ich bin auf der Suche nach Schwarmwissen für die Erweiterung meiner bestehenden Anlage, da ich mit dem Hersteller-Ökosystem an eine finanzielle Schmerzgrenze stoße.
Mein aktuelles Setup:
E3/DC S10 X (Kompakt)
13,2 kWp PV-Leistung
12,5 kWh E3/DC Akku
2x E3/DC Multiconnect 2 Wallboxen (für ein Tesla Model 3 und einen BMW iX1)
Gesteuert wird bei mir vieles über Home Assistant.
Mein Ziel:
Ich brauche deutlich mehr Speicherkapazität (Ziel sind rund 60 kWh) und vor allem eine hohe Lade- und Entladeleistung (mind. 22 kW), um idealerweise beide E-Autos gleichzeitig mit 11 kW laden zu können, ohne direkt Netzbezug zu haben.
Das Problem:
Ich möchte ungern noch weitere Akkus direkt von E3/DC kaufen. Die originalen Erweiterungen sind für das Gebotene einfach völlig überteuert.
Daher suche ich nach einer AC-gekoppelten Erweiterung. Meine Favoriten sind bisher:
Victron Energy (Der Klassiker: extrem flexibel, super in Home Assistant integrierbar, aber vielleicht etwas aufwendiger im Aufbau?)
EcoFlow (Hatte hier mal ein 2- bis 3-Turm-System durchgerechnet – klingt nach einer simpleren „Plug & Play“-Stapelei).
Meine Fragen an euch:
Was macht in Kombination mit dem E3/DC für dieses Vorhaben mehr Sinn – Victron oder EcoFlow?
Übersehe ich vielleicht noch andere sinnvolle, preis-leistungstechnisch attraktive Alternativen für diese Größenordnung?
Das Wichtigste: Kennt ihr einen fähigen und zuverlässigen Installateur im Münchner Süden (ich komme aus Schäftlarn), der mir ein solches AC-System parallel zum E3/DC sauber einbaut und offiziell anmeldet?
Ich freue mich über jeden Tipp, eure Erfahrungswerte und gerne auch direkte Kontakte zu Solarteuren aus der Region!
Steuerungstechnisch einfacher wäre es das komplette E3DC System inklusive Wallboxen rauszuwerfen.
Prinzipiell kannst du zwischen Netz und S10X noch einen weiteres System betreiben. Das E3DC System kriegt davon gar nichts mit, allerdings wissen dann die Wallboxen auch nichts vom weiteren Speichersystem.
Alternativ kannst du einen Erzeugungszähler verbauen. Damit erfasst das E3DC-System dann die Lieferung des neuen Systems. Ob das gut geht, wenn 2 Steuerungen gleichzeitig steuern ...
Wenn du also nicht gerade eine komplett eigene Steuerung programieren kannst die beide Systeme steuert ...
Such dir ein anderes System mit 30kVA Hybridwechselrichter, dass mit günstigen Hochvoltspeichern und Wallboxen funktioniert.
Die scheinen die Zeichen der Zeit komplett zu ignorieren.
Das System an sich ist nicht schlecht, dass war vor >3 Jahren noch der stärkste Hybride am Markt und der einzigste mit integierter 63A Notstromumschaltung.
Mittlerweile kann das die Konkurrenz auch, teilweise schneller, aber vorallem erheblich günstiger.
Les die Zyklen und den SOH per RSCPGui aus und beobachte den SOH mal über mehrere Wochen.
Je nach Alter des Systems liegst du bei >1000 Zyklen und nur noch ~80% SOH.
Das komplette E3/DC-System samt Wallboxen rauszuwerfen, ist für mich allerdings absolut keine Option. Die Anlage ist bezahlt, läuft im Alltag genial und die 63A Notstromumschaltung möchte ich nicht mehr missen. Es wäre ein massiver finanzieller Verlust, das funktionierende System jetzt abzureißen, nur weil E3/DC bei den Speicher-Upgrades preislich den Bezug zur Realität verloren hat.
Zur Steuerung und Kombination: Genau dein angesprochener Punkt (ein System zwischen Netz und S10X) ist mein Plan. Die Idee ist ein klassisches, AC-gekoppeltes ESS-System (z.B. mit 3x Victron MultiPlus-II) parallel dazu.
Die Zähler-Hierarchie wäre dabei klar geregelt: Der Victron-Netzzähler (VM-3P75CT) kommt direkt hinter den EVU-Zähler, also noch vor den Sensor der E3/DC. Die Logik ist eigentlich recht simpel:
Wenn die E3/DC Wallboxen nachts 22 kW anfordern, ist der interne 12,5 kWh Akku sofort am Limit.
Das E3/DC-System würde anfangen, den Rest aus dem Netz zu ziehen.
Genau das sieht der Victron-Zähler am Netzverknüpfungspunkt und die MultiPlus schieben die 22 kW aus dem großen 60 kWh Speicher nach, um den Netzbezug auf Null auszuregeln.
Die Wallboxen müssen den Victron-Speicher dafür gar nicht "kennen". Sie bedienen sich einfach aus dem Hausnetz. Dass sich beide Speicher eventuell mal gegenseitig laden, lässt sich vermeiden. Da ich ohnehin mein komplettes Smart Home über Home Assistant steuere, kann ich die Priorisierung und Ladelogik der Wallboxen problemlos übergeordnet regeln.
Den SOH-Tipp nehme ich gerne mit, den werde ich mal auslesen. Aber am Ende bleibt mein physikalisches Problem: Ich brauche ca. 60 kWh nutzbare Kapazität und 22 kW Entladeleistung für die Autos.
Deshalb zurück zu meiner Kernfrage ans Forum: Wer betreibt so ein Victron ESS erfolgreich parallel zu einer E3/DC (gerade im Hinblick auf Frequency Shifting im Notstromfall) oder hat das vielleicht sogar mit EcoFlow PowerOcean Plus realisiert? Und gibt es Tipps für Installateure im Raum München/Oberbayern, die bei so etwas unterstützen?
Die 63A Umschaltung können mittlerweile viele Hersteller, einige davon sogar <20ms.Vor 3 Jahren war das noch ein Alleinstellungsmerkmal.
Ich stand vor derselben Frage.
Ich war kurz davor das System komplett rauszuwerfen und durch die Konkurrenz zu ersetzen. Einzig und allein der Aufwand hat mich davon abgehalten, damit wurde es die sündteure DC gekoppelte Erweiterung.
Und wie häufig lädst du Nachts beide Autos mit 11kW damit sich die Aufwände lohnen?
Du hast HA.. lad sie doch nacheinander.
Wenn man irgendeine realistische Chance hat ein oder zweimal in der Woche bei Sonnenschein zu laden ist das doch Augenwischerei. Sich 60kWh hinzustellen, um vielleicht einmal wöchentlich damit die Autos zu laden?
Wenn du glaubst die 60kWh auch sonst zu benötigen.. klar. Aber nur für "in der Nacht beim Laden Speicher zu haben?" Ich denke Netzstrom ist da billiger.
Grad in der Nacht hast du Zeit und kannst das Auto selbst mit 5kW nachladen. Die 22kW braucht man da nicht
danke für deine Einschätzung! Rein finanziell gerechnet hast du natürlich recht: Wenn man es streng über die Amortisation und Cent-Beträge beim Nachtladen betrachtet, ist ein 60-kWh-Speicher schwer schönzurechnen.
Für mein Anforderungsprofil stehen aber andere Faktoren im Vordergrund:
Fahrprofil & Zeitfenster: Wenn beide Autos abends nach langen Strecken spät ankommen und morgens früh wieder einsatzbereit sein müssen, reichen zeitlich weder 5 kW noch das sequentielle Nacheinander-Laden.
Autarkie & Spitzenlasten: Ich möchte die 22 kW Entladeleistung und die Kapazität als Puffer im Gesamtsystem haben, um maximale Unabhängigkeit vom Netz zu haben.
Technischer Spaß: Es ist für mich auch ein Enthusiasten-Projekt, das ich gerne über Home Assistant in mein Smart Home einbinde.
Dass ich das Projekt umsetzen möchte, steht für mich also fest.
Mir geht es hier im Thread wirklich primär um die technische Machbarkeit der AC-Kopplung (Victron/EcoFlow) parallel zur E3/DC und vor allem um Empfehlungen für aufgeschlossene Installateure im Raum München / Oberbayern, die so ein System mit anmelden.
Falls dazu jemand Erfahrungen oder Kontakte hat, freue ich mich über jeden Tipp!