Hi,
vielleicht kann ich mal zwei Charts von heute zum besten geben, wie es bei uns läuft und damit zur Dimensionierung etwas beitragen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht zu Eurer Situation passend, weil wir ein 100 Jahre altes, schlecht gedämmtes Haus mit alten Heizkörpern haben. Unser Wärmebedarf ist hoch!
Zum Setup:
2xDeye Sun12k Hybrid Wechselrichter, 24kWp Modulleistung
Die Wechselrichter sind so konfiguriert, das sie zuerst den Akku laden, und wenn der auf 100% ist, den SmartLoad Ausgang freigeben. Dort hängen derzeit ein 8kw Heizstab in dem 1000l WW Speicher und ein 4kw Heizstab in einem 150l WW Speicher dran.
Ausserdem haben wir eine Gasheizung, die direkt am 1000l WW Speicher hängt.
Der erste Chart zeigt den Temperaturverlauf im 1000l WW Speicher:
Dort kann man sehen, das sich gegen 6 Uhr die Heizung einschalten muss, weil die Temperatur im WW Speicher so weit gesunken ist, das sie nachheizen muss. (Vorlauftemperatur auf 45 Grad, heute 7x einschalten, 25kWh Gas verbrannt)
Der zweite Chart zeigt den Ladezustand des Akku:
Dort kann man sehen, das der Akku über Nacht von ca. 80% auf 40% runter geht. Um 11:15 ist er dann wieder voll. Das ist der Zeitpunkt, zu dem die Heizstäbe an den SmartLoad Ausgängen der Wechselrichter freigegeben werden. Da die P V Leistung zu dem Zeitpunkt ausreichte, wurde der Akku nicht belastet. Erst um ca. 12 Uhr sank die Einstrahlung der Sonne und der Akku wurde zum Teil wieder entladen. Die Entladegrenze für die Akkus ist im Wechselrichter bei aktiven SamrtLoad Ausgängen auf 70% eingestellt. Bei 70% SOC des Akkus würden sich die SmartLoad Ausgänge der Wechselrichter wieder abschalten. Heute war es aber so, das sich am Nachmittag die Wolken verzogen haben und PV Leistung ca. 20kW war. Damit konnte sowohl der Akku wieder geladen werden, als auch die Heizstäbe direkt mit PV Strom betrieben werden.
Kurz vor 16 Uhr ist die Abschaltschwelle der Heizstäbe von 75 Grad erreicht, der Akku wird weiter auf 100% geladen und bleibt dann dort, während die Temperatur im WW Speicher wieder sinkt, weil sich das ein oder andere Heizungsventil kurz mal öffnet.
Die Anlage fängt dann an, den überschüssigen Strom in's Netz einzuspeisen.
Meine Erfahung zeigt:
Im April und Mai erreiche ich mit dem Konzept schone eine deutliche Senkung des Gasverbrauchs. April ca 1074kWh, Mai bisher ca 110 kWh
-
Heizstäbe helfen auf jeden Fall, den Gasverbrauch zu senken. Sie sollten allerdings nicht zu klein dimensioniert sein.
-
Ein größerer Akku hilft, Überschussstrom während des Tages dazu zu verwenden, die Heizstäbe zu unterstützen, da es Sonnenpausen gibt.
-
In der Nacht ist im Akku nicht genug Energie gespeichert, um Heizstäbe zu betreiben, wenn der Wärmebedarf das Hauses in den frühen Morgenstunden eher groß ist.
Was ich anders machen will: eine Brauchwasserwärmepumpe zusätzlich zu den Heizstäben zu installieren, um
- die Abwärme der Wechselrichter zu nutzen (blase ich derzeit per Lüfter nach draussen)
- die Erzeugung von Warmwasser über eine längere Zeit zu verteilen
- den Energiebedarf zur Erzeugung von Warmwasser mit dem COP der Wärmepumpe zu hebeln
Meine kurzfristige Lösung ist, die BWWP mit WW Speicher noch parallel zu Puffer und Gasheizung zu schalten. (Zugänge im Leitungsnetz der Heizung habe ich) Meine Idee ist, den Speicher der BWWP tagsüber mit Solarstrom aufzuladen und dann abends/nachts in den 1000l WW Speicher zu entladen, sobald dort die Temperatur weit genug gesunken ist. Das Problem ist die zeitliche Verschiebung von Wärmebedarf und Verfügbarkeit von Energie im Tagesverlauf.
Ggfls. kann ich die Heiztäbe dann komplett weglassen. Das geht ja aber sehr einfach durch abschalten 