Erweiterung bestehender Anlage - was ist sinnvoll?

Hallo zusammen,

ich habe eine 9.9kWp Solaranlage und überlege mir nun, wie ich die erweitern kann / was Sinn macht.

Das Süddach ist fast komplett belegt und hat eine Ausrichtung von ca. 210 Grad (SSW) und 45 Grad Dachneigung. Die Filetstücke sind also quasi weg.

Folgende Positionen hätte ich noch frei:

  1. Gartenhaus - max. 2 Module, Ausrichtung ca. 120 Grad. Flachdach

  2. Hauswand - Ausrichtung ca. 120 Grad, Senkrecht.

  3. Hauswand Terrasse - 4-6 Module - Ausrichtung 210 Grad, senkrecht. oder ggf. ein festes Dach über der Terrasse - kostet halt doch einiges so n Teil. Steht aber sowieso irgendwann auf der Wunschliste. Das hätte dann Ausrichtung 210 Grad und Neigung von 15 Grad - auch unsexy für tiefstehende Sonne im Winter.

  4. Bestehendes Süddach - 6 Platten mit Teilverschattung morgens / abends (2x Kamin)

  5. Norddach - Ausrichtung 30 Grad, 45 Grad Dachneigung

  6. Carport, 3m breit, 6m lang am Norddach anschliessend. Die Module könnte ich hier aufständern, aber grade im Winter ist hier halt dauerhaft Schatten - Im Sommer gibts natürlich Mittags gut Strom.

Ziel der ganzen Erweiterung ist, im Winter etwas mehr Strom zu haben. Im Sommer hat man sowieso genug - da macht dann der Akku den Rest.

Ich habe im Haus ne Grundlast von ca. 750 Watt, die ich gerne etwas mehr abfangen würde.

Was denkt ihr, sollte ich angehen?

Kommerzielle Angebote zur Deckung des Norddachs habe ich eingeholt, rechnen sich aber in 30 Jahren nicht. DIY wäre schon eher zu rechnen. ne 10kWp Anlage auf dem Norddach bring nach PVGIS halt nur ca. 5300kWh. Und natürlich den kleinsten Teil im Winter.

5300 kWh * 8 Cent wären 424 Euro pro Jahr durch Einspeisung, wenn wir mal mit 15 Jahren rechnen, dann darf die Anlage maximal 6000 Euro kosten. Also Wechselrichter, Haltesysteme und Platten. Wenn man den gestiegenen Eigenverbrauch im Winter rechnet, wären auch 7000 akzeptabel. Aber dann ists halt aus.

Kleinere Erweiterungen an den anderen Stellen wären von der Effizienz ggf. besser, bringen halt nicht die Masse.

Es kommt einfach darauf an, was du willst. Ökonomisch ertragreich, PV so viel wie möglich, Hobbybaustellen für die nächsten 5 Jahre ...

Für ökonomisch sinnvoll kannst du zwar deine Glaskugel bzgl. zukünftiger Strompreise noch etwas polieren, aber da wird nichts anders rauskommen, als was du schon geschrieben hast: Das alles lohnt nicht, wenn du die Anlagen nicht selber baust.

Ergo: Wenn dir DIY Spaß macht, bau selber so viel voll, wie du kannst und willst. Ansonsten lass alles, wie es ist.

Oliver

Hallo zusammen,

ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht und habe mal für jede Anlagenposition sowohl die Effizienz im Winter berechnet und die Effizienz übers ganze Jahr. Kosten habe ich noch nicht drin, das wäre der nächste Schritt. Einige der Effizienzwerte im Winter waren für mich erstaunlich, grade bei den senkrechten Modulen und dem Norddach.

Ansatz PV-Kapa Kosten Kosten / kWp Ertrag Okt - Feb Effizienz Winter

(kWh / kWp)

Ertrag ganzes Jahr Effizienz Jahr

(kWh / kWp)

Wintereffizienz Real Effizienz / Jahr Auswirkung auf bestehende Vergütung
Bestehende Anlage 10 kWp 14.000 € 1.400 € 2.650 kWh 265 10.300 kWh 1030 0 1200 n/a
Norddach decken 10 kWp 700 kWh 70 5.300 kWh 530 --
2 Solarmodule auf die Gartenhütte 0,8 kWp 149 kWh 186 760 kWh 950 -
6 Solarmodule “Terrassendach” 2,4 kWp 484 kWh 202 2400 1000 -
4 Solarmodule “Terrassenwand” 1,6 kWp 373 kWh 233 1180 737 -
4 Solarmodule an Ostwand 1,6 kWp 266 kWh 166 1055 660 --
“Solarzaun” Ost 2,4 kWp 483 201 2312 963 -
“Solarzaun” Süd 3,6 kWp 883 245 3750 1041 0
Solardach Fahrradplatz / Karnickelstall 1,2 kWh 242 201 1195 996 -