Nicht ganz, wie deine Formulierung schon zeigt: Der Hersteller empfiehlt, der Fachmann entscheidet.
Genau so ist es. Der Fachmann entscheidet aber immer nach Herstellervorgabe. Diese steht vor Norm + Fachkunde.
Für jede Entscheidung die du als Fachmann triffst, welche du mit keiner Grundlage (Norm, Herstellervorgabe, oder sei es eine klare Anwendungsregel wie man sie in der Berufsschule gelernt hat) begründen kannst, wirst du im schadensfall haftbar gemacht. Deswegen ist eine Fachlich korrekte Durchführung grundsätzlich immer erstrebenswert.
Dies gilt übrigens nur bei Kältetechnik - Bei Elektrotechnik sieht es anders aus. Denn dort verpflichtest du dich als Handwerksbetrieb in dem moment wo du die Konzession beim VNB erhälst um an seinem Netz arbeiten zu dürfen, sämtliche gängigen Normen (VDE, DIN EN…) einzuhalten. Das ist definitiv Gesetz. Und du kannst die Empfehlung ja auch nicht entkräften - der Hersteller sagt ja er empfiehlt das Problem so zu lösen - du kannst es auch anders lösen aber bis dato sind diese beiden Schutzschalter eben der einzige weg daneben, ohne anzuschließen.
Wenn man mal in die Praxis schaut: Kleinere Split-Klimas werden weltweit fast nie mit Typ B installiert. Ist einfach zu teuer und die Hersteller werden recht sicher so designen, dass nicht nötig. Typ F sollte da fast immer hinreichend sein.
Ich stimme dir völlig zu in deinem ersten Punkt. Aber in China etc (ich bin sehr viel weltweit unterwegs und schaue aus interesse sehr genau hin) gibt es schlichtweg die Problematik nicht, da es keine RCD gibt. Die haben überall TN Netz und für die ist Personensicherheit nicht so wichtig.
Ist übrigens nicht nur in China so, auch Spanien, USA… Die meisten der Anlagen haben entweder einen Anschluss ohne RCD oder die Anlagen überhaupt keinen RCD.
In deinem 2. Punkt widerspreche ich dir ganz klar. Bosch z.B ist hier ganz eindeutig: IMMER und bei JEDEM Split gerät aus der Bosch Gruppe Typ B. Egal ob 12 kW Wasser-Wärmepumpe oder 3000i Luft-Luft-Splitgerät für 400€. Diese Information habe ich schriftlich vorliegen und mehrfach bei Bosch bestätigen lassen (eben aus dem Kostenaspekt)
DAIKIN z.B hat eine Installateurunterlage wo wie du bereits sagst, der Typ F freigegeben ist für 1 Phasige Geräte (Quasi alle split geräte wie RXM, MXM…) und der Typ B nur für 3 Phasige Geräte gefordert wird.
WIESO das so ist, wird leider nicht erklärt.
Leider halten die Hersteller sich bedeckt, mit welchen Fehlergleichströmen zu rechnen ist. Würden die das angeben, wüsste man sofort, welchen FI es wirklich unbedingt braucht. Nur weil die das nicht angeben, entstehen die ganzen Unklarheiten zu dem Thema.
Jau da gebe ich dir recht. Dies ist halt einfach dem geschuldet, dass die Geräte ja für den Weltweiten markt gebaut werden. Unser “Typ A” Rcd ist ja nicht weltweit genormt. In anderen Ländern sind Auslöseschwellen, Frequenzen und ja sogar teilweise netzfrequenzen anders.. Somit kann der hersteller hier im Handbuch nix festlegen und verweist auf eine Fachgerechte Installation nach örtlicher Norm bzw Vorschrift. Klarheit bringt der Außen / Innendienst. Wir Installateure haben ja alle ein paar kompetente Jungs der 2-3 Marken die wir installueren eine Rufnummer weit entfernt an der Hand, die diese Frage sofort beantworten können.
Immerhin schafft auch ein Typ A noch pulsierende Gleichströme und sogar glatte Gleichströme bis 6mA. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass kleine Split-Klimas (also die typische 2-3,5kW Klasse) nicht über diese Grenzen gehen. Aber man weiß es eben bei den meisten Geräten nicht wirklich.
Genau so ist es. Und was man als Fachmann nicht weiß - muss man beim hersteller erfragen und sich auf das Wort von diesem leider verlassen.
Das Bosch für die 3000i einen Typ B vorsieht, ist ein riesen dilämmer. Das Klimagerät als 3.5 kW innen+außengerätekombi verkaufen wir dem Kunden für 550€ netto zzgl. Installation und der olle Typ B RCD schlägt da mit weiteren 230€ netto zubuche. Von einem Typ B RCBO will ich gar nicht erst reden.. utopisch…