ich habe eine Frage bezüglich der Temperatur meines Solarbatteriespeichers. Ich habe den Akku in einer isolierten Kiste im Freien installiert.
Es handelt sich um einen DIY-Akku mit 16 Zellen (16S) und 280Ah EVE-Zellen.
Ohne zusätzliche Heizung erreiche ich dort drin Temperaturen von bis zu 38 Grad. Gibt es eine kritische Temperaturgrenze für die Zellen? Ab wann sollte ich mir Gedanken über eine zusätzliche Belüftung oder Kühlung machen? Ich hatte eher bedenken das es zu kalt ist.
VG Friso
38C ? bei den jetzigen Witterungen? Steht der windgeschützt in der prallen Sonne und gleichzeitig knallst Du den mit wieviel C-Rate voll?
Bis 40C geht noch drüber wäre schlecht. Ich würde 20-35 anstreben. Meiner steht in der Garage (die liegt 50% unter der Erde wegen Hang) und hat zwischen 5C (tiefster Winter ohne Ladung) und ~30C (Sommer).
die 60°C aus dem Datenblatt sind mir bekannt, empfand ich aber ein wenig hoch die Labor Daten sind im Verhältnis zur Praxis nicht immer gleich zu setzen.
der Akku steht in einem offenen Schuppen, meine Kiste, die ich gebaut habe, ist wohl doch besser isoliert als ich vermutet haben, dann mach ich mir schon mal Gedanken für eine Belüftung im Sommer. ach so maximal lade ich im Moment mit 100A das sollten 0,36 C sein
Wo sind die Temperatursensoren montiert? Oben auf den Zellen?
Hast du die Möglichkeit mal die Temperatur unten an den Zellen zu messen?
Aus Erfahrung erwärmen sich die Zellen selbst eher weniger, aber viel mehr sind die Zellverbinder mit ihren Übergangswiderständen sowie der Montageort der Temperaturfühler das Problem. Und da die Temperaturfühler gern oben auf die Zellen- oder im oberen Bereich zwischen den Zellen montiert werden kommt es hier zu einem Messfehler (wobei dies auch auf eine unsaubere Verbindung der/des Zellverbinder hinweisen kann).
Es gehört schon einiges dazu so eine über 5kg schwere Zelle auf 38°C zu bringen.
Hast du die Möglichkeit mit der IR Kamera mal die Zellverbinder zu messen? Wenn ja, darauf achten dass kein blankes Metall (spiegelnde Oberfläche) gemessen wird sondern möglichst schwarze Isolierbandstreifen drauf kleben und die messen.
Das ist eine gute Empfehlung wenn vorhanden. So habe ich das nach Fertigstellung auch gemacht. Vor der Messung bewusst mal mit höherer C-Rate geladen um sicher zu gehen, dass im Betrieb alles kühl bleibt.
Wenn das in einer geschlossenen Kiste ist.... wo befindet sich das BMS und hast Du evtl. passive Balancer die Hitze in die Kiste abgeben?
ja. aber um die frage des OP zu beantworten, bräuchte man jedenfalls mindestens ein diagramm temperatur vs lebensdauer, und dann müßte jeder die frage trotzdem für sich beantworten -- meine akkus haben in den letzten 6 monaten grad mal 28 vollzyklen gemacht, das wären also auf 20 jahre grob 1000 zyklen, die sie halten müssten. das schaut bei jemandem, der einen zyklus pro tag fahren will, ganz anders aus.
Ich glaube nicht, dass man es verkomplizieren muss. Es sollte klar sein, dass hohe Temperaturen nicht lebensdauerförderlich sind. Klar wenn man die Zyklen ins extreme treibt ist die Alterslebensdauer weniger relevant. Aber wenn das Pack jetzt schon 38C haben sollte, was passiert wenn es draußen mal 35C hat im Sommer. Vermutlich dann über 50C im Gehäuse. Wenn es eine Einfache Möglichkeit gibt diese zu senken -> MACHEN.
Zum machen gehört auch die Verbinder zu prüfen.
Naja, wenn man nur die Symptome bekämpfen möchte baut man jetzt eine Belüftung ein.
Wenn man der Ursache für die doch recht hohe Innentemperatur bei den aktuell doch ziemlich niedrigen Außentemperaturen auf den Grund gehen will geht man der Sache gewissenhaft nach, mit allen Methoden und Tipps die bisher schon genannt wurden.
Jetz könnte man sich auch noch mal den Spaß machen und anhand der Kistengröße und der Dämmeigenschaften die Leistung ermitteln die nötig wäre um bei Außentemperatur X eine Innentemperatur Y zu erreichen. Ich würde fast wetten das da im Inneren was nicht ganz Koscha ist, will nicht sagen was Dramatisches, aber es geht Energie verlustich was sie ggfs. nicht müsste und sinnvoller eingesetzt werden könnte.
Wenn ich bei uns die geladenen und entladenen kWh ins Verhältnis setze, haben meine drei Packs bezüglich laden/entladen einen Verlust von 4,3%. Die gehen derzeit im um die 20°C warmen Keller nicht über 24°C. Zugegeben, geladen werden sie derzeit mit nicht mehr als 61A.
vielen Dank nochmals für die vielen hilfreichen Ratschläge! Ich wollte euch ein paar zusätzliche Informationen geben, die die Situation vielleicht noch etwas klarer machen.
Bisher lief mein DIY-Akku mit den EVE-Zellen absolut problemlos. Er war in einem beheizten Technikraum untergebracht, und sowohl die Raumtemperatur als auch die Akkutemperatur lagen konstant bei etwa 22°C. Das Gehäuse ist ein EEL Battery v4.
Die Änderung erfolgte nun, da ich den Akku in eine stark isolierte Kiste (mit 10 cm Dämmung von allen Seiten) nach draußen gestellt habe. Ich vermute, dass die sehr gute Isolierung, die ursprünglich vor Kälte schützen sollte, nun dazu führt, dass sich die Wärme im Inneren staut, da der Wärmeaustausch mit der Umgebung stark reduziert ist.
Ich werde auf jeden Fall nochmals alle elektrischen Anschlüsse sorgfältig überprüfen, um sicherzustellen, dass es keine losen oder korrodierten Verbindungen gibt, die sich erwärmen könnten. Mein Ziel ist es, dass keine Stelle wärmer als handwarm ist.
Für den kommenden Sommer plane ich bereits den Einbau einer Lüftung in die Kiste, die ich dann bequem mit einem Shelly steuern kann, um die Temperatur bei Bedarf zu regulieren.
Eure Hinweise bezüglich der Zellverbinder und der Position der Temperatursensoren werde ich ebenfalls im Hinterkopf behalten, sobald ich die Möglichkeit habe, genauere Messungen vorzunehmen.
Deine Vermutung trifft auf alle Fälle zu. Es wäre interessant zu wissen, welche Abmessungen das Isoliergehäuse hat, welches Materrial dafür verwendent wurde und wie die Verbindungen der Teile hergestellt wurde. So kann man nicht nur überschlagen, wie hoch die Temperatur werden könnte sondern auch, ob sie bei extremer Kälte und Wind überhaupt genug Isolation bietert, damt man mit dem sehr knappen Solarstrom eine Innentemperatur von 15°C halten kann. Wie sind die Zuleitungen ausgeführt? Bei denen ergibt sich das Problem, dass sie einen erhöhten Querschnitt brauchen, weil sie unzulässig warm werden könnten. Gleichzeitig stellen sie dann aber auch eine Wärmebrücke dar, dessen Wirkung man bei einer Temperaturdifferenz von 35k doch mal berechnen sollte.
Eine Belüftung kann in solch einer Kiste zu Feuchtigkeitsproblemen durch Kondenswasser führen.
Das Temperaturproblem wird nach meiner Beobachtung nicht ernst genug genommen. Wird die Kiste bei niedrigen Temperaturen geheizt?