beim Titel bitte nicht erschrecken, ich weiß, ganz ganz böse ? Wir haben unsere zweistöckige Wohnung von Nachtspeicheröfen auf LL-WP umgerüstet. Das Badezimmer hatte bis dato gar keine Heizung. Da das Badezimmer sehr klein ist und LL-WP ohnehin wohl problematisch sind, haben wir uns für eine elektrische Fußbodenheizung und zusätzlich für eine Handtuchheizung entschieden. Das Bad hat knapp 7 m2, abzüglich der Dusche reden wir von 3 m2 Bodenfläche der Fußbodenheizung. Plan war, dass die Heizung Morgens um 5.30 Uhr startet und um 7 Uhr wieder ausgeht. Mein Informationsstand war, dass innerhalb von 30 Minuten die Wohlfühltemperatur erreicht werden sollte. Die Heizung hat insgesamt 450W. Die Aufbauhöhe über der der Heizung beträgt knapp 2 cm (1 cm Fliesen, Fliesenkleber und Ausgleichsmasse etwa 1 cm). Darunter 5cm Estrich, Dämmung, Folie und dann Betondecke.
Der erste, zweite und dritte Test war sehr ernüchternd. Nach etwa 3 Stunden hat sich der Boden von 17,5 auf 20,5 Grad erhöht. Spürbare Wärme gleich null. In der Anleitung steht, dass es bei neuen Böden noch zu Verzögerungen kommen kann, der Boden ist jetzt seit knapp 3 Wochen verlegt. Hat jemand Erfahrungen mit dem Thema? Der ganze Aufwand umsonst wäre sehr ärgerlich, vor allem ohne Heizung im Bad. Die Heizung durchlaufen lassen finde ich bei 450W etwas heftig und am Ziel vorbei.
450 W für eine halbe Stunde sind 0,2 kWh. Das ist in etwa die Energie, mit der man 2 Liter Wasser zum Kochen bringt. Und davon erwartest du, dass Fußboden und Raum erwärmt werden?
Ich denke, dass Problem ist nicht die Installation, sondern deine Erwartungshaltung.
Richtig. 450W ist für einen Raum, insbesondere im bad wo es ja auch mal wärmer sein soll, einfach gnadenlos unterdimensioniert. Selber ausgelegt? Mal berechnet was eigentlich nötig wäre?
EDIT: Da hat sich meine Antwort wohl überschnitten... Aber @carolus hat es ja schon angemerkt. Um da wirklich Energie in den Boden zu bekommen und das merklich aufzuheizen muss da mehr Energie reingesteckt werden. Ein wirklich warmes Gefühl an den Füssen erreicht man, je nach persönlichem Empfinden, eh erst mit mindestens 25 Grad am Boden. Ich hab mit der FBH die Erfahrung gemacht, dass man den Boden bis zu den Vorlauftemperaturen halt als nicht kalt empfindet, aber für Warm braucht es da eine gute Überhöhung. Und das auf 7qm mit 450W zu erreichen wird wahrscheinlich selbst mit durchlaufen schwierig.
Bei etwa 22-23 Grad und ca. 4-5 Stunden empfand ich die Fliesen schon als angenehm warm. Die 450W beziehen sich nicht auf 7 m2 sondern 3 m2 (Um genau zu sein 2,8). Um die Luft geht es mir nicht wirklich. Also wäre im Winter die einzige Möglichkeit die Heizung auf 23 Grad durchlaufen zu lassen und dann zu hoffen dass sich der Verbrauch bei erreichen der Temperatur herunterschraubt.
da ist ein warmanfühlender teppich günstiger und einfacher ein zu bauen
meine variante wäre gewesen: einen kleinen wandmontierten heizlüfter zu verwenden, thermostatgeregelt und mit uhr, wenn es denn kein badezimmerläufer sein darf.
bei diesen fussbodenheizungen muss man immer darauf achten, das diese gut zur eigentlichen betondecke hin isoliert sind, und da reicht keine noppenfolie oder so dünnes zeug, da muss man schon 2cm styrodur oderso einplanen.
darauf dann fliessesstrich und eben fliesen wenn gewünscht.
wobei man auch einfacher einen wärmeren fuss bekommen kann.
es gibt diesen dickeren geschäumten PVC-boden, so von der rolle. den kann man statt fliesen verwenden, das fühlt sich auch schon wärmer an als diese kalten fliesen und kostet kaum etwas. auch ist das verlegen wesentlich unaufwendiger als den ganzen boden neu zu machen. allerdings dann phne fussbodenheizung darunter(bin gerade nicht sicher ob und welche typen es gibt die für fussbodenheizung geeignet sind)....
450 Watt durchlaufen zu lassen wäre ja Wahnsinn. 10,8 kWh pro Tag.
Bau dir einen Heizlüfter rein. Damit hast du das Badezimmer in 10 Minuten von 15 Grad auf 20 Grad hochgeheizt. Weil man im Bad ja oft nur recht kurz ist, braucht es eine Heizung, die ganz schnell die Luft hochheizt. Das ist das sparsamste.
Vergleich auch mal. Ein Heizlüfter könnte pro Tag mit 2000 Watt 5 Stunden durchlaufen, bis du auf den Verbrauch deiner Fußbodenheizung kommst.
Wenn es kalt ist, wirst du mit den 450 Watt sehr lange brauchen, bis der Raum aufgeheizt ist. Und dann musst du genau das damit reinheizen, was durch Wärmeverluste nach draußen geht. Da kommt es auf den Dämmstandard an. Wobei 450 Watt nicht viel sind, kann sein, dass du damit bei 0 Grad außen nie auf eine Temperatur kommst, die reicht. Das lässt sich berechnen, Stichwort Heizlastberechnung.
Egal wo in der Wohnung: Mit Strom 24/7 durchzuheizen, ist ein teures Vergnügen. Bekannte von uns haben eine Strom-Fußbodenheizung für die Eigentumswohnung und die rechnen in dieser Heizsaison mit 7000 Euro Kosten.
Der Temperaturfühler liegt an den Fliesen. Wenn die Fliesen die eingestellte Temperatur erreicht haben, sollte es auf dem Level bleiben. Es wird also nicht versucht den Raum selber auf die Temperatur zu bringen. Das würde in der Tat wahrscheinlich niemals auf 23 Grad kommen.
Dann hast du aber nur wenig Effekt. Stell dir vor, das Teil heizt im Schnitt nur noch mit 200 Watt. Und jetzt stell dir 2 100 Watt Glühlampen vor, was die in einem Raum an Temperaturerhöhung bewirken. Wenn du Glück hast, vielleicht 1 Grad. Dann hast du also einen 23 Grad warmen Fußboden und eine Lufttemperatur, die 1 Grad höher, als ohne Heizung ist.
Elektrisch 24/7 zu heizen ist immer irre teuer. Wenn überhaupt, dann in Bädern, wo man sich nur kurz aufhält, schnell die Luft erwärmen und gar nicht erst versuchen, die Bausubstanz auf Temperatur zu bringen. Und das geht am besten mit einem Heizlüfter.
@mrraymon Es gibt Thermostate (meins im Bad ist von 2011) denen man zB 22C im Raum und max 25C für die Fliesen vorgeben kann. Dh die Fliesen werden auf max. 25C gehalten, bis der Raum 22C erreicht hat. Marke ist OJ MICROLINE. Hat auch Betriebsstundenzähler integriert (Tag, Woche, Jahr), da kann man schnell abschätzen, wie hoch der Verbrauch ist.