meine Frau und ich sind am Hin- und Her-Überlegen. Folgende Situation:
Wir haben eine PV-Anlage, 24 kWp, Ost/West, keine Verschattung. Süddeutschland. Sehr sonnig. Sehr viel Ertrag. Teileinspeisung.
Dazu einen Speicher mit 14 kWh. Dieser ist (jetzt in den Sommermonaten) morgens meist noch bei 80% - also nicht wirklich gefordert.
Wir wissen, dass man die Sommermonate nicht mit den Wintermonaten vergleichen kann.
Auf unserer Garage ist ein Balkonkraftwerk aus Mai 2025. Ecoflow. Mit 2x 1,9 kwh-Speicher.
In der Statistik der Ecoflow sehen wir die enormen Unterschiede zwischen Winter- und Sommermonaten.
2 Module des BKW sind nach Osten und 2 nach Süden ausgerichtet. Jedoch teilweise durch Häuser verschattet.
Für uns gibt es nun zwei Optionen:
Das erst ein Jahre altes Balkonkraftwerk, mit 2x Speicher und 4 Modulen bei eBay-Kleinanzeigen verkaufen. In der Hoffnung, dass man jetzt noch etwas Geld dafür bekommt.
Würde uns optisch etwas zusagen, da das BKW auf der Garage mit der Verkabelung in der Garage nicht ganz so toll aussieht.
wir behalten das BKW und versuchen es als Ergänzung zur großen PV-Anlage laufen zu lassen. Hierfür müsste ich mich etwas in HomeAssistant einarbeiten. Bisher nutze ich HA nur für Statistiken, nicht aber zur Steuerung.
Ich habe gelesen, dass man aufpassen muss, dass sich die beiden Systeme nicht gegenseitig in die Quere kommen bzw. gegenseitig negativ beeinflussen.
In den Sommermonaten - in denen unsere große Anlage auf Hochtouren läuft - würde das BKW nur noch etwas mehr obendrauf geben. Fraglich, ob wir das brauchen.
In den dunklen Monaten erzeugt das BKW so wenig, dass der Mehrgewinn nicht wirklich erwähnenswert ist.
Was denkt ihr? Habt ihr ein paar Pro-/Contra-Argumente für mich?
BKW lieber jetzt noch für etwas mehr Geld verkaufen?
Oder lieber auf der Garage lassen, obwohl wir eine wirklich gut laufende große PV-Anlage haben?
Unsere Tendenz ist klar Option 1), sind uns aber noch nicht ganz sicher.
Verbraucher:
2 E-Autos mit wenig km-Leistung pro Jahr.
E-Heizstab zur Unterstützung der Öl-Heizung ist in Planung; haben hierfür schon erste Angebote erhalten.
5 Klimaanlagen (mit 2 Außengeräten) werden im September installiert. Diese sollen im Sommer das Haus kühlen und im Winter die Öl-Heizung entlasten.
deiner Argumentation kann ich folgen. Inseriere das BWK und warte mal ab, welche Preise dir geboten werden. Vielleicht gibt´s auch jemand im Bekanntenkreis, der Interesse hat.
@frankdrebin Ja, das BKW ist angemeldet. Seit über einem Jahr.
Ob die Einspeisevergütung reduziert wurde, weiß ich nicht, da ich hierauf leider noch keinen Zugriff habe. Dem Netzversorger fehlen noch Unterlagen zur großen PV-Anlage (habe dem Installateur schon Druck gemacht).
P.S.
wenn Klimasplit´s auch zum Heizen eingesetzt werden, wozu noch ein Heizstab? Soll der das Brauchwasser erwärmen, damit die Ölheizung in die Sommerpause geschickt werden kann?
Einige Foristen haben auf Durchlauferhitzer umgebaut, dann muss die PV Anlage bzw. der WR aber die hohe Leistung liefern können. Der "Klassiker" ist und bleibt die Brauchwasserwärmepumpe,
Mit Klimas und Auto laden wird das schnell anders ausschauen. Da ist Batterie ab 60kWh gut.
Für Winter sind Panels recht steil nach SW - S - SO sinnvoll, wenns nicht grad im Nebelloch ist. Ich würde BKW gebraucht ins Netz stellen und regulär PV bis knapp unter 30kWp zubauen. Kann entweder ein kleiner extra WR machen oder mit Laderegler auf die Batterie.
losgelöst von der Frage, welche WR mit HA oder anderen Automationen gesteuert werden könnten, stell ich dir die Frage, was aus deiner Sicht sinnvoll ist.
Bedenke zunächst, dass die Existenz des BKW zur Kürzung deiner EEG Vergütung führt. Da brauchst du auf keine Abrechnung warten. Es werden die KWp der beiden Anlagen ins Verhältnis gesetzt. Bei dir sind das 2:24. Das macht rund 8 %.
Du wirst im Sommer mehr Strom produzieren als verbrauchen, d.h. die 4 Module des BKW nützen nix, schaden aber bei der Vergütung. Da die Aufstellfäche für die große Anlage viel besser ist, wird der Schaden größer ausfallen, als tatsächlich durch das BKW erzeugt wurde.
Im Winter sieht es anders aus. Du musst ohnehin aus dem Netz dazu kaufen. Durch das BKW wird es etwas weniger sein. Schau dir deine Erträge aus den Monaten Dez. und Jan. an. Wenn du je Monat 30 bis 40 KWh geerntet hast, dann spart das BKW diese Menge ein. Nehme ich 30Cent /KWh, dann sparst du rund 10 € in dieser Zeit, also 20 €. Wie es im Nov. und Feb. aussieht, kannst du ja nachschauen. Da mag das BKW noch einen kleinen Sparbetrag erwirtschaften.
Das ändert nix daran, dass die BKW Anlage keine vernünftige Amortisationszeit mehr erreichen kann. Wegen der "dicken" DachPV bist du gut versorgt, wirst wenig dazu kaufen müssen und somit fällt der Faktor der vermiedenen Stromeinkaufskosten kaum ins Gewicht.
Eventuell kann den Ecoflow Speicher als reiner AC Speicher eingesetzt werden. Dann wäre er ein" Range Extender" für deinen 14 KWh Speicher und das macht mehr Sinn. Ob das einfach geht, weiß ich nicht. Wenn nicht, verkaufe alles, wenn doch, dann setzte diese Plan um und melde dein BKW ab.
Danke für deinen Link auf die Erläuterungen. Meine Berechnung fusst auf dem vereinfachten Verfahren. Wer es im nicht einfachen Verfahren machen will, braucht einen weiteren (gebührenpflichtigen) Zähler. Dessen Kosten werden das letzte Quäntchen an gerechter Abrechnung aber sehr wahrscheinlich vollständig aufzehren.
Ich finde Vereinfachungen immer gut. Der TE hat zur rechten Zeit am rechten Ort das Richtige getan. Das ist Glück! Daher meinen Glückwunsch @soeren_b zu der großen PV Anlage, gerade noch zur rechten Zeit um auf 20 Jahre die EEG Vergütung zu erhalten.
Deine Frau und du habt doch eigentlich schon den richtigen Entschluss gefasst, es fehlt nur noch eine Argumentationshilfe. Ob das nun ein Problem bei der HA Einbindung sein muss oder nicht auch Dilemma mit der Einspeisevergütung ausreicht, entscheidet Ihr.