Elitech VGW-mini

Nachdem ich mit einem Autool LM100 kein Glück hatte (fehlerhafte Messungen), habe ich über Amazon ein Elitech VGW-mini bestellt. Hat 129 € gekostet (bei Elitech 139 €). Hier mal die ersten Eindrücke nach einem Tag des Ausprobierens.

1. Messbereich

Elitech gibt als Messbereich 0-19000 Mikron an, manche Händler hängen ein Plural-s an, andere machen daraus "Mikrometer". Korrekt wäre µmHg oder "microns of mercury". Das sind 25,3 mbar oder 2533 Pa. Den normalen Luftdruck verträgt das Gerät, zeigt aber nur 6 Striche an. Erst beim Evakuieren springt die Anzeige auf Werte um.

2. Allgemeines

Das Gerät wird über einen 1000 mAh Akku betrieben, zum Laden ist eine USB-C Buchse vorhanden. Wie lange der Akku hält, habe ich nicht ausprobiert. Es ist nicht zu erkennen, ob sich das Gehäuse öffnen und der Akku auswechseln lässt. Elitech empiehlt bei längere Nichtnutzung den Akku einmal pro Monat aufzuladen. Man kann das Gerät während des Betriebes an ein USB-Netzteil anschließen.

Einziges Bedienelement ist ein Taster auf der Oberseite. Langes Drücken zum Ein/Ausschalten, ein kurzer Druck wechselt durch die möglichen Druckeinheiten - diese Info steht nicht in der Bedienungsanleitung. Nach dem Einschalten erscheint kurz "A 2.6" auf dem Display. Keine Ahnung, ob das die Firmwareversion ist. In der App erfährt man unter den Gerätedetails nur die MAC. Ob der Punkt Firmware-Update etwas gemacht hat oder das Gerät bereits auf dem aktuellen Stand war, ist auch nicht zu erkennen.

3. Display

Ist wohl ein OLED mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund. Wenn am Außengerät einer Klimaanlage die Sonne scheint, erkennt man nichts. Auch der Dezimalpunkt sitzt so dicht zwischen zwei Ziffern, dass man ihn schlecht erkennt.

4. Bedienungsanleitung

Findet man auf der deutschsprachigen EU-Seite von Elitech im Bereich „Unterstützung“. Ich hatte auf einer internationale Seite wohl eine alte Version gefunden und vergeblich nach einer Smatphone-App "AI Tools" gesucht. Pro Sprache besteht die Anleitung aus 8 Seiten incl. technischer Daten und Anleitung zum Reinigen/Auswechseln der ölfesten Folie. Tiefgreifende Erkenntnisse sollte man da nicht erwarten.

5. App

Gibt es für Android und iPhone. Die Androidversion läuft einwandfrei - vorausgesetzt, man stimmt dem Zugriff auf Standortdaten zu. Das ist etwas, was mich an chinesischen Anbietern immer wieder ärgert.

Wenn man in der App auf die drei Striche klickt, gibt es u.a. die Punkte "Auftrag" und "Arbeitsaufträge". Anscheinend muss man sich mit Mailadrese und Passwort registrieren. Man kann Kunden mit Adresse und Telefonnummer erfassen, Aufträge erfassen und mit einem Kunden verknüpfen und - wenn man die Daten einer Evakuierung aufgezeichnet hat, diese einem Auftrag zuordnen.

In der Bedienungsanleitung wird das alles nicht erwähnt. Ich habe mal einen Kunden und einen Auftrag angelegt (ohne Registrierung), konnte aber nicht herausfinden, wo auf dem Smartpone diese Daten abgelegt werden.

Die Verknüpfung per Bluetooth funktioniert auf Anhieb. Ist auch nur ein Klick, keine Passsworteingabe usw. So sieht die App dann aus:

Der Druck wird als Tachodarstellung angezeigt, man kann auf Diagramm umschalten. Das ist aber erst dann sinnvoll, wenn der Druck sich ändert. Will man so ein Diagramm über das Kameraicon mit der Beschriftung Eintrag speichern, muss man einen Berichtsnamen eingeben. Dann erscheint ein Popup-Fenster "Anfrage permissions. You need bis obtain sbisrage permissions bis export Datumis" mit den Möglichkeiten Abbrechen und Allniedrig. Dann kommt eine weitere Abfrage, ob die App auf Fotos zugreifen darf. Es wird ein PDF mit dem vergebenen Berichtsnamen erzeugt - aber nicht dort, wo Fotos üblicherweise landen, sondern unter \Android\data\com.elitech.ai.hvacr\files\SavedReports\ findet man einen Unterordner Screenshot. Im Endeffekt ist es eine stark verkleinerte Bildschirmkopie. Hätte ich eine Adresse eingetragen bzw. über ein blaues Standort-Icon übernommen (allerdings 100m vom tatsächlichen Standort entfernt und daher falscher Straßenname) und das Notizfeld ausgefüllt, hätte ich ein fertiges Dokument über die Evakuierung.

In den Einstellungen kann man z.B. die Temperatur von °C auf °F ändern. Um die Druckeinheit zu ändern, muss man auf das Feld "Pa >" unter der Tachoanzeige klicken.

6. Aufzeichnung

Man kann Daten sowohl auf dem Smartphone als auch “offline” auf dem VGW-mini aufzeichnen. Letzteres soll man in den Einstellungen starten können, aber dort finde ich nichts. Dafür aber zwei kuriose Punkte “read/clear hisbisrical datumn”.

Um eine Aufzeichnung zu starten, muss man auf "Eintrag" klicken. Warum hat Elitech das Icon nicht wie in der englischen Version mit “Start” beschriftet? Kürzestes Intervall ist 1 Sekunde (voreingestellt). Man kann Intervalle von 5 s bis 60 min einstellen. Aufgezeichnet werden Druck, Umgebungstemperatur und die Siedetemperatur des Wassers bei dem gemessenen Druck.

Beim Beenden kommen zwei Abfragen nacheinander, eine lautet "Notizen: Are you sure bis Sbisapp Aufzeichnung". Wählt man einen Bericht aus, erscheinen zwei Grafiken:

Warum springt die Siedetemperatur in der unteren Grafik nach kurzer Zeit auf 100 °C? Das erkennt man in den tabellarischen Daten: Elitech hat die Temperaturwerte anscheinend nur bis ca. 3 Pa hinterlegt, bei geringerem Druck steht ”---” in der Spalte. Für die Grafik bedeuten fehlende Werte vermutlich 100 °C.

Unterhalb der Grafiken gibt es einen Button “Exportieren”. Zur Auswahl stehen Excel und PDF. In beiden Fällen wird nur eine Tabelle erzeugt. Die Grafiken muss man als Screenshot mit den Möglichkeiten des Smartphones sichern. Auch diese Exporte sind auf einem Android-Smartphone gut versteckt unter \Android\data\com.elitech.ai.hvacr\files\SavedReports\ zu finden.

Die Spaltenüberschriften dort lauten Zeit, Vakum, Eintrag, Eintrag. Hatte Elitech keine Ideen für sinnvolle Temperaturbezeichnungen?

7. Dichtigkeit

Ich hatte eine 2stufige Vakuumpumpe Vevor VP245 verwendet. Die beworbenen 0,2 Pa erreicht sie vermutlich nur bei Vollmond, wenn die Verbindungselemente zuvor von einem chinesischem Mönch gesegnet wurden.

Mit dem üblichen 1,5m Schlauch einer Monteurhilfe geht das VGW-mini, nachdem die Restfeuchtigkeit verdampft ist, auf ca. 30 Pa herunter. Verwende ich das beigefügte Metallrohr, sind es 2,9 Pa. Am Ende habe ich die im Bild gezeigte Konstruktion aus Befüllungsventil und einem Kugelventil verwendet und die Gewinde mit NylogBlue benetzt. Ergebnis 2,1 Pa.

In dem Moment, wo ich die Ventile schließe, steigt der angezeigte Druck langsam an und erreicht nach 20 min 560 Pa.

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Scheint eine gute Alternative zum Testo 552 und Testo 552i zu sein.

Ich habs mal hier mit verlinkt:

Vorteil beim Testo 552 sehe ich in den simplen AA-Batterien. So kann man das Teil ohne Batterien 10 Jahre liegen lassen und dann sofort wieder benutzen. Alles, was eingebaute Akkus hat, braucht regelmäßig Pflege oder ist nach 5 Jahren defekt.

Monatlich nachladen wird bestimmt übertrieben sein. Aber einmal jährlich sollte man es wohl schon machen. Müsste man mal experimentell herausfinden.