FI nachrüsten in alte Elektroverteilung

Nur mal interessehalber:
Wie erklärst Du dem Kunden, dass in dem neuen Unterverteilungsschrank die Anschlüsse trotzdem noch verschraubt sind?

Na lieber Forenfreund, was passt Dir denn an meiner Antwort nicht! :smiley:

Warum sollte ich das erklären, das sieht doch jeder selbst. Die Anschlüsse im Verteilerschrank lassen sich doch nun wirklich in wenigen Minuten kontrollieren und nachziehen.

Aber zu Deiner Information über die Vorteile von Klemmen habe ich mal für Dich Google bemüht:

Zitat Anfang
Übersicht mit KI

WAGO-Klemmen bieten gegenüber Verschraubungen Vorteile wie

schnellere und einfachere Handhabung, platzsparende Installation, wartungsfreie Verbindungen und die Möglichkeit, unterschiedliche Leiterquerschnitte ohne Werkzeug zu verbinden. Sie ermöglichen eine dauerhaft sichere und stabile Verbindung, bei der sich nichts lockern kann, und sind ideal für Anwendungen, bei denen eine einfache Installation oder Nachrüstung erforderlich ist.

Vorteile von WAGO-Klemmen

  • Schneller und einfacher Anschluss: Der Anschluss ist schnell und werkzeuglos möglich. Ein Hebel genügt, um die Verbindung herzustellen.
  • Wartungsfrei: Dank der Federklemmen ist keine regelmäßige Überprüfung oder Nachjustage der Verbindungen notwendig, was bei Schraubverbindungen oft erforderlich ist.
  • Platzsparend: Die kompakte Bauweise ermöglicht eine platzsparende Installation in Abzweigdosen und Installationsverteilern.
  • Flexibel einsetzbar: Sie können sowohl starre als auch flexible Leiter und sogar Leiter mit unterschiedlichen Querschnitten in einer Klemme verbinden.
  • Sicherere Verbindung: Die Federklemmtechnik verhindert ein Lockern der Verbindung, wie es bei Schrauben durch Temperaturschwankungen passieren kann. Dies reduziert das Risiko von Überhitzung und Lichtbögen.* Einfache Handhabung: Das Ein- und Ausstecken von Drähten ist unkompliziert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lüsterklemmen müssen für Mehrdrahtleiter keine Aderendhülsen verwendet werden.* Keine Beschädigungsgefahr: Durch das Einstecken statt Eindrehen der Schrauben werden die Drähte nicht beschädigt, was bei Schraubklemmen ein Risiko darstellen kann.* Gut für schwer zugängliche Stellen: WAGO-Klemmen eignen sich für Anwendungen in schwer zugänglichen Bereichen, da sie nach der Installation wartungsfrei sind.

Nachteile von WAGO-Klemmen im Vergleich zu Verschraubungen

  • Kosten: Der Anschaffungspreis für WAGO-Klemmen ist in Dder Regel höher als für einfache Schraubklemmen.
  • Verlustrisiko: Wenn eine Klemme ausgetauscht werden muss, besteht die Gefahr, dass das kleine Bauteil verloren geht.
  • Zugkraftbegrenzung: Es gibt eine maximale Zugkraft, die die Klemme aushalten kann. Bei Anwendungen mit sehr hoher Zugkraft kann eine Schraubverbindung notwendig sein.
  • Fehleranfälligkeit: Obwohl die Bedienung als einfach gilt, können Fehler bei der Installation (z.B. nicht vollständig eingeführter Leiter) zu Übergangswiderständen führen, die zu Überhitzung führen können.
    Zitat Ende

Der eigentliche Vorteil ist natürlich die Wartungsfreiheit. :wink:

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Interessant als Laie einmal das Spektrum der Probleme zu erfahren. Letztendlich muss ich mich glücklich schätzen, zumindest mein BKW angemessen abgesichert zu haben. Die restliche Installation hielt bisher die letzten Jahrzehnte und wird wohl auch noch weitere fehlerfrei funktionieren solange hier keiner eingreift.
In diesem Sinne nochmals danke für Euren Input.
BG
Peter

Als Handwerker ist für mich die Benutzung von Werkzeug kein Hindernis.

Sind Schraubverbindungen auch nicht. Die Möglichkeit der Nachjustage sehe ich als Vorteil.

Viel Erfolg dabei eine mit Schraubklemmen vollgestopfte Dose auf Wago umzuändern.
Natürlich sind Schraubklemmen deutlich platzsparender.

Geht mit Schraubklemmen genauso. Für flexible Leiter werden Aderendhülsen verwendet..
Vorteil Wago: Auch verzinnte Litzen werden zuverlässig verbunden.
Den Rest KI Kappes muss ich hoffentlich nicht richtig stellen.

Das ist eben so eine Sache…
Meine Schwester hat einen alten Hof mit Wirtschaftsgebäuden und dementsprechend alter und noch älterer Verkabelung. Stegleitung… Bleileitung… und vieles, was man unter Schichten von Putz und Tapeten gar nicht sieht. Von den Verteilerdosen und den Steckdosenleisten an den teils einzigen Steckdosen im Raum gar nicht zu sprechen.
Ich habe vor längerer Zeit eine Ausbildung in dem Bereich, ist aber schon eine Weile her.
Und ich rate meiner Schwester immer wieder dringend, die alte Verkabelung und den Sicherungskasten zu modernisieren.
Denn es ist eben nicht sicher - evtl. nicht einmal wahrscheinlich - dass Dinge einfach weiter funktionieren wie früher mal. Oder haben sich deine Gewohnheiten / Verbräuche nicht geändert?
Ich habe schon Leitungen gesehen, bei denen beim Tausch einer Lampe einfach die Isolierung weggebröselt ist - und die Leitungen ware noch keine 50/60 Jahre alt.

Was ich damit nur sagen will: Sowohl die direkte Gefahr für Leib und Leben durch elektrischen Strom wie auch die indirekte durch Brände aufgrund veralteter / unsachgemäßer Verkabelung wird gerne übersehen hinter dem “Berg” an Kosten für eine Modernisierung.

Dazu kommen noch rostige Eisenträger an den Enden der Kappendecken,
usw. also abreißen und neu bauen. :sweat_smile:
Dienst nach Vorschrift und bloß keine Verantwortung übernehmen müssen. :wink:

Nicht mehr alle, auch da geht der Trend hin zu Federklemmen. Hager hat z.B. für PE und N nur noch Federklemmen für 1,5-2,5mm². Geht glaube ich noch nicht für größere Querschnitte.

Bekannt sollte dir sein, dass in Abzweigdosen von Altbauten recht häufig Isolierungen der Kabel wegfackeln, weil die Schraubverbindung nicht mehr optimal ist. Da zieht ja nie jemand nach und man kommt auch fast nie direkt dran, weil übertapeziert. Die Wago-Klemmen sollen in dieser Hinsicht besser sein. Ich denke aber, das spielt erst eine Rolle nach >30 Jahren.

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Hat gar nix zu tun mit “Dienst nach Vorschrift” :wink:
Nur sollte man weg vom “et hätt noch immer jot jejange” genau hin zum Verantwortung übernehmen :wink:
Und die Elektrik / die Verklemmungen & Verschraubungen samt Zubehör neigen zum Verschleiß. Würdest Du ein Auto mit über 60 Jahre alten Bremsen fahren, ohne sie mal zu warten und bei Bedarf auszutauschen? Ich denke eher nicht :wink:

Aus Gründen der Netiquette antworte ich dir ja jetzt nicht drauf.

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Deshalb gibt es in den USA Leitungsschutzschalter die Britzeln detektieren.
Weshalb die in ach so schlau Land noch nicht standardmäßig verwendet werden,
keine Ahnung.

Da es auch in 100 Jahre alten Installationen fest sitzende Schraubverklemmungen gibt,
wird das eine Ursache haben. Von vornherein nicht richtig festgezogen, oder eine
Überlastung durch defekte Automaten oder falsche bzw. überbrückte Schmelzsicherungen.

Wer sagt Dir, dass die Wago da sicherer ist? Eine Feder verliert ihre Wirkung wenn sie heiß
wird, die Andruckkräfte sind viel geringer als bei Schraubjkemmen Kupfer neigt zur Oxidation
und da kann die Kontaktfläche zur Stromübertragung kleiner werden was zur Überhitzung
führt.
Ich halte eine korrekt montierte Schraubklemme für sicherer als eine Wagoklemme.
Allerdings wem kann man in der heutigen Zeit da noch vertrauen? Wer es nicht selbst kann,
sollte Wago und Co verwenden lassen.
Gleiches gilt für das Löten von Fittingen in der Gas-Wasserinstallation. Fremde pressen lassen,
selbst löten.
PS: Verdrillen und Drüberlöten ist die sicherste Verbindung für Leitungen. Speziell an Stellen
wo man nie wieder dran kommen kann und will.

Das sieht man in der Fachwelt durchaus auch mal anders.

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Phoenix Contact auch

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Vierpolige RCD je für eine Gruppe “Steckdosen” und “Licht”. FiLS nur dort wo sie auch Sinn machen wie oben schon gesagt Heizung, EDV, Außensteckdose usw. Ich würde nicht jeden LSS gegen einen FiLS tauschen. Das geht vollkommen unnötig ins Geld.

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Ok, kann man machen, aber der Trend geht klar in Richtung Einzelabsicherung jeder Stromkreis über RCBO. Aber klar, in Deutschland wird vieles übertrieben.

Was ungünstig sein kann, wenn man zu viel auf einem RCD liegen hat: Das dann die normalen Ableitströme, die heute viele Geräte haben, in Summe dann schon fast den RCD auslösen und eine Kleinigkeit dann zur Auslösung führt. Hatte ich schon einige Male bei diversen Installationen.

Genauso ist es. Ich halte die DIN und den VDE grundsätzlich für eine sehr gute Sache. Aber sie verkommen immer mehr zum Umsatzgenerator.

Ja, solche Ereignisse kenne ich aus früheren, beruflichen, Zeiten. Wenn es dort beim Kunden zu sporadischem Auslösen kam wurde dem Kunden empfohlen einen selektierten FI einzusetzen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber die RCDs dürfen meine ich bereits bei 30% dess Nenn-Fehlerstroms auslösen und es gibt eine recht große Streuung bei welchem Schwellwert sie auslösen.

Unsere Elektroinstallation hab ich in 2016 im Rahmen der Kernsanierung komplett erneutert. Seit dem gibt es diese o.g. Gruppen “Licht” und “Steckdosen” und einzelne FiLS für die o.g. Abgänge/Endstromkreise. Dabei sind die Haupt- bzw. Unterverteilungen geschossweise angesiedelt und damit gibt es die 4poligen FI Gruppen je für ein Geschoss.

Mittlerweile gibt es in unserem Haushalt natürlich eine riesen Fülle an Elektrogeräten mit Schaltnetzteilen, Frequenzumrichter gesteuerten Antrieben (Waschmaschine, Splitklimas usw.) und es gab bisher kein einziges Fehlauslösen. Ich muss allerdings auch zugeben dass ich den Ableitstrom bis heute nicht gemessen hab - das könnte ich mal nachholen :slightly_smiling_face:

Will damit sagen, klar kann man es an allen Ecken und Enden übertreiben. Aber wenn ich die letzten fast Zehn Jahre zurück blicke wie oft irgendwas ausgelöst hat (RCDs bisher nie bis auf durch Testtaste) dann fühle ich mich an der Stelle, was die Ausführung hinsichtlich Kosten-Nutzen angeht, bestätigt.

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