Gut genug geplant? 16S mit Cornex PF173-314A, JK BMS PB2A16S20P und Multiplus II 5000

Hui, 28kg Eigengewicht, das klingt sehr solide. Und aktuell sogar nur 254€ aus Polen :exploding_head:
Da wird’s schon schwer einen Eigenbau zu rechtfertigen. Gestern Abend war ich schon ernsthaft am überlegen auf die Perfektion zu pfeifen und mir das Leben mit einer fertigen Box einfacher zu machen, ist ja nicht so dass ich sonst nix zu tun hab :sweat_smile:

Hab mir heute das folgende Video in voller Länge angesehen (Und teilweise auch das Follow-up Video). Da wird auch auf die Einbaulage und Kompression eingegangen (Zur Einbaulage ab 01h 05m, aber das restliche Video enthält auch sehr viele interessante Informationen).

Bei der Kompression geht's letztlich vor allem ums Rauspressen von Blasen aus den Schichten, die sonst den Transfer der Lithiumionen zwischen den Schichten verhindern würden, weil sie den Elektrolyt verdrängen. Wird am Anfang des Interviews sehr anschaulich erklärt.

Daher ist die waagrechte Einbaulage bei dieser Box tatsächlich ein Handicap, weil die waagrechten Metallschichten das Entweichen von Gasblasen von vornherein verhindern.

So recht überzeugt bin ich von den DIY Boxen wegen der fehlenden Kompression deshalb noch immer nicht.

Wenn ich mir anhand meines PV-Jahresertrags simulieren lasse, wie viele Zyklen ich überhaupt schaffe und wie sich verschiedene Aufbau- und Ladestrategien auf die Batterie auswirken, behauptet Gemini Pro dass die Unterschiede in der Lebensdauer erheblich sind. Ich hab mir dafür vier Szenarien mit den Faktoren batterieschonendes Laden (Opt SoC), volles Be-/Entladen (Full Cap), optimale Kompression (Opt Comp) und DIY Box ohne nennenswerte Kompression (Gokwh Box) simulieren lassen:


Schwer nachzuvollziehen wie akkurat das gerechnet wurde, zumindest wurden hier der Eigenverbrauch, Einspeisung und PV-Produktion einbezogen und nachvollziehbar in den Kommentaren zur Kalkulation verwendet. Grob überschlagen ergeben zumindest die Leistungszahlen im Verhältnis zueinander halbwegs Sinn, wenn auch die Absolutwerte zu hochgegriffen sind (170dx16kWhx20a=54,000 - aber da fehlen die 15-20% Verluste und bei optimalem SoC hab ich keine 16kWh, sondern eher 12kWh verfügbare Kapazität).

Die 260 FEC (Full Equivalent Cycles) sind unrealistisch, dazu müsste ich unwirtschaftlich PV-Energie in die Batterie pumpen (Ladungsverluste) statt sie direkt lukrativer einzuspeisen.

Ich hab eine 15kW Einspeisebegrenzung, aber 30kWp am Dach (Real ~24kWp, weil volles Walmdach, also vier Himmelsrichtungen, 30.300kWh Jahresproduktion), wodurch zu den Spitzenzeiten mehrere hundert kWh/Jahr verloren gehen. Diese kann ich dann natürlich zum Laden der Batterie verwenden.

Die 170 FEC lassen sich lt. der Simulation rein über das Peak Shaving, nächtlichen Eigenverbrauch und Einspeisen der Restkapazität ins Netz erreichen. Das erscheint mir auch realistisch, November/Dezember waren wegen dem zähen Hochnebel heuer sehr schwach. Falls die Lebensdauerverlängerung sich tatsächlich so dramatisch auf die erreichte Arbeit im gesamten Lebenszyklus auswirkt, würde sich das Komprimieren auf jeden Fall rentieren.

Dass Kompression nicht umsonst ist, ist durch die Herstellerangaben nachvollziehbar, in denen die ~3000N Kompression erwähnt werden. Und es wird auch in verschiedenen[1] technischen[2] Artikeln[3], wie auch im Expertengespräch oben, darauf verwiesen, um Gas aus den Schichten zu drücken und den Kontakt der Schichten zu verbessern.

Aber wahrscheinlich auch völlig egal, wenn CATL nächstes Jahr ihre Natriumbatterie im großen Stil auf den Markt bringt und meine 16kWh problemlos durch eine 300€-Batterie mit gleicher Kapazität ersetzt werden können :grin: