Heiz und Kühllast unserer Zimmer

Hallo Forum,

vor zwei Monaten wurde mir hier super unter die Arme gegriffen bei der Frage welche Klimaanlage besten das takten verhindern würde. Leider sind wir zu keinem Ergebnis gekommen und wir haben das Thema erstmal aufgeschoben.

Da wir eine Ölheizung haben ist aufgrund der drohenden Preissteigerungen das Thema Klimaanlagen wieder aufgeploppt.
Als ersten Schritt möchte ich euch gerne fragen, ob die von mir (oder besser der KI) ermittelten Kühl /Heizlasten der Zimmer mit euren Einschätzungen übereinstimmen. Sobald wir belastbare Werte haben, können wir dann die passende Klimaanlage auswählen.
Wir wohnen in einem endreihenhaus in Hamburg mit 100qm Wohnfläche, einem 42qm großen Wohnzimmer das durch eine halbe Wand mit dem Flur verbunden ist. Vom Flur geht eine Wendeltreppe in den ersten Stock. Dort befinden sich Schlafzimmer 17qm, Kinderzimmer 1 mit 12qm und Kinderzimmer 2 mit 8qm. Vom ersten Stock führt eine Wendeltreppe zum 20 qm wohndachboden. Das Haus wurde 1978 gebaut und hat laut Energieverbrauchsausweis einen primärEnergiebedarf von 153 kWh m2/a.

Die ermittelten Werte sehen so aus:

  • Kinderzimmer 2 (8 m²):
    1,0 kW
  • Kinderzimmer 1 (12 m²): 1,5 kW
  • Schlafzimmer 17 qm:
    2,0 kW
    und folgende Kühllast:
  • Kinderzimmer 2: 1,6 kW
  • Kinderzimmer 1: 2,4 kW
  • Schlafzimmer: 2,9 kW

Lässt sich anhand meiner Angaben überhaupt irgendetwas in die Richtung ableiten, sind die Werte gar nachvollziehbar oder ist das alles Quatsch und die Werte dir kühl und Heizlast liegen ganz woanders?

Heiztlast könnte stimmig sein. Wie hast du die Kühllast berechnet, also für welche Temperaturen innen/außen?

Wir haben hier Altbau ungedämmt und ein Zimmer mit 10m² liegt so bei 40W pro Grad Temperaturdifferenz. Also bei 20 Grad innen und -10 Grad außen dann 40 W * 30 = 1200 W.

Das ist in real empirisch ermittelter Wert. Kann ich dir auch empfehlen, im Winter mal Tests mit Heizlüfter zu machen, um reale Heizlasten zu ermitteln. Solche Daten sind sehr hilfreich.

Das klingt unplausibel, dass die Kühllast deutlich (ca.60%) höher sein soll als die Heizlast. Oder die Zimmer sind quasi Wintergärten?

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Für die Kühllast habe ich die worst case Außentemperatur von 32° genommen und für die innentemperatur 25°

Alle Räume sind im 1. Stock
Darüber befindet sich noch ein wohndachboden mit 20qm. Alle Zimmer haben ein ca 1x 1,3m großes Fenster, dass nach Osten ausgerichtet ist. Im Erdgeschoss befindet sich das Wohnzimmer, das nach Süden hin fast komplett verglast ist. Bis auf das Wohnzimmer haben alle Räume Dachschrägen. Das Dach ist ca 60qm groß und nach Süden ausgerichtet. Außer beim Schlafzimmer das ist nach Norden ausgerichtet.
Macht dies die Berechnungen plausibler?

Wenn du die Fenster verschatten kannst, müsste die Kühllast deutlich unter der Heizlast liegen. 32 - 25 Grad sind gerade mal 7 K Delta. Beim Heizen hast du 30 K Delta.

Was du beim Kühlen zusätzlich hast, sind die Wärmeeinträge durch die direkte Sonneneinstrahlung. Aber da kannst du ja verschatten.

Wobei das alles ja keine so große Rolle spielt: Wenn du es fürs Heizen korrekt auslegst, passt es auch fürs Kühlen.

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Gut. Die Heizlast sollte passen. Jedenfalls ungefähr.
Mir geht es vor allem darum das Taktrisiko zu minimieren.
Ob die Heizlast nun für das kleine Zimmer bei 700 Watt oder 1,2 kW liegt ist aber bezüglich des Taktrisikos zu vernachlässigen, richtig?

Kommt drauf an, ob die Multi- oder Single-Splits verbaust. Du musst dir immer die untere Modulationsgrenze der Außengeräte anschauen. Bei Single-Split im Bereich 2kW-3,5kW hast du in der Regel die gleiche untere Modulationsgrenze, da spielt es fast keine Rolle.

Stimmt, selbst die kleine Single Split SRK20ZTLH-WF
Kommt nur auf 1,14 runter.

Dann könnte ich auch die von dir vorgeschlagene zweier Split 3MXM52 nehmen.
Die kommt auf 1,4 runter.

Um das takten aber wirklich sicher vermeiden zu können muss ich dann bei solch knappen Werten wohl doch nach einer daikin schauen...
Das hat sich nur in der Vergangenheit schwierig gestaltet, da alle klimaanlagen Monteure in Hamburg anscheinend nur MHI anbieten.
Ich schau nochmal weiter, vielleicht ergibt sich noch was.
Vielen Dank erstmal.

Ich glaub, da gibt es auch ein Missverständnis: Das Takten ist überhaupt kein und ohne Takten geht es auch gar nicht in der Übergangszeit. So eine große Bandbreite hat kein Gerät, um von Oktober - Mai durchlaufen zu können. Gerade wenn es außen noch recht warm ist, z.B. 7-10 Grad, hat das Gerät auch eine sehr hohe Effizienz, womit du selbst bei 100W elektrisch noch eine Menge thermisch reinbekommst, Faktor 5-7. Dann muss die auch takten.

Takten wird nur dann ein Problem, wenn es zu oft stattfindet und genau dazu neigen die MHI-Geräte. Wenn man den Sensor umbaut, bekommt man es in den Griff, aber ich würde heute keine MHI mehr kaufen, so lange die ihre Regelung nicht ordentlich überarbeitet haben.

Unsere MHI-Geräte haben 7-8 mal die Stunde getaktet, das war völliger Murks. Bei 2-3 Takten die Stunde wäre es überhaupt kein Problem.

Ok alles klar, danke für die Klarstellung. Also zu häufiges takten ist das Problem.
Für mich kristallisiert sich immer mehr die SCM41 mit zwei IG als beste Lösung heraus.
Die kann gut runter modulieren und hat auch bei bis - 10° noch einen scop von 3,4.
Selbst in Hamburg, wo wir wohnen kommen solche Temperaturen nicht allzu häufig vor.
Wir wohnen in Hamburg und selbst hier
Kann eine Klimaanlage eigentlich auch schaden nehmen, wenn sie bei zu niedrigen Temperaturen läuft oder ist die ineffizienz der einzige Grund, weshalb man bei sehr geringen Temperaturen auf eine konventionelle Heizung zurück greifen sollte?

Evtl. müsste bei scm 41 dann noch der Sensor umgebaut werden, wenn Sie zu häufig taktet. Gibt es da eine Anleitung zu? Ich habe hier im forum leider nichts finden können.

Sensorumbau findest du hier:

Allerdings gibts noch ein weiteres Problem: Für gute Effizienz braucht es ordentlich Luftdurchsatz. Bei der Anlage bedeutet Lüfterstufe 1-3 nur ein Maximal-Limit, die Anlagenautomatik sucht sich immer noch selbst aus, auf welcher Lüfterstufe sie läuft und für gute Effizienz läuft die dann mit zu geringer Lüfterleistung. Auch die Wärme verteilt sich damit nicht gut. Im Neubau weniger ein Problem, im Altbau problematisch. Der einzige Sonderfall ist Lüfterstufe 4, wenn die eingestellt, läuft die wirklich immer auf Stufe 4. Von der Effizienz gut, aber dann ist das IG auch schon relativ laut. Ich betreibe die den Kernwinter nur noch so, aber wünschte mir manchmal z.B. Lüfterstufe 3 fix. Das kann die Anlage aber eben nicht. Insofern ist das nur eine Kompromisslösung, womit man die Anlage nicht wirklich weiter empfehlen kann.

Ich hab aber die Single-Split, ob man die Multisplit irgendwie besser in den Griff bekommt, müssten andere beantworten, die die Anlage haben. Und bei Empfehlungen immer schauen, wie gut gedämmt ist, dass verändern ganz viel.

COP nicht SCOP. Der problematische Temperaturbereich ist vor allem um den Gefrierpunkt bei feuchter Luft, wo die Anlage ständig abtauen muss. Da bricht dir der COP stark ein. Bei -10 Grad ist die Luft oft so trocken, dass die vielleicht nur alle 4 Stunden abtauen muss.

Ok, also ist zumindest die Single Split zu laut wenn sie wirklich effizient arbeiten soll.
Das mit den Lüfterstufen habe ich noch nicht ganz verstanden.
Wenn die Anlage auf einer der Lüfterstufen zwischen 1-3 steht, sucht sie sich ihre Stufe selbst aus, was doch dann aus Effizienz Gründen häufig die 3. Stufe sein wird, richtig?

Lässt sich irgendwo einsehen, wie effizient die Anlage bei 0° wird oder lässt sich das schwer sagen, weil da die Luftfeuchtigkeit der entscheidende Faktor ist?

Nöö, die Entwickler optimieren oft auf Komfort und nicht auf Effizienz. Insofern dreht die da oft zu niedrig. Du stellst 3 ein und die Anlage läuft oft auf Stufe 1.

Wenn die Anlage auf dem Prüfstand ist, um den SCOP zu erreichen, wird sie dann wohl in einer effizienzoptimierten Art betrieben, also Lüfterdrehzahl hoch. Das kann auch der Grund sein, warum Lüfterstufe 4 dann wirklich immer Stufe 4 ist.

Ahh ok. Es gibt also noch einiges zu bedenken.
Nun habe ich grade erfahren das die scm41 mit drei IG läuft.
Die scm40 läuft mit zwei Räumen.
Wir haben im 1. Stock ein Schlafzimmer (15qm) ein Kinderzimmer (12qm) ein Kinderzimmer (8qm).
Darüber befindet sich der wohndachboden (20qm)
Würde es da mehr Sinn machen wenn wir uns zwei scm40 verbauen die mit zwei IG läuft?

Multisplits sind ja immer ein Kompromiss mit einigen Nachteilen. Wenn du 4 IGs bedienen willst, kämen ja nur in Frage:

  • eine 4er Split
  • eine 3er Split + eine Single-Split
  • zwei 2er Splits

Wenn du einen Raum sehr viel mehr heizt, als den Rest, könnte eine Single Split für den Sinn machen. Ansonsten einfach zwei 2er Split.

2er und 3er Splits laufen noch ganz ok, von 4er Splits würde ich Abstand nehmen.

Ich habe mich jetzt etwas intensiver mit der Heizlastberechnung befasst und benötige nun nochmal Hilfe.

Ich habe:

  • Material und dicke der Außenwände.

  • Dicke der Innenwände

  • Dicke der Kellerdecke (oberste Geschossdecke egal, da der Dachboden beheizt ist.)

  • Maße der Außenwände, Fenster, Türen, Zimmer

  • U Wert, Ausrichtung und Neigung des Daches

  • Baujahr und Beschaffenheit der Fenster und Türen (Doppelverglasung)

  • Baujahr, Wärmebedarf des Hauses

  • Nat

Was ich nicht habe sind Infos über verwendete Dämmmaterialien oder weitere Baumaterialien des Hauses. Ohne diese Infos kann ich Ubakus nicht ordentlich bedienen.

Ich habe nun zwei KIs mit diesen Infos gefüttert und zusätzlich Energieausweis und Grundrisse hochgeladen.

Das kam dabei raus.

Wohnzimmer

Raumgröße: 27,95qm

Heizlast: 2.700W

Flur (EG)

Raumgröße:6,04 qm

Heizlast: 540W

Küche

Raumgröße: 6,43qm

Heizlast: 670W

Windfang

Raumgröße: 2,23qm

Heizlast: 410W

Bad (EG)

Raumgröße: 1,61qm

Heizlast: 310W

Schlafzimmer

Raumgröße: 10,33qm

Heizlast: 760W

Badezimmer (OG)

Raumgröße: 5,04qm

Heizlast: 460W

Kinderzimmer 1

Raumgröße:10,15qm

Heizlast: 820W

Kinderzimmer 2

Raumgröße: 6,21qm

Heizlast: 220W

Wohndachboden

Raumgröße: 16,32qm

Heizlast: 1.750W

Also insgesamt 8.640W

Die deutlich geringere Heizlast des Kinderzimmer 2 zu Kinderzimmer 1 ergibt sich aus der Bauweise. Kinderzimmer 1 hat viel größere Außenflächen und ein größeres Fenster, während Kinderzimmer 2 nur eine Außenfläche und ein Kleineres Dachfenster besitzt.

Die beiden Kinderzimmer benötigen im Sommer kühlung damit die Kinder schlafen können. Das wollen wir nutzen indem wir klimasplit Geräte einbauen und in den kälteren Jahreszeiten auch zum heizen nutzen.

So können wir erstmal testen ob die Heiz Funktion der Klimas uns zusagt und ob wir uns das auch fürs ganze Haus vorstellen können.

Die Heizlast Berechnung ist sicher nicht 100% exakt. Aber da mir einige Infos fehlen wirds auch nicht exakter.

Die Frage ist, muss es überhaupt exakter werden oder lässt sich auch anhand dieser Werte eine Klimaanlage empfehlen? Gibt es überhaupt eine Klimaanlage die so weit runter modulieren kann?

Irgendwo ist immer die Grenze erreicht, wo es nicht mehr kleiner geht. Das kann bei 6m2 durchaus der Fall sein. Wenn es hier primär um Kühlung geht, damit die Kinder schlafen können, würde ich hier einfach 2x Perfera 2 kW mit 2MXM40 reinknallen. Da wäre mir das Wohl der Kinder wichtiger als dass die vielleicht 2-3 pro

Stunde Taktet (was auch nicht schlimm ist).

Bei Multisplit gibt es auch eine 1,5 kW Perfera aber ich weiß auf Anhieb gerade nicht, ob die nach „unten“ besser geeignet ist oder ob das nur nach oben beschränkt

Wenn ich es richtig verstehe, willst du erstmal nur die beiden Kinderzimmer mit Split-Klima versorgen, mit Heizlast von 820W und 220W. Die 220W bezweifle ich etwas. Ich würde diese Abschätzungen mal mit Heizlüfter testen. Also bei einer schon recht niedrigen Außentemperatur mal testen, was die Zimmer brauchen. Bei dem Zimmer mit 220W würde es bei 0 Grad ja schon mit 150 W warm genug sein. Da könntest du die Heizung komplett aus lassen, wenn sich 2 Personen im Raum befinden. Kann ich mir nicht vorstellen.

Falls es doch so wenig Heizlast dort wäre, kannst du dir schon überlegen, direktelektrisch zu heizen. Das wären ja nur etwa 500 kWh im Jahr, also nur 150 Euro. Da muss man sich um Split-Klima keine Gedanken machen, einfach ein IR-Panel mit 250 W rein und fertig.

Das andere Zimmer dann mit einer Single-Split ausstatten, die kleinste, die du bekommst, also 2kW.

Zuerst nochmal vielen Dank für euren Input.

Ich bin froh das wir bis jetzt noch nicht aktiv geworden sind.

Die Ölheizung ist tatsächlich noch in einem guten Zustand, die letzten Besuche des Schornsteinfegers haben das gezeigt. Sie produziert sehr wenig Ruß und hat eine Effizienz von 96%

Auserdem hatten wir die Heizung noch gar nicht eingestellt. Aktuell kalibrieren wir die Heizkurve und erreichen dadurch evtl. bereits weitere Einsparungen.

Außerdem haben wir uns überlegt die Belegung der Zimmer zu ändern. Bevor unser Sohn in die Schule kommt und einen Schreibtisch braucht, bekommt er unser Schlafzimmer und wir ziehen in den Wohndachboden.

Dann haben die Kinder eine Ebene für sich und unser Sohn hat genug Platz. Sein altes Zimmer wird dann Büro und Gästezimmer.

Letzten Sommer konnten wir sein Zimmer mit dem Eisflaschen Trick und einem Ventilator bereits so gut kühlen, dass man darin schlafen konnte.

Zusätzlich werden wir uns ein BKW zulegen und die Panels auf die Dach Höhe von seinem jetzigen Zimmer anbringen lassen.

Studien haben ergeben, dass dadurch die Dachhaut weniger aufgeheizt wird und der dahinter liegende Raum weniger aufgeheizt wird.

So werden wir die Zeit bis zum Zimmer Umzug überbrücken. Danach ist es sowieso verschmerzbar wenn der Raum mal wärmer wird. In den Raum kommt also keine Klimaanlage.

Wir werden dann den Wohndachboden (1750W) sowie das zukünftige Zimmer unseres Sohnes (760W) und das Zimmer unserer Tochter (820W) mit Split Klimaanlagen versehen.

Zimmer von Tochter und in spe vom Sohn werden dann ein gemeinsames Außengerät erhalten. Bei Zimmern deren Heizlast so ähnlich ist, sollte das machbar sein denke ich.

Der Wohndachboden bekommt eine eigene Single Split Anlage.

So können wir dann erstmal testen ob uns das heizen mit den Splitklimas auch zusagt oder ob wir uns längerfristig nach anderen Alternativen zum heizen umschauen.

@win du hattest geschrieben für das Zimmer meiner Tochter bräuchten wir dann die kleinstmögliche Klimaanlage. Für die beiden Kinderzimmer hatte da an die scm40 mit zwei srk20 Innengeräten gedacht. Die können gut runter modulieren wenn ich es richtig verstanden habe.

Hat jemand eine Empfehlung für den Wohndachboden?

Grundsätzlich geht das, ist ja auch die kleinste Multisplit-Variante. Welcher Hersteller, muss man gut abwägen.