Und nochmals moin zusammen,
ich freue mich weiterhin dieses Forum gefunden zu haben und hoffe dass die vielen Fragen nicht negativ auffallen.
Jedenfalls bin ich froh mal auf Expertenwissen zurückgreifen zu können.
Die Weihnachtszeit steht wieder vor der Tür. Und mit ihr die häufigere Verwendung von LED-Kerzen (u.a. für bestimmte kleine Weihnachtsbeleuchtung). Bislang sind viele NiMH-AA und AAA-Akkus dafür über den Jordan gegangen, da diese die Leistung lange gehalten hatten und anschließend Tiefenentladen waren - und damit leider defekt. Ein klassisches Problem bei LED-Kerzen mit dem konstanten niedrigen Entladestrom. Ähnliches gilt für das Spielzeug des Kindes (elektrische Eisenbahnen mit Batterien, etc.), aber auch einige Wetterstationen (ohne Batterieanzeige) an denen im Endeffekt stets zu spät erkannt wird, dass diese leer sind und die regulären NiMH-Akkus damit schaden nehmen. Im Ergebnis bin ich für solche Fälle dann auf reguläre 1,5V Alkaline-Batterien umgestiegen. Der Batteriemüll stinkt mir allerdings ein wenig. Ich würde diesen gerne verringern.
So hatte ich schon vor einiger Zeit im Internet wiederaufladbare Lithium-Ionen 1,5V Akkus gefunden, die augenscheinlich intern eine kleine Lithium-Zelle und ein kleines BMS verwenden und mutmaßlich sich selbst vor einer Tiefenentladung schützen.
Ein Beispiel wäre solch ein Produkt, das mittels USB-Kabel aufgeladen werden kann:
Quelle: https://amzn.eu/d/gIv3idH
Schon länger am Markt dabei scheint Hixon zu sein - ebenfalls ohne USB-Anschluss in der Zelle (und damit einer möglichen heiklen Stelle weniger), wobei es hier durchaus bedenkliche Bewertungen in Hinblick auf Erhitzung gibt:
Quelle: https://amzn.eu/d/6v8UaFn
Sehr gut (gemessen anhand der Bewertungen und dem Verkauf in den USA, bei denen ja harte Strafen bei Schäden drohen) scheinen die Zellen von Tenavolts zu sein. Diese lassen sich auch nur mit dem speziellen Ladegerät aufladen und enthalten keinen labilen USB-Anschluss. Gleichzeitig wurde die Kapazität bei einem Teardown bestätigt - anders als bei Hixon scheinbar nichts "geschöntes". Verwendet wurde scheinbar eine Li-Po-Zelle. Aufgrund der Ehrlichkeit (siehe Teardown bei YouTube) und dem Verkauf in den USA - aber auch den vielen positiven Bewertungen (und ich habe keine negative mit genannten Brand oder nennenswerter Brandgefahr gefunden) halte ich diese Technik für am ausgereiftesten.
Quelle: https://amzn.eu/d/gECqMLm
Spannend an der Stelle bei einer Bewertung des Hixon-Akkus ist der innere Aufbau, bei dem zumindest eine falsche Kapazität offensichtlich wird. Vielleicht lässt sich aber in Hinblick auf die Sicherheit daraus schon ein Schluss ziehen?
Aus dem Teardown-Video von der Tenavolts-Zelle zeigt sich, dass der Aufbau mit einem Li-Po-Akku und der Technik am Minuspol hingegen ganz anders ist. Auch sind Akku und Technik fest in einer augenscheinlich sehr dichten Zelle verbaut und nicht nur einfoliert.
Quelle: YouTube
Allen gemein ist, dass diese mit Lithium-Ionen-Technik arbeiten wollen und versprechen sicher und "hochwertig" zu sein. Skeptisch macht mich hingegen, dass die etablierten Hersteller (Sanyo, Panasonic, Varta, etc.) allesamt solche Zellen nicht im Angebot haben. Ich frage mich ob dies daran liegt, dass die Hersteller sich nicht mit ihren eigenen regulären Batterien Konkurrenz machen möchten oder es einfach nicht sicher zu betreiben ist? Auch gibt es immer wieder Fotos in den Bewertungen (von vergleichbaren Produkten - wobei ich dies eigentlich nur bei Zellen mit USB-Anschluss in der "Batterie" gesehen habe) bei denen von einem Brandrisiko gesprochen wird. Jetzt weiß man leider nicht wie die Zellen dafür behandelt wurden - Bewertungen sind ja leider stets mit Vorsicht zu genießen. Auf der anderen Seite hinterlassen solche Fotos durchaus Eindruck.
Meine Frage daher hier an die Experten: habt ihr mit solchen 1,5V Zellen schon Erfahrungen? Taugen die was und sind eine wirkliche Alternative für die o.g. Sonderfälle (batteriebetriebene Kinder-Eisenbahn, LED-Akkus, Wetterstationen) oder eher ein großes und gefährliches Brandrisiko? Und falls diese geeignet sein sollen: klappt das mit dem Tiefenentladenschutz sauber und ordentlich? Technisch bedingt erkennen die batteriebetriebenen Geräte den genauen Ladezustand nicht mehr (was auch in Ordnung ist - wenn leer, dann leer - das merkt man dann), da die 1,5V wohl bis kurz vor Ende geliefert werden können. Das wäre kein Problem. Nur wenn der Akku danach auch zu tief entladen wäre, dann wäre (außer weiterem Elektroschrott) hinsichtlich der Ausgangslage (Batteriemüll zu vermeiden/reduzieren) ja leider nichts gewonnen.
Ich bin mal auf die Meinungen hier gespannt. :idea:
Edit: Dass die Lithium-Akkus, selbst wenn sie auf 1,5V runterregeln, nicht in mit einem NiMH-Ladegerät geladen werden können, ist mir natürlich bekannt.
Beste Grüße,
Christopher