Gas Brennwerttherme nach Sanierung und Heizlastberechnung viel zu groß

Moin,
ich hätte gerne mal eure Einschätzung zu unserem Haus.

Wir haben ein Einfamilienhaus von 1928 in 2024 und 2025 energetisch saniert.

Unser Energieberater hat in der raumweisen Heizlastberechnung eine Heizlast von 7 Kw, ohne Lüftungsverluste zu berücksichtigen, ausgerechnet. In der Berechnung habe ich allerdings viele Fehler gefunden.
Nachdem ich mich mehr mit dem Thema beschäftigt, selber vermessen und gerechnet habe komme ich auf eine Heizlast von 6 kw inkl. Lüftungsverluste.
Grundsätzlich wollte ich, bevor eine LWWP eingebaut wird, etwas Erfahrung in der Praxis sammeln. Wer weiß ob sich unser Haus an die Berechnungen hält :wink:
Jetzt habe ich festgestellt das unsere Brennwerttherme eine Mindestleistung von 5,8 kw hat.
Die Therme benötigt einen neuen Hauptwärmetauscher und ein neues MAG. Die Teile stehen, neben einer neuen Hocheffizienzpumpe (mit Zulassung für das Modell) und einem Sicherheitsventil bereit. Einen Monteur mit Zulassung hätte ich im Bekanntenkreis.
Mit der Therme machen wir aktuell auch unser Warmwasser.

Unser "langfristiges" Ziel ist es vom Gas komplett wegzukommen.
Allerdings müssen wir uns erstmal finanziell etwas erholen bevor es weitergehen kann.

Die Heizkörper die wir neu verbaut haben sind alle mehr als großzügig ausgelegt.
Laut Berechnungen müssten wir zukünftig (bei NAT -12) mit 36 Grad Vorlauftemperatur auskommen.
Diesen Winter heizen wir testhalber komplett ohne Gas und sind mit unserem Kamin, in Verbindung mit unser Split-Klimaanlage (Panasonic VZ12), bisher gut ausgekommen.

Das Geld und die Zeit ist aktuell nicht da um jetzt schon eine LWWP, inkl. Warmwasserversorgung, in Diy einzubauen.

Jetzt wurde mir eine 7 Jahre alte Brewnnwertherme, welche angeblich nur 2 Jahre gelaufen ist, für 350 Euro angeboten. Diese hat eine Mindestleistung von 3,1 kw, kann aber kein Warmwasser, im Durchlauf, machen.
Jetzt muss ich ja eh an unserer Therme von 2008 was machen. Wenn ich die vorhanden Teile abgebe müsste ich die 350 Euro ungefähr wieder drin haben. Die Montage würde, weil es auch Vaillant ist, nicht so aufwändig werden.
Unseren Schornsteinfeger habe ich noch nicht befragt, der ist aber eigentlich ganz entspannt und macht alles möglich was gesetzlich irgendwie gedeckelt werden kann.
Für das warme Wasser müsste ich Geld für eine BWWP zusammenkratzen.

Die BWWP könnte ich mit unserem Balkonkraftwerk unterstützen.

Ich hatte auch schon überlegt das ganze System vielleicht noch 5-10 Jahre als Hybrid mit Split-Klimaanlage und Kamin laufen zu lassen.
An Holz komme ich gut ran.

Entschuldigt das durcheinander . . .

Was meint Ihr dazu ?

Die Frage ist dann halt, ob man eine gebrauchte Gastherme haben will und auch was es kostet die dann - rechtlich korrekt - installieren zu lassen. Ich hatte jetzt auch eine ähnliche Situation, habe aber letztlich jetzt viele Neuteile (die ich halbwegs günstig besorgen konnte) in die alte Therme investiert weil somit eben auch rechtlich alles korrekt ist (auch bzgl. Kamin etc.)

Das Problem habe ich auch. Meine kann minimal 6,5 kW. Eventuell wäre ein Pufferspeicher mit dann durchgehend laufender Umwälzpumpe eine Lösung. Ist zwar grundsätzlich bzgl. Effiezienz ein Nachteil - aber ggfs. besser als ständig taktende Gasheizung.

Ich habe halt darüber nachgedacht weil unsere Theme etwa 10 Jahre älter ist als die angebotene gebrauchte.
Die Anschlüsse sollten sich, weil beides Vaillant ist, schnell ändern lassen. Einen Freund aus der Grundschulzeit der die nötige Zulassung hat hätte ich ja.
Es ist halt glaskugelleserei ob unsere Therme aus 2008 nicht, trotz dann neuer Teile, irgendeinen anderen Fehler produziert. Mein Monteur war jedenfalls skeptisch die Teile in die alte Therme zu bauen.
Einen Pufferspeicher müsste ich halt auch erst kaufen und montieren lassen.

Wenn ich die 6 kw Heizlast bei NAT -12 Grad umrechne auf +3 Grad, dann benötige ich noch knapp 3200 Watt. Dann könnte die Therme ab +3 Grad durchlaufen.

Naja, meine ist aus 1998;)

Am Ende ist es immer auch ein Glücksspiel.

Ja, kann man machen oder lassen. Viel Gas wirst du nicht einsparen, auch wenn sie weniger taktet. Da würde ich mir nicht zu viel versprechen. Aber klar, die neue wäre deutlich jünger.

Macht es denn langfristig überhaupt Sinn, auf BWWP umzusteigen? Wenn du mal eine Wärmepumpe hast, könnte die das ja mitmachen.

Wenn das jetzt schon so gut klappt ohne Gas, warum nicht dabei bleiben?
Die alte Therme nur noch für Warmwasser laufen lassen oder eine BWWP jetzt oder später (wenn das Geld wieder gewachsen ist) einbauen als ersten Schritt für den totalen Abschied vom Gas.
Die LWWP kann dann später kleiner dimensioniert werden, da sie ja kein Warmwasser mehr machen muss.
Die Reparatur der bestehenden Heizung scheint mir weniger risikoreich als der Umbau auf ein neues (gebrauchtes) System.
Wenn die Therme nur noch für Warmwasser läuft, wird es im Verbrauch wenig ausmachen, ob sie 3,1 oder 5,8kW Mindestleistung hat. Die ist sowieso die meiste Zeit aus, nur die Badewanne ist im Fall der Fälle schneller voll. :wink:

Herzliche Grüße
Eclipse

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Ihr habt alle Recht, vielen Dank für eure Meinungen.

Es macht wahrscheinlich am meisten Sinn wenn ich bei dem bisherigen Plan bleibe und die Therme instandsetze.
Wirtschaftlich macht eine BWWP wahrscheinlich keinen großen Unterschied.
Wir sind zu viert und haben einen Verbrauch für Warmwasser von etwa 2800 kWh Gas.
Das macht, bei unserem aktuellen Gaspreis, knapp 240 Euro im Jahr.

Ich war nur etwas vor den Kopf gestoßen als ich die Mindestleistung unserer Therme gesehen habe.
Wenn Sie das Takten noch aushält bis das Geld für eine LWWP beisammen ist reicht mir das ja schon.

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Beim Warmwasser ist das ja ohnehin kein Nachteil. Da wird (und das schadet ja nicht) die Therme ohnehin mit Volllast oder beinahe Vollast heizen.

Ein Nachteil ist es nur, wenn man damit ohne Puffer die Zentralheizung betreibt und die dann immer takten muss - ständig.

Rechne dir dann aber am Besten vorher dennoch aus, ob es sich überhaupt lohnt.

Das sind dann - wenn man eine BWWP von zb. € 2000.- rechnet - immerhin alleine 8 (!) Jahre bis man nur den Kaufpreis der BWWP wieder raus hat. So kann man aber nat. nicht rechnen, weil die BWWP dann ja Strom verbraucht - anstatt Gas. Aber Strom kostet dann ja wieder 2-3x so viel wie Gas. Und die BWWP wir dann eine JAZ von max. 3 haben. Also würden dann die laufenden Verbrauchskosten sogar unverändert bleiben…

Wirklich rechnen wir sich so eine BWWP hauptsächlich dann, wenn man PV Strom “loswerden” will. Aber dann eben auch nur in dem Zeitraum.

Und/oder es wie bei mir ein Baustein ist, um die Gastherme loszuwerden und damit Wartung, Schorni, Grundgebühr.

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Ja klar, wenn die ohnehin weg soll - dann braucht es ja zwangsläufig Ersatz. Aber rein rechnerisch ist es gar nicht einfach, dass das kein Minusgeschäft ist.

Es ist dann natürlich eine gute Strategie, das “natürliche Ende” der Gastherme abzuwarten und diese dann ggfs. mit eine BWWP zu ersetzen.

Für mich muss sich nicht alles unbedingt immer rechnen. Hauptsache es geht in die richtige Richtung.
Ich wollte noch mindestens zwei oder drei Winter mit der Gastherme heizen um Erfahrungen zu sammeln. Da wir bisher immer mit dem Kamin, jetzt auch mit der Split-Klima, zusätzlich geheizt haben, gibt es keine Idee was wir verbrauchen.
Als ich die Heizlastberechnung jetzt nochmal selbst gemacht habe ist mir erstmal aufgefallen was an Energie über unseren Küchenboden in unseren Keller geht.
Auf den 14 qm gehen über 700 Watt verloren, trotz nur 13 Grad Unterschied.
Aber das ist ein anderes Thema . . .