Eltern wohne und das managen will
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Hohe Effizienz und C-Rate für die wechselhaften Sonnenstunden an der Küste
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15 Jahre Garantie
Nun zu meinen Fragen:
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Kann ich den Garagen-Wechselrichter irgendwie an den Haus-Wechselrichter anschließen und zum Laden der Batterie nutzen? Ich habe dazu nicht so richtig was gefunden. Der 6kW ist ja kein Hybrid-WR.
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Erreichen die Solarmodule in Reihe ihren im Datenblatt angegebenen max. Ausgangsstrom? Laut Datenblatt kann das Modul 13,6A der WR aber nur 12,5A. Oder sind die „Realverluste“ bei einer Reihenschaltung höher als man denkt?
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Sollte ich mit der Ausgangsspannung am MPP in die Nähe der Batterie Höchstspannung gehen um weniger Umwandlungsverluste zu haben?
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Wo ist der Unterschied zwischen MPP Spannungsbereich (280V-800V) und max. Eingangsspannung (1000V)? Betrieb und Durchschlagfestigkeit der Komponenten? Bei 17 Modulen in Reihe (Ost oder West Seite) kommt man auf ca. 850V.
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Bei 30m DC Leitung (6mm²) komme ich auf ca. 2,5V Spannungsabfall. Gibt es Richt-/Erfahrungswerte für DC-Längen?
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Soll ich versuchen aufgrund der PV-Modul-Preise meine Eltern zu einer höheren Peakleistung für die Wärmepumpe überreden? Was wäre da empfehlbar? Vollausbau oder 7kWp mehr auf der Garage? Leistungsfähigere Panele?
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Ich denke perspektivisch wird in den nächsten Jahren aufgrund der Stromverfügbarkeit dann auch der Wunsch nach einer Klimaanalage oder E-Zweitwagen nicht allzu lange auf sich Warten lassen. Sollte das schon mit einbezogen werden?
Ich habe auch schon den SMA Sunny Designer einmal duchgespielt. Der gibt ähnliches wie das PV-Tool aus. Vielleicht habt ihr ja noch andere Tipps für mich.
Ich danke euch schon mal herzlich und freue mich auf den Austausch. ![]()
