Heizlast linear zur Außentemperatur?

Normalerweise wird ja ein linearer Verlauf der Heizlast zwischen NAT (oder einem Bivalenzpunkt) und Heizgrenztemperatur angenommen. M.E. stimmt das aber zumindest für ältere Gebäude nicht und ich hätte gerne eure Meinungen dazu.

Wir haben in den Schlafzimmern Temperatursensoren, die auch CO2 messen. Normalerweise steigt der CO2 Wert über Nacht von 500ppm auf 4500ppm. Die letzten paar Nächte mit ca. -5° AT stieg der CO2 Wert noch auf 3500ppm und heute Nacht wo es schon um 21Uhr -9° hatte lag am morgen der CO2 Wert bei 1500ppm.

Worauf ich raus will, anscheinend gibt es - zumindest bei unserem Haus von 1995 - bei -10° AT um ein vielfaches mehr ungewollten Luftaustausch als bei -5° und eigentlich müsste dann auch die Heizlast in dem Bereich stärker als linear ansteigen.

Vielleicht verlieren die Fensterdichtungen temperaturabhängig ihre Funktion.

Verallgemeinern würde ich es trotzdem nicht, dass der lineare Zusammenhang nicht stimmt.

Wind berücksichtigt?

Kein Wind letzte Nacht.

Ich würde auch sagen, dass es an Undichtigkeiten liegt. Mit abnehmender Außentemperatur steigt ja auch das Delta Innen< - >Außen und somit die Kaminwirkung im Quadrat dazu.
Das hat dann sicher auch den gleichen Effekt auf die nötige Heizleistung, sich immer weiter verstärkender Luftaustausch erfordert in gleicher Weise das Erhöhen der Heizleistung.
Von daher besonders im Erdgeschoß und Obergeschoß alle Bauteile nach Undichtigkeiten absuchen um den Kamineffekt zu minimieren.

Kamineffekt ist ein gutes Stichwort.

Die Dachtreppe oder der Aufgang zum Dachboden wird gerne unterschätzt, dort ensteht oft der Kamineffekt und zieht warme Luift aus dem ganzen Haus.
Der Energiesparkommissar hat zur Isolierung und Abdichtung der Dachbodentreppe mal ein Video gemacht.
Link: https://www.youtube.com/watch?v=eRJdU80lY38
Das ist wenig Aufwand und amortisiert sich schnell.
Ich habe das bei mir gemacht, weil ich unter der Luke mit der Treppe bei kalten Außentemperaturen auch immer das Gefühl hatte, das es da kälter ist. Jetzt fühlt es sich deutlich besser an.

Was du auch mal prüfen kannst, sofern du zB. eine Holzdecke etc. im Schlafraum hast, ob da auch ein Luftaustausch nach oben stattfindet und entsprechend die Dämmung verbessern bzw. eine Folie einziehen und am Rand verkleben, um den Luftaustausch zu blockieren.

Herzliche Grüße
Eclipse

Ist das ein echtes CO2-Messgerät, mit NDIR-Sensor? Oder ein billiges Gerät, was den CO2-Gehalt nur anhand anderer (billiger zu messender) Daten schätzt?

Gute Frage…es ist eine Netatmo Wetterstation mit Innensensoren in den Schlafräumen. Ich habe auf deren Webseite nichts gefunden wie der Wert ermittelt wird. Du meinst die angezeigten Werte sind falsch?

Normalerweise scheinen mit die Werte zumindest plausibel. Schon Wäsche in den Schrank räumen für 1 Minute erhöht den gemessenen CO2 Wert.

Die Einschubtreppe ist bei uns schon gedämmt, allerdings nur mit 1cm Styropor. Mehr Platz ist da auch nicht. Man könnte oben noch eine Haube drüber machen, aber ich fürchte da wird mir Kondenswasser irgendwo hinlaufen. Heute morgen hab ich mit der Wärmebildkamera ein Foto von der geschlossenen Treppe gemacht und sie war ca. 1° kälter als der Rest der Decke.

Oberhalb der Holzdecke ist schon eine Folie, ob die 100%ig dicht ist kann ich natürlich nicht sehen ohne die Deckenbretter abzubauen.

Dann bist du ja schon gut vorbereitet. :+1:
Hast du den Rand der Luke auch abgedichtet?
Da zieht es gerne mal durch.
Gibt es da Auffällgkeiten bei der Infrarot-Kamera?
Ich habe bei mir da so ein Schaumstoff-Isolierband (Fensterdichtung) rundherum geklebt.

Herzliche Grüße
Eclipse

Ich habe im Grunde keine Ahnung, versuche nur momentan einen brauchbaren CO2-Sensor zu finden. Nachdem was ich herausgefunden habe:

  1. nur Geräte mit NDIR-Sensor messen wirklich CO2
  2. alle anderen schätzen den CO2-Sensor anhand eines billigen VOC-Sensors, der allerlei Ausdünstugen, z.B. von Möbeln usw. misst, und damit schätzt, wie lange wohl nicht mehr gelüftet wurde, und was das vielleicht für den CO2-Gehalt bedeutet
  3. Hersteller die NDIR verbauen, werben auch damit, immenhin ist das ein Qualitätsmerkmal, und ein teurer Sensor.

Ich könnte aber auch völlig falsch liegen, das ist lediglich das Ergebnis einer eher bislang oberflächlichen Recherche.

Grundsätzlich nur: Bevor ich Schlussfolgerungen ziehe (Haus undicht), ist es wichtig festzustellen ob die Messung verlässlich ist. 4500ppm sind übrigens angeblich ein ziemlich hoher Wert, damit dürftest Du wohl jeden Morgen Kopfschmerzen haben und Müdigkeit verspüren.

Das Dichtband liegt im Prinzip schon bereit…”müsste man nur noch hinkleben”:slight_smile:

Das IR Bild sieht ziemlich langweilig aus. Es ist auch nur genau der Deckel etwas kälter, die direkt angrenzenden Bretter haben die gleiche Temperatur wie alle anderen Bretter an der Decke auch.

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Das macht der Netatmo Sensor nicht. Solang sich ein Mensch im Raum befindet geht der Wert hoch bis zu einem gewissen Plateau das bei uns von der Außentemperatur abhängt. Wenn niemand mehr im Raum ist geht der Wert gaaaanz langsam wieder nach unten. Ich vermute das ist der Luftaustausch unter der Tür mit dem Flur.

Insofern klingen die Werte schon plausibel, aber sicher bin ich natürlich nicht.

4500 ppm kommt mir auch extrem hoch vor. Das haben wir noch nie geschafft, auch nicht bei kleinen 10m² Räumen mit 2 Personen. Das wäre auch sehr ungesund.

Wie du prüfen kannst, ob das ein echter CO2 Sensor ist: Alkohlische Händedesinfektion, Spiritus, Ethanol oder Isopropanol mal etwas in der nähe verdampfen lassen, also z.B. auf ein Stück Zewa und liegen lassen. Wenn der Sensor darau reagiert, ist es kein CO2 Sensor.

Um 13:20 habe ich den Sensor auf mit Ethanol getränktes Tuch gestellt…

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Dann ist die Sache klar, ist ein CO2 Sensor.

Konvektion erklärt das Verhalten auch bei konstant undichten Türen und Fenstern.

Nein, der Heizbedarf ist in der Regel nicht linear zur Aussentemperatur.

Daher kann man bei vielen aussentemperaturgeführten Wärmepumpen (nicht Klimasplits) die Wärmekurve “knicken”, also eine andere Linearität, bzw Winkel ab einer bestimmten Aussentemperatur.

Bei Dir deutet die CO2 Messung auf Ventilationsverkuste hin.

Edit: die Daikin Nepura hat eine Anpassung der Temperatur ab einer bestimmten Aussentemperatur. Die erhöht die Temperatur um 2°C ab einer Temperatur unter 0.

Der Wärmebedarf ist bei Einhaltung, des für die Wärmebedarfsberechnung angenommenen Luftaustauschs schon linear. (Kannst du leicht überprüfen, indem du eine Wärmebedarfsberechnung für verschiedene NAT mit demselben Gebäude/Räumen durchführst.
Da bei älteren Gebäuden bezüglich des Luftaustauschs Unsicherheiten und evtl. auch Undichtigkeiten bestehen, die zu erhöhtem Wärmebedarf führen, verschiebt sich hier eine Komponente, die bei der Wärmebedarfsberechnung anders angenommen wurde.
Mit dichten Fenstern/Gebäudehülle und einer Lüftungsanlage mit definiertem Austausch hast du keine Abweichungen von der Linearität.

Herzliche Grüße
Eclipse

Deine Aussage ist, das Ergebnis einer linearen Berechnung ist linear.

Da spricht auch einiges dafür.

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