Frage bzgl. Anschluss von Kältemilletleitungen in der Wand

Ich bin leider erst danach auf dieses Forum gekommen, sonst hätte ich früher darauf achten können. Ich habe mich an ein Unternehmen gewandt, was schon langjährig in diesem Sektor arbeitet, weil ich alles richtig machen wollte. Sie hatten zwar wenig bis gar keine Erfahrung mit Daikin, aber mit Klimaanlagen schon. Nun ist es so, dass bei einer meiner Anlagen der Durchbruch rechts statt links des IG gemacht wurde, was den Nachteil hat, dass nun die Verbindung in der Wand ist. Ich habe gelesen, dass es nicht gestattet sein soll. Ich habe einiges zu meckern gehabt während der Installation, was mir auch eine böse Mail seitens des Geschäftsführers eingebracht hat, der mir die langjährige Erfahrung, von 200 oder 300 Anlagen pro Jahr erläutert hat. Ich solle einfach Vertrauen haben und nicht so kompliziert sein.
In meinen Augen kann man so einen Fehler vielleicht beim ersten Mal machen, aber nicht nach hunderten von Installationen.

Ich habe schon alles bezahlt und frage mich, wie ich mich verhalten soll. Ist es gestattet oder zulässig, die Rohre in der Wand zu verbinden, sodass man keine Möglichkeit hatte oder auch haben wird, einem möglichen Leck auf die Spur zu kommen? Mache ich mich damit strafbar, wenn da R32 entweichen würde?

Ich weiß wirklich nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich möchte keinen Stunk machen, aber die ganze Sache beunruhigt mich etwas.

Ist nicht untypisch, dass man bei Handwerksbetrieben die Erfahrung macht, dass Theorie und Praxis sehr andersartig sind. Fachlich korrekt ist es nicht, da gibt es die klare Regel, dass Verschraubungen nicht in der Wand liegen sollen, wo man später nicht mehr rankommt. Gemacht wird es vermutlich trotzdem oft von Fachbetrieben, ist halt die einfachste Variante, es so zu machen.

Wenn es gut läuft, sehe ich keine Probleme. Wenn es schlecht läuft, hat dein Klimatechniker mehr Aufwand, diese Verschraubung zu prüfen und zu reparieren. Wenn keine Gewährleistung mehr drauf ist, hast du dann mehr zu zahlen, falls es mal zu einem Problem kommt.

Würdest du einen Gutachter kommen lassen, würde er dir recht sicher bestätigen, dass die Verschraubung nicht in die Wand gehört.

Bei deiner angespannten Beziehungsebene, die du jetzt schon mit ihm hast, wird das wohl kräftigen Ärger bedeuten, wenn du da eine Änderung willst. Muss man für sich abwägen.

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Ich habe damals nicht auf die Mail reagiert, weil ich eben Konfrontation meide. Nach den ganzen offensichtlichen Fehlern, war ich etwas verwundert, dass man als Handwerker so in die Offensive geht. Noch erstaunter war ich, dass man mir unter die Nase reibt, dass der Betrieb so viel Erfahrung hat und ich, der Laie/Kunde, mir anmaße seine Arbeit zu kontrollieren. Glaube es mir, ich hätte es eher akzeptiert, wenn er mir gesagt hätte, es sei seine erste Installation. Für mich ist es mit einem Reifenhändler zu vergleichen, der die Rollrichtung der Reifen beim Montieren nicht berücksichtigt. Noch dazu war das Projekt extrem teuer.

Wie gesagt, meide ich jede Konfrontation und möchte weiterhin auf der sachlichen Ebene bleiben.

Dass in der Praxis die Lösung einfacher war, kann ich vermutlich auch verneinen. IG und AG sind praktisch vor- oder hintereinander. Die Leitungslänge dürfte kaum viel mehr als einen Meter betragen und das Loch links hätte die Sache kaum komplizierter gemacht. Noch dazu kam kein Drehmomentschlüssel zum Einsatz. Die Anlage wurde zwar auf Dichtigkeit überprüft, aber der richtige Test mit dem Leckfinder konnte halt nur am AG gemacht werden, wo man etwas nachziehen musste, weil es einen leichten Anschlag gab. Die zweite Anlage war aber direkt ok. Dort mussten sie aber die Isolierung teilweise ersetzen, weil sie an der Kernbohrung Schaden nahm. Mein Einwand, dass man im Loch was Weiches nutzen könnte, damit die Leitung beim Durchziehen unbeschädigt bleibt, hat sie furchtbar irritiert. Ich soll mit meinen kritischen Fragen aufhören.

Es ist mir klar, dass nach 5 Jahren es zu meinem alleinigen Problem werden könnte. Andererseits den ganzen Brunnenchaum zu beseitigen, mit dem der Durchbruch ausgeschäumt wurde, lässt bei mir die Nackenhaare stehen. Es wäre zwar sein Problem, wenn ich auf mein Recht pochen würde, aber verärgerte Handwerker möchte man nicht im Haus haben.

Wenn ich schon dabei bin, ist es üblich so ein Brunnenschaum zu nehmen, um den Durchbruch zu isolieren? Als sie mir erzählt haben, dass sie es ausschäumen wollten, dachte ich, dass es ratsam wäre, die ganzen Leitungen und Kabel zu umwickeln, damit es eine einzige große Leitung gibt, sodass der Schaum es einfacher hat alles dicht zu bekommen. So etwas machen sie nicht, hieß es. Nun muss der Schaum auch die Fläche zwischen den einzelnen Strängen abdichten. Vielleicht denke ich auch zu kompliziert und es ist so üblich. Im Nachhinein habe ich aber gesehen, dass Daikin es genauso im Installationshandbuch empfiehlt. Als ich es erwähnte, war das Tischtuch dann durch und es kam die Email.

Viel Raum für Vertrauen gibt es nicht. Eine tickende Zeitbombe unter dem Hintern zu haben, da kann ich mir aber deutlich angenehmere Dinge vorstellen.

Deine Erfahrungen mit Handwerkern sind leider sehr typisch. So läuft das oft. Ja, normal umwickelt man den Strang und eigentlich gehört auch ein Rohr in den die Kernbohrung. Dann macht man sich auch keine Isolierung kaputt. Aber aus Schlampigkeit, Unwissenheit und Zeitdruck wird dann auf alles verzichtet und irgendwas zurechtgepfuscht.

Dieses Spannungsfeld zwischen Kunden mit Erfahrung und solchen Handwerkern hat man dann sehr oft.

Ich würds als Erfahrung abhaken. Wenn die so 5 Jahre durchhält, dann wird die auch dicht sein. Und es ist grundsätzlich ok, auch einfach ohne Umwickelung mit Brunnenschaum auszuschäumen. Check, ob das wirklich dicht ist und ich würde außen und innen evtl. noch Bostik Prestik zusätzlich aufbringen. Außen muss es auch vor UV geschützt werden, falls das nicht schon durch Kanal der Fall ist.

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Kunde mit Erfahrung würde ich bei mir verneinen. Ich habe versucht, nur mit Logik an die Sache ranzugehen. Es sind ja meine Anlagen, mein Haus und meine Wände. Da möchte ich schon, dass es gut wird. Dasselbe tue ich aber auch bei meinen Kunden. Ich stelle mir einfach vor, dass ich der Kunde wäre und versuche dann meinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Bei einer Anlage befinden sich die Leitungen im Kanal und da diese absilikoniert wurde, kann ich die Kanäle nur schwer aufmachen, um auf Dichtigkeit zu schauen. Alle Leitungen, die außerhalb sind, wurden mit Silberklebeband umwickelt. Man hat mir gesagt, dass es gut gegen Wetter sei. Bei meiner Problemanlage ist kein Kanal, die Leitungslänge, wie gesagt, extrem kurz. Der Durchbruch ist genau hinter dem AG und bei so wenig Platz hinter dem AG ist es auch schwer zu sehen, ob der Schaum alles umschließt.

Hauptsache nicht zu kurz. Bei Daikin ist die Mindestrohrlänge 1,5m, bei vielen anderen Herstellern 3m.

So sollte es sein, ist aber bei sehr vielen Handwerkern schon lange nicht mehr so.

Das ist auch ein wesentlicher Grund, warum Selbermachen attraktiv ist. Da kann man es wenigstens so machen, dass man wirklich mit zufrieden ist.

Merkwürdig. Kanäle sollten eigentlich so installiert werden, dass man sie jederzeit wieder öffnen kann. Silikon erschließt sich mir da auch nicht.

Kann man machen, hat auch gute UV-Beständigkeit, sieht aber meist nicht so super aus, weil das Band nicht dehnbar ist und dann alles sehr verknittert aussieht. Profis machen es eigentlich anders, z.B. mit Wellrohr.

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Die eine Leitung wird sicher keine 1.5 m sein. Ich würde eher unter einem Meter sagen. Ist es schlimm?

Welche Anlage hast du denn? Willst du nur kühlen oder auch heizen? Single-Split oder Multi?

Perfera RXM20A+FXM20A Singlesplit. Eigentlich ist sie eher zum Kühlen da, aber ich möchte vielleicht auch heizen, wobei ich es im Schlafzimmer nicht so wirklich warm haben möchte.

Die Situation ist die: Hersteller schreiben eine Mindestlänge vor, die bei Daikin in den letzten Jahren bei fast allen Anlagen von 3m auf 1,5m reduziert wurde. Aus der Praxis hab ich schon öfters gehört, dass Kältetechniker sich nicht dran halten und auch kürzer installieren. Direkt offensichtliche Probleme gabs da erstmal nicht. Was aber viele bestätigen: Gerade im Heizbetrieb, wo sich der Kältekreislauf beim Abtauen umdreht, kommt es zu stärkeren Geräuschen. Das Kältemittel hat nicht so viel Weg, um sich zu beruhigen und das führt zu den Geräuschen.

Im Kühlbetrieb has du keine Umkehrung des Kältekreislaufes, da sollte es kaum stören.

Weiterhin können Vibrationen des AG nach innen übertragen werden. Ist wohl aber auch eher selten.

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Dann freue ich mich auf den Winter :crossed_fingers:

Um was für Geräusche handelt es sich? Ein vibrierender 36 Kg Klotz an der Außenwand wäre wirklich nicht so toll. Sollte es in der Tat zu Problemen kommen, sollte der Kältetechniker sie beheben. So richtig Vertrauen tue ich aber nicht darauf.

Langsam frage ich mich, wofür man einen Kälteschein macht und was er für einen Wert hat, wenn Handwerker "frei nach Schnauze" handeln.

PS Eine Sache ist mir noch in den Sinn gekommen

Da das Loch hinter der Verkleidung der IG ist, kann ich leider auch nichts mit Bostik schließen, wenn du das gemeint haben solltest.

Da kommt man ran, wenn du die Verkleidung des IG abbaust. Je nach Situation ist das mehr oder weniger wichtig. Gerade wenn irgendwo Dampfbremsen / Dampfsperren verbaut sind, muss man genauer hinschauen, das gut abgedichtet ist.

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Ich habe zwar keine Dampfsperren, da ich keine Dämmung an der Wand habe, aber wichtig ist es mir dennoch. Ich finde es schon befremdlich und bin mit jedem Tag saurer, dass ich so viel Geld ausgebe und dann selber Hand anlegen muss.
Wie schwierig ist es bei der Perfera die Verkleidung abzunehmen?

Jemand Geübtes hat die in 3 min runter. Wer das das erstmal mal macht, wird je nach Glück 5-20min brauchen.

Hauptschwierigkeit ist, die Snap-In Haken im oberen Bereich in Wandnähe zu finden und auszuhängen.

Such mal eine Anleitung, wo beschrieben ist, wo welhe Schrauben sind, die man lösen muss.

Da kannst du dann gleich auch nachschauen, ob die Kälteleitungen sauber isoliert wurden. Da darf wirklich nichts mehr offen liegen oder irgendwo feuchtwarme Luft hinkommen, sonst entsteht Kondenswasser. Das wird gerne vernachlässigt.

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Vielen Dank für die Hilfe. Die Kälteleitungen hinter den IG dürften isoliert sein, weil ich da darauf bestanden habe. Beim IG was die Verschraubung in der Wand hat, habe ich ihnen sogar das Gerät wieder aus der Wand ziehen lassen, um es zu kontrollieren und es dann zu machen. Die waren definitiv not amused darüber, was mir aber egal war.

Ich lass’ es mir durch den Kopf gehen, ob ich mir das zutraue, die Abdeckung abzumachen. Im Moment habe ich noch ein wenig Respekt davor.

Ich habe eine weitere Frage, in der Hoffnung, dass ich deine/eure Geduld nicht überstrapaziere.
Gestern Nacht hat die Anlage, weil die Temperatur erreicht wurde, aufgehört zu pusten. Da das IG über unserem Kopf im Schlafzimmer ist und ich noch wach war, habe ich dann ein Geräusch wahrgenommen, was dann nach ca. 15 oder 20 Sekunden wieder weg war. Mir kam es so vor, als wäre es der Propeller des AG, was zum Stillstand kommt. Kann das sein, dass ich so etwas durch eine so dicke Wand höre, vermutlich durch die Wanddurchführung? Oder kann es sein, dass es die Kältemittelleitungen waren?

Klar, ich höre es auch, wenn es ganz leise ist. Hängt auch stark von den Puffern ab, die unter dem AG montiert wurden.

Ich bin recht geräuschempfindlich im Schlaf, insofern laufen die Geräte bei uns Nachts nicht.

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Ok, wenn ich es also richtig interpretiere, dürfte es nicht an den Leitungen und eher an der Schraube des AG liegen. Aber warum im Betrieb nicht und dann, die Schraube langsam zum Stillstand kommt? Wenn da Unwucht entstehen würde, dann doch eher im Betrieb. Das IG läuft so leise, dass man kaum was überdecken könnte. Das AG hängt direkt hinter dem IG an der Außenwand.

Kann man da was dagegen machen? Vermutlich bessere Dämpfer. Ich glaube eher nicht, dass man sich da besonders viel Mühe gemacht hat, wenn ich die Installation betrachte.

Erstmal genauer beobachten, um herauszufinden, woher genau die Geräusche kommen.