Empfehlung Splitklima für Heizen und Kühlen

Hallo Zusammen,

meine Familie bewohnt einen 130m2 Altbau (Sandsteingrundmauern) mit unbekanntem Alter der aktuell mit Gas über Heizkörper beheizt wird.
Über die Jahre wurden immer wieder Umbauten vorgenommen (zuletzt 2fach verglaste Fenster und Haustür neu, Kaltdach mit partieller Zwischensparrendämmung und partieller Dämmung der obersten Geschossdecke -> wird noch nachgebessert).

Gasverbrauch inkl. WW liegt bei ca 18 000 kWh. Eine raumweise Heizlastberechnung ergab 12kW @ -10°C die ich im letzten Winter mit dem Verbrauch abgeglichen habe (real eher 10kW, wird durch den Holzofen im Wohnzimmer möglicherweise verzerrt).

Plan ist nun, für angenehme Nächte im Hochsommer Splitklimageräte zu installieren.
Da die Gasheizung zwar schon eine Brennwertherme ist aber auch schon mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat, soll diese mittelfristig komplett abgelöst werden.

Raum Heizbedarf @ -10°C Heizbedarf @ 12°C

Wohnzimmer 2,7 kW 0,78 kW
Arbeitszimmer 2,5 kW 0,73 kW
Schlafzimmer 1,5 kW 0,32 kW
Kind 1 1,4 kW 0,4 kW
Küche 0,9 kW 0,22 kW
Kind 2 0,7 kW 0,2 kW
Bad 1 0,7 kW 0,2 kW
Bad 2 0,5 kW 0,15 kW
WC 0,3 kW 0,1 kW

Von der Anzahl der Außengeräte bin ich prinzipiell erstmal nicht beschränkt. Hier werde ich mindestens 2 an die Fassade und 2 aufs Dach setzen können.

Das Wohnzimmer soll ein Singlesplit bekommen (aktuelle Präferenz Daikin oder Toshiba).

Größtes Kopfzerbrechen macht mir momentan Kind 2, da hier die Heizlast entsprechend gering ist. Hier dürfte vermutlich ein Duosplit aka 2MXM40 vermutlich die sinnvollste Lösung sein, nur mit welchem Raum kombinieren?

Ist es geschickter einen ähnlich genutzten Raum (Kind 1) dazu zu legen, oder ein Raum (Arbeitszimmer) der prinzipiell eine höhere Heizlast hat und damit das Gerät schon gut auch im abgesenkten Betrieb auslastet?

Erste Überlegung war
Schlafzimmer + Kind 1 -> 2MXM40
Arbeitszimmer + Kind 2 -> 2MXM40
Dabei gehe ich aber dann auch schon im Kernwinter an die Leistungsgrenze der Geräte.
(Eurovent gibt zwar 3,2kW @ -10°C an aber im Datenblatt habe ich etwas von 2,8kW gelesen)

Alternative wäre
Kind 1 + Kind 2 -> 2MXM40
Schlafzimmer -> Singlesplit
Arbeitszimmer -> Singlesplit

Oder wäre ein eigenständiges Singlesplit für Kind 1 geschickter (wenn ja, welches?)?

Habt ihr noch andere Ideen oder Erfahrungen zu sinnvollen Raumkombinationen oder Geräten?

Was ich mit den übrigen Räumen mittelfristig mache, wird sich noch zeigen (hier bin ich für Vorschläge und Ideen offen). Hier könnte anschließend entweder auch Splitklimas oder eine kleine LWWP zum Einsatz kommen.

PV ist noch nicht auf dem Dach, wird aber gerade parallel geplant.

Ich danke euch vorab vielmals für eueren Input.

Sollte man mit Räumen kombinieren, die möglichst oft zeitgleich beheizt werden.

Und bei Schlafzimmern aufpassen: Im Winter gibts ja Abtaugeräusche, die man innen deutlich hört. Deshalb sind bei uns die Anlagen nachts aus. Wenn jetzt ein Kind (irgendwann mal) noch bis 2 Uhr Nachts heizen will, kann man im Schlafzimmer nicht vernünftig schlafen, wenn man geräuschempfindlich ist.

Das die Kinderzimmer bei einem ungedämmten Haus so wenig Heizbedarf haben, erstaunt mich. Oder sind das Zimmer unterm Dach, was schon sehr gut nachgedämmt ist?

Wenn du so viel Zimmer ausstatten willst, wirst du wohl eh nicht um wenigstens einige Multisplits herumkommen.

Fürs Wohnzimmer könnte sich eine Daikin Nepura anbieten.

Arbeitszimmer und Schlafzimmer könnte man auch gut mit einer Multisplit kombinieren. Vielleicht reicht da schon eine 4kW.

Vielen Dank für deine Rückmeldung.

Guter Einwand mit den Geräuschen. Das würde dann eher Richtung Singlesplit gehen, da das Arbeitszimmer möglicherweise noch zum Raum Kind 3 werden könnte.
Werde aber auch mal nach einer passenden Multisplitvariante schauen.

Die Kinderzimmer sind jeweils 10m2 groß/klein, wobei Kind 1 eher lang gezogen mit viel Außenwand ist, Kind 2 ist eher quadratisch und hat nur eine kurze Außenwand. Daher der doch große Unterschied im Wärmebedarf.

Da wundert mich aber bei 10m² noch der geringe Wärmebedarf. Wir haben hier ungedämmten Albau, U-Wert Wände schätzungsweise 1,2. Da braucht ein 10m² Raum quadratisch mit nur einer Außenwand so um 40W/Grad Temperaturdifferenz. Bei -10Grad außen und 20 Grad innen sind das dann 30 * 40 = 1200 W. Und in so einem Raum läuft eine 2kW und eine 2,5kW. Die laufen sehr gut und sind eigentlich optimal.

Ich komme da auf
A 3,5m x 2,5m Außenwand = 8,75m2
1,5 W/(m2K) x 8,75m2 = 13,2 W/K
30K x 13,2W/K = 400 W

Dazu kommen dann nochmals Verluste durch die Holzbalkendecke (etwa +50%) und etwas Luftwechsel.

Aber danke für die Info, dass das in deinem Setting gut hin haut.
Das bestärkt mich dann doch, dass die 2MXM40 dafür eine gute Wahl sein dürfte.

Umgedreht muss man ja auch mal sehen: Wenn man ein sehr gut gedämmtes Haus mit U-Wert 0,2 hat, funktionieren die Anlagen ja auch. Da baut man in einen 20m² Raum auch oft eine 2,5kW Anlage.

Meine Anlage läuft ja auch bei 12 Grad noch prima, da ist der Wärmebedarf wirklich nur noch minimal. Dann heizt die 15min und macht wieder 20-40 min Pause. So lange sie nicht zu oft taktet, ist das alles ok.

Kannst du schrittweise bauen? Ich finde es eine gute Idee, erstmal einen Winter erste Erfahrungen mit einer Anlage zu machen und dann weiter zu bauen. Praxis und Theorie unterscheiden sich manchmal, da ist es gut, praktische Erfahrungen zu sammeln. Auch, ob diese Art von Heizen überhaupt von der ganzen Familie angenommen wird.

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Ein schrittweiser Aufbau ist denkbar.

Kinderzimmer und Schlafzimmer sollen ohnehin gekühlt werden, sodass es dort wohl sinnvoll wäre, zu starten.

Wenn der Elektriker die Stromanschlüsse im Sicherungskasten vorbereitet, würde ich die dann schon mit Verlegen lassen. Dann muss man da zumindest nicht nochmals ran.

Welche Anlage nutzt du denn problemlos? Sind deine kleinen Räume mit Multi oder Singlesplit ausgestattet?

Wir haben nur 3 Single-Splits. Eine davon ist eine Daikin und mit dem heutigen Wissen würde ich fürs Heizen nur noch Daikin kaufen. Es sei denn, es taucht nochmal ein anderer Hersteller auf, der es noch besser macht. Eine Daikin hängt bei uns in einem 10m² Zimmer, ist eine einfache ATXF25, weil wir dort nur recht wenig heizen. Für mehr heizen würde ich eine ATXD nehmen. Das sind alles Anlagen, die es nur in Italien gibt und die deutlich billiger sind, als Geräte auf dem deutschen Markt. Wenn man hier kaufen will, dann wäre die Perfera das Gerät der Wahl fürs Heizen. Wer es eleganter haben will, nimmt die Stylish. Emura gäbe es auch noch.

Ich benötige nochmals etwas Entscheidungshilfe. Ich möchte nun in den nächsten Wochen zumindest die Räume im OG mit der Umrüstung angehen, die sowieso gekühlt werden sollen.

Da der Platz für Außengeräte leider doch eher begrenzt ist, benötige ich mindestens 1 Multisplit. Frage ist nun, welche Aufteilung geschickter und effizienter ist.

Momentane Nutzung:

Raum 1 - Schlafzimmer (1,6kW)

Raum 2 - Kind (1,3kW)

Raum 3 - Kind (0,7kW)

Raum 4 - Büro (2,3kW)

Nutzung in absehbarer Zeit:

Raum 1 - 3 - Kinder

Raum 4 - Schlafzimmer & Büro

Die Räume 1-3 werden so in der Zukunft ähnlich betrieben werden und gleichmäßig beheizt.

Ist es sinnvoller/effizienter, die Räume 1-3 an eine 3MXM40/3MXM52 zu hängen und Raum 4 mit einer Single Split zu betreiben oder wäre eine Aufteilung 2MXM40/2MXM40 für Raum 1+2 / Raum 3+4 effizienter?

Prinzipiell würde ich eine Bivalenztemperatur um etwa -7/-8°C anstreben. Diese Temperaturen sehen wir hier am Übergang vom Pfälzer Wald in die Rheinebene (NAT -9,8°C) eher selten und Heizlüfter könnten partiell abhelfen, wenn es mal wirklich drauf ankommt.

Anhand der Eurovent Daten (Maximale Leistungsaufnahme und COP) habe ich mal versucht grob Leistungsdiagramme der AG und der entsprechenden Heizlast zusammen zu bringen.

Hier sieht man schon eine deutlich frühere “Taktgefahr” der 3MXM, jedoch könnte ich mir vorstellen, mit der Bedarfssteuerung und einer Nachtabschaltung vor allem in der Übergangszeit bei deutlich weniger Wärmeverlust über die Nacht die Laufzeit des AG zu verlängern.

Würde der Betrieb der 3MXM unterhalb der Eurovent Auslegungslast Pdesignh dann zu besseren SCOP Werten führen, oder würde der Effizienzvorteil durch den größeren Wärmetauscher am AG dann durch Takten in der Übergangszeit wieder vernichtet werden?

Vielleicht gibt es ja jemanden mit praktischen Erfahrungen zu den Geräten. Habe jetzt schon lange und viel hier im Forum gelesen aber irgendwie drehe ich mich immer im Kreis bei der Suche nach der optimalen Lösung (die es für unseren Altbau vermutlich eh nicht gibt).

So vom Bauchgefühl würde ich 2 Stück 2er Splits vorziehen. Die sind auch noch recht effizient, wenn nur ein IG läuft. Bei einer 3er Split ist es schon nicht mehr so günstig, wenn nur ein IG läuft und darauf hat man ja auch keinen direkten Einfluss, wenn die IGs selbst takten. Das kleine 4kW AG soll wohl auch recht effizient sein.

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Aber auf keinen Fall MHI. Läuft da das zweite Innengerät nicht mit ist der COP gerade so noch über 3 zu bringen.

Nein Nein, Daikin ist gesetzt. Hatte noch Toshiba auf dem Schirm, aber die scheinen nicht so weit herunter zu modulieren.

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