Experiment: Hoymiles HMS 800 Leistung "auf nur einem Lungenflügel"

Was ich mich schon oft gefragt habe, und wozu ich bislang keine genauen Zahlen gefunden habe: Ist so ein Hoymiles HMS-800W-2T Mikrowechselrichter eigentlich ein Wechselrichter mit 2 MPPT-Eingängen, der am Ende AC-seitig auf 800W gedrosselt ist, oder sind das zwei "zusammengeschweißte" Hoymiles 400, wo jeder Eingang maximal 400 Watt kann?
Ich habe es ausprobiert, und das Ergebnis ist klar - das sind tatsächlich zwei zusammengeschweißte 400er Wechselrichter.

Also, hier ist mein Versuchsaufbau:

Ich habe zwei bifaziale 450W Module (96-Zeller) parallel geschaltet (sorry für die fliegenden Lüsterklemmen - es fehlte mal wieder genau ein Patchkabel) und beide an den linken Eingang des Hoymiles geklemmt. Der rechte Eingang blieb frei. In dem Sinne habe ich den Hoymiles also "nur auf einem Lungenflügel atmen lassen".

Dann habe ich ihn hochfahren lassen und einen Zeitraum abgewartet, wo auch wirklich volle Kanne die Sonne draufgeschienen hat, da wären bei angeschlossenen 900Wp bestimmt 800W möglich gewesen. Und das Ergebnis, siehe "Screenshot" der Handy-App:

Die 0,6V an Eingang 1 sind ein Phantom, der war schließlich offen. An Eingang 2 zieht er etwa 13A bei 33V, was um die 430W DC-Leistung ergibt. AC-seitig sagt die App, dass 407,9W herauskommen, ein Powermeter in der Steckdose sagte 407W.

Man sieht also, dass trotz massivem Overpaneling des einen Eingangs nur haarscharf mehr als die Hälfte der 800W Nennleistung herauskommt. Intern verhält sich der 800er Hoymiles also tatsächlich so, als wären es zwei diskrete 400er.

Das als Tipp für alle, die z.B. 4 Panels in Ost-West-Ausrichtung dranhängen wollen. Da sollte man an jeden Eingang dann 1x Ost und 1x West hängen, sonst schenkt man was her.

Und was man auch sieht: Trotz der gut 30A möglichem Kurzschlussstrom in obiger Konfiguration begeht der Hoymiles keinen Suizid, sondern zieht nur einen Strom, den er vertragen kann.

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Leider geben die Hersteller diese Sache nicht in den Datenblättern an, so dass man sich das mühsam aus dem Internet suchen muss. Insofern gut, dass du das mal ausprobiert hast.

Früher haben alle Hersteller das so gemacht. In den letzten Jahren gibt es einige, die auch 800 W pro Kanal können. Der Growatt soll es recht sicher können und aktuelle Deye WR sollen es wohl auch können.

Das war bei den HM600 HM800 auch schon so. Das Overpaneling mit Ost/West Modulen ist auf jeden Fall unkritisch, weil die Beiden niemals gleichzeitig ihre maximale Leistung liefern können.

Bei 2 oder mehr Südmodulen parallel kann es sein, dass erst mal ein höherer Strom fliesst, wenn z.B. die Wolke wegzieht und die MPPT Regler nicht schnell genug reagieren. So kurzzeitige Überlastungen führen meist nicht zu einem sofortigen Defekt, aber die Leistungstransistoren merken sich sowas und die Lebensdauer leidet.

Wenn man allerdings die Leistungsbegrenzung per DTU nicht auf volle Kanne stehen lässt, sondern z.B. auf 80% dann wirkt eine Strombegrenzung und das geht schnell und die Dinger halten “ewig”. Der MPPT Regler muss halt erst rumprobieren.

Überlastung ist unmöglich, der DC-Eingang holt sich immer nur den Strom, den die Eingangsstufe auch verträgt. Das funktioniert völlig unabhängig vom MPPT. Der MPPT sitzt oben drauf und ist viel langsamer.

Ich versteh das ganze nicht. Die wechselrichter haben getrennte mppt. Jeder mppt kann das was er kann. Ein hm400 hat nur einen mppt.
Ist doch klar, ein mppt kann was er kann. Stellt den maximalen arbeitspunkt ein, zieht dann max leistung, die er kann. Egal wie viel panel man parallel aufschaltet.
Mein victron rs 48/6000 hat zwei Abschlüsse für Solarpanel, aber es gibt nur einen mppt intern. Das steht in der beschreibung, wird klar kommuniziert.
Die growatt mic wechselrichter werden mit verschiedenen leistungen verkauft, um mehr kunden bedienen zu können. Intern sind die gleich, der mppt kann 2.000 W. Wer ein 1.000 w growatt mic kauft, kann den auf 2.000 W umstellen.

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