es scheint mir, als wenn noch nicht allzuviele Leute eine Fassaden PV auf eine Stülpschalung gebaut haben. Zumindest konnte ich am Wochenende keine Ideen "klauen" als ich nach Lösungsansätzen recherchiert habe. Wichtiger Hinweis an der Stelle: Die Fassade ist bereits fertig.
Die Herausforderung:
Ich möchte gern 14 Module aufgeteilt in 7 Spalten und zwei Reihen in 90° Ausrichtung sowie im Portraitformat an die hinterlüftete Vorhangfassade unserer Giebelseite montieren. Die Fassade selbst ist dabei in Eternit-Stülpschalung ausgeführt und darf nicht konstruktiv belastet werden. Die Latten wiederum sind auf zwei Schichten KVH (oberste Schicht 4x8cm, unterste Schicht 6x10cm) montiert und die Gefache zwischen den KVH Hölzern sind mit Glaswolle gedämmt. Zwischen der 4x6 Lattung und erster KVH Schicht befindet sich noch eine diffusionsoffene Unterspannbahn die nicht von Befestigungsmitteln durchstochen werden soll.
Die Fassade selbst ist auf eine 4x6 Lattung montiert und die Latten haben einen Abstand von meist 63cm Mitte Latte zu Mitte Latte. Im Stoßfugenbereich sind immer zwei Latten direkt nebeneinander, das war konstruktiv vom Hersteller der Paneele so gefordert.
Die größte Herausforderung für mich ist nun, Befestigungsmittel zu finden an denen die PV-Montageprofile montiert werden können, die aber mit dem schrägen Winkel der Eternit-Fassade klar kommen bzw. eine Abdichtung mit Schräge hab ich noch nicht gefunden.
Mein erster Gedanke geht in Richtung Stockschrauben. Das Holzgewinde darf dabei aber nicht so lang sein dass die Schrauben die Unterspannbahn durchstechen. Dann die Frage, ob nun 8mm oder 10mm Stockschrauben? Ich halte 10mm für overdressed. Und dann sollten "irgendwie" die Bohrlöchter an denen die Stockschrauben das Eternit durchstechen abgedichtet werden. Hier gibt es aber einen schrägen Sitz der Dichtung.
Vielleicht hilft hier das Schwarmwissen weiter und kann mir sozusagen als Ideengeber dienen?
Nee, ich kenne den Beitrag und bin von der Lösung auch sehr begeistert! Aber er hat die PV in die Fassadenbekleidung integriert. Das ist eine super Idee aber bei uns nicht mehr möglich, die Fassade ist bereits fertig. Der Beitrag hätte im Dezember 2024 veröffentlich werden müssen um ihn in der Planung noch berücksichtigen zu können
Jetzt bleibt leider nur noch die Möglichkeit die PV auf die Fassade zu bringen, aber eben mit den o.g. Herausforderungen.
Das Problem hier ist, dass die Tragstruktur deiner Fassade zusätzlich mit etwa 30 kg/m² belastet wird. Diese Zusatzlast erzeugt ein zusätzliches Biegemoment in der Gesamtkonstruktion.
Wie ich aus deinem vorherigen Thread entnehmen kann, müssen die vertikalen Lasten und Biegemomente über zwei Ebenen der Konterlattung in die Pfosten der vorgehängten Fassade abgeleitet werden.
Wie sind deine Pfosten befestigt – also welche Verbindungsmittel und Anzahl wurden verwendet, und wie ist das drunterliegende Mauerwerk beschaffen?
Wenn diese zusätzlichen Lasten nicht von Anfang an eingeplant waren, würde ich vorschlagen, eine eigene Tragstruktur am Haus zu gründen: mit vertikalen Pfosten, die verschraubt und über ein Kugelgelenk an der Fassade gesichert werden. So kannst du weiterhin eine schlanke Konstruktion beibehalten und zugleich den unterschiedlichen Ausdehnungen von Metall und Holz Rechnung tragen.
Die erste Dämmlage/Gefache wurden mit KVH 6x10 auf der Außenschale (11,5er Hochlochstein 1,4t/m³) mit Hilfe von Fischer Fassadendübeln SXR-T 10x160 unter Verwendung des Fischer-Spezialbohrers befestigt, die Dübel sind 20mm im KVH versenkt. Durchschnittlich gibt es in vertikaler Richtung etwa alle 95cm einen Befestigungspunkt. Die Gesamtanzahl müsste ich raussuchen. Zusätzlich wurden im Giebeldreieck Vereinzelt KTS KT 10 KL 10x260 bis in die Innenschale gesetzt um die Aufgabe der Drahtanker (aus den 60ern) zu unterstützen. Die Gefachbreite entspricht der Dämmstoffbreite -6mm, also 594mm.
Außenschale wie erwähnt 11,5er Hochlochstein Rohdichteklasse 1,4t/m³. Dann 60-65mm Luftspalt und dann Innenschale mit 11,5er Kalksandstein Rohdichteklasse 1,8t/m³.
Aber ich denke dein Vorschlag mit der entkoppelten Konstruktion für die PV Module ist die bessere Wahl, vor dem Hintergrund dass das Mauerwerk bereits mit dem Holzbau, der Dämmung und den Faserzementplatten und allen Befestigungsmitteln recht schwer belastet ist.