ich verfolge die Entwicklung von EOS schon eine Weile und würde mich gerne mit euch darüber austauschen, wie ihr EOS aktuell in eure Systemarchitektur einbindet.
Bei mir hat sich nach einigem Ausprobieren (und ein paar Fehlversuchen) eine Philosophie etabliert, die ich in meinem System "The Rock" nenne: Die strikte Trennung von intelligentem Gehirn und sicherer Hardware-Steuerung.
Mein Setup:
Speicher & PV: 17.4 kWh FoxESS, 15 kW Wechselrichter (völlig offen über Modbus in Home Assistant angebunden).
E-Auto & Wallbox: Ford Kuga PHEV an einer Zappi Wallbox.
Zentrale: Home Assistant OS.
Meine Architektur-Philosophie: Anfangs habe ich versucht, alles direkt zu vernetzen. Das endete oft in Chaos oder Taktgewittern. Heute gilt bei mir:
EOS ist der CEO (Das smarte Gehirn): EOS holt sich (bei mir über MQTT/Home Assistant) alle Daten wie Wetter, Ladestände und Tibber-Preise. Es macht die komplexe Mathematik und gibt nur Empfehlungen/Ziele aus.
Home Assistant ist der "Gatekeeper" (Der Türsteher): Keine externe Software (auch EOS nicht) darf bei mir jemals direkt an die Hardware! HA liest die EOS-Ziele aus und ein hart programmierter "Watchdog" entscheidet, ob das gerade sicher ist.
Beispiel: EOS meldet "Strom ist billig, WP einschalten!". Der Watchdog in HA prüft aber erst: Hatte der Kompressor seine Mindestpause? Sind wir im Sommer-Modus (Whirlpool-Schutz)? Erst wenn alle Hardware-Sicherheitsregeln "grün" sind, gibt HA den Befehl per Shelly an den Thermostat/SG-Ready Kontakt der Wärmepumpe.
Verzicht auf teure Middleware (Bye Bye EVCC): Ich wollte EVCC eigentlich als reinen Datenlieferanten (Kuga SoC & Zappi Leistung) für EOS nutzen. Wegen der Paywalls (Sponsor-Token) habe ich EVCC aber komplett rausgeworfen. Die Daten hole ich nun nativ, kostenlos und lokal über die FordPass- und MyEnergi-Integrationen direkt in HA. Das hält das System extrem stabil und Abo-frei.
Mich würde brennend interessieren:
Wer von euch nutzt EOS aktuell aktiv für Speicher/Tibber-Optimierung?
Fahrt ihr auch den Ansatz mit Home Assistant als vorgeschalteten "Sicherheits-Türsteher" oder lasst ihr EOS direkt schalten?
Wie geht ihr mit verschlossenen Systemen um (ich habe hier von Problemen mit der Sonnen-Batterie gelesen)?
Hier einmal warum ich eigentlich das Projekt HA und EOS begonnen habe.
Auswertung: OPELOG "Vorher"-Zustand (Ecodan FTC)
Die Analyse der bereitgestellten OPELOG-Dateien (direkte Auslesungen aus der Mitsubishi Wärmepumpe vor den Optimierungen) liefert ein eindeutiges und erschreckendes Bild bezüglich des Taktverhaltens (Kurztakten).
Die harten Fakten (Verdichter-Starts pro Tag)
Ich habe die genauen Minutenprotokolle der Maschine ausgewertet und tageweise aufgeschlüsselt. Hier ist die detaillierte Übersicht der Taktungen:
Datum
Anzahl Verdichterstarts (Taktungen)
Ø Laufzeit pro Start
Bemerkung
01.04.2026
122 Starts!
~ 11 Minuten
Extremes Kurztakten
02.04.2026
90 Starts!
11 Minuten
Extremes Kurztakten
03.04.2026
101 Starts!
11 Minuten
Extremes Kurztakten
04.04.2026
121 Starts!
11 Minuten
Extremes Kurztakten
09.04.2026
70 Starts!
~ 11 Minuten
nur 14 Stunden erfasst
13.04.2026
87 Starts!
10 Minuten
nur 17 Stunden erfasst
Kritischer Zustand (Todeszone für den Verdichter):
Teilweise über 120 Verdichterstarts an einem einzigen Tag!
Eine gesunde, gut eingestellte Wärmepumpe sollte im Idealfall zwischen 5 und maximal 15 Starts am Tag haben (bei Laufzeiten von 45 Minuten bis zu mehreren Stunden am Stück).
Was ist hier passiert? (Das "Vorher"-Verhalten)
Das extrem kurze Takten (durchschnittlich nur knapp 11 Minuten Laufzeit, bevor die Maschine wieder abschaltet) entsteht typischerweise durch:
Fehlende Pufferung / Fehlender Volumenstrom: Die Wärmepumpe wird ihre produzierte Wärme nicht schnell genug los (Heizkreise zu / Ventile geschlossen) und die Rücklauftemperatur schießt in Sekunden hoch, woraufhin die Maschine sofort wieder abschaltet.
Zu enge Hysterese: Die Maschine regelt gegen eine viel zu stramme Zieltemperatur ohne Toleranz.
Das Fazit: Das ständige Starten und Stoppen im 11-Minuten-Takt bedeutet enormen Verschleiß für den Verdichter (Kaltstarts, Ölschmierung reißt ab) und maximale Ineffizienz, da die Wärmepumpe beim Hochfahren am meisten Strom verbraucht und noch keinen optimalen Kältekreisprozess aufgebaut hat.
Ich kann dir leider kein Feedback zu deinem Thema geben, habe aber selbst gerade eine Anlage mit ESS-Speicher montieren lassen und beginne gerade mit der Einrichtung bzw. Anbindung von HomeAssistant.
Welche Anleitung bzw. welchen Weg hast du bei der Anbindung via Modbus gewählt? Verliert man dabei die Garantie? Habe auch darüber nachgedacht die Anlage komplett von der Fox-Cloud zu trennen (#DiDay und so), wovon mir aber vom Installateur rigoros abgeraten wurde.
Den Ansatz alles über HA laufen zu lassen finde ich super. EOS wäre das nächste Thema das ich mir angesehen hätte.
Momentan frage ich mich noch wieso man die Speichermodule nur bis zu einem Jahr erweitern kann/soll. Habe bisher noch keine schlüssigen Erklärungen gehört.
die Fox-Cloud habe ich bei mir auch noch aktiv. Ich würde sie an deiner Stelle auch nicht komplett trennen, da darüber weiterhin die wichtigen Firmware-Updates kommen.
Was deine Frage zur Modbus-Anbindung angeht: Ich bin den Weg über ein WLAN-Gateway, das Elfin-EW11A, gegangen. Das wird einfach an den RS485-Port des Wechselrichters geklemmt und übersetzt das serielle Signal in dein Netzwerk. Da das ein offizieller Kommunikationsport ist – denselben nutzt der Installateur übrigens auch als Schnittstelle für seinen eigenverbauten Zähler (Smart Meter) im Schaltschrank –, verlierst du dadurch auch nicht die Garantie. Die beste Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verkabelung und Einrichtung des Elfin findest du im offiziellen Wiki der Home Assistant Integration: https://github.com/nathanmarlor/foxess_modbus/wiki
Zum Thema Speichererweiterung: Dass man die Module nur innerhalb des ersten Jahres erweitern darf, ist meines Wissens nach Schnee von gestern. Bei den aktuellen Batterie-Generationen ist das wohl kein hartes Kriterium mehr. Ich selbst habe noch die älteren FoxESS ECS 2900 Module verbaut, da galt diese Regelung noch strenger.
Ich habe HA und mittlerweile auch EOS bei mir einigermaßen rund am Laufen und bin mit dem Ergebnis wirklich zufrieden.
Falls du dir ansehen willst, was ich mit den ausgelesenen Daten dann mache (mein komplettes Energiemanagement-Setup inkl. Wärmepumpe, FoxESS und Zappi Wallbox), habe ich meine Konfiguration hier auf GitHub dokumentiert: https://github.com/Powerjoerg/Ecodan-Vibranium-Watchdog
den Wiki-Eintrag hatte ich auch gefunden. Dann war ich da schon richtig. Ich fand es nicht so einfach den passenden Modbus-Adapter zu finden. Ich würde das gerne per LAN anbinden und da gab es nicht die eine gute Empfehlung.
Dass die Garantie weiter besteht ist gut. Ich entnehme deinem Beitrag dass sich der Wechselrichter dann auch gut über HA steuern lässt. Da habe ich so meine Probleme mit der offiziellen FoxCloudApp. Die kann zu wenig für meine Anforderungen.
Die Info zur Speichererweiterung ist auch mal angenehm zu lesen. Ich kann mir nicht erklären welche Nachteile das haben sollte.
Deine Setup sieht schon sehr fortgeschritten aus.
Ich sehe du hast einen Shelly Pro 3EM im Einsatz. Würdest du den wieder verwenden um die Leistungsaufnahme auszulesen anstatt über den Modbus?
freut mich, wenn es hilft! Noch kurz zur Klärung, wie mein Setup wirklich aussieht:
1. Shelly Pro 3EM & Wärmepumpe: Den Shelly nutze ich nicht für den Wechselrichter. Den hatte ich mir schon eingebaut, um meine Wärmepumpe (Baujahr 2021) separat auszulesen. Auch nachdem ich später den Procon a1 mini ins System integriert habe: Die WP übermittelt einfach nicht alle Daten selbst. So wird ein Schuh draus!
2. Wechselrichter & Modbus: Den WR lese ich rein über Modbus aus. Das klappt super. Als Adapter nutze ich einen Elfin WLAN (den gibt es auch als LAN-Version – ist reine Geschmackssache, was man da bevorzugt).
Zur FoxCloudApp: Die wird für die alltägliche Steuerung durch HA zwar abgelöst, aber ich würde sie nicht als völlig überflüssig bezeichnen. Wenn im lokalen Netzwerk mal was ausfällt, hat sie als Backup definitiv noch ihren Sinn.