Hilfe bei Solaranlage für Wohnwagen

Hallo zusammen,

ich hoffe, dass es hier die richtige Kategorie ist. Nach meinem Verständnis passte es in die anderen Kategorien nicht hinein.

Ich hätte gerne von euch etwas Erfahrungswissen. Ich überlege einen Wohnwagen vollständig elektrisch zu betreiben, also ohne Gas. Die Firma Knaus bietet das unter dem Namen e-power an. Die Wohnwagen sind aber immer auf Landstrom (also Strom vom Campingplatz) angewiesen.

Meine bisherigen Ideen:
Akku:

Meine Idee war es nun einen günstigen 48V-Akku (z.B. den Pytes v5a oder einen DIY-Akku z.B. mit Hakadi-Gehäuse) einzubauen. Oder lieber 12V, aber das sehe ich das Problem mit dickeren Leitungen und das ich weniger Leistung als bei 48V entnehmen kann. Ich lasse mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen.

Solar:

Auf das Dach könnten 2-4 “normale” Solarpanele. Weiter habe ich noch nicht gedacht, weil das vermutlich das kleinste Problem ist. Flexible Panele sind nach meinem Wissen zwar leichter, aber sind teurer und haben nicht so einen hohen Wirkungsgrad. Mit einer Auflastung des Wohnwagen sollten die Glaspanele aber nicht das Problem sein.

Wechselrichter:

Für mich stellt sich jetzt die Frage nach einem sinnvollen Wechselrichter.

Meine bisherigen Ideen sind der
Deye SUN-6K-SG03LP1-EU 6kW 1-Ph

oder von Victron Multiplus II

Weiter bin ich da aber nicht gekommen.

Meine Anforderungen:

  • Leise
  • Der Wechselrichter soll am Besten selber von Landstrom zu Akku umschalten können.
  • kein China/USQ-Cloud-Zwang, aber dennoch gerne per Handy
  • gut im Wohnwagen zu verbauen. Optimal wäre ein Wechselrichter, der auch liegen kann. Der könnte dann auch in die Nähe der Akkus.
  • Leistungsentnahme max. 3000 bis 5000W, falls ich mal Kochen, Heizen und was auch immer machen möchte. (Heizung (WP) 1000W+ Nacherwährmer 500W, Fußbodenzusatzheizung 700 W, Induktion 2x 1000W)
  • Akkus mit viel Kapazität, aber wenig Gewicht. => Eierlegendewollmilchsau :wink:
  • Gut und Bezahlbar

Besonders bei Wechselrichter hätte gerne eure Hilfe. Aber auch falls ihr andere grundsätzliche Ideen habt, dann teilt sie gerne.

Die Frage, warum kein Gas, möchte ich hier nicht diskutieren. Ich weiß um die höhere Energiedichte usw.. Ich möchte für mich klären, ob es auch mit den oben stehenden Anforderungen auch ohne Gas einigermaßen autarkes Camping geht. Falls nicht, dann kann ich mich immer noch für Gas oder Warten entscheiden.

Ich hoffe, dass ich die wichtigsten Grundannahmen und Informationen oben genannt habe.
Ich danke euch im Voraus für eure Antworten.
Markus

Hallo @Markus6

die Anforderung von 5 kW über mehrere Stunden wird nur mit sehr großen Akkus zu erfüllen sein. Da der Akku (LFP) nur mit 0,5 C belastet werden soll, brauchst du schon mindestens 10 kWh. Die reichen dann nur für weniger als 2 Stunden. Mit 2 PV Modulen á 500Wpeak wäre dein Akku bei bestem Sonnenschein nach ca 2 Tagen wieder voll. Bei guten Ausrichtung der PV kann man an sonnigen Sommerlagen mit dem 4 bis 6 fachen der Peakleistung rechnen. PV mit 1 kWp bringen dann 4 bis 6 kWh pro Tag. Ladeverluste, WR Verluste, etc. verringern die tatsächlich nutzbare Energie. Der erste Gedanke ist also, gehen nicht mehr Module?

Glas/Glas Module in der 500W Klasse wiegen rund 30 kg pro Stück. Daher ist die Frage der Abmessungen und der Dachlast (120 kg) zu klären.

Die elektrische Heizung über Akku und ein wenig PV wird dich nicht glücklich machen. Die wird nur bei Landstrom sinnvoll sein. Es wäre schon interessant, die nötige Heizleistung zu kennen. Deine Angaben zur WP verstehe ich so, dass sie 1 kW aufnimmt. Dann sollte sie wenigstens 3 kW Heizleistung abgeben. Nach deinem Text kommen 500W Nacherwärmer und 700W Fußbodenheizung dazu. Das sind in Summe 4,2 kW Heizleistung. Brauchst du sie und wenn ja, wie lange muss die volle Leistung anliegen?

Ich hab eine 25,6 V Anlage und einen WR von Viktron (2,4 kW Dauerlast). Ab ca. 1 kW springt ein Lüfter an, der in der untersten Stufe angenehm vor sich hin rödelt und vom Klang an einen Schiffsdiesel erinnert. Bei Vollast ist er dann gut zu hören. An Schlafen ist dann nicht zu denken. Ist aber leiser als der Studer und der EPEVER WR in der gleicher Leistungsklasse ist er auf alle Fälle.

Wenn du den Akku aus Einzelzellen bauen willst, bedenke, dass dein Akku deutlich mehr Erschütterungen ausgesetzt wird, als einer, der im Keller steht. Es gibt Fertig Akkus zu recht angenehmen Preisen, die in dickwandigen Plastikgehäusen verbaut sind. Der Innenraum ist ausgeschäumt und schützt die Zellen bei Stößen. Ihr Einsatz im Boots- und Camping Bereich ist vorgesehen.

L.G.

Hallo deff,

du hast Recht, dass ich mit einer Dauerlast von 5 kW den Akku schnell aussaugen würde.

Meine Idee war, dass ich ggf. über Landstrom auf dem Campingplatz, aber nur mit 4-6 A Absicherung angeschlossen bin und den Rest aus dem Akku "dazulege".

Die Heizung muss vermutlich nicht dauerhaft laufen und sie hat 1000W Leistungsaufnahme und macht, wie du schon vermutet hast, 3000W Heizleistung. Es ist die Heizung/Klimaanlage DOMETIC Freshwell 3000 (OEM).

Ich habe noch nicht gemessen, wieviel Solarpanele auf das Dach passen. Bezüglich der Dachlast muss ich mal beim Hersteller nachfragen. Hast du mit den flexiblen Panelen gute Erfahrungen gemacht? Ich habe zwei von DOKI hier rumliegen, die zwar Leistung bringen, aber kein Vergleich zu den Glaspanelen (auch im Punkt Kosten) sind.

Den Punkt mit den Erschütterungen hatte ich im Hinterkopf, aber es ist gut, dass du da noch einmal drauf verweist. Kannst du mir zufällig ein Modell/Marke nennen mit der du gute Erfahrungen gemacht hast?

Danke,
Markus

Hab nur begrenzte Erfahrungen mit Offgrid. Die sind m.A. okay.

(soll keine Reklame sein). Meine Akku Hersteller nennt sich Kepworth. Hab 24V 100 Ah davon hab 2 Stk. Meine Anlage ist auf einem Segelboot und treibt den Motor an, der bis 2,4 kW zieht. Das mit den Akkus mitgelieferte Ladegerät taugt nur zum gelegentlichen Balancieren, da es nur 3 A liefert, lärmt und nicht mal Spritzwasserschutz hat. Im Boot hab ich ein geschlossenes wasserdichtes Ladegerät von Viktron (12 A bei 25 V, auf LFP einstellbar).

Meine Akku´s haben keine Schnittstelle (auch kein WLAN). Das würde ich heute wohl anders auswählen, um mir ein genaueres Bild vom Zustand des Akkus zu verschaffen. Die beiden Akku´s sind nicht gleichzeitig am Bordnetz. Der eine ist "Reserve". Der andere wird bei voller Kraft mit 1 C belastet. Das macht er mit, wie lange, weiß ich nicht, da ich i.d.R. mit 30 bis 70% fahre.

Es gibt gewiss bessere Marken, leider aber wenig zuverlässige Test Berichte.

L.G.

P.S.

Zusätzlich zum Landstrom in das Bordnetz einspeisen geht nicht mit InselWR. Die bauen ein eigenes Netz auf. Für den Fall braucht du einen NetzWR. Es gibt auch Geräte, die beides können. Da fällt mit Victron ein, deren Hybrid WR sind ja gerade für solche Fälle konstruiert worden. Die können dann auch den Akku mit Landstrom laden.

Ciao und schönes Wochenende

Ich glaube bei dem Wechselrichter habe ich die falsche Bezeichung erwischt.
Ich meinte von Deye die Beiden:

Das sind hybride und die können, meine ich, können Landstrom einspeisen.
Ich muss aber auch nochmal genauer gucken.

Wir hatten in unserem Variomobil die komplette E-anlage rausgeschmissen und alles umgerüstet.

Dazu haben wir einen 5000er Mutiplus von Victron, die WR von Victron und den Cerbo verbaut. Das Akkupack kam von EVE mit 24V ( Selbstbau ). Wir hatten uns für 24V entschieden, da wir damit auch die Starterbatterien ersetzt haben. Die 24V Lichtmaschine lud die Akkus während Fahrt. Dazu musste die Max. Spannung etwas reduziert werden. wir hatten 1000Wpk auf dem Dach mit unterschiedlichen Maßen und Leistung, um dem Platz ausnutzen zu können. Daher wurden auch 3 Laderägler von Victron verbaut. Wir brauchten fast keinen Strom kaufen. Wichtig ist bei solchen WR das sie Leistungsaufnahme regelbar ist, um z.B, auf 3-4Amp zu begrenzen, sonst fliegt die Sicherung am Platz. Da im Süden nicht nur die Amps nicht reichen sondern auch die Spannung extrem fallen ist ein programmierbares System sehr nützlich. Wir haben uns für Victron entschieden weil alles zueinander passt und komuniziert. Im Wohnwagen halte ich einen 5000er für zu groß.

Ein 3000er sollte reichen wenn man nicht gleich alles anschalten muss. Darüber hinaus macht so ein Teil eine Menge Lärm in der Nacht wenn es laufen muss und der Standbyverbrauch ist dann zu hoch.

Daher würde ich für eher 2 Kleine WR wählen und je nach Bedarf zuschalten. Victron WR war bei uns liegend eingebaut.

Wie viel Du wirklich ernten kannst ist nicht wirklich abschätzbar. eine Flachmontage auf dem Dach bringt halt erst Mittags einen nennenswerten Ertrag und flacht schnell ab. Ferner wird oft unter Bäumen gestanden….. dann kommt auch nix. Ich würde dir dringend empfehlen ein Mobiles Modul über einen separaten Laderegler dabei zu haben. Ws wir auch am Ende auch hatten.

In denem Fall kommt das Thema Gewicht dazu, das man unbedingt im Auge behalten sollte.

Unser Variomobil hatte damit kein Problem da 12 t LKW Klasse mit Autogarage.

Das System ist seit 10 Jahren ohne Probleme im Betrieb und hat nun ca. 300.000km runter.

Gruß

Rufus

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Wer ruhe benötigt, kann auch Hybrid WR ohne Lüfter finden. Studer bietet solche Geräte an, aber die sind sündhaft teuer. Die Stille bei 5 kW Dauerlast hat ihren Preis bei rund 6K.

L.G.

Wenn der Wohnwagen nicht nahezu zu 100 % am Landstrom angeschlossen ist, wird dieses Konzept nicht gut funktionieren.

Wichtige Frage: Soll der Wohnwagen autark sein? Wenn ja, wie lange und mit welcher Nutzung? Ganzjährig oder nur im Sommer? Urlaub oder Wohnen? Fester Stellplatz? usw.

Dickere Leitungen sind nahezu irrelevant im Gegensatz zu anderen Dingen.

Bei 48 V ist es super wichtig, dass kein PV-Modul verschattet ist (auch nicht durch Anbauteile am Dach). Man benötigt mindestens zwei PV-Module in Serie, um 62 V zusammenzubekommen, die ganz sicher nicht verschattet sind.

Professionelle PV-Wohnmobilausstatter hängen den Kühlschrank auf Wechselrichter Ausgang 2, also von elektrisch heizen kann ohne Landstrom überhaupt keine Rede sein.

Absoluter Standard bis zu einer gewissen Größe ist der Victron Multiplus-1 (ALT) 12/3000/120/16A, vermutlich das beste Gerät aus dem ganzen Victron-Sortiment.

Ein 5000er Quattro ist möglich, aber mit einem enormen Preissprung verbunden, da alles andere auch mitwachsen muss (Platz und Gewicht nicht vergessen).

Die Heizung funktioniert normalerweise mit Diesel oder Gas, elektrisch nur mit Landstrom.
Üblicherweise wird, wenn Autarkbetrieb gewünscht wird, auch die 12-V-Lichtmaschine des Zugfahrzeugs eingesetzt. Bei ganzjährigem, ausgiebigem Autarkbetrieb ist zusätzlich noch ein Stromgenerator notwendig.

Die Herausforderung beider Autarkie eines Wohnwagens ist nicht der Strom, sondern das Frisch- und Abwasser. Und das ist für mehr als 2-3 Tage so gut wie nicht lösbar. Insofern ist da eine vollständige elektrische Autarkie ein nettes und teures Hobby, aber praktisch relativ zweckfrei. Bei großen Wohnmobilen ist das anders.

Oliver

Jo,

das Heizsystem mit Diesel zu betreiben ist sicherlich die Beste Lösung…gibt es überall, das hatten wir auch. Eine Webasto Warmwasserheizung für das gesamte Fahrzeug plus 2x Webasto Luftheizungen um schnell aufzuheizen eine hinten eine vorn. Klimaanlage konnte auch heizen plus eine Warmwasserheizung mit 1 oder 2 KW wenn der Strom kostenlos ist.

Des Weiteren ist die Verwendung eines Kompressorkühlschranks unbedingt erforderlich, da ein Absorber massig Strom frisst und die Leistung echt schlecht ist. Da gibt es gut Kompressorkühlschränke und eine Menge Murks auf dem Markt.

Warmwasser haben wir ausschließlich mit einem elektrischen Boiler erzeugt. Das hat entgegen aller Erwartung super funktioniert. Obwohl wir fast nur unsere eigene Dusche genutzt haben.

Aber auch hier sind Gewichtsprobleme möglich. Wir hatten 400l Frischwasser, 250l Grauwasser und 250l Schwarzwassertanks. Toilette war ein Teil aus dem Flugzeugbau. Damit kann man mit 2 Personen 10-14 Tage auskommen ohne Problem.

Das ist bis aus Ausnahmen im Wohnwagen kaum realisierbar, da die Kosten und Gewichte in astronomische Höhen wandern. Mir ist derzeit eigenlich nur zwei Wohnwägen bekannt der für überhaupt in Frage kommt. Das sind die Auflieger von Tischer und Celtic. Diese haben das meiste Potential relativ autark zu werden. Aber auch dort werden Preise aufgerufen, die zunächst abschrecken. Ausserdem braucht man einen Pickup mit Haaren auf der Brust zum ziehen. Aber wir reden ja nicht von Sinnhaftigkeit, sondern von Umsetzung.

Man darf auch nicht vergessen, dass Verbraucher 12 V / 24 V benötigen, also wäre zusätzlich ein DC/DC-Converter erforderlich. Und die Lichtmaschine vom Zugfahrzeug ist mit 48 V ebenfalls nicht kompatibel.

12 V/24 V-Verbraucher:

  • Kompressorkühlschrank
  • LED-Beleuchtung (auf CRI achten)
  • USB-C / USB-A-Steckdosen
  • Dieselstandheizung
  • Wasserpumpen
  • usw.

Das Wichtigste wäre, das ganze Dach mit PV zu belegen, was aber wohl nur bei einem festen Stellplatz möglich ist, wenn der Wohnwagen nie mehr bewegt wird. Für den Fahrbetrieb könnte ich mir vorstellen, dass ein hohes Gewicht zu statischen Problemen führen könnte.

Zuallererst würde ich klären, wie viel Gewicht das Dach verträgt und wie die PV-Module befestigt werden können. Super wichtig: Was sagt der TÜV dazu? Ist das Fahrzeug dann noch betriebssicher und für die Straße zugelassen?

Da man sowieso auf Landstrom angewiesen ist, stellt sich die Frage, ob man den Wohnwagen nicht am besten so lässt, wie er ist – insbesondere wenn er nur für den Urlaub genutzt wird. Gas ist sehr sicher, wenn es regelmäßig gewartet wird. Durch die Lichtmaschine des Zugfahrzeugs und Gas ist der Wohnwagen während der Fahrt zum Campingplatz recht gut versorgt.

Sinnvoll wäre es bei einem festen Dauerstellplatz und ganzjährigem Wohnen. Nur für gelegentlichen Urlaub kann man das nur als Hobby oder aus Interesse an Photovoltaik vertreten – sinnvoll ist es eher nicht.

Der Victron Multiplus-1 (ALT) 12/3000/120 mit 16 A oder 50 A Transferschalter ist das normale Standardgerät für Camping. Es hat ein geniales Aluminiumgehäuse, alle Anschlüsse sind mit ordentlichen Schrauben ausgeführt und es ist kaum teurer als schwächere Geräte, die beim Gehäuse und den Anschlüssen nicht mithalten können.

Mein Gerät (12/3000) ist ohne Last bzw. bei geringer Last so gut wie nicht hörbar – nur wenn man ganz nah dran ist. Hingegen ist mein Quattro 48/10.000 wirklich sehr laut.

Ich habe auch noch einen Phoenix 12 V/1200. Solange der Lüfter nicht läuft, ist er komplett lautlos.

Der Multiplus II ist von der technischen Seite her möglich. Ob das rechtlich, versicherungstechnisch und vom TÜV her zulässig ist, müsste geklärt werden. Der Multiplus II wurde für den stationären Betrieb in Gebäuden gebaut.

Sollte es ein größerer Laderegler von Victron werden, würde ich immer die 30 € Aufpreis investieren und die CAN-Bus-Option wählen.

Stationäre Gebäude für Victron doch nur ein Nebenkriegsschauplatz. Der ganze blaue Kram ist eigentlich für alles, was so schwimmt oder fährt.

Oliver

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5000 W bedeutet etwa 50 bis 100 kg Akkugewicht, nur um einen Zahl zu nennen. Plus Gewicht von Wandler und Zusatzgeräten.