Hallo zusammen,
ich stehe kurz vor einer der wichtigsten Entscheidungen meines Projekts und brauche dringend euren Blick auf die Zahlen. Das Ganze hat extreme Eile, da bereits am kommenden Montag die Handwerker vor der Tuer stehen und mit der Installation beginnen.
Mein urspruenglicher Fachplaner ist duch die politische Wende leider seit Tagen auf keinem Weg mehr erreichbar ist und so habe ich den Entscheidungsprozess selbst in die Hand genommen und die Daten simuliert. Ich bin euch fuer jede Rueckmeldung und jeden Erfahrungswert unendlich dankbar.
Hier ist meine Bestandssituation: Mein Haus steht in der relativ milden Region Bonn/Köln. In den letzten 16 Jahren lag der reale Verbrauch bei durchschnittlich 2.640 Litern Heizöl pro Jahr (BJ 1986) Rechnet man den Energieverlust (0,8) heraus, ergibt sich aus dem realen Verbrauch eine praxisnahe Heizlast von rund 8 bis 10 kW. Geplant ist auch ein 300 Liter Warmwasserspeicher und ein 200 Liter Puffer für die Heizung. Dazu eine 18 kWp Solaranlage von Sigenergy (Sigenstore) mit 9 kW Akku. Auf Panasonic bin ich gekommen, da diese wohl gut damit verbunden werden kann (evtl. dann Modbus). Vaillant scheint hier etwas komplexe bei der Verbindung zu sein.
Demgegenüber steht eine offizielle, raumweise Heizlastberechnung nach DIN, die rein theoretische 12,94 kW (bzw. 11,5 ohne den Arbeitsraum im Keller der bisher im Winter nicht genutzt wird) ausweist. Ich rechte im Simulator statt mit 20640 kWh lieber mit 21120, da ich zwei Räume bisher eher kühl gelassen habe, was sich aber auch mal ändern könnte, da die Anlage ja nicht mehr so spontan reagieren wird, wenn ich mal den Raum spontan hochheizen will.
Meine Vorstellung:
Ich moechte ein langlebiges, effizientes und sparsames System, das fuer den realen Alltag gebaut ist. Ich moechte auf keinen Fall ein ueberdimensioniertes System kaufen, das als gigantischer Puffer fuer einen Extremwinter dient, der hier im Rheinland vielleicht niemals kommt. Mir ist ein materialschonender Betrieb in der Übergangszeit viel wichtiger. Zudem plane ich fuer die Zukunft ohnehin noch die Installation einer Klimaanlage, die an den statistisch extrem seltenen Ausnahmetagen im Winter als perfektes Backup fuer die Spitzenlast einspringen kann.
Drei Optionen stehen zur Auswahl, die ich mit dem Akkudoktor-Simulator durchgerechnet habe:
Option 1: Panasonic 12 kW M-Serie T-Cap
Dieses Geraet wuerde die theoretische Heizlast der DIN-Berechnung im tiefsten Winter locker abdecken. Die Simulationsdaten zeigen aber ein grosses Problem fuer den realen Alltag: In den langen, milden Uebergangsmonaten scheint die Anlage viel zu maechtig. Durch T-Cap bleibt die Leistung bei 12 KW auch wenn es richtig kalt wird. Dazu ist die tiefeste Modulation aber geringer (evt. 3000 Watt Heizleistung).
Option 2: Vaillant Arotherm Plus 10.5
Die Vaillant liegt leistungsmaessig genau zwischen den beiden Welten. Sie ist ein absolut solides Geraet, stuelpt mir aber das Problem auf, dass sie in der ganz milden Uebergangszeit bei Plustemperaturen nicht ganz so tief nach unten modulieren kann wie die kleinere Panasonic.
Option 3: Panasonic 9 kW L-Serie (Kit-WC09L3E5).
Dieses Geraet ist mein Favorit aus den Simulationsdaten. Sie passt zu meinem realen Verbrauch. Laut Datenblatt liefert der Kompressor bei minus 7 Grad nur noch genau 7,0 kW. Das fehlende Defizit in den seltenen Winternaechten wird komplett ueber den internen Heizstab aufgefangen. Um hier fuer absolute Sicherheit zu sorgen, tendiere ich dazu, die Variante mit dem groesseren 6 kW Heizstab (Kit-WC09L6E5) zu waehlen. Ich frage mich aber, ob ich die Anlage nicht zu stark unterdeminsioniere und dann der Heizstab zu viel läuft. Was meint Ihr.
Wie seht ihr die Simulationsdaten? Wuerdet ihr bei diesen Voraussetzungen auch den Weg der leichten Unterdimensionierung ueber die 9 kW L-Serie gehen? Wie muss ich die Puffer in die Simulation einrechnen. Im letzten Winter kam ich mit 50 Watt Vorlaufthemperatur aus. Gerechnet habe ich mit 45 Watt und 3 Watt aufschlag für die Verluste. Ist das realtisch?
Was ist die optimale Wahl und was habe ich evtl. nicht bedacht oder falsch berechnet?
Vielen Dank fuer eure Hilfe auf den letzten Metern!
Viele Gruesse aus Bonn,
Martin




