ich möchte unser Ferienhaus an der niederländischen Nordsee (Zeeland) gerne mit Klimaanlagen beheizen. Was mir derzeit ein wenig Kopfzerbrechen bereitet ist die Positionierung des Innengrätes im Obergeschoss. Dieses teilt sich auf in zwei kleine und ein großes Schlafzimmer, ein Bad, sowie einen kleinen Flur. Die beiden kleinen Schlafzimmer werden wenn überhaupt ab Frühjahr, oder im Sommer verwendet - im Winter eigentlich gar nicht. Grundsätzlich kann man sagen, die Zimmer stehen zu 80-90% leer. Wir nutzen nur das große Schlafzimmer (auf dem Grundriss Slaapkamer), sowie das Bad.
Wie ihr dem beigefügten Grundriss entnehmen könnt, besteht die Möglichkeit ein Innengerät oberhalb der SZ Tür (rot eingezeichnet) zu montieren, oder ein Truhengerät vor dem Fenster (blau eingezeichnet). Vorteil des Truhengerätes wäre, dass wir bei offener Türe, den Flur und die angrenzenden Schlafzimmer mitheizen können. Leider muss bei dieser Lösung der Kanal zum Außengerät durch die Giebelwand und unschön an der Außenfassade entlang geführt werden - was ich verhindern möchte. Bei der Variante oberhalb des Türrahmens kann das Aussengerät ausserhalb des Sichtbereichs auf dem Garagendach platziert werden und die Leitungen unauffällig verlegt werden.
Meine Frage lautet nun - wird der Luftstrom auch den angrenzen Flur sowie die beiden Angrenzenden Schlafzimmer erreichen bzw. erwärmen, oder nicht? Beim Truhengerät soll dies wohl möglich sein. Bitte um Eure Erfahrungen.
Es sollten Daikin Perfera Geräte zum Einsatz kommen. Die Empfehlung der beiden angefragten Installateure lag bei der 3.5kW Variante.
Warum kannst du bei der Truhe nicht genauso dort raus, wo du mit dem Wandgerät raus würdest?
Mit einem Gerät, was direkt Richtung Tür bläst, kann man schon einiges erreichen, um mehr Wärme in den Flur zu bringen.
Wichtig wäre, wie gut die Hütte gedämmt ist. Nützt dir z.B. nur wenig, wenn du 500 W Heizleistung durch die Tür bekommst, der zu beheizende Bereich dort aber bei z.B. 10 Grad Innentemperatur schon wieder diese 500 W verliert. Dann wirds dort auch nicht wärmer.
Ins Bad pack einen Heizlüfter, dann hast du es recht schnell warm dort. Also nur bedarfsweise einschalten.
Leider ist in der Dachschräge ein Einbauschrank, den müssten wir komplett umbauen lassen um dort rauszukommen. Der Aufwand ist tatsächlich relativ hoch. Es müssten Schubladen umgebaut werden, Türen modifiziert werden usw,.
Im Bad hatte ich an einen elektr. Handtuchheizkörper gedacht. Strom ist mit 22,9 Ct/kwh relativ preiswert und PV + Akku ist auch vorhanden. Im Flur ist auch das Treppenhaus, da kann es bei starken Wind auch schon mal durchziehen. Ansonsten hat das Haus Energielabel B (160-190kwh/m2) aus Baujahr 1998.
Da ich in jedem Raum einen Temperatur-/Luftfeuchtigkeitssensor habe, hab ich mir überlegt, ob ich während unserer Abwesenheit einen Lüfter Smart ansteuern könnte, der die warme Luft aus dem SZ in den Flur pustet. Es reicht vollkommen aus, wenn Flur und die beiden anderen SZ im Winter 14-15 Grad haben - wenn Du Luft entfeuchtet wird.
Bei dem schlechten Dämmstandard und der undichten Situation würde ich das Thema Mitheizen anderer Räume abschreiben. Das wird nur sehr wenig bringen.
Alternativ erreichst du die selbe Wirkung, wenn du das Wandgerät nimmst und einen Turmlüfter in die Tür stellst und die kalte Flurluft ins Schlafzimmer bläst. (nicht anders herum, das ist in der Regel deutlich ineffizienter)
Den hier habe ich, der hat schon ordentlich Leistung:
Okay - Luftfeuchtigkeit ist im Winter immer so um 50-55%. Ich denke 300m vom Meer entfernt ist das noch ganz ok.
Ich muss halt eine Entscheidung treffen Optisch optimal vs technisch Optimal. Die Giebelwand möchte ich ungern versauen. Das hab ich bei einem Haus in der Nachbarschaft gesehen, das sieht nicht gerade ansehnlich aus.
Sind die 3.5kw nicht etwas zu viel? Und dann noch die Frage - Perfera oder Comfora? Preisunterschied ca. 500 EUR.
Wieviel m² sinds denn nach Abzug des Einbauschrankes in vielleicht 1,5m Höhe? Vermutlich kein 15m² mehr. Da ist eine 3,5kW zu groß, da nimmt man normal eine 2,5kW Anlage. Wobei die sich nicht viel tun, sind im Grunde alles die gleichen Geräte, nur softwaremäßig sind die etwas angepasst.
Ob Perfera oder Comfora würde ich vor allem daran festmachen, wie viele Tage du im Winter dort bist. Die Perfera wird vielleicht 15-20% sparsamer sein. Lohnt sich, wenn den ganzen Winter heizt. Wenn nur ein paar Wochen im Winter, dann reicht auch die Comfora. Gibt auch noch deutlich günstigere Varianten, wenn du selbst in Italien einkaufst. Oder schau auch mal bei Home | NLX International
Was mich interessieren würde: Wie sind die Preise in den Niederlanden für Installation?
Ich werde den ganzen Winter über das Haus auf ca 14-15 Grad heizen und am Wochenende auf 20-21 wenn wir dort sind, was ca. in 70% der Wochenenden der Fall ist. Im Schlafzimmer natürlich eher 17-18 Grad - sonst kann ich nicht schlafen.
Kann man die Zugluft nicht verringern? Das bläst einem alle Wärme gleich wieder raus!
Wäre es dann eine Möglichkeit, eine möglichst kleine Klima mit 2 IG zu montieren, 1x Flur (Türen zum Bad, Speicher, kleinen Räumen offen lassen) und 1x Schlafkammer? Sind die Kosten dann besser? Man dürfte doch mit insgesamt ca 2kW Wärme auskommen?
@tageloehner Ja, ich werde versuchen die Zugluft, die durch die Haustüre kommt zu minimieren - das wird sicherlich eine Menge ausmachen.
Über die Idee, zwei Innengeräte an ein Multisplit Außengerät anzuschließen, habe ich auch schon nachgedacht - aber der Montageraum ist ziemlich begrenzt im Flur. Wie geschrieben, das Bad muss nicht mit der Klima beheizt werden - das kann auch mit einem strombetriebenen Handtuchheizkörper erfolgen - der nur eingeschaltet wird, wenn man ihn benötigt.
Bisher haben wir einen Gasverbrauch von rund 850m3 für Heizung und Warmwasser für ein ganzes Jahr. Das Haus hat 92qm Wohnfläche. Mein Ziel ist, Gas nur noch für Warmwasser zu verwenden.
Also da stehen die Chancen recht gut, die Split-Klima einfach 24/7 durchlaufen zu lassen und so das Haus auf 14-15 Grad zu halten. Dann würde ich bei Abwesenheit aber auch einen Turmventilator zusätzlich laufen lassen. Und dann vielleicht auch die etwas größere 3,5kW Anlage.
Wenn die so die ganze Heizsaision durchläuft, würde ich auch die Perfera nehmen.
Die Preise in den Niederlanden sind ganz ok, vielleicht so 20-30% günstiger als in DE.
Irgendwo nochmal eine zweite Anlage einbauen, wird aber sicherlich Sinn machen.
Wie gesagt, für das OG wäre das die 3.5kW Perfera (alternativ Comfora) und für das WZ unten die 5kW Perfera. Multisplit wurde mir in dieser Konstellation abgeraten - es sei effizienter hier zwei Monosplitts zu betreiben. Ich kann das nicht einschätzen - daher meine Fragen.
Es ist so, dass wir den Raumthermostat im WZ meist im Winter bei Anwesenheit auf 20-21 Grad eingestellt haben, ein oder zwei Grad mehr wären natürlich klasse, aber dann explodiert gefühlt der Gasverbrauch.
Welche Leistung werden die Klimas denn so bei 20-21 Grad ziehen? Gibt es da erfahrungswerte, die man Pi mal Daumen annehmen kann? Bei einer Aussentemperatur von sagen wir mal 0 Grad.
Ich hab bisher nichts davon gelesen, dass weitere Split-Klimas installiert werden sollen. Beschreib doch mal den vollständigen Plan. Du hattest bisher nur von einer Anlage vom OG geschrieben.
Nur noch eine im WZ oder gibts noch weitere? Am besten auch mal Infos, wie viel m² du da im EG beheizen willst.
Für mich war nur die Situation im Obergeschoss nicht ganz klar - daher habe ich nur hier die Details genannt. Gerne natürlich die Information über das zweite Klimagerät, hier handelt es sich um die Daikin Perfera mit 5kW. Sie soll das UG, das hauptsächlich aus einem WZ mit Sitz und Essbereich sowie einer offenen Küche besteht heizen - daher auch das 5KW Gerät.
Alles klar, ja, macht grundsätzlich so Sinn. Eine gewisse Unsicherheit bleibt, ob die Wärmeverteilung hinreichend gut sein wird. Und die 5kW Maschine hat leider keinen guten SCOP mehr. Da würde ich über eine 4kW Daikin Nepura Perfera nachdenken, die ist leistungsfähiger und hat einen deutlich besseren SCOP von 5,5.
Vielen Dank für den Tipp, das schaue ich mir gleich mal an.
Zum Thema Stromverbrauch, hast Du da auch eine geschätzte Indikation? Ich habe absolut kein Gefühl, wieviel Leistung so eine Klimaanlage zieht, wenn zb bei 0 Grad Außentemperatur im WZ die 20-21 oder gar 22 grad gehalten werden sollen. Beim Gas gehen da schnell 10-12m3 durch. Was locker 18 EUR pro Tag sind.
Die Rechnung ist eigentlich recht simpel. Wenn du im Winter 10-12 m³ Gas bräuchtest, sind das ungefähr 100-120 kWh Energiegehalt. Davon kann an nochmal 20% abziehen, die durch den Schornstein gehen. Also hat dein Haus einen Wärmebedarf von vielleicht 80-100 kWh, rechnen wir einfach mal mit 80 kWh. Jetzt schaust du dir an, welchen COP deine Anlage bei der Außentemperatur hat. Nehmen wir mal COP 3. Dann brauchst du elektrisch etwa 80 kWh / 3 = 26,7 kWh Strom.
Nur auf das Wohnzimmer gesehen: Dafür müsstest du die Heizlast des Wohnzimmers kennen. Dann weißt du den Wärmebedarf bei welcher Außentemperatur und dann kannst du auch den Verbrauch hier berechnen.
Weil es ein fast linearer Zusammenhang ist zwischen Temperaturdifferenz Innen-Außen und Heizlast, kannst du fürs Wohnzimmer einen Faktor ermitteln. Bei uns im WZ sind es z.B. so um 60 W/K. Damit kann ich dann ganz schnell die Heizlast bei jeder Außentemperatur ermitteln. Beispiel 0 Grad außen und 20 Grad innen. Macht dann 60 W/K * 20 K = 1200 Watt = 1,2kW. Würde ich 24 h heizen, um den Raum auf 20 Grad zu halten, wären es 1,2 kW * 24 h = 28,8 kWh.
Prima! Vielen dank für die Erklärung. Damit kann ich etwas anfangen.
Meine ursprüngliche Annahme war, dass ein m3 Erdgas 9,7kwh Heizenergie liefern. Die habe ich dann durch den scop von 3 oder 3,5 dividiert und mit meinem Strompreis multipliziert. Dass es noch Verluste gibt - wie du es formuliert hast „gehen durch den Schornstein“ habe ich gar nicht betrachtet.
Nehmen wir mal den Januar, kältester Monat und der einzige Monat in dem wir gar nicht vor Ort waren. Das Haus war konstant auf 16 Grad geheizt. 170m3 Gas habe ich verbrannt.
170m3 x 10kWh/m3 x 80% = 1.369kwh % 3 scop = 453kwh
453kwh x 0.229)/kWh = 103 EUR
Egal, ob nun 103 oder 125 EUR… ist deutlich weniger als 248 EUR Gas (bei 1,46 EUR/m3). Sicherlich wird die PV Anlage auch noch ein paar kWh dazu beisteuern. Aber das dürften nur 60-90kWh sein.
Wenn ich richtig verstehe, wird der SCOP bei steigenden Außentemperaturen besser, tendenziell Richtung 3,5 oder 4?
Dass die Klimaanlage im Sommer durchgängig komfortabele Kühle bringt - die sicherlich komplett durch PV + Speicher gedeckt wird, lasse ich komplett außen vor.
Du musst unterscheiden zwischen COP und SCOP. SCOP ist der Jahresdurchschnitt, den die Anlage bei einem typischen Tempraturprofil dann hat. COP ist die momentane Effizienz, also aus wieviel kWh Strom du wieviel kWh Wärme machst. Bei 5 Grad kannst du noch von COP 5 ausgehen, bei 0 Grad eher so um 3, bei -5 Grad vielleicht 2,5. Genaue Werte findest du in den Eurovent Daten oder die Infos, die ich oben verlinkt hatte.
Erdgas Umrechnung 9,7 bei dir hat was mit dem Brennwert des Gases zu tun, der liegt in den Niederlanden etwas niedriger, die 9,7 dürften da stimmen.