Bei Cond-D wird die Anlage nach Vorgabe mit 15% ihrer Nennleistung betrieben. Bei Cond-C mit 35%.
Jetzt mal ein Beispiel, eine ATXF25E:
https://www.eurovent-certification.com/de/catalog/program/certificate/participant/model/show/202060585
Da siehst du Cond-D liegt bei 1,06 kW und Cond-C bei 0,92 kW.
Wie kann das nun sein, dass 15% 1,06 kW sind und 35% 0,92kW? Meine These ist hier: Die Anlage kommt gar nicht weiter runter, weshalb man bei CondD sehr stark davon ausgehen kann, das die 1,06 kW die niedrigste Leistung ist, die die Anlage dort kann.
Wenn das so ist, dann kann man über CondD auch die minimale Aufnahmeleistung berechnen: 1,06 / COP 6,8 = 156 W.
Rechnet man für Cond-C aus, sind es 0,92 kW / 5,56 = 165 W. Also ganz ähnlich, da gehe ich auch davon aus, dass die Anlage hier auch am untersten Level ist.
Das scheint bei vielen Anlagen so zu sein, dass die bis Cond-D mit 15 % ihrer Nennleistung gar nicht mehr runter moduliert kommen und man über Cond-D dann immer die unter Modulationsstufe bestimmen kann.
Hier eine Perfera Cold Region 4kW RXTM40R:
https://www.eurovent-certification.com/de/catalog/program/certificate/participant/model/show/201724451
Cond-D: 1,74kW / 7,78 = 224 W
Cond-C: 1,47 / 6,57 = 224 W
Und hier eine Mitsubishi 3,5 kW Hyperheating MSZ-LN35VG2:
https://www.eurovent-certification.com/de/catalog/program/certificate/participant/model/show/199572687
Cond-D: 1,2 kW / 8 = 150 W
Cond-C: 1,3 kW / 6,6 = 196 W
Hier sieht man: Weil diese Anlage sehr weit runter modulieren kann, liegt sie bei Cond-C schon über ihrer niedrigsten Modulation. Aber Cond-D muss definitiv ihre niedrigste Modulationsstufe sein, denn die Leistung ist ja bei 15% kaum niedriger als bei 35%.
Fazit: Egal welche Anlage, wenn man bei Heating Cond-D die Leistung / COP teilt, hat man die minimale Aufnahmeleistung bzw. die unterste Modulation. Und fürs Kühlen sollte das mit Cooling Cond-D genauso funktionieren.