Fragen zu Leitungslängen bei Balkonsolar

Hallo zusammen.

Ich habe 2 Fragen für die ich noch keine Antworten gefunden habe.

  1. Ich plane eine 1500w Anlage auf ein Gartenhaus zu bauen. Es soll aus 4 Panelen bestehen und ich wüsste gern ob die Leitungslängen von Panel zu Wechselrichter (HM-1500) gleich sein müssen oder lagebedingt auch 6m, 5m, 4m, 3m (je 4mm2) sein können.

  2. Der Wechselrichter im Gartenhaus hätte eine Leitungslänge von ca 40m zum Zähler. Geht das noch oder wären hier die Verluste zu hoch. Das Gartenhaus hängt mit 10m 5x2,5mm2 an einer Werkstatt und diese mit 30m 5x6mm2 am Zählerschrank im Haus. Bei großen PV Anlagen empfiehlt man ja das der Wechselrichter so nah wie möglich am Zähler hängt.

Grüße an alle

Vollkommen egal. Kannst du dir denken, wie 4 eigenständige Wechselrichter.

Da müsstest du definieren, was zu hoch und was noch akzeptabel ist. Klar hast du Verluste. Aber rechnen wir es mal vereinfacht mit 2,5 mm² über die ganze Strecke. Bei 1500 Watt hat man P/U = I = 1500 /230 = 6,5A. 40m Hin- und zurück macht 80m. R = rho * l / A = 0,017 * 80m / 2,5 mm² = 0,544 Ohm. Verlustleistung wäre dann mit P = I² * R = 6,5² * 0,544 = 23 Watt. Bei 1500 Watt Maximalleistung hast du also am Kabel 23 Watt Verlustleistung. Macht 1,5%, ist also Peanuts.

@win vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Falsch.

Der hm1500 hat nur 2 MPP Tracker.

Ich weiß allerdings nicht, ob die Eingänge jeweils wirklich nur Parallel geschaltet sind, oder ob nur Shunts dazwischen sitzen.

Jemand mit einem 1500er müsste mal sagen, ob der Strom der einzelnen 4 Panels getrennt angezeigt wird, oder nur jeweils 2 gemeinsam.

Bei einer echten Parallelschaltung solltest du einfach direkt bei den Panels ein Y-Kabel setzen und nur 2 Kabel zum WR.

@jay Ein Wechselrichter muss nicht unbedingt einen MPPT haben. Zwei Eingänge teilen sich einfach nur einen MPPT. Es ist mal abgesehen vom MPPT sind es tatsächlich 3 eigenständige Wechselrichter.
Alle 4 Eingänge werden einzeln gemessen und haben unterschiedliche Werte. Ich habe gerade nachgeschaut und die Zahlen mal verglichen.

  1. Die unterschiedlichen Leitungslängen sind egal. Gleich müssen sie nur sein wenn man am Wechselrichter mit mehreren Eingängen alle Eingänge parallel zum Speicher anschließt.
    Aber um so länger, um so höhere Verluste hast du. Eventuell mal einen Rechner im Netz suchen. Ich habe für alle Module 6mm² Kabel genommen. Ich komme aber auch teilweise auf 25m, manche Kabel sind aber auch nur halb so lang.
  2. Wenn ich richtig verstanden habe geht es hier um AC. Das ist wieder was anderes wie DC. Bei AC sind die Verluste deutlich geringer. Ich würde mal behaupten du kannst auch 1,5mm² nehmen und diese 40 Meter lang machen, wenn nur die 1500W dran hängen. Selbst da hat man noch ordentlich Luft. Bei deinen Querschnitten würde ich mir da keine Gedanken machen wegen den Verlusten. Eher darauf achten, dass es im Rahmen des Erlaubten ist.
    PS: Ich denke das mit dem Wechselrichter so nah am Zähler ist eher, damit man nicht durchs ganze Haus/Garten ein neues AC-Kabel verlegen muss. Es kommt selten vor, dass bereits ein extra Kabel schon verlegt wurde.
    Der Elektriker hat das erst letztens bei meinem Nachbarn gemacht, die waren beide davon genervt das dicke AC-Kabel zu verlegen im fertigen Haus.

Soweit richtig.

Wie das allerdings gehen soll, bzw die dann nachträgliche Auftrennung und Zuordnung zu einem einzelnen (teil)WR, musst du mir allerdings mal erklären.

Du meinst sicher 4.?

Das widerspricht der Parallelschaltung von 2 Modulen ja nicht, sondern spricht nur für "meine" These der einzelnen Shunts pro Paneleingang.

Du darfst bei 1,5mm2 laut meinem Elektriker nur Max 18m Leitungslänge haben.

Gute Frage wie das gehen soll, das musst du den Hersteller fragen. Es ist ja offiziell: 4 Eingänge 2 MPPT's und jeweils 2 Eingänge teilen sich einen MPPT.
Die Eingänge können ja nicht komplett zusammen hängen wegen einem MPPT denn wie soll das sonst gehen wenn bei jedem Eingang unterschiedliche Leistungen eingehen können und selbst wenn nur 1 Modul an einem Eingang angeschlossen ist, funktioniert der Wechselrichter.
Aber ich lass mich gerne des besseren belehren wieso die Eingänge nicht getrennt sind und trotzdem unabhängig voneinander funktionieren, zumindest wenn es um die Energie geht die eingeht.

Ja, sorry ich meinte 4.

Aber einzelne Shunts bedeutet ja dann auch, dass der Eingang getrennt vom anderen ist auch wenn sie sich einen MPPT trennen. Wieso das der Parallelschaltung widersprechen soll, weiß ich nicht. Da haben wir wohl aneinander vorbei gesprochen.

Entschuldige da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt.

Das mit dem was man darf ist was anderes als mit dem was machbar wäre. Es war einfach nur ein Beispiel von mir. Das war wirklich unglücklich ausgedrückt von mir.

Ich schätze mal dein Elektriker meint eine Leitungslänge mit max. 18m wenn diese Leitung an einer 16A Sicherung hängt. Das wären ca. 3680W die fließen können. Ich aber habe im Beispiel von 1500W gesprochen. Das ist nicht mal halb so viel. Wenn an dieser Leitung nur deine PV mit 1500W max. AC-Leistung dran hängt, dann wird da normal nicht wirklich viel mehr als 1500W fließen.

@stiech82 hab das schon verstanden :wink: ich bin da auch voll deiner Meinung. Aber eins hab ich gelernt, Elektriker verstehen kein Spaß ?

bei mir sind es 12m da fing er schon das weinen an..? und da hängt nur ein 600w BKW dran

@fabianb kennst du Proofwood bei Youtube?
Der ist scheinbar Elektromeister und selbst der sagt immer wieder, was für einen Blödsinn manche Fachleute erzählen und er nicht versteht wieso die so einen Mist lernen. Denn aus Erfahrung weiß er was für ein Quatsch das ist.
Tatsächlich war so in der Art seine Wortwahl.
Ich denke mal hier ist es so wie bei vielen Sachen: Frag 10 verschiedene Leute und du bekommst 10 verschiedene Antworten.
Ich denke aber auch, dass er auf Nummer sicher geht. Wenn er das abnimmt wird es vermutlich kaum sowas geben wie "Nur abgenommen bei 600W Belastung der Leitung". Ich denke diese Abnahme betrifft dann wirklich die Leitung für 16A. Aber theoretisch sollte das gehen: Diese Leitung ist nur geeignet für die PV mit 600W, oder so.

[quote data-userid="7332" data-postid="133074"]dein Elektriker meint eine Leitungslänge mit max. 18m wenn diese Leitung an einer 16A Sicherung hängt.[/quote]Ja, da geht's um folgendes:

Bei einem Kurzschluß soll ja der LS-Schalter auslösen. Damit er das kann, muß ein bestimmter Mindeststrom fließen können, z.B. bei B16-Automaten der fünffache Strom, also freundliche 80 A. Wenn nun die Leitung zu lang ist (wie bei manchen Politikern), dann entsteht im Leitungssystem ein zu hoher Widerstand (wieder wie bei Politikern, kann man sich also ganz leicht vorstellen ?) und es fließt weniger Strom, u.U. so wenig, daß der LS-Schalter nicht auslöst. Wie Du nun richtig sagtest, kann man das Problem ganz einfach lösen, indem man einen Automaten einbaut, der dem Treiben schon bei geringerer Stromstärke ein jähes Ende bereitet, B13 oder B10 oder was weiß ich. Oder man zieht halt 2,5 mm² ein, aber das wird teurer als ein neuer LS-Schalter.

Daniel

Über solche Elektriker fange ich an zu weinen.

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Manch ein Elektriker denkt da sehr einfach: Der hat seine 18m im Kopf, darüber legt er 2,5 mm². Punkt. Da wird nicht viel nachgedacht.

Richtig ist natürlich, dass die 18m für eine 16A Absicherung gelten. Wobei Elektriker dann auch nur noch 10A kennen, was anderes werden die normal nicht installieren bzw. das sind dann Spezialitäten.

@stiech82 Warum ist DC anders zu behandeln als AC? Das ohmsche Gesetz unterscheidet da nicht. 230V sind 230V für die Dimensionierung der Leitung, also den zulässigen Spannungsabfall. Die Strombelastung entscheidet über den Querschnitt.

Doc hat mal wieder was gehört, allerdings keine Peilung?

Bei 230V und 80A Auslösestrom dürfte der Leitungswiderstand bei einem vollständigen Kurzschluß in Ohm 230V/80A oder 2,875Ohm betragen. Bei einem Querschnitt von 1mm² beträgt der Leitungswiderstand bei Kupfer etwa 17,5mOhm/m. Also dürfte die Leitungslänge, Hin- und Rück zusammen 2,875/0,0175 m oder 164m betragen, bevor der resultierende Leitungswiderstand die Auslösung des 16A B-Automaten verhindert. Mindestquerschnitt für Installationen sind 1,5mm² und dann steigt die Leitungslänge auf ca. 246m bevor die 2,875Ohm erreicht sind.

An den Verlorenen:

Du hast:

Auf dem 2,5mm² Stück einen Widerstand von (20m *17,5mOhm mm²/m)/2,5mm² oder 0,14Ohm.

Auf dem 6mm² Stück einen Widerstand von (60m*17,5mOhm mm²/m)/6mm² oder 0,175Ohm.

In Summe also etwa 0,3Ohm für die gesamte Leitungslänge. Macht bei 6,5A einen Spannungsverlust von ca. 2V und eine Verlustleistung auf der Leitung von 13W. Der mögliche Kurzschlußstrom wäre also 230V/0,3Ohm oder etwa 766A. Ob jetzt 16A B- oder C-Automat für die Absicherung verwendet wurden ist somit ziemlich Latte.

Aber sowas wird gern mal von "Fachkräften" erzählt, um den Laien zu verwirren. Ich brauchte zwei C-Automaten, weil die Handwerker mit fetten Maschinen was sanieren mussten. Die passenden gab's natürlich nicht im Baumarkt, also Fachbetrieb der Wahl angesteuert:

Auf mein Begehren erfolgte das hochnotpeinliche Verhör:

"Sie wollen B-Automaten durch C-Automaten ersetzen? Haben Sie denn den Kurzschlußstrom gemessen?"

"Äh, nein. Es geht um ca. 10m Leitungslänge in 1,5²"

"Also ich weiß nicht, der Kurzschlußstrom muss bei C-Automaten ja doppelt so hoch liegen."

"Wie gesagt, zehn Meter, maximal, vom Automaten bis zur Steckdose."

Zum Glück kam der Chef und sprach die Worte:

"Ich glaub wir haben noch welche im Lager."