ich stehe aktuell vor einer Entscheidung, bei der ich nicht so richtig weiß was der sinnvollste Weg ist. Zunächst ein paar Eckdaten:
EFH, Baujahr 1993, ungedämmt, mit wärmegedämmtem Bims gemauert, lt. meinen Unterlagen hat das Mauerwerk 0,528 W/(m²K)
Krüppelwalmdach, Dachschrägen und oberste Geschossdecke gedämmt. Keine Dämmung bis zur Dachspitze.
2024 neue Fenster eingebaut, 0,72 W/(m²K)
Ölheizung aus 1993 (Verbrauch ca. 1.500L/Jahr)
EG: Fußbodenheizung, OG: Heizkörper (3 Stück)
Wohnfläche: 130m²
Warmwassererzeugung über Brauchwasserwärmepumpe
Balkonkraftwerk mit 1,8 KWp und 2 KWh Speicher
Stromverbrauch ca. 1.500 KWh/Jahr
Nun stelle ich mir die Frage was ich mit meiner Heizung machen soll und ob der Umstieg auf eine Wärmepumpe sinnvoll ist. Eigentlich hatte ich das Thema etwas nach hinten verschoben weil die Förderung bis 2030 zugesichert war, aber das hat sich ja jetzt geändert. Irgendwie kann man hier auf nichts mehr vertrauen.
Eigentlich habe ich ja jetzt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich mache es direkt oder warte bis 2030, bis die Förderung ausläuft und hoffe dann auf günstigere Preise. Irgendwie tue ich mir schwer damit eine funktionsfähige Heizung zu erneuern. Wobei man jetzt am Ölpreis auch schon merkt, dass die Sache immer teurer wird. Es ist wirklich unglaublich was aktuell 1 Liter Öl kostet. Bei dem Alter der Ölheizung wird ja auch das Risiko, dass sie nicht mehr funktioniert auch von Jahr zu Jahr größer.
Also irgendwie bin ich hin und her gerissen. So eine Wärmepumpe kostet ja echt extrem viel. Habe jetzt mal ein Termin für ein Angebot gemacht. Noch habe ich keine Ahnung mit welcher Summe ich hier rechnen muss. Kann da jemand mit den o. g. Eckdaten einschätzen welcher Preis da auf mich zukommt?
Was würdet ihr machen? Ist jemand in einer ähnlichen Situation?
Wie siehts denn aus mit DYI ? Das ist in der Regel der günstigste Weg an eine Wärmepumpe zu kommen und bei dir sind die Voraussetzungen ja gar nicht so schlecht
Weiß nicht, das traue ich mir irgendwie nicht zu. Mache am Haus eigentlich alles soweit selbst aber dann funktioniert nachher etwas nicht etc. und habe auch keine Zeit mich da tief mit zu befassen.
Ja ich finde die Preis auch einfach zu extrem in Deutschland. Wäre wirklich mal interessant zu wissen wie die Preise sind wenn die Förderung entfällt.
Ist das schwer so etwas selbst einzubauen? Braucht man da spezielles Werkzeug? Und wie bekommt man dann Förderung wenn es kein Fachbetrieb gemacht hat?
Du kannst die Wärmepumpe etwa 3x Fallen lassen und beim 4. Mal dann richtig einbauen und bist dann immer noch günstiger unterwegs als mit Heizungsbauer + Förderung.
Aus Sicht der aktuellen Preislage für fossile Brensstoffe und der langfristigen Erwartung dass die Politik die Brensstoffe auch nach etwaigen Kriegssituationen weiter künstlich verteuern wird und unter Berücksichtigung der Tatsache dass die jetzige Heizung ihre durchschnittliche Lebenserwartung bereits überschritten hat und ggfs. noch ein extrem kostspieliger Tausch einwandiger Öltanks ansteht (dies nur als Vermutung da zu dünne Informationslage) würde ich klar zur Wärmepumpe tendieren.
Der Preislage für die vollkommen überteuerten geförderten Anlagen steht z.B. ein Panasonic Monoblock für zwischen 5 - 7000€ all in in DIY entgegen -. wie es hier im Forum schon einige Umgesetzt haben.
Vereinfacht gesagt braucht es hier im Groben erst mal nur das Fundament, zwei Kernbohrungen für Vorlauf und Rücklauf sowie Elektroleitung und ein bisschen Material im Heizkeller zur Anbindung der LWWP an das Heizungssystem. Eigentlich kein Hexenwerk, aber ja man muss Bock haben sich darauf einzulassen und einzuarbeiten. Meine persönliche Meinung: Bei der Preisdifferenz müsst ich nicht lange überlegen
Ja ich finde die Preise auch extrem. Also diese Monoblock WP sind fertig und ich muss nichts am Kältekreislauf machen? Das darf man ja auch nicht soweit ich weiß.
Wo kann ich mich denn da mal etwas einlesen bzw. gibt es gute Anleitungen (ggf. Youtube), dann kann ich ja mal schauen ob ich mir das zutraue
Schau mal bei Dennis Nörrmann auf YT rein und bei Energie&Hobby. Neben der handwerklichen Seite, darf man sich auch mit den Alternativen bei der Hydraulik beschäftigen und das verstehen, damit es gut wird. Empfehle https://www.youtube.com/watch?v=4zAttQNeL5w&t=1195s und andere Videos auf dem Kanal.
kurz off topic: ich habe hier ein Angebot für das entfernen von 3 einwandigen Stahl Batterietanks. Liegt bei 600€ pro Stück bei Restöl <100 Liter. Also 1800€ für die ganze Anlage. (mit Blechknabber ohne die Plasmaschneidersauerei)
Ich würde das auf Wärmepumpe umbauen. Und damit nicht warten. Ich habe hier einen Nachbarn der hat seine Ölheizung letzten Winter gegen eine neue Ölheizung ersetzt. War natürlich extrem dumm aber die alte Heizung war defekt. Der Heizungsbauer hatte keine Zeit für einen größeren Umbau. Wenn du wartest kann es sein das du in eine ähnliche Lage gerätst.
Eine Variante dieses Plans ist jetzt eine Klimaanlage einzubauen (Wohnzimmer / evtl. Schlafzimmer). Der Hintergedanke ist der: Das mit dem Klimawandel wird nicht mehr besser. Die klimatischen Bedingungen bei uns werden Kühlung im Sommer erfordern. Diese Anlage unterstützt dann deine Heizung im Moment und überbrückt dir auch mal einen Ausfall der Ölheizung im Winter. Dann kannst du den Umbau machen wenn die alte Heizung kaputt ist.
Meine 10j Gasheizung wird auch nicht das Lebensdauerende erreichen. Das Teil fliegt Anfang der 30er Jahre raus.
Mein Nachbar hat für seine 6000L Tanks ein Angebot von 15.000€ all in. Da sie im Keller stehen muss die Wand aufgebrochen (und hinterher wieder zugemauert) werden um die neuen Tanks rein zu bekommen. Und er hat die Auflage von offizieller Seite bekommen sie bis zum Datum X zu ersetzen - ich stecke da nicht im Detail weil wir kein Öl haben, aber da müssen wohl 2000L abgepumpt werden.
Dann neue Tanks, weiß nicht irgendwo bei 600-700€/Stck. + Montage und Inbetriebnahme.
bin auch noch recht neu hier und mittlerweile seit 2 Monaten "Split-Klima-Heizer". Unser Haus (1974, Dach gedämmt, 2-fach verglaste Kunststofffenster, 36 cm Gasbeton Aussenwände freistehend mit 230 qm Wohnfläche) benötigt in etwa ca 2000 Liter Öl im Jahr exkl. Warmwasser. Das war bis dato bei Preisen von ca 90 Cent pro Liter Öl finanziell noch akzeptabel (ca 1800 Euro im Jahr). Bei den heutigen Preisen in unserer Region, ist heute der Lieferant mit 1,72 Euro der günstigte. Das würde uns somit im Jahr ca. 3440 Euro kosten und sich somit fast verdoppeln. Zum Vergleich:
Heizen mit Öl bei 9 Cent/kWh und 20000 kWh Jahresbedarf: 1800 Euro/Jahr
Heizen mit Split-Klima bei einem erwarteten COP von konservativen 3,5 bei Stromkosten von 24 Cent/kWh: 1371 Euro/Jahr
Heizen mit Öl bei 17 Cent/kWh und 20000 kWh Jahresbedarf: 3440 Euro/Jahr
Abgesehen von den hohen Kosten bei unserer mittlerweile fast 25 Jahre alten Ölheizung, kommt das Risiko eines Ausfalls bzw. Defektes hinzu. Zusätzlich wird sich unser Heizbedarf nochmal deutlich erhöhen da meine beiden Kinder mit fortschreitendem Alter sich immer mehr in Ihre Zimmer zurückziehen werden und ich diese Tagsüber auch voll beheizen muss (bis vor kurzem waren beide von 8 Uhr bis 16 Uhr in der Kita). Öl ist einfach keine Option mehr und ich würde in der jetzigen Zeit keinen Euro mehr in die Ölheizung investieren. Die restlichen verbliebenen 3000 Liter der letzten Bestellung für 90 Cent pro Liter werden wir für die Warmwasserbereitung verwenden und in der zwischenzeit im Kernwinter mit einem Warmluftofen zuheizen falls die Fünf Klimageräte dies nicht mehr schaffen.
Ich würde Splitklimas generell immer empfehlen. Man hat es am Sommer gesehen, dass man sie über kurz oder lang irgendwann benötigt. Und damit kann man evtl. schon ausreichend heizen. Geht dann irgendwann der Öler inne Fritten, und man braucht noch vielleicht 200l im Jahr, dann kann man den auch noch austauschen gegen eine Wärmepumpe.
Sonst lässt man sich jetzt ne Wärmepumpe einbauen und ärgert sich später, dass man noch Splitklimas zum kühlen braucht....