Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich mit meinem Anliegen hier richtig aufgehoben bin und mir jemand helfen kann:
Seit diesem Frühjahr habe ich meine PV Anlage bestehend aus 17 Modulen, 2x Growatt WR (SPH 3600 + SPH 4000) und Blei-Akku (8x 143Ah 12V-Batterie) am laufen. Grundsätzlich funktioniert auch erstmal alles wie gewünscht: Die PV versorgt vorrangig die Verbraucher und lädt bei Überschuss die Batterien bzw. zieht die Energie bei Bedarf auch aus den Akkus. Allerdings kommt es insbesondere abends/nachts zu folgendem Phänomen: Der errechnete SOC der Batterien fällt einerseits schnell ab (obwohl keine großen Verbraucher aktiv sind) und andererseits lädt der WR die Batterien kurzzeitig mit Netzstrom nach, sodass der SOC nachts in eine Welle übergeht: Entladung bis ca. SOC 30%, dann kurzzeitiges “aufpumpen”, sodass der SOC innerhalb con wenigen Minuten auf ca. 50% klettert, anschließend wieder Energie-Entnahme aus dem Akku was wieder zu recht schnellem Abfall des SOC führt und die ganze Prozedur erneut in Gang setzt.
Die Einstellungen sind auf jeden Fall korrekt, der minimale SOC von 30% ist so von mir vorgegeben, die AC-Ladung ist (eigentlich) deaktiviert…
Ich habe eigentlich alle möglichen Einstellungen kontrolliert und auch mit denen meines Nachbarn verglichen, der ein sehr ähnliches Setup hat (Growatt SPH 3600 + 12x 100Ah 12V-Batterien) und die gleichen Einstellungen nutzt. Einziger Unterschied: Wenn der SOC auf den Minimalwert abgefallen ist, erfolgt keine Nachladung aus dem Netz…
Kennt jemand dieses Verhalten vom WR und konnte es erfolgreich in den Griff bekommen?
Ich befürchte, dass die Batterien bei diesem “hin und her” unnötig leiden und entsprechend natürlich auch schneller hinüber sind…
Hallo, ich schlage hier händisches Messen der Einzelspannungen vor.
Einmal jeden einzelnen 12V- Block direkt am Pol, dann an den Eingangsklemmen des Wechelrichters. Alle Messungen unter gleichbleibender Last durchführen, bei einem (angezeigten) geringen SOC. Wir wissen ja momentan noch nicht, ob der SOC falsch berechnet wird, (eine) deiner Batterien in die Knie geht oder ein Verkabelungsproblem vorliegt.
Danke erstmal! Die Verkabelung scheint in Ordnung, die einzelnen Batterien sind auch ok, die habe ich bereits durchgemessen.
Ich hatte die Batterien zuerst am SPH 3600 und nachdem sich die Probleme gehäuft haben, sind die Batterien an den SPH 4000 umgeklemmt worden. Für 3 - 4 Tage hat das dann auch gut funktioniert, die Batterien sind sauber durch gelaufen und der WR hat nicht nachgeladen. Warum auch immer fing es danach aber wieder an “aus dem Ruder zu laufen”. Dann begann das nachladen zuerst früh am Morgen und ist jetzt schon ab ca. Mitternacht der Fall. Daher vermute ich irgendwie ein Software-Thema bei dem WR… Ansonsten läuft ja auch alles so, wie es soll…
Der SOC kann ja bei den Batterien eh nur anhand der Spannung geschätzt sein, daher gebe ich da ohnehin nicht so viel drauf…
Die realen Leistungswerte bezüglich Laden / Entladen kann ich über Shellys sehen. Die Growatt-App ist ja einfach nur schlecht.
Hat eventuell jemand einen SPH mit Blei-Akkus problemlos im Betrieb und kann mir mal die Einstellungen geben?
Bei Blei lässt sich der SOC anhand der Ruhe!- Leerlaufspannung schon halbwegs abschätzen. Es kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, welche Bleichemie du genau verbaut hast.
Bezüglich Wechselrichter, Laderegler und deren Software kann ich dir leider überhaupt nicht helfen, weil ich selbst tatsächlich noch nie ein solches (käufliches) Gerät betrieben habe.
Blei ist nicht unbedingt gleich Blei, also wäre hier das Datenblatt der verwendeten Blöcke hilfreich. Was gerade bei Blei oft zu Fehlmessungen und Problemen führt: nicht absolut blanke (und danach gefettete Verbindungen. Ich rate auch bei Blei grundsätzlich zu einem offenen Aufbau, also bloß keine Abdeckung oben drauf, auch die “wartungsfreien” gasen. Das agressive Zeug schlägt sich dann auf Polen und Verbindern nieder.
Standard- SOC-Bestimmmethode für Blei: eine Stunde stromlos stehen lassen, dann Einzelspannungen messen. Je nach Chemie ist “voll” =12,8 oder 12,6V, die Werte unter 100% variieren genauso.