ich habe eben eine Idee gehabt: Könnte es Probleme geben, wenn zwei Nachbarn beide eine Inselanlage haben, die keine Verbindung zum Stromnetz haben, aber beide eine ziemlich gute Erdung haben, so dass beide Anlagen quasi über PE miteinander verbunden sind? Also wo man fast sagen könnte, sie hätten eine gemeinsam Erde?
Könnte es Probleme mit Ausgleichsströmen geben?
Ich habe das Thema vorher mit einer KI (ChatGPT) durchdiskutiert.
Sie sieht darin ein mögliches Problem: Wenn zwei getrennte Inselanlagen über PE miteinander verbunden sind – selbst nur über einen sehr guten Erder oder eine direkte PE-Leitung –, könnten sogenannte Querströme fließen.
Die Idee dahinter: Auch wenn die AC-Seiten galvanisch getrennt sind, haben die Geräte intern kapazitive Kopplungen und Referenzpotenziale, die sich gegen PE beziehen. Wenn diese PE-Potenziale unterschiedlich sind oder durch Rückkopplung „arbeiten“, könnte es zu unerwünschten Ausgleichsströmen über den PE kommen.
Ich bin mir selbst noch unsicher, ob das real wirklich problematisch ist – deshalb dieses Gedankenexperiment hier.
Wenn PE der einzige Leiter ist, über den sie verbunden sind, sehe ich keine Probleme. Kapazitive Kopplungen sind da doch unerheblich. Du hast keinen direkten Leiter, der ebenalls gekoppelt ist.
Genau so ist es doch auch, wenn du vom Versorger normal versorgt wirst fast überall.
Genau so würde ich das auch sehen lieber WIN, aber ChatGPT hat drauf bestanden, dass das ein Problem wäre. Deshalb habe ich hier mal nachgefragt. Etwas später habe ich auch bei Gemini mal nachgefragt und das sieht auch kein Problem mit Querströmen IN DIESEM FALL.
Ich habe sowohl meine Mutter als auch meine Frau gefragt. Da beide nicht wissen, was PE ist, sehen sie auch kein Problem. Schätzungsweise haben alle vier, also die Mutter, die Frau und die beiden KI alle denselben Wissensstand zu diesem Thema, nämlich Null. Die KIs verpacken ihre Unwissenheit nur in schlauere Worte.
ChatGPT unf andere KIs geben Auskünfte die nach Wahrscheinlichkeitsverfahren aus Datensammlungen zusammengerechnet werden.
Mit anderen Worten die haben Wahrscheinlichkeit das diese "RICHTIG" liegen aber auch ein Wahrscheinlichkeit das sie "FALSCH" liegen.
Das mag Unterhaltungswert haben aber ich würde mich da nicht drauf verlassen.
Ein paar einfache Überlegungen:
Der Strom fliest zwischen L und N.
An einer Stelle ist N auf PE gelegt um zu vermeiden das N eine beliebige Spannung gegenüber Erdpotential annimmt.
PE ist über den Erder auf Erdpotential.
Falls nun ein Strom von L oder N nach PE abgeleitet wird (Fehlerfall) kommt der FI.
Auch die Wechselrichter haben (in der Regel) eigene Fehlerstromschutzschaltungen und schalten im Fehlerfall ab..
Mit anderen Worten es wird normal kein Strom über PE fliesen und wenn schaltet die Anlage ab.
So und jetzt überlege ob es noch einen Fall gibt wie jemand einen Strom über einen anderen Erder zu dir schaffen kann ohne das ein zweiter Leiter zu dir verlegt ist.
Ja, es kann Probleme mit "Ausgleichsströmen" geben.
Machen wir mal ein extremeres Beispiel: Die beiden Nachbarn haben ihre Häuser im Abstand von 100km entfernt. Zudem ist der eine noch auf einem Berg mit trockenem Boden und der andere in einem Tal mit feuchtem Boden. Man kann, und sollte, also davon ausgehen das die Erde der beiden Nachbarn eben nicht immer gleiches Potential, sondern eher ein unterschiedliches Potential besitzen. Da beide Nachbarn jeder für sich genommen ihre HES (Haupterdungsschiene) lokal geerdet haben würde nun ein Ausgleichsstrom über die gemeines PE Leitung zwischen diesen beiden lokalen Erdungspunkten fließen.
Nun schlägt in der Nähe des Hauses des Nachbarn auf dem Berg ein Blitz ein. Da dieser eine hochohmigere, da trockenere Erdung besitzt, fließt der Strom des Blitzes über die lokale PE Verbindung zur niederohmigen Erdung des Nachbarn im Tal. Nicht nur beim Nachbarn auf dem Berg entstehen nun Blitzschäden sondern auch beim Nachbarn im Tal, obwohl dieser 100km entfernt vom Blitzeinschlag wohnt. Je größer ein aufgespanntes Erdungsnetz ist desto anfälliger wird es für solche Szenarien.
Ich würde also nicht meine lokale Erdung mit der eines Nachbarn teilen, da man nur mit gezielten und aufwändigen Messungen Gewissheit haben wird.
Da braucht man gar nicht groß zu messen. Natürlich haben die beiden PE unterschiedliche Potentiale. Jedes Haus mit eigenem Erder hat sein eigenes Potential.
Die Ausgangsfrage des TO ist aber immer noch völlig unklar.
Was ist jetzt das Problem, um das es hinter der seltsamen Frage geht?
Was hat das mit Inselanlagen zu tun, was hat der Nachbar damit zu tun, um was geht es überhaupt?
Ich kann nicht folgen, verschiedenes Potential bedeutet da muss eine Stromquelle und ein Stromkreis vorhanden sein - wo ist der zweite Leiter ?
Sicherlich hat der Boden verschiedene Leitfähigkeiten auch hat es bei einem Blitzeinschlag eine sogenannte Schrittspannung weil ein erheblicher Strom fliest und da die Leitfähigkeit des Bodens endlich ist fällt eine Spannung ab aber die reicht bestenfalls einige 100m.
Der Stromkreis besteht aus PE Leitung zwischen den Häusern und der Erde zwischen diesen Häusern wobei der PE Leiter deutlich leitfähiger ist, also einen geringeren Widerstand besitzt als die Erde als Leiter.
Hinzu kommt, wie @OliverSo korrekt bemerkt, die Kapazität des Gesamtsystem. Durch kapazitive Kopplung wird "externe" Energie, wie zB. zwischen der Wolkendecke hin zur Erde bestehend, eingekoppelt. Insofern stellt auch unsere Atmosphäre und die Erde ein Stromkreis dar und die PE Leitung verhält sich dann wie ein Kurzschluß-Kabel.
Und bei der Blitzentladung wird durch die hohen Endladungsströme des Blitzes auch noch induktive Energie eingekoppelt. Deshalb das von mir oben gewählte, leicht überzogene Beispiel, da dort die "Leiterschleife" auch sehr anfällig für solche Einkopplungen ist.
Es gibt gar keine direkte Verbindung. Es gibt nur auf beiden Seiten eine „ziemlich gute Erdung“. Damit gibt es keine Strom, keinen Stromkreis, und auch kein Problem.
Die einzige Verwirrung hier kommt durch das Gefasel, das die halluzinierende KI dem TO auf dessen vermutlich ungenau gestellte Frage ausgeworfen hat.
Wie soll das gehen? Das ist eine Leitung, ums salop zu sagen, er fehlt die Rückleitung.
Im Netz ist jeder trafo geerdet, jedes Haus. Jeder Stromerzeuger. PV ist letztlich auch ein Stromerzeuger, alle sind miteinander verbunden. Nur bei den angesprochenen fehlt die Rückleitunfg.
Hallo, das geht leider nicht mit 2 TN-C Netzen. Da fließen oft ungewollte Ausgleichsströme hin und her. Isolierte IT-Netze ohne PE und somit ohne Personenschutz (ohne FI) kann man aber zum Laufen bringen.
Bei Inseln ist auch oft der Erdungswiderstand vom Boden im Kalkgestein witterungsabhängig, was dazu führen kann dass alles zu hochohmig wird.