Meine WP fängt wieder an zu zicken...
Hatte vor 3 Jahren schon ziemlich Theater damit und musste lernen, dass mein Installateur komplett überfordert war. Schlussendlich konnte ich den Fehler mit Hilfe des Werkskundendiensts finden, seitdem läuft sie wieder.
Kurz zu meiner Situation: Passivhaus, Aerex Kompaktaggregat BW175 (KWL mit WRG, LL/LW-WP, 300L Speicher), Software voll mit Bugs, keine Updates, Ersatzteile bald nicht mehr lieferbar, nur eine Firma im weiten Umkreis, die sich damit halbwegs auskennt.
Im Prinzip finde ich die Idee mit dem Kompaktaggregat gut, aber die Anlage war von Anfang an unterdimensioniert. Im Winter lief ständig der zus. Heizstab (2kW) für Warmwasser.
Und sehr oft sprang auch noch die Zusatzheizung (Nachheizregister in der Zuluft, noch mal 1,5kW) an.
Die WP selbst hat 480W Eingangsleistung und bringt max 1.8kW Heizleistung (im tiefen Winter natürlich auch nicht).
Nach dieser Erfahrung mit dem Installateur vor 3 Jahren habe ich dann im EG eine Split-Klimaanlage einbauen lassen. Natürlich auch für Kühlung im Sommer, aber eben auch als Unterstützung und Backup für den Winter.
Und weil seit ein paar Wochen sporadisch wieder der Fehler "Hochdruck" angezeigt wird, hab ich die WP für die Zuluftheizung komplett abgeschaltet (Zieltemp. < 20°) und heize testweise nur noch mit der Klimaanlage im EG.
Im Prinzip funktioniert das auch, aber den Temperaturunterschied zwischen den Stockwerken finde ich nicht so gut.
Wenn ich das EG auf 23° heize, dann pendelt sich das OG auf ca. 19° ein, im Keller sind es ca. 16,5°. Der Boden im EG ist entsprechend auch kühler.
Und natürlich ist die Klimaanlage auch lauter und erzeugt einen entsprechenden Luftstrom im EG.
Kennt jemand eine (stärkere) Alternative zur Aerex BW175?
Warum sind die Preise für Kompaktaggregate so hoch? Unter 15k (ohne Einbau) scheint nichts machbar zu sein.
3 separate Komponenten sind günstiger: Zentrale KWL mit WRG ca. 2,5k€, BW-WP mit 300L Speicher ebenfalls 2,5k€, Klimaanlage 4k€ (inkl Einbau!).
Ich möchte auch kein Gerät mehr, mit dem sich niemand weit und breit auskennt.
Von Stiebel Eltron hab ich solche Kombigeräte auch schon gesehen:
Mir sind diese Monster allerdings auch nicht sympathisch und würde ich, wenn wir ein Passivhaus hätten, auch eher zu einzelnen Komponenten gehen. Bei meiner KWL konnte ich problemlos selber die Hoval RS 250 durch ein anderes Fabrikat tauschen und die BWWP hab ich mir auch selber installiert, bleiben noch die beiden Daikin Perferas für zusammen 4600 Euro die sich auch bei den -13 Grad die Tage wacker geschlagen haben ohne Bedarf die noch vorhandene Gasheizung anzuwerfen.
Beim Passivhaus könnte ggf. ein von einer Splitklima versorgtes Nachheizregister für die KWL interessant sein, wenn die jetzige ihre Wärme nicht ausreichend verteilt bekommt? Dann wäre mit den beiden Splits das Thema Heizen erschlagen.
Die hatte ich eben auch gesehen (die kleinste, LWZ 05.1), daher die 15k€ Aber sind mir halt auch nicht mehr sympathisch. Alleine der Kompressor (den wollten sie mal bei meiner Aerex “auf Verdacht” wechseln) kostet 4k€ + Einbau. Und so weiter…
Und als ich dann einen anderen Installateur gesucht habe, kamen mir alle mit “wir machen nur Hersteller XY”. Wenigstens der Aerex Werkskundendienst ist auf Zack, aber da sitzt nur ein (1!) Mensch in Villingen-Schwenningen, der sich noch damit auskennt. Das Risiko will ich nicht mehr eingehen. Von daher wären mir separate Anlagen lieber, die ich notfalls selbst reparieren kann (so lange es nichts mit dem Kältemittel zu tun hat). Notfalls ist ein Tausch einer Komponente immer noch günstiger als die Reparatur eines Kompaktaggregats.
Wie funktioniert das mit dem Nachheizregister via Split-Klima? Nach was kann ich da suchen? Ich habe halt so ein 0815 Wandgerät innen im EG. Das meinst ja sicher nicht, oder?
Was ich bis jetzt auch noch nicht gefunden habe: Eine BWWP, welche die Energie nicht aus der Umgebungsluft zieht, sondern aus der (immer noch recht warmen) Fortluft nach (oder vor?) dem Wärmetauscher.
Schau mal in diesen Faden von mir rein, wo ich meine neue KWL (aufgebaut aus Standardkomponenten, Filter Meterware etc.) mal etwas vermessen habe, auch Zahlen
zur Wärmemenge, die man mit der Luft pro kg bzw. m3 transportiert:
Bei einer vernünftigen Wärmerückgewinnung durch die KWL (insbesondere bei Enthalpietauschern, die die Feuchtigkeit zurückführen) bleibt nicht mehr viel über den Außenluftbedingungen übrig für die BWWP. Bei einem Kombigerät macht man da ggf. nen
Kompromiß, dass die KWL weniger leistet und mehr für die WP über läßt ...
Kann auch nochmal bei Gelegenheit was zu den kalten Tagen jetzt raussuchen. Hatte einmal nen Einbruch auf 87% Effizienz, ggf. hat sich da ein Eisfilm auf nem Austauscher gebildet und den Wärmetransfer behindert.
"Kanalregister" sollte der Fachbegriff sein für die Nachheizung. Gibts wohl überwiegend mit Wasser als Medium, aber auch direkt mit Kühlmittel, sprich die Kältetechnik eines Innengeräts ist in einem Kasten, den man mit Lüftungsrohren anflaschen kann.
Vielen Dank, ich muss da echt noch Mal ein paar Tage drüber nachdenken und mir die neuen Infos durch den Kopf gehen lassen. Eigentlich funktioniert das ganz gut mit der Split-Klima im EG. Und als Backup kann ich immer noch einen 2kW Elektro-Konvektor benutzen, falls die im Winter mal ausfällt. Von den Enthalpietauschern hab ich jetzt zum ersten Mal gehört, die werde ich mir genauer anschauen. CO2 abhängig den Volumentstrom regulieren bekomme ich hin, mit optimiertem Volumenstrom und einer grundsätzlich besseren WRG müsste sich ja auch die Wärmeverteilung ein bisschen verbessern. Mein jetziger Tauscher bringt lediglich 75% (laut PHPP). Feuchterückgewinnung weiß ich mittlerweile im Winter auch zu schätzen. Ohne zus. Venta Luftwäscher wären wir deutlich unter 35% RLF.
Also, danke nochmals für die Infos, ich werde mich bestimmt noch mal melden
Ich habe eine Aerex BW 160 L in einem Passiv Reihenhaus. Mit Brauchwasserspeicher und Eärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher. Der Fehler Wärmepumpe Hochdruck war bei mir auch öfter mal da. Nachdem ich den Kalk im Speicher entfernt habe - die Kondensator-Rohrwendel war mehre Millimeter dick belegt! und die Luftklappe vom Erdwärmetauscher repariert ( die hing manchmal beim Umschalten des Luftstroms fest) ist der Fehler vollständig verschwunden. Ich vermute der Fehler kam weil die Wärmepumpe die Wärme nur unzureichend abgegeben konnte. Aber sicher weiß ich das nicht.
Hi Jan, danke für die Tipps. Bei mir waren es zuletzt 2 Fehler, Hochdruck und Abluftmengenunterschreitung.
Ursache Abluft: Ein undokumentierter Edelstahlfilter hinter dem Abluftgitter. Ganz einfach zu finden, indem man die Serviceklappe öffnet, somit die Luftströme “kurzschließt” und dann mal die Drehzahlen beobachtet. Soll = Ist = Verstopfte Abluft. Der Techniker wollte diesen Test nicht durchführen und hat stattdessen mal die Volumenstromsensoren und die Ventilatoren getauscht. Nachdem der Werkskundendienst den Kopf geschüttelt hat, hab ich es selbst probiert und diesen undokumentierten Filter gefunden.
”Hochdruck” war ganz simpel ein Verlust des Kältemittels. Haarriss in einer Kupferleitung. Statt “Kältemittel ablassen, wiegen, ersetzen”, wollte mein Techniker zuerst die Elektronik, dann den Kompressor tauschen. Da hab ich ihn dann nur noch machen lassen, was der Werkskundendienst zu mir gesagt hat. Beim Termin wollte er dann mal “testweise Kältemittel auffüllen”. Hab ihm dann direkt den Telefonhörer mit dem Kundendienst am anderen Ende ans Ohr gehalten, der ihm auch noch mal “ablassen / wiegen / auffüllen” sagen musste.
Sensoren / Ventilatoren / verschwendete Zeit musste ich natürlich bezahlen. Einfach nur unterirdisch…
Ich hoffe, du wohnst mit deiner Aerex Anlage weit weg von Südbaden und hast notfalls einen kompetenten Installateur erwischt
Der Installateur hat die Wartungsverträge gekündigt
Ich hab Glück und die Anlage läuft seit 11 Jahren die ich in dem Haus wohne weitgehend störungsfrei. In letzter Zeit hab ich aber den Eindruck dass sie an Leistung verloren hat. Aber sie schafft 20 Grad im Haus und meistens auch das Warmwasser. Ist Baujahr 1999.
Ich denke drüber nach eine Split Klima zusätzlich bzw. als Ersatz zu installieren.
Danke auch dir für die Hinweise. Deine Erfahrungen mit den Installateuren klingen ärgerlich. Das sind ganz schön spezielle Anlagen. Ziemlich innovativ damals aber eben noch nicht so ganz ausgereift.
Meine MHI Klimaanlage hatte beim Heizen häufiger diesen Fehler, bzw. zunächst nur eine "High Pressure Protection"-Warnung. Das Service-Manual hat das relativ genau erklärt: Tritt auf, wenn die Temperatur am Ausgang vom Wärmetauscher des Innengeräts zu hoch ist (51 Grad oder höher, bei meinem Gerätl).
Auch bei mir war der Wärmetauscher zu dreckig.
Ich interpretiere das bei meinem Gerät so, daß es keinesfalls will, daß das Kältemittel am Ende noch gasförmig ist. Einen Drucksensor hat es aber nicht, also benutzen sie statt dessen die Temperatur. Vermutlich weil sie wissen wann das Kältemittel verdampft bzw. flüssig wird.