ich betreibe eine Quasi-Inselanlage im Haus mit Batterie-Speicher, 3 x Victron MP mit 5KW, einigen kWp in verschiedene Himmelsrichtungen und überwache alles mit dem Victron Cerbo - läuft alles soweit zufriedenstellend und deutlich unter der Lastgrenze.
Zusätzlich zu dieser Anlage habe ich ein paar Panels auf meinem Carport installiert, welche aktuell DC gekoppelt sind. Auch das läuft ohne Probleme.
Da ich mein Auto mehr damit laden möchte und noch Fläche auf dem Carport zur Verfügung steht, möchte ich dort noch aufrüsten - etwa 2-2,5kWp.
Nun die Frage: Wie am besten? DC gekoppelt - dann müsste ich die DC-Leitung erweitern und einen entsprechenden Laderegler im Haus ergänzen oder AC gekoppelt - mit einem 3Phasen WR über die vorhandene 5-Draht-230V-Leitung. Ist die vorhandene Anlage fähig die AC-Carport-Leistung in meine Batterie zu speichern? Kann das Cerbo die Leistung vom Carport erfassen?
Bei AC-Kopplung nehme ich am besten welchen WR?
Lt. Zeichnung läuft die bestehende Victron-Installation netzparallel. Der neue Umrichter wäre dann direkt am Netz. Da es keine Victron 3-phasigen Wechselrichter gibt, und auch keine, die ohne zusätzliche MPPTs einspeisen können, muß der irgend was anderes sein.
Der Cerbo muß dann die Leistung aus dem neuen Wechselrichter auslesen, oder über einen zwischengeschalteten Zähler erfassen. Ersteres klappt out of the box z.B. mit Fronius, vermutlich auch mit SMA. Für andere brauchts da eigene Softwarebasteleien über Modbus.
Letzteres wäre z.B ein Victron EM540.
Danke für die Infos. Eine Sache stimmt nicht - aber da ist meine Zeichnung zu ungenau - die rote 230V-Zone ist komplett geinselt - die 3 Victron-WR haben am Eingang das Stadtnetz (nicht auf der Zeichnung zu sehen) und am Ausgang das Haus - die Erweiterung würde also ins Haus einspeisen und nicht ins Stadtnetz - das sollte aber an deinen Ausführungen nichts ändern - richtig?
ok - dann nehmen wir mal eben für DIESES Szenario an, es gebe die Verbindung von Stadt zu Victron-Eingang nicht - ob man dann in der Dunkelflaute damit durchkommt sei mal dahin gestellt. Tatsächlich besteht diese Verbindung aktuell auch nur von etwa Nov bis Feb - die restliche Zeit ist es dann tatsächlich eine Insel…..aber das ist hier nicht die Diskussion.
Nochmal auf die Antwort von Oliver:
Google gab mir diverse Ergebnisse zu Victron und Fronius - es seien gute Partner (elektronish gesehen) - läuft die Kommunikation da über die Stromleitungen oder muß ich ein Kommunikationskabel zwischen Cerbo und Fronius vorsehen?
Fronius arbeitet out of the box mit Victron und auch SMA ist relativ einfach einzubinden. Du benötigst aber eine Netzwerkverbindung zwischen den Geräten zur Kommunikation.
Das Netz hängt also an AC-In der Victrons, und das Haus an AC-Out?
Dann ist das nicht netzparallel. Der neue Umrichter hinge dann an AC-Out, und muß die 1:1-Regel erfüllen. Das ist aber bei 2,5kWp kein Problem.
Ich hatte irgendwo mal aufgeschnappt, dass Fronius und Victron zwar miteinander sprechen können, eine Stufenlose Leistungsregelung des Fronius durch das Victronsystem aber nur möglich ist wenn der Fronius am Netz hängt - stimmt das? Ich konnte das bisher nicht tiefer ergründen, wäre auch für unsere AC gekoppelte PV Erweiterung interessant.
Ansonsten wird jeder AC gekoppelte WR am AC OUT des MP2 durch das Frequenzshifting in der Leistung geregelt. Dazu ist dann keinerlei Kommunikation erforderlich. Praktizieren wir bereits in unserer Insel mit einem SOLAX X1mini.
Bei mir ist letzten Sommer die Kombination Victron (echte Insel) RS 48/6000 2 Stück plus ein Fronius der auf das Insel AC einspeist ausgezeichnet geleaufen. Inklusive dem Abregeln des fronius durch das Victronsystem. Wobei ich die “Programmierung” des Fronius als nerftötend empfand.
Hab es beim Laden des tesla mit 7,4 kW einphasig genutzt.
Keine Ahnung, wäre aber blöd. Alternativ gibts ja immer noch die Frequenzanhebung durch die Victrons im Inselbetrieb. Die funktioniert mit jedem Wechselrichter.
An sich ist es dann auch egal ob man AC gekoppelt teure Fronius nimmt oder z.B. wie wir deutlich günstigere SOLAX. Sobald der AC WR (ganz gleich welche Marke, gilt ja auch für die Modul-WR/Micro-WR) die ARN 4105 efüllt kann seine Ausgangsleistung via Frequenzshifting gesteuert werden.
Die Ausgangsleistung wird dann per Modbus reduziert, ohne Frequenzanhebung.
Bevor die Leistung des Fronius reduziert wird, regeln vorher die Smart-MPPT die Leistung runter, und werden einer nach dem anderen auch auf Standby geschaltet, erst dann greift die Leistungsreduzierung auf der AC Seite.
Ah, das ist interessant. D.h. der AC Kopplung wird hier eine höhere Prio zugeteilt als der DC Kopplung? Hast du dann den AC PV WR Assistent mit installiert?
Ich hab bei der Steuerung unseres SOLAX X1mini festgestellt, dass wenn ich in VensuOS eine Ladestrombegrenzung einstelle, ganz gleich wie hoch, wird die Frequenz bereits angehoben. Das stellt sich dar als wenn in diesem Fall der DC Kopplung eine höhere Prio zugeteilt wird. Steigt der Verbauch im Haus über die aktuelle Gesamterzeugung wird die Frequenzanhebung wieder zurück genommen bzw. entpsrechend reduziert.
Nur am Rande, was mich am Fronius störte war die späte Einschaltung, vor allem an bedeckten Tagen.
Er hat morgens grob 20-30 Minuten später angefangen Strom zu produzieren als die Studer MPPT VS-120. Und das lag definitiv nicht an Mindestspannung oder so etwas.
Das wäre jetzt aber tatsächlich die erste Idee die ich gehabt hätte. Fronius liegt bei der Startspannung doch teilweise recht hoch im Vergleich zu z.B. SOLAX.
Bei meinem victron 48/6000 smart solar zieht der wechselrichter selbst die frequenz hoch, wenn leistung am lastausgang übernommen werden müsste, der Akku aber voll ist. Durch die höhere frequenz wird die produktion der wechselrichter abgeschaltet. Es ist keine busverbindung bzw. Irgend regelung oder steuerung mittels bus nötig. Ich habe einiges an hoymiles bkw am lastausgang victron.
Es gibt bischen was an doppelten verlusten, weil die AC leistung der hoymiles im victron wieder zu DC leistung für Akku, dann später wieder in AC leistung für verbraucher gewandelt werden muss.
Ich komme gut damit klar, bin von der flexibilität begeistert, man kann die bkw schnell und einfach auf die last des victron schalten.
Wenn man dazu noch ein bischen aufpasst, und grossverbraucher bei sonnenschein einschaltet, wird die bkw leistung auch ohne umwandlungsverluste direkt an die grossverbraucher gegeben. Das schont den Akku, der nur den letzten teil beisteuern muss. Bevor der Akku aber beansprucht wird, nutzt der victron aber auch erst mal die panelleistung direkt, leitet dies an den lastausgang.
Ich bin echt begeistert, wie gut das läuft, und zusammen spielt ohne bus und steuerung. Home assistant zeichnet das nur auf und ich kann die einzelnen geräte einstellen.