Hallo wertes Schwarmhirn, Bastler und Tüftler hier im Forum,
bei mir läuft aktuell ein Balkonsolargerät mit 4x430 Wp Trina VertexS NEG9RC.27 Modulen (1x Ost, 3x Süd) an einem Hoymiles HMS-1600-4T (openDTU auf FusionDTU-Board) Anlage ist mit Wielandstecker an einem Balkon einer Eigentumswohnung angebracht und angemeldet mit 0,6kVa.
Ich möchte mir nun die nächsten Schritte überlegen, die ich sinnvollerweise umsetzen könnte ohne mich in eine Richtung zu verrennen oder doppelt kaufen zu müssen.
Mein Plan: Aufbau eines Batteriespeichers mit 48V/5kWh Speicher. Vermutlich wird die Batterie ein Selbstbau werden, habe mit LiPos und LiFePos noch aus meiner RC-Hubschrauber-Zeit einiges an Erfahrung (auch mit BMS). Netzparallel war ich damals aber nicht unterwegs, daher jetzt meine Fragen.
Vorab noch ein paar Rahmenbedingungen:
Solarmodule und WR sind draußen auf dem Balkon
ein Batteriesystem im angrenzenden Wohnzimmer fällt wegen WAF (Woman acceptance factor) aus. Einzige Möglichkeit wäre der Hauswirtschaftsraum, der hinter zwei Wänden liegt (Kabelkanal vom Balkon dorthin aber schon vorhanden, Länge ca. 10m). Ich bin der Meinung, dass DC-Seitige Akkus schon besser wären, aber ich möchte diese nicht draußen auf dem Balkon dem Wetter und Temperaturen ausliefern und mit 12m 6mm^2 Kabel hätte ich zum Hauswirtschaftsraum auch schon Leitungsverluste. Daher der Ansatz mit der AC-Kopplung
eine Daikin Perfera ist an der gleichen Phase wie das Balkonsolar geschalten mit dem Ziel, tagsüber bei Bedarf einen gewissen PV-Überschuss in Kälte/Wärme zu wandeln
Meine Fragen:
welche AC-seitige Batterielösung wäre aktuell zu bevorzugen?
Victron ESS mit MultiPlus-II GX 3kw (Shelly Pro 3em vorhanden, Raspi mit VenusOS, Einbindung Hoymiles über openDUT). Vorteil wäre meiner Meinung nach das tolle VRM-Portal, gute Verfügbarkeit und viel "Schwarmwissen" in Foren. Wird der Multiplus sehr laut? Hauswirtschaftsraum ist 2 Türen vom Schlafzimmer entfernt.. Besteht überhaupt eine Chance, diese Anlage anmelden zu können?
Selbstbau mit AC-Netzeil und Trucki-Stick?
anderer Hybrid-WR?
Gibt es andere Möglichkeiten, mich schrittweise zu einer endgültigen Lösung vorzuarbeiten? Vielleicht vorab lastabhängige Steuerung des WR über Python-Script oder gibt es da auch was, was ohne Batterie direkt auf dem openDTU mit Verbindung zum Shelly funktioniert?
Vielen Dank für eure Hilfe, ich bin seit Tagen am Einlesen, aber es gibt so viele Texte, Videos und Infos dazu, dass man irgendwann das Gefühl hat im Wald zu stehen ;)
Gerne auch Links zu Seiten, wo ich mich selbst einlesen kann.
Hast du dir mal die Software "Open DTU on battery" angeschaut, mit dieser kannst du auch einen AC gekoppelten Speicher realisieren, als steuerbares Ladegerät wird hier ein über CAN angesteuertes Huawei Server Netzteil genutzt. Ist meiner Meinung nach die preisgünstige Lösung, wenn es einfacher und etwas teurer werden soll, würde ich den victron multiplus nehmen.
Wenn ich mich da jetzt richtig eingelesen habe, bedeutet das aber, dass der LiFePo zwar über ein AC-Netzteil geladen wird, aber entladen und in die Hausverteilung wird beim openDTU-onBattery ja weiterhin mit einem Solar-WR, oder? Also entweder müsste ich den Akkupack doch wieder in die Nähe meines WR (Balkon) bringen, oder ich beschaffe mir einen zweiten Hoymiles, der ständig am LiFePo hängt und dann bei Bedarf einspeist?
@d-san genau so ist es: wenn du den Akku AC mäßig koppel willst, brauchst du zwei DC/AC Wechselrichter. Mit zwei mal umwandlungsverlusten.
Du kannst aber auch die String Leitungen verlängern und den Akku DC mäßig mit der PV Koppeln. Musst dann halt gegebenfalls neue Kabel quer durch Haus legen.
Mit 2 parallelgeschalteten Panels kannst 15m 2x16 in deinen Kabelkanal legen und hast 3% Leistungsverlust. DC-> AC -> DC -> AC kostet dich viel mehr, auch an Material. Mit 2-3 Panels in Reihe und MPPT Lader kannst auch bei 2x6 bleiben und hast 3% Verlust bei 25-30m
Nach etwas Recherche stellt sich mir aktuell beim Victron die Frage, benötigt es eigentlich die GX-Version vom Multiplus-II oder langt es nicht, das VenusOS auf dem RPI4 laufen zu haben und von dort per MK3-USB auf den Multiplus-II zu gehen?
Du kannst auch den Pi per MK3-Interface am Multiplus ohne GX nutzen, ja.
Läuft bei mir so, würde ich nicht wieder machen. Die ganzen Adapter die mit der Zeit dazu kommen sind teuer als die paar Eur Aufpreis für ein GX.
Den Shelly und die openDTU kannst Du auch im GX einbinden. Gerade der schlanke Aufbau mit einem Multiplus II GX macht das ganze WAF-positiv. Dazu einen schicken Akku und das sieht sauber aus.
Anmelden ist da eine ganz andere Geschichte. In der einfachsten Version würde ein Schuko-Stecker reichen um das anzuschliessen. Dann ist die Anlage nicht ortsfest und muss auch nicht angemeldet werden.
Bei mir hängt der Multiplus in einer Nische im Flur, da wird der nur lauter wenn Abends mal der Herd an ist und viel eingespeist werden muss. Ansonsten höre ich den kaum. Da sollten geeignete Dübel aber auch helfen.
OpenDTU-onBattery hatte ich ein paar Monate laufen, sehe das aber inzwischen nur als Zwischenlösung um es dann "richtig" zu machen. Alleine die Option mit einer Steckdosenleiste Notstrom zu haben ist Gold wert (und auch WAF-positiv).
Wenn ich mich per SSH auf die Konsole verbinden könnte und somit ein paar Erweiterungen (dbus-serialbattery, dbus-opendtu) und auch node-red installieren kann, wäre für mich die Welt ja schon fast perfekt.
Eigentlich wollte ich ja probieren, den JK-BMS per Blutooth zu verbinden (wegen Kabelgewirr), aber das würde dann wohl nicht gehen, da der MultiPlus kein BT hat, richtig? Da ja ohnehin 2 Kabel von der Batterie zum MPII müssen, wäre das ja noch das kleinste Problem hier noch das RS485-to-USB-Interface von Victron (RS485-zu-USB-Schnittstelle - Victron Energy) am USB zu nutzen, oder?
Braucht der Multiplus II GX 3000W nicht eine eigene Leitung, die mit 32A abgesichert wird. So berichtet zumindest mein Bruder, der sich das gerade zulegt.
VenusOS lange läuft auf dem GX, ssh und Scripte sind problemlos.
JKBMS per BT habe ich nie zum Laufen bekommen. Und ja, ob zwei oder drei Kabel vom Akku zum Multiplus laufen sieht dem Kabelkanal hinterher niemand mehr an.
@grumpy_badger vielen Dank für deine Infos, obwohl ich ungelogen knapp 10 Tage fast ununterbrochen lese und suche, konnte ich noch nicht alles finden, was ich brauche. Den bestellten RPi4 kann ich also schonmal retournieren..
Es gibt unzählige Videos, wie Leute ihren RPi mit VenusOS konfigurieren, aber mal direkt an einem MP-II GX hab ich noch nichts brauchbares im Netz gefunden, daher Danke für die Auskünfte!
Darf ich fragen, wie der jetzt gekoppelt ist? Welches Kabel hast du verwendet? Hintergrund für meine Idee mit BT wäre die galvanische Trennung zwischen MPII und Akku-BMS
Würde jetzt per JK RS485 Adaptermodul auf ein Waveshare USB-RS485-Konverter gehen und diesen in den MPII stecken (USB), aber damit ziehe ich ja die Masse vom BMS mit auf den USB-Stick, oder?
Was für einen Raspi statt Cerbo GX sprechen kann, ist der doch recht knappe Speicher dort. Ich hab da in der Anfangs-Euphorie recht freizügig einige zusätzliche Pakete installiert (z.B. nen Emacs als Editor) und muß jetzt irgendwann mal sehen, da wieder richtig aufzuräumen oder das Ding komplett zu reseten. Bei nem Raspi hätte man da sicherlich mehr Spielraum um den dann auch anderweitig zu nutzen und alles rund um die Home Automation an einem Platz zu haben.
ja, das ist valide. Ich habe meine gesamtes "Smart Home" (Home Assistant) auf einer Virtuellen Maschine auf meinem Heimserver (Synology) am laufen. Dort habe ich die gesamte Überwachung und Verknüpfung der Komponenten an einem Ort (insb. Speicherung der Daten in InfluxDB usw. inkl. täglichem Backup auf den Heimserver sowie verschlüsselt auf einen Cloudflare-R2.
Auf dem GX innerhalb des Multiplus-II wollte ich nur die notwendigste Software zur Steuerung laufen lassen, die im Notfall auch allein alles managen kann (VenusOS, BMS-Anbindung mehr nicht)
Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass die GX-Einheit in den MP-II leistungsstärker sein soll als beim cerbo-gx.. Finde ich aber auf die Schnelle nicht