Frage zu Victron Smart Shunt und Peukert-Exponent

Doch kann es, weil es sich etwas anders verhält als man vielleicht denkt, aber es ist etwas schwierig zu verstehen und zu erklären. Der Shunt zählt wenn du den Peukert Wert höher stellst auch automatisch den angezeigten SOC Wert schneller runter. Du solltest es einfach nicht aus dem Standpunkt betrachten bei dem du den Peukert Wert veränderst, sondern den Wert ändern, voll laden auf 100% SOC, und dann wieder entladen. Der Shunt zeigt dann zwar erstmal schneller 100% SOC an aber synchronisiert nicht auf 100% SOC, weil die Kriterien dafür noch nicht erfüllt sind. Weil du aber laden tust bis die Ladeparamater vom Laderegler erfüllt sind synchronisiert natürlich dann auch der Shunt sofern richtig konfiguriert auf 100% SOC. Du hast also ab diesem Zeitpunkt wirkliche 100% SOC. Und exakt aus diesem Standpunkt heraus kannst du arbeiten weil der Peukert Wert nur beim entladen ins Spiel kommt.

Und wenn du dann entladen tust passiert folgendes, also nicht ganz weil das ja nur ein Test war und ich den Peukert mitten drin geändert hatte:

Test bei mir mit 50 Ampere Last:

Start: 18,9% SOC
Peukert: 1,01
Stop: 17,9% SOC
Zeit: 1:50 Min

Anschließend:

Start: 44,6% SOC (nach hochsetzen des Peukert Wertes auf 1.20)
Peukert: 1,20
Stop: 43,6%
Zeit: 1:12 Min

Und anschließend:

Start: 69,6% SOC (nach hochsetzen des Peukert Wertes auf 1,50)
Peukert: 1,50
Stop: 68,6%
Zeit: 43 Sec

Wie du siehst immer 1% SOC Entladung aber je höher der Peukert Wert desto kürzer sind die Zeiten bis 1% entladen wurden.... Et voilà :upside_down_face:. Und über die Sache das der SOC Wert beim höher setzen erstmal auch höher angezeigt wird brauchst du dir keine Birne mehr machen. Wichtig ist immer nach ändern des Peukert Wertes voll laden und auf 100% synchronisieren lassen wie oben beschrieben. Und jetzt rätseln wir warum der SOC höher angezeigt wird sobald man die Kapazität höher einstellt, obwohl er doch eigentlich im Verhältnis zur eingestellten Kapazität niedriger sein müste, alles nicht so einfach... :upside_down_face:

Es braucht keine extra Einstellung für die Art der Batterie dafür hast du den Peukert Wert und den Ladewirkungsgrad. Woher die Annahme das zu diesem Zeitpunkt noch 30-40% im Akku waren, wie hoch war die Spannung zu diesem Zeitpunkt beim entladen also unter Last? Also irgentwas stimmt da grundsätzlich nicht. Entweder du hast was falsch eingestellt, schätzt gewisse Ladezustände falsch ein, änderst wie oben beschrieben im laufenden Betrieb wild die Werte, oder alles zusammen :upside_down_face:. Wie hoch ist denn die eingestellte Kapazität im Shunt und welche Kapazität haben deine Zellen? Hast du eine Nullstrom Kalibrierung vor der ersten Inbetriebnahme gemacht? Also ohne jegliche Last am Shunt? Ich kann das alles "absolut nicht nachvollziehen", aber gut wenn ein höher eingestellter Peukert Wert einen höheren SOC Wert anzeigt, dann ist das auf jeden Fall erstmal sehr verwirrend, da kann einem schon der Kopf glühen vor lauter grübeln das kann ich nachvollziehen... hehe. Ansonsten kann ich dir nur sagen: Ich habe zwei BMV-712 im Einsatz, beide absolut Top! Und der zweite den ich vor kurzen gekauft habe lief beim ersten Test beim entladen mit einer Genauigkeit auf 1% runter mit nur einer einzigen Einstellung vor dem Test. Aber gut ich habe mich auch intensiv damit befasst, weil es für mich eine der sinnvollsten und besten Investitionen im gesamten System war, deshalb war es fix grundlegend eingestellt. Hier ein 300Ah Akku beim entladen mit dem neuen zweiten BMV-712 der kurz vor erreichen der eingestellten 300Ah bei entladenen 297Ah exakt 1% angezeigt hat. Wie gesagt nur eine Einstellung vor dem Test, das Ding war niegelnagelneu :nerd_face: :joy: :

Und deshlab feiere ich die Dinger so und bin absolut überzeugt und begeistert davon. Dann noch die ganzen anderen Infos die sie bieten, ein Träumchen. Für mich mit das beste was Victron zu bieten hat :smiling_face_with_sunglasses:. Was für den einen nix groß bedeutet, ist für einen Technik Freak und Enthusiasten wie mich ein Traum. Auch du wirst begeistert sein, wenn das Ding erst einmal richtig konfiguriert ist da bin ich mir sicher :wink:.

Der angezeigte SOC ist dann auch kleiner, aber nur wenn du so vorgehst wie oben beschrieben. Und ja die Handbücher von Victron sind eher so lala...

Natürlich die noch nutzbare Kapazität dafür hast du ja den Shunt.
Das kannst du auch gegenrechnen mit den angezeigten Werten unter "Verbrauchte Amperestunden" in Bezug auf die von dir eingetragene Nennkapazität.

Falsch: Die einzigste Möglichkeit einen genauen SOC zu bekommen ist ein richtiger Shunt, weil ein gewöhnliches China BMS i.d.R. gar keinen richtigen Shunt verbaut hat. Das heißt es misst viel zu ungenau und kann deshalb kleine Ströme garnicht erfassen. Deshalb must du auch ständig vollladen um den SOC auf 100% zu synchronisieren der aber spätestens nach 24Std wieder völlig daneben liegt. Mit einem Victron Shunt zb. gibt es das Problem nicht, da kannst du über Wochen nicht voll laden und der SOC ist immer noch sehr genau, siehe:
https:// Genauigkeit eines Victron BMV-712 - Konfiguration - Erfahrungsbericht!

SOC kann sogar durchgehend sehr genau sein wenn du dich damit befassen tust und einen richtigen Shunt hast :wink:. 1% Abweichung nach 9 Tagen ohne Synchronisation beim anschließenden vollladen finde ich mehr als ausreichend. Und ein zweiter Akku den ich gerade baue hat beim durchtesten und anschließenden entladen auf 1 % SOC genau angezeigt (siehe oben). Aber ja Peukert Exponent ist bei Lifepo sogar sehr sehr gering, denn er geht gegen Null.

Doch, und die Gründe für einen genauen SOC hat Henning24 breits erklärt.
Es geht nicht um einen übergenauen SOC, aber um mindestens einen genauen der nicht mal eben um 10% oder sogar mehr daneben liegt. Wenn du allerdings der Meinung bist deinen Akku eh immer fast vollständig oder sogar vollständig leer nuckeln zu müssen und dein System keinen SOC benötigt, dann Ok brauchste auch keinen genauen SOC, sondern entlädst einfach bis 3V oder 2,8V, was aber wiederum gewisse Nachteile mit sich bringt.

Nein, bei einem zu großen Peukert Wert ist nur der angezeigte SOC beim entladen zu niedrig, würde er dann zb. bei angezeigten 50% SOC welche eigentlich 70% sein müsten voll laden, dann springt der SOC bei etwa 80% einfach auf 100% weil er dann synchronisiert, da die Kriterien dafür erfüllt sind sofern auch der eingestellte Ladewirkungsgrad passt. Aber all das passiert garnicht erst wenn er es handhaben tut wie oben beschrieben :wink:.

Doch kommen wir, die höhe des Entladestromes (schwankend) nützt dir nix. Er muss es selbst testen im normalen Betrieb mit den gewöhnlichen Lasten die er sonst auch am laufen hat und darauf den Peukert Wert richtig anpassen. Und das ganze unter der Vorgehensweise wie oben beschrieben. Aber es scheint das bei ihm noch was anderes nicht stimmt bzw. hat er falsch eingestellt oder er schätzt es falsch ein.

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