Ich habe meiner Mutter kürzlich im OG (weil da das Schlafzimmer ist) ihres Hauses eine Midea Extreme Save Blue Klimaanlage eingebaut und bin diesbezüglich wieder hier an dieser Schönheit von Unterverteilung vorbeigekommen, die wohl aus einem lustigen Materialmix aus Nachwende und Vorwende-Ware besteht.
Mehrere Dinge stören mich:
a) Das ist noch feinste Kommunistenware und so ist auch die Qualität der Sicherungs-Schraubköpfe. Manchmal bleibt die Metallhülse beim Rausdrehen schon auf der Sicherung stecken -> Katastrophe. Ich möchte nicht, dass sie da mal eine Sicherung wechseln muss.
b) Berührschutz komplett Fremdwort.
c) Alles natürlich noch schön End-of-Ostblock Aluminiumleitungen
Dinge die positiv sind:
a) Die Zuleitung ist 3x 2.5mm² und unten - wo alles modernisiert ist - ordentlich mit 16A vorgesichert.
b) Keine klassische Nullung vorhanden, wir haben überall 3 Adern 2.5mm² Alu.
c) Die Verteilung selbst ist 2x DIN-Schiene, kann also bleiben
d) die Verteilung ist - dank b) - FI-geschützt über den FI im Erdgeschoss. - dazu hab ich dann aber mal noch ne Frage nach eurer Meinung.
Bestand:
Insgesamt haben wir 11 Stromkreise, 10 davon abgesichert mit 10A, 1 mit neuem C16 Automaten - das ist die Klima. Einer der 10A Kreise ist offen - da ist keine Sicherung drin. Ich gehe davon aus das war vermutlich noch als meine Oma in der Etage lebte irgendwas für die Küche, wo jetzt nur noch ein begehbarer Kleiderschrank ist. Wir haben getestet und nix gefunden was nicht geht.
Mein Vater wüsste es wohl - kommt aber keine Antwort wenn ich am Grab nachfrage
Beschriftung ist...nuja...sparsam. (aka nicht vorhanden)
Ansonsten haben wir noch einen Hager Stromstoßschalter für die Flurlampe oben und 3 12V Schaltdrähte (2 Schalter oben und einer unten am Treppenaufgang)
Mein Plan ist nun folgender - hier ist euer Input erwünscht. Bitte bedenken, dass das Ziel hier eine Gesamtverbesserung des Zustands ist, die volle Schönheit nach DIN/VDE-Elfenbeinturm 2026 werden wir hier nicht erreichen.
Kasten selbst wird erhalten, aus 3 Gründen: a) ist der Putz da oben mit Sie anzusprechen und wenn ich den abbaue hab ich erstmal ne Wandsanierung an der Backe. b) Will ich die alten Aluleiter nicht mehr stressen als nötig - wir wissen alle das die Biegeanzahl begrenzt ist und ich kenne deren volle Historie und Alter nicht. c) die PE und N-Auflageschienen sind perfekt Aluminium-kompatibel und daher soll sich daran auch nichts ändern. Die sind alle fest und haben tadellose Übergangswiderstände (hab mal durchgeklingelt) - das lässt man also am besten in Ruhe solange diese Leitungen drin sind.
Ich habe jetzt 10x B10 ABB S201-Serie LS beschafft, sowie einen C13 - der soll den C16 der Klimaanlage ersetzen um wenigstens etwas Abstand zum 16er im UG zu schaffen. Formell reicht das nicht für Selektivität (da sagt man eigentlich Faktor 1.6 mindestens), aber ein C10 wird für die Klima nicht reichen. Insofern besser als nix und kein Sicherheitsrisiko. Die Zuleitung zur Klima ist natürlich brandneues 3x2.5mm² Kupfer.
Adaptierung der Aluleiter. ABB verbietet zwar für die S201 nicht Alu einzuklemmen solange man mit Klinge abzieht und fettet, aber sie sagen auch offiziell zertifiziert ist es nicht. Mein Plan ist daher die Außenleiter oben links auf Wago 280-101er Reihenklemmen zu legen - unter Verwendung derer Alu-Plus Paste. Den Platz habe ich, weil einige der Schraubplätze eh leer und die alle auch breiter als 18mm sind, also sobald ich auf Automaten umstelle gewinne ich viel Platz.
Damit fühle ich mich wohler. Das ist vom Hersteller offiziell so zertifiziert. Und die Aluleitungen bleiben ohne großes Verbiegen wo sie sind und können ihr Leben da ruhig weiterleben.
Sowohl die Wagos und ABBs sind ja ohne weiteres mit flexibler Leitung kompatibel, also würde ich die innere Verdrahtung von den Klemmen zu den LS via H07 2.5mm² Litze schwarz machen.
Das macht mir das Leben auf dem engen Platz etwas angenehmer. Die Ns und PEs bleiben wie gesagt einfach wo sie jetzt sind. Die 10 10er LS würden sich also dann unten abspielen.
Zur Querverbindung unten nutze ich dann einfach eine ABB-1-Phasen-Schiene.
Oben rechts käme dann der Stromstoßschalter, der C13 LS und Strommmess-Shelly für die Klima und eine neue Hutschienensteckdose von ABB hin - die würde sich den LS dann mit der Abstellkammer-Lampe teilen (Schalter davon siehe unten links).
Nun noch das Thema FI:
Sicherheitsmäßig ist das alles fein. Für Selektivität ist es aber natürlich schöner, hätte diese UV ihren eigenen. Ich sehe da 4 Optionen:
a) Man lässt es wie es ist. Das ist nicht problematisch und der ganze Weg ist abgesichert. Nachteil ist wenn oben was ist fliegt das UG teilweise mit raus.
b) Man baut jetzt nen einphasigen mit ein, das wären dann 2 in Reihe. Das ist technisch unproblematisch, aber auch nicht selektiv. Bringt also wenig.
c) Man nimmt im Ergeschoss den N vom OG vom FI-Block weg und gibt den nackten N hoch und baut oben einen einphasigen ein. Das ist dann selektiv, dann ist aber die ganze Zuleitung zur UV bzgl Fehlerstrom ungesichert wenn da mal einer nen Nagel oder so falsch in die Wand haut oder es in dem alten Gemäuer mal einen anderen Fehler gibt. Oder hab ich da gerade einen kapitalen Denkfehler?
d) Man ersetzt den LS zur UV durch einen C16er RCBO - also FI/LS in der Erdgeschossverteilung. - und genau hier kommt ihr jetzt: Ist das ok und zulässig? Ich wüsste jetzt ehrlich gesagt nicht warum nicht - aber vllt übersehe ich was. Weil wenn das geht, wäre das meine bevorzugte Variante. ABB hat ja auch 18mm breite RCBOs, d.h. ich müsste nur den alten LS rauswerfen, den RCBO rein und ihm den nackten N geben - und eben den N zur UV an den RCBO ausgang.
Zu d) würden mich eure Gedanken mal ganz besonders interessieren, andere Ideen auch erwünscht.
richtig, aber das gilt glaube ich nicht für starre Aluleiter oder? Weil wie soll man denn da ordentlich eine endhülse draufkriegen? An sich bin ich was das angeht mit der Wagovariante zufrieden, hab die Klemmen und Paste eh schon da.
Grenzwertig weil du vermutlich die Abschatbedingungen nicht einhalten kannst.Du kriegst ja 12LS unter pro Zeile, machst den RCD in der unteren Zeile, und speist mit wenigstens 3x6 ein. Spasseshalber kannst ja mal die Kreise durchmessen mit deinem dünnen einphasigen aus der HV
Ich hatte das auch vor 20 Jahren mal bei einem Umbau und hab das alles mit zahlreichen FIs umgebaut. Jetzt nach 20 Jahren stellt sich die Frage: Wie oft war diese Selektivität nötig? Wie oft ist ein FI geflogen? Vielleicht 1-2 mal in der Zeit.
Insofern würde ich das heute viel gelassener sehen. Wenn dir das in 20 Jahren zweimal passiert, werden alle das kurzzeitige Problem überstehen und es als "Mikroabenteuer im Alltag" abhaken können.
Anfangs haben wir aber mal einen Fehler gemacht: Nur ein zentrale FI für alles. Das war nicht gut, denn die Hauptquelle für ausgelöste FI war der Rasenmäher und die Heckenschere, wo wir ein paar mal das Kabel zerschnitten haben und dann das ganz Haus ohne Strom war.
Der Rest hört sich gut an. Für die Klima - ich nehme mal an eine neue mit Inverter - brauchst du in der Regel keinen Typ C, da reicht Typ B völlig aus. Bei Klima würde ich aber überlegen, einen Typ F RCD einzubauen. Man weiß immer nicht so genau, ob ein Typ A nicht massiv gestört wird und dann evtl. gar nicht mehr auslöst. Gerade bei dir, wo dann viel über einen RCD läuft, wäre das dann kritisch.
Was noch ein kleiner Gau im Alltag werden kann: RCD fliegt und ein Tiefkühler hängt dran und man ist im Urlaub. Aber das kann dir auch passieren, wenn der Tiefkühlerkreis einen separaten RCD hat, allerdings mit kleinerer Wahrscheinlichkeit.
Sehe jetzt nichts, was dagegen spricht. Ist zwar unüblich, hinter einem RCBO noch eine Unterverteilung zu hängen, da gehts normal immer zu einem Endstromkreis. Aber ein technisches oder Sicherheitsproblem sehe ich nicht. Wenn oben aber eine Klimaanlage drauf hängt, sollte es Typ F des RCD sein.
Ich halte diese ganze F-FI-Sache zwar für reichlich akademisch bei Anlagen dieser Größe (dem VDE will ja die Arbeit nicht ausgehen...), aber im Prinzip: Ja.
Problem ist: es gibt imho noch keine Typ-F RCBOs. Und im EG krieg ich nur für diesen Kreis keinen Typ F unter.
Es wird also eher ein Typ-A-C16 werden. Die Alternative wär eben doch oben in der Verteilung es zu machen, aber da ist eben wieder die Situation mit dem langen ollen Kabel da hoch.
Sprich: mir ist da vermutlich Typ A für alles oben seperat lieber als ein Typ F den ich für einen corner-corner-case nicht unterbringe.
Am Ende ist die Klima für Zwecke innen ein Class-II gerät, da ist alles Kunststoff.
Und wenn am Außengerät gearbeitet wird ist der LS ohnehin aus. Das hängt über dem Eingangs-Vordach, da kann nicht mal eben jemand vorbeilaufen und dran fassen.
Das Problem ist, dass eine Klima durchaus einen Typ A RCD blind gegenüber jedem Fehlerstrom machen kann. Dann gehts nicht nur um eine Absicherung der Klima, sondern dann funktioniert an keiner Steckdose mehr eine Auslösung im Fehlerfall, die am gleichen FI hängt.
Die offene Frage ist hier allerdings: Gibts bei einer Split-Klima übrhaupt so hohe überlagerte Gleichströme, dass das passieren kann? Die Hersteller schweigen sich in der Regel aus und nachmessbar ist es auch schwer.
Ich sag mal so: Ne Klimaanlage ist am Ende nix anderes als nen Kühlschrank, ne große Kühltruhe, oder was auch immer noch nen Kompressor hat.
Da war bisher ein Typ A immer gut genug. Im Nebengebäude wo ich die erste Midea drin habe
ist auch noch ein 40A 4-pol A-RCD drin, da lief die Midea im Winter um Weihnachten bei -10Grad auch auf Hochtouren, wo eine defekte LED-Leuchte den RCD hat fliegen lassen (Elko ausgelaufen und line mittelohmig (um 200 Ohm) gegen Metallgehäuse geshortet)
Und hinter dem RCD läuft auch ncoh ein Gefrierschrank und ein Kühlschrank.
Wenn 2 Kühlaggregate und eine bei 700-800W ballernde Klima das Ding von 1994 nicht erblinden lassen bin ich frohen Mutes haha
Ich glaube denen das mit dem Typ F bei ner Monsterklima die die Kühltheke eines Supermarktes kühlt. Beim Single-Split Consumergerät eher nicht. Sonst müsste ich die Portasplit direkt verbieten.
Das kann man so nicht schlussfolgern. Eine Portasplit muss die Werte einhalten, die Entwickler müssen sie so konstruieren, sonst dürfte sie keinen Stecker haben.
Die Split-Klimas müssen es nicht erfüllen, da weiß man es nicht.
Kurzum: Es bleibt ein Thema, wo man Vermutungen anstellen kann, wissen tut man es nicht, wenn man nicht nachgemessen und hinreichend geprüft hat. Wie man damit umgeht, muss jeder selbst abwägen.
Da ich aber nun weiß, dass es C16 RCBOs Typ F in passender Bauform gibt, gibt's keinen Grund die Verteilung nicht so vorzusichern.
Ich werd mal gucken wie ich es im Endeffekt tue, entweder der RCBO kommt rein, oder der EG 4-Pol FI fliegt raus und wird ein Typ F für die gesamte Verteilung.