Habe nun mein zweites Balkonkraftwerk dieses mal mit folgenden Komponenten aufgebaut:
2 X Victron MPPT 150/35 ( VE.Smart Networking) - 2 X Pylontech US2000C (parallel verbunden) - 1 X Hoymiles HM800
Das System läuft seit ca. 9 Monaten sehr gut. Gesteuert wird das ganze mit einer OpenDTU OnBattery und Nulleinspeisung. Bei der Einstellung der Victron Laderegler, habe ich die Einstellparameter aus der Betriebsanleitung übernommen. Dabei war die empfohlene Ladespannung bei 53 V, die ich auch so übernommen habe. Die Erhaltungsspannung hatte ich auf 52 V gestellt. Da ich keinen Victron Cerbo habe, übernimmt das Pylontech interne BMS die Regelung. Mittlerweile höre ich bei Pylontech LiFePO4 sehr oft von Überladungen und aufgeblähten Zellen. Es soll auch so sein, dass Pylontech die Firmware und somit auch die Ladespannung der Zellen angepasst hat. Das bringt mir so einiges an Unsicherheit und sorge. Also habe ich mir erst einmal ein kommunikationskabel für die Pylontech Schnittstelle besorgt um mit BatterieView die Zellen auf Abweichungen zu überprüfen und den Firmwarestand zu aktualisieren. Ich habe bei beiden Batterien eine Zellenabweichung von max. 0,001 Volt. Puhh.. erst mal tief durchgeatmet. In neun Monaten eine sehr geringe Abweichung. Alles so weit noch im grünen Bereich. Was den Firmwarestand angeht, hatte ich eine zwei Versionen ältere (V2.9). Nach Aktualisierung war ich auf V.3.1. Festgestellt habe ich, dass nun über den OpenDTU Battery Monitor als Ladespannung 52,8 Volt verlangt wird. In einigen Foren und Beiträgen wird von 52 bis 52,4 Volt geschrieben. Einige schreiben sogar was von 51,75 V, was in der regel bei 15 Zellen 3,45 Volt pro Zelle entspricht und erst gar kein SOC von 100% erreicht. Ich bin verwirrt und weis nicht was ich einstellen soll. Ich möchte auch nicht, dass meine Zellen nach der Zeit aus-driften. Ich habe im Netz gesucht, der einen ähnlichen Aufbau hat, wobei die Victron MPPT´s die Laderegelung der Pylontech übernehmen ohne einen Victron Cerbo GX. Aber leider nichts dazu gefunden.
Nun brauche ich eure Hilfe. Wie würdet ihr den Victron MPPT einstellen um die Pylontech Batterien schonend zu laden, ohne dass die Zellen über die Monate grössere Abweichungen haben und ich noch viele Jahre Freude daran habe.
Im Laderegler werden folgende Parameter verlangt:
Max Ladestrom
Ladespannung (Absortionsspannung)
Erhaltungsspannung (Floatspannung)
Ausgleichsspannung
Automatischer Zellenausgleich = Deaktiviert oder Aktiviert.
Expertenmodus aktivieren um noch weitere Einstellungen vorzunehmen.
Das hört sich gut an, wenn du dabei eine Zellenspannung von 3,45V zugrunde legst. Wurde das bei Spannungswerten unterhalb 3,37V festgestellt, kann man nicht beurteilen ob das gut oder schlecht ist.
Die Festgestellten Zellen Spannungswerte lagen bei 3,34 Volt. Dann sollte ich mal am besten die Spannungswerte bei über 3,4 Volt.
Mir geht es vorerst um die Einstellparameter für den Victron MPPT. Hat da jemand Erfahrung mit und kann mir bei den richtigen Parametern behilflich sein?
Die Temperaturkompensation muss aus. Die Absorbtionsdauer kann man niedriger wählen. In der Zeit können die Batterien balancieren. Bei 48V musst du natürlich die doppelten Werte nehmen. Als Erhaltungsspannung reichen auch 27V
Das ist ziemlich riskant irgendwelche Werte von einer nicht identischen Batterie zu nehmen, die der US2000C nicht ähnelt. Das ist unprofessionell. Ich habe gehofft, dass sich jemand vielleicht meldet, der solch Batterien hat, wie ich. Wobei eigentlich die US2000C von Pylontech sehr beliebt sind und viele auch haben.
Nö ist nicht unprofessionell und auch nicht riskant wenn man weiß was man tut. Und da Lifepo eben Lifepo ist und bleibt, ganz egal welcher Akku, kann man das ganz entspannt und geziehlt auf seinen Akku anpassen und übernehmen, wenn es nicht gerade gegen die maximalen Werte des Akkus aus dem Datenblatt verstößt. Auf die Zellenanzahl kommt es an wenn es um die Ladeschlussspannung geht, bei dir also 15 Zellen. Und R.L hat dir auf jeden Fall schonmal eine sehr vernünftige und vorallem mittlerweile bewährte Ladeschlussspannung genannt (3,45V/Zelle), Suchfunktion benutzen. Unproffessionell ist wenn man nicht selbst prüft was einem da eigentlich so erzählt wird und einfach irgentwelche Werte von jemanden übernimmt.
Beim Rest gehe ich persönlich aber nicht konform, und die Zeit für die CV-Phase sollte man unbedingt niedriger einstellen um nicht zu überladen, vorallem ohne Schweifstrom Einstellung. Zudem läuft bei Victron auch oftmals die Zeit für die CV-Phase einfach ab ohne das der passende Schweifstrom erreicht ist, somit wird der Akku dann auch nicht zu 100% voll (schwankender Ladestrom zb. durch Wolken). Damit man diesen Sachen aus dem Weg gehen kann und vorallem aber der Sache mit der Überladung, setzt man zusätzlich in den Ladeparametern einen Schweifstrom (Expertenmodus genannt bei Victron) der den Ladevorgang beendet bevor die maximale Zeit für die CV-Phase abgelaufen ist (dafür gibt es Standards die für alle Lithium Akku gelten) aber der Akku damit trotzdem zu 100% voll geladen wird. Du must dich einfach mehr mit dem Ladeparametern von Akkus beschäftigen (in diesem Fall speziell Lifepo) und dein System beobachten damit du weißt bei welcher Spannung wird der Akku wirklich voll, was ist eine CC/CV-Phase, wann beginnt CV-Phase und wie lange dauert eine CV-Phase in etwa bis der Akku wirklich voll ist. Dabei spielt aber auch die Höhe des Ladestromes eine Rolle wenn du zb. eine zu niedrige Ladeschlussspannung wählst, da diese dann bei hohen Strom zu früh erreicht werden würde, und somit zu früh auf die CV-Phase umgeschalten werden würde usw. (Akku wird nicht voll), bei Lifepo bist du aber mit 3,45V/Zelle sehr gut bedient um schonend für den Akku voll zu laden. Bei professionellen Ladern zb. könntest du die Zeit der CV-Phase auch garnicht einstellen, denn die richten sich einfach alle nach dem Terminierungsstrom/Abschaltstrom/Abschlussstrom/Ladeendstrom (@Victron: Schweifstrom). Die Laderegler von Victron waren ursprünglich aber für Blei Batterien gedacht und genau deshalb geht man auch garnicht weiter in den Anleitungen auf die korrekten Zeiten der CV-Phase ein, sondern schreibt einfach nur das man bei zu langer Zeit den Akku überladen kann und man sich beim Hersteller der Batterie nach der empfohlenen maximalen Absorptionszeit informieren soll. Wenn du also diesen Strom zum beenden des Ladevorgangs passend wählst brauchst du dir über die Konstantspannungszeit nahezu keinen Kopf mehr machen bzw. diese einfach etwas höher wählen damit der Schweifstrom vor der maximalen Zeit erreicht wird, sie dient dann quasi als zweites Sicherheitsseil. Der Schlüssel im DIY liegt darin selbst zu beobacheten, zu lesen, und unter beachtung der Datenblatt Werte eigene Erfahrungen zu sammeln. Denn was nützt es dir wenn jemand den gleichen Akku besitzt und dir seine Werte mitteilt du aber selbst ganricht verstehst was diese bewirken und ob derjenige evt. selbst sogar eher schlechte Einstellungen empfiehlt? Ist das dann Professionell in deinen Augen? Professionell wird es erst dann wenn du dir selbst das Wissen dazu aneignen tust, deine eigenen Efahrungen dazu sammelst und dann sind die Einstellungen eines MPPT absolut kein Problem mehr. Und eigentlich wollte ich garnicht soviel dazu schreiben da man leider oft auf Leute stößt die meinen alles besser zu wissen (es sogar besser wissen als es die Hersteller von professionellen Ladegeräten schon über Jahrzehnte so handhaben und entsprechend in den Ladeparametern ihrer Ladegeräte einprogrammiert haben), und ich deshalb auch die Lust dazu verloren habe alles zum 100. mal zu erklären. Nun habe ich dir aber soviel "Stichpunkte" genannt über die du selbst hier im Forum oder aber auch bei Google recherchieren und auch prüfen kannst ob ich Mist erzähle. Du möchtest es professionell? Hier im Text steht die Basis dazu, der Rest liegt ganz allein bei dir . Allerdings aber eine Basis die längst nicht alles ist, auch da Lifepo "etwas" komplex ist vorallem wenn einem das Grundwissen zum laden von Lithium Akkus fehlt!
Die Frage wäre warum wird der 100% SOC nicht erreicht bzw. welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Zusätzlich must auch bedenken unter welchen Kriterien der Balancer anfängt zu balancen bzw. ob du diese selbst einstellen kannst. Denn wenn nicht spielt dazu auch die Höhe der eingestellten Ladeschlussspannung eine Rolle.
Zur Erinnerung, der SOC ist ein gerechneter ( nicht gemessener ) dimensionsloser Wert, in %, für den der Nullwert und der 100 % Wert definiert sein/werden muss.
Da 100 % als voll gilt, ist das die Spannung 3,37 V bei Strom null. Das ist die Definition bei Lifepo.
Möchtest du hier über Praxistaugliche Werte sprechen, oder über Werte die eh niemand in der Praxis nutzen kann? Die Frage ist und bleibt welche Voraussetzungen/Kriterien der Pylontech Akku braucht damit am Ende wenn der Akku voll geladen ist auch bei zb. 3,45V/Zelle seine 100% SOC anzeigt. "Jeder" Akku bzw. BMS/Shunt etc. besitzt im Normalfall auch eine 100% SOC Synchronisation mit gewissen Kriterien welche über längere Zeit erforderlich ist, da der SOC im laufe der Zeit aufgrund von Messungenauigkeiten/Übergangswiderständen etc. immer ungenauer wird.... Beim JK Inverter BMS sind das die SOC 100% Voltage, RCV, und RCV Time, und beim Victron Smart Shunt die Spannung wenn aufgeladen, Schweifstrom, und die Zeit für die Ladezustandserkennung, oder aber er erreicht die 100% SOC über die geladene Kapazität, errechnet aus dem Strom und der Zeit in Bezug auf die eingetragene Batteriekapazität. Besitzt der Pylontech keine solche Synchronisation dann kann er die 100% SOC nur über die Zeit und den Strom der fließt und über die Nennkapazität ermitteln, was weniger gut wäre.
Ansonsten kannst du natürlich auch gerne und sicher dem TE die passenden Ladeparameter für seine Laderegler nennen bei dem der Akku wie du sagst bei 3,37V/Zelle und einem Strom von Null Ampere voll wird, der SOC auf 100% "gesetzt" bzw. angezeigt wird, und der Akku auch vernünftig gebalanced wird.
Ich möchte hier darüber reden, dass der Punkt 100 % SOC Definitionsfrage ist.
Wenn der OP 3,55 V nicht als 100 % (erreicht) ansieht, dürften wir beide darüber gleicher Ansicht sein. Und dass wir beide verschiedene Ansicht darüber sind, wieviel darunter der 100 % Punkt liegt, legt das Problem offen.
Und du selber sagst, dass man zum Akkubetrieb ggf. über 100 % gehen muss… da spielt es (bezüglich der Definition) keine Rolle , wieviel.