bei 2 meiner letzte Woche gelieferten PV Module (JA Solar JAM54D40-MB 425W Black Frame bifazial) sind leider Glasschäden vorhanden. Ich bekomme diese ersetzt. Die defekten Module brauche ich nicht zurück senden, somit könnte ich diese eigentlich noch verwenden.
Nun habe ich im Netz einen Artikel gefunden, in dem beschrieben wird, wie man mit UV-beständigem Bootslack die Risse im Glas versiegeln kann. Das klingt für mich erstmal nach einer tollen Idee, jedoch möchte ich nicht blind der Anleitung folgen und euch daher fragen, wie ihr eine solche Reparaturmaßnahme seht.
Die beiden Module sollen später als Sichtschutz senkrecht an einem eigenen WR laufen, also unabhängig von der bestehenden Anlage. Die Zellen sind (augenscheinlich) unversehrt, scheinbar wurde das Glas durch Anschlagen am Rahmen gebrochen. Da ich die Module senkrecht positionieren möchte, rechne ich nicht mit Staunässe und denke eigentlich, dass eine saubere Abdichtung mit Lack möglich wäre. Was denkt ihr?
Irgendein Lack oder dünnflüssigen Sekundenkleber kann man probieren, aber vermutlich reißt der genau an dieser Stelle wieder. Ich würde versuchen, eine hauchdünne Naht Silikon drüber zu ziehen. Es gibt fließfähiges transparentes Silikon, z.B. Wacker E43. Das dann hauchfein mit z.B. 1-2 mm breite über den Riss auftragen.
Von Autoscheiben kennt man es ja: Die Risse sind so haarfein, dass man normal nichts in den Riss bekommt. Die Profis machen das mit sehr hohen Drücken, um einen sehr dünnflüssigen Klebstoff in die Risse zu bekommen.
Deshalb wirst du da recht wahrscheinlich in den Riss nichts bekommen, kannst also nur auf der Oberfläche eine Abdichtung aufbringen.
Ein sehr dünnflüssiges Mittel wäre Wasserglas - kennen sicher die meisten nicht. Hat man früher genommen um Eier zu konservieren oder als Brandschutz z.B. auf Holz.
Würde Kali-Wasserglas nehmen (gibt auch noch Natron- und Lithium-WG). Gibts z.B. im Farbenhandel. Es ist tatsächlich wasserflüssig, kommt vermutlich recht gut in feine Ritzen, wird aber hart wie Glas - d.h. auch brüchig. Eine dauerhafte Abdichtung bei großen Temperaturschwankungen wird damit vermutlich nicht möglich sein. Würde dann zusätzlich eine dünne Schicht klares Silikon darüber aufbringen, wie oben schon vorgeschlagen.
Alternativ zum WG auch stark verdünnten Bootslack, PU-Lack - der dürfte sogar etwas flexibel sein.
Ausprobieren schadet ja nicht. Würde die Module aber nur an brandsicheren Stellen einsetzen, falls sich Hotspots etc. bilden.
Danke für die Rückmeldungen. Das mit dem Wasserglas schaue ich mir mal noch mit an. Die Module werden frei stehen in O/W Ausrichtung und wie gesagt senkrecht angebracht als Sichtschutz für die Terrasse. Eine sehr starke Sonneneinstrahlung ist aufgrund von Verschattung morgens / abends nicht zu erwarten. Hotspots sollten damit nicht zu kritisch sein...
Ich würde da gar nichts machen, wenn es keine Ausbrüche gibt.
Ein Bekannter von mir hat einen erheblich größeren Glasbruch-Schaden, und das Modul läuft seit zwei Jahren problemlos weiter, und das in horizontaler Lage (Flachdach, vielleicht 10° Neigung. Bei vertikaler Aufstellung dürfte da kaum was passieren.
Denke, die Teile sind so komplett laminiert, dass das auch bei gebrochenem Deckglas dicht bleibt.
Hab vor 2 Jahren 10 Hagelschaden-Module geschenkt bekommen. Da sind dann die scheiben komplett in splittern. Das geht mit stark verdünntem Bootslack, reinlaufen lassen in heißes Modul (Sommer, Sonne). Man kann die splitterpanels so "wobbeln" damit der Lack reinläuft. Laufen gut. 3 weitergegeben, 1 Reserve, 6 aufgebaut. Zur Sicherheit gegen Oxidation hab ich aber PEN+ und L- als DC-Netz, also überall negative Spannung, wie im Telefonnetz auch (aus den gleichen Gründen). Für Strings wegen Spannung und der Gefahr schlechterer Isolation nicht nehmenn, nur Kleinspannung.
hab auch schon Glas-Glas CIGS Stringmodule gerettet, mit dünnflüssigem Silikon, bei heißem Panel an einem Punkt des Risses auftropfen. Der Kapillareffekt zieht das Zeugs rein. Muss man aber immer wieder "nachfüllen" weil das nicht ganz aushärtet.
Bei dem heutigen Preis von Solarmodulen sind die Aufwände die Risse abzudichten absurd.
Um das zuverlässig dauerdicht hinzu bekommen werden die Knochen teurer wie das Filet-Steak.
selbst wenn es ein Jahr hält stehst du ein Jahr später doch wieder auf dem Dach und tauschst die wurmstichigen Module aus.
das schlechteste Modul in einem String bestimmt die Leistung des gesamten String!
@arc Das sehe ich nicht so. Mein Ziel ist ja, (laufende Strom-) Kosten zu minimieren. Und wenn ich hier die Möglichkeit habe, 850W für lau in mein System zu integrieren, dann stünde eine Entsorgung der Module für mich absolut im Widerspruch. Ich habe ja alles da, was ich brauch, WR, Kabel - nur die Zaunpfosten fehlen. Warum sollte ich da nicht 15EUR für Reparaturmaterial ausgeben, wenn die Alternative der Neukauf von 2 Modulen (+Versand) locker 200 EUR kosten würde? Eben weil die Module beschädigt sind, kommen sie nicht aufs Dach und klemmen an einem extra WR.