Fragen über Fragen zwecks Planung der Insel

Ich werde das nie verstehen.

Das BMS ist der für Notfall vorgesehene Sicherheitskreis. Aus Angst, dass der versagt, überträgt man die Aufgabe an einen Wechselrichter, der durch das Durcheinander seiner Aufgaben, seiner Konstruktion und durch die Unsicherheit der angelieferten Daten nach allen formalen Beurteilungskonzepten um Welten unsicherer sein muss als ein BMS.

Das kommt mir vor , als ob man aus Angst, dass dem Kletterer das sicherheitsseil versagt, das Hauptseil dicker macht und das Sicherheitsseil weglässt. Diese Denkweise ist FALSCH. Es widerspricht jeder bekannten Vorgehebsweise, wie man Sicherheit beurteilt und ind Konstruktion hineinbringt.

Ich habe dazu schon einen ganzen Faden geschrieben.

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Bei den Speichern hast Du mich schon überzeugt, ich werde mir keinen Eigenbau in/an die Bude stellen. Bin gerade im Moment am suchen und habe da Pytes, Deye und Pylontech Speicher gefunden, der Nkon ist momentan nicht lieferbar und eigentlich auch Monster-schwer (122kg)

Ich hab keine Ahnung aber mir kommen die auch vernünftig vor, ich würde anfangs zwei verwenden dann hätte ich 200AH Speicher glaube ich :grimacing: und könnte später ja noch nachlegen...was hälst du davon?

@Arno, die Pylontech hatten mal massive Probleme und Ausfallraten.
@ Carlos, hatte Pylontec die Schuld nicht auf die verwendeten BMS schieben wollen......?
Eine vollständige Umtauschaktion aller defekten Akkus seitens Pylontec hat glaube ich bis heute noch nicht stattgefunden. Neue Pylontech sind nun wohl verhältnismäßig teuer bzw. hochpreisiger.

Frag mal bei WCS Goch nach, oder bei Victron, oder bei BYD, bei E3DC, warum die Hersteller wissen wollen, was auf Zellebene passiert? Das heisst, wenigstens das BMS muss dafür alle zu ermittelnden Daten zur Auswertung extern bereitstellen.

WCS Goch lässt kein Akku, keine Batterie mehr bauen, welcher nicht eine Lan/-Busschnittstelle zum auslesen hat. E3DC auch nicht, BYD auch nicht. Die kosten könnte man sich ja sonst sparen. Ne Schnittstelle kostet Geld.

Das BMS kann für kaputte Zellen GARNICHTS.

Weil es ausser Balancieren nichts mit den Zellen macht. Und Zelken ausser balance ist kein Schaden, sondern eine Betriebsstörung, die die entnehmbare Kapazität vermindert.

Schaden wird verursacht durch Zellen minderer Qualität, zu hohe dauernd anstehende Ladespannung im ewigen Vollzustand, Überstrom, Laden mit zu hohen Strom bei Untertemperatur (das beginnt bei plus 15 Grad), Laden mit zu hohem Strom unterhalb 20 % SOC.

Nichts davon ist Aufgabe des BMS.

Was davon für die Pylontechs zutrifft, kann ich nicht sagen, ich habe keinen.

Das kann schon helfen. Es spricht nichts dagegen, den Akkuzustand auf Zellebene in die Betriebssteuerung einzubeziehen, um Akku-Quälerei auf eine höhere Ebene betreiben zu können. Dann soll sich die Betriebssteuerung eben die Akkuzellen selbst ausmessen, aber nicht die Daten des BMS verwenden.

Das BMS ist ein eigenstandiger Sicherheitskreis, zum ausschliesslichen Schutz des Akkus, wenn die Betriebssteuerung des Lastkreises versagt. Sie ist kein bequemer Datenermittler für den Lastkreis.

15° sind Untertemperatur?

Das zumindest lässt sich durch einen einfachen Blick auf aktuelle Angebote widerlegen. Wie alle anderen Akkus auch sind die über die Zeit immer günstiger geworden. Inzwischen gibt aber sehr viele Alternativen, da hat man die freie Wahl.

Oliver

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Bei LiFepo, bezogen auf den zulässigen Ladestrom, ja

Es gibt einen Logarithmischen Zusammenhang zwischen zulassigem Ladestrom und der temperatur. Unterhalb einer bestimmten Temperatur muss der Strom pro 10 Grad weniger auf jeweils 1/10 reduziert werden. Die Grenztemperatur ist imho bei 15 Grad. Bei 5 grad also nur noch 1/10 , bei minus 5 grad nur noch 1/100 des normalen strom. Kann sogar sein, dass die Grenztemperatur hoher liegt. Datenblatt genau studieren

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@ Carlos

im PV Forum wird seid Jahren versucht, dem Wechselricher die Daten zum BMS zu geben (SOC, Zellenzustände). Bis heute ist das ein Drama, weil das so schwer umzusetzen ist. Xtender Einstellungen - Seite 207 - PV-Inselanlagen - Photovoltaikforum

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Weiss ich.

Und ich halten nichts davon.

Und, das schreibe ich zu erstenmal: es gehört verboten.

Ich meine das genauso, wie ich das oben geschrieben habe.

Jeder kann gerne eine extra Hardware (ein jbd billig BMS) zum auslesen der Zellspannungen für den Wandler (oder eine Steuerungseinheit) mit anschließen. Da gehören dann auch Betriebsparameter rein. Die haben im BMS nichts zu suchen, das BMS hat Grenzwerte, das ist sein Job.

Dann könnte die Betriebssteuerung nach Lust und Laune rumregeln.

Warum hat man im mickrigen einmotorigen Flugzeug 2 Zündkerzen pro Zylinder, die Zündkabel sind verschraubt, und die Zündung funktioniert ohne Batterie (Magnetzündung). Jeder Zündkreis wird per checkliste bei jedem Start einzeln überprüft.

Warum hat man im PKW ein Motorsteuergerät für den Motor, ein Grundmodul für Licht, Elektrik und ZV, und ein getrenntes Steuergerät für die Airbags?

Warum hat man Justiz und Polizei getrennt?

Warum hat man Gewaltenteilung - Justiz und Politik? Wenns nicht mehr so funktioniert, sieht man gerade im Mc Do Land.

PS: über SOC habe ich eine extra Streitschrift geschrieben: SOC ist kein Messwert.

Hier mal Auszüge einer sehr modernen Zelle (MB56) . Da wird erst mal erklärt, was eine Ladung oder Entladung mit 0,5P bedeutet:

Man geht also nicht von der Nennkapazität aus, sondern reellen (gealterten) Kapazität der Zelle.

Erst dann kann man die Temperaturwerte aus der Tabelle entnehmen, wobei unterhalb 0°C überhaupt nicht mehr geladen werden darf:

image

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Da erkennt man, dass oberalb 15°C mit 0,5P geladen werden darf. Bei einer realen Kapazität der Zelle sind das 1004,8W, bei einer Temperatur oberhalb 15°C. Bei 10°C sind es nur noch 602,8W, bei 5°C 241W und bei 0°C 100,48W

Das entspricht bei 0°C einem Strom von etwa 31A

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Tausend dank für diese exakte und belegte Darstellung. Kannst du das bitte als extra post in ein passendes Verzeichnis setzen,it passender Überschrift?

Zulässiger Ladestrom lifepo bei niedriger Temperatur?

Nach der Tabelle liegt der maximal zulässige Ladestrom bei voller Zelle, und nimmt stetig mit sinkendem SOC ab. Abgesehen davon, daß natürlich bei voller Zelle eh nicht mehr geladen werden kann, weil voll, ist das alles völlig diametral zu den bekannten Ladekurven von E-Autos. Da gilt ja in der Regel: volle Ladeleistung gibts nur bei fast ganz leerer Batterie (und passender Temperatur), mit steigendem SOC geht’s dann deutlich nach unten. Und bei denen gehe ich davon aus, daß die Hersteller die Ladesleistungsgrenzen sehr genau kennen und ausreizen.

Da werden jetzt zwar keine MB56 verbaut, aber ob sich die Auto-LFPs so grundlegend davon unterscheiden, ist dann doch fraglich.

Oliver

Und wer läd schon eiskalte Zellen gleich mit voller Power wenn die PV läuft kommt die Leistung ja langsam und somit wird der Akku auch langsam geladen, erst gegen Mittag wenn die PV volle Leistung hat da sind aber die Akkus auch schon gut vor kontitioniert und dann sollte es mit den leistung auch kein Problem sein.

Richtig, der SOC ist kein Messwert, sondern dieser wird immer nur berechnet und wird um so ungenauer, wie der letzte Hub von der Minimalspannung zur Maximalspannung zurückliegt.

Bei meinem JK BMS weiss ich nicht, wie ich die Fühler kalibriert bekomme, weiss nicht so recht wie ich die Heizung zuverlässig mit Überschusstrom ansteuere (ohne sich dem Strom aus der Batterie zu bedienen), und ich weiß nicht wo ich dem BMS die Werte eingeben kann, bei welcher Zelltemperatur wieviel Strom in die Batterie gehen darf.

Das BMS muss also dem Laderegler (Victron) "sagen", das bei 3 Grad Zelltemperatur z.B nur 3 Ampere von der Batterie aufgenommen werden dürfen, der Laderegler aber 50 A liefern könnte, wenn eine entsprechende Last den Strom auch abnimmt. Knackpunkt ist dann nur, wie der Strom abgewürgt wird, wenn der Verbraucher abgeschaltet wird, und das BMS den Strom "aus"sperrt und nicht in die Batterie lässt. Die Lastspitze müsste eine Diode quasi Kurzschließen, oder macht das der Laderegler selbstständig?

Also das BMS weiss das garnicht. Und du kannst gerne als Kritik anbringen, das BMS sich um solche Fehlbehandlung garnicht kümmern. LiFePo spezielle Eigenschaften sind nämlich in BMS, die mal für LiIon gemacht wurden, bis heute nicht angekommen. Sind ja auch erst 10 Jahre, dass es LiFePo gibt.

Aber selbst WENN das BMS das könnte: es ist nicht die Aufgabe, dem Lastkreis irgendwelche Anleitung zu geben. Es ist nur dafür da, den Akku zu schützen. Und zwar DANN, wenn die anliegende Last irgendwelche Grenzwerte überschreitet. Grenzwerte die im BMS stehen. Und diese grenzwerte sind GRENZwerte. Das ist nicht das, was die Last gewohnheitsmässig machen darf.

Z.B. darfst du im PKW im Rückwärtsgang voll beschleunigen. Nichts im Auto hindert dich daran. Aber die konstruktive Auslegung des Ruckwärtsgangs ist:

1 Stunde .

(Auslegung beim Golf in den 80ern)

Natürlich passt das Beispiel nicht. Aber es zeigt, das Betriebswerte und Grenzwerte zwei vollkommen verschiedene Dinge sind.

Besseres Beispiel bei Halbleitern/Mosfets:

Maximalspannung : 60 V. Grenzwert.

Heisst: bis dahin sind die Eigenschaften garantiert.

Was weder heisst, dass er bei 62 V kaputt geht, noch dass er 58 V genausolange aushält wie 31 V.

Ich habe einen Fehler korrigiert! Der Ladefaktor wird nicht nach dem aktuellen Energiegehalt der Zelle sondern nach der noch vorhandenen, gealterten Kapazität, die das Bateriemanagement ermittelt hat. Es ist also nicht ganz so dramatisch. Offensichtlch wurde diesbezüglich erfolgreich weiterentwickelt und der SOC muss nicht berücksichtigt werden!

So wie “wir” bereits vermutet haben.

Danke dir für die gute Arbeit!!!

Ja, das sind die Grenzwerte, die im besten Fall nicht planmäßig ausgenutzt werden sollten, geschweige die Notabschaltung vom BMS zum Regelfall werden sollte. Da hat der Wechselrichter wie auch der Laderegler bereits vorher von sich zu stoppen, bzw. sich bei der Annährerung der Grenzwerte in Abhängigkeit von der Temperatur und dem "SOC" sowie anhand der Zellspannungsmessung entsprechend irgendwann einzudrosseln.

Auch wenn das BMS "aus den 80igern" damals nicht so gedacht und gebaut wurde, so kann man sich doch heute einem idealen, kommunikativen BMS annähern.
Das das geht, möglich ist und auch von manchen Herstellern wünschenswert ist, sieht man ja auch.

Mitunter denke ich an den Fall, das im Inselsystem z.B der Wechselrichter bei Zellspannung gering = der Wechselrichter die Spannung von zuvor z.B. 240 V auf 220 V zurückfahren kann, womit sich die Lastabgabe für viele Abnehmer wie ohmische Lasten (Wasserkocher) sowie direkt betriebene Pumpen sich die umgesetzte Leistung reduziert, bevor die Unterspannung (der möglichst schwächsten Zelle) erreicht wird.
Elektronisch geregelte Verbraucher (Ladeziegel für's Auto) /Wallbox könnten direkt auf dem Kommunikationsweg die Werte vom Zellzustand bekommen, und entsprechend reagieren.

Nur so als Gedanke; Victron hat ja bereits eine Wallbox mit einer Netzwerkschnittstelle, und die Multiplus können auch mit einigen BMS Typen "sprechen", bzw. deren Daten auslesen, oder?

Ein Beitrag wurde in ein neues Thema verschoben: Fragen zu Panels

So jetzt hab ich das ganze Gedöns gekauft bis auf die Panels, Mitte des Monats geht's mit dem Mauern und dem Dach los. Ich schätze mal in spätestens 6 Wochen "könnte" die Anlage laufen, bzw. Sie muss :roll_eyes:

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