Sehe ich so:
Wenn ein Rauchmelder anschlägt, dann ist die Kacke sowieso bereits am Dampfen. Die Elektrik im betroffenen Raum wird das Problem dann auch nicht mehr bedeutsam schlimmer machen.
(vorausgesetzt, es ist nicht gerade das Raclette, welches die Tischdecke ankokelt).
Etwas technischer:
Der FI schaltet z.B. dann, wenn Neutralleiter und Erde (PE) eine Verbindung bekommen. Das KANN passieren, wenn die Isolierung von einem Kabel abgebrannt ist (und ein anderer Verbraucher noch Strom zieht) ... muss aber nicht. Dabei gibt es in der Regel keinen sichtbaren Funken.
Der LS schaltet z.B. dann, wenn die Phase eine Verbindung mit dem Neutralleiter oder der Erde bekommt. Das kann kurz mal einen ordentlichen Blitz geben.
Jetzt muss man andererseits betrachten:
Wenn ein Kabel abbrennt und dadurch einen Kurzschluss auslöst, dann brennt es an genau der Stelle sowieso bereits. Der sehr kurze Funke vom Kurzschluss wird die Situation an der Stelle also kaum schlimmer machen. Theoretisch wäre es noch möglich, dass der Blitz bei einer fehlerhaften Elektroinstallation irgendwo in einer Verteilerdose auftritt. Die sind aber üblicherweise so konstruiert, dass sie das wegstecken, solange es nicht länger andauert (was der LS verhindert).
Auf andere Geräte hat das Feuer im Raum auch erst mal keinen Einfluss. Also der Fernseher geht nicht plötzlich in Flammen auf, weil die Weihnachtsbaumbeleuchtung am abfackeln ist.
Hier hätte die Abschaltung also keinen wirklichen Vorteil.
Auf der anderen Seite:
wenn die Hütte verraucht ist, könnten Lichter eventuell noch als Orientierungshilfe dienen. Außerdem hätte eine Stromabschaltung auch zur Folge, dass Router / Telefon ggf. nicht mehr zum Rufen der Feuerwehr genutzt werden könnten.
Beides also realistische Nachteile.
Und:
Fehlalarme sind bei Rauchmeldern ja durchaus auch ab und an gegeben. Da wäre es ärgerlich, wenn man z.B. gerade am PC am arbeiten ist und im nächsten Moment der Strom weg ist, weil wieder einmal ein Rauchmelder amok läuft.
Was in jedem Fall Sinn machen würde:
Sämtliche Lüftungen (Dunstabzugshaube), Ventilatoren und Klimageräte stoppen. Jede Luftbewegung hat das Potential, Feuer anzufachen. Aber auch hier würde ich wohl eine Verzögerung vorsehen, falls der Rauchmelder nach recht kurzer Zeit wieder friedlich ist, weil es ein Fehlalarm war.
Ebenso ggf. alle Heizgeräte (Herd, Raclette, Radiatoren, Heizlüfter) abschalten. Hier wäre es ja durchaus möglich, dass diese Ursprung des Rauchs sind.
Darüber hinaus sehe ich in so einer entsprechend notwendigen Installation im Verteilerkasten keinen wirklichen Vorteil. Wenn ich das in Betrachtung ziehen würde, würde ich kurzerhand über Zwischenstecker (also schaltbare Steckdosen) Geräte bewusst wählen, welche bei einem Rauchalarm abschalten sollten. Das ist selektiver, flexibler und damit sinnvoller. Außerdem auch sehr einfach umzusetzen.
Und mal eine Geschichte aus dem Leben:
Vor gut 30 Jahren haben mir ein LS und eine Dreifachsteckdose tatsächlich mal den Arsch gerettet. Wir kamen aus dem Urlaub, meine Frau wollte unserem Sohn noch was zu essen warm machen. Ihr waren allerdings dabei zwei Fehler unterlaufen: sie hatte eine Kühltasche auf dem Herd abgelegt UND die falsche Platte angeschaltet.
Wir saßen im Wohnzimmer, als plötzlich der Strom aus ging.
Ursache war die brennende Kühltasche, welche das Kabel der Dreifachsteckdose abbrennen hat lassen. Die Dreifachsteckdose war glücklicherweise in einer Steckdose etwa 50cm über dem Herd eingesteckt.
Jedenfalls haben wir durch den Stromausfall den Brand noch rechtzeitig bemerkt. 10 Minuten später hätte die Küche vermutlich im Vollbrand gestanden.
Ein Vorteil war hier tatsächlich auch der Fakt, dass für die gesamte Wohnung nur wenige LS verbaut waren. Wäre jeder Raum einzeln abgesichert gewesen, hätten wir das damals auch nicht so schnell mitbekommen. 