Ich fürchte mit so wenigen Sätzen bekommt man diesen Themenkomplex nicht gefaßt.
Ich probiere mich jetzt selber mal an einem Entwurf, der gerne korrigiert, ergänzt und verfeinert werden kann:
Selbstentladung:
- Ladungsverlust durch Entladung innerhalb der Zelle
- Bei einer 280 Ah LFP Zelle typischerweise in der Größenordnung von einigen 100 uA bis vielleicht 10 mA
- Die wenigen 100 uA bei guten Zellen sind in einem ESS völlig vernachlässigbar und mit einfachem Equipment schwer genau messbar.
- Die Spannungsabnahme durch die Selbstentladung ist in der Regel gering ( bzw. wird von anderen Effekten überlagert ). Es ist schwierig und langwierig sie eindeutig zu messen.
- Eine schlechte Zelle im Pack kann im Jahr > 10 Ah verlieren, die vom Balancer oder durch manuelles Laden korrigiert werden müssen.
- Liefert der Balancer eine Statistik der pro Zelle korrigierten Ladung, äußert sich eine Zelle mit erhöhter Selbstentladung dadurch,
dass eine Zelle praktisch keine Balancer-Arbeit erfordert und alle anderen eine erhebliche und untereinander sehr ähnliche Balancer-Arbeit erfordern.
Relaxation:
- Immer vorhandener Prozess beim und nach dem Laden. Wird sichtbar durch mehr oder weniger starkes Spannungsabklingen nach jedem Ladungsabbruch auch ohne Belastung der Zelle
- Die Höhe/Stärke des Abklingens variert stark mit Zelltyp, individueller Zelle, SOC, Ladestromstärke ...
- Am Ende des Abklingens nimmt die Zelle ihre Ruhespannung ein.
- Bei 3.34 V Ruhespannung kann eine LFP Zelle bereits zu 97.5% voll sein, bei 3.36 V bereits zu > 99%, ab ~ 3.375 V wird man nominale 100 % erreichen
Memory Effect:
- Äußerst sich durch Spannungsüberhöhung beim Ladevorgang ( die Spannungsüberhöhung kann sich nach einem Ladeabbruch in der Rücksetz-Phase aber auch bis in die Relaxations-Phase ziehen )
- Kann grundsätzlich in jedem SOC Teilbereich auftreten, und zwar genau in dem Bereich in dem wiederholt ein Ladeabbruch mit folgender Haltephase vor der nächsten Entladung stattfindet.
- Ist reversibel
- Die Stärke des Effektes hängt erheblich von Zelltyp und auch der indivuellen Zelle ( möglicherweis auch deren "Lebensgeschichte" ) ab
- Wird eine Batterie anhaltend mit flachen Zyklen z.B. um 90% SOC betrieben, äußert sich der Effekt beim nächsten Vollladen, überlagert von den Effekten die beim Volladen sowieso auftreten.
Für diesen Fall und einen Pack in dem Zellen erheblich unterschiedlich starken Memory Effect aufweisen, würde eine Balancer-Statistik eine erhebliche und recht ähnliche Balancer-Arbeit für alle Zellen aufzeigen, da der Balancer die bis über 3.5 V Ladespannung, die eine Zelle beim Rücksetzen eines Memory Effektes im hohen SOC-Bereich benötigt, fälscherweise zunächst als ein "Überladen" interpretiert. Die vom Balancer während dieser Rücksetz-Phase diesen Zellen entnommene Ladung fehlt den betroffenen Zellen zukünftig und muss in der Folge dann auch den anderen Zellen entnommen werden.
Plattenkapazität:
- Der physische Aufbau der Batterie ( große Fläche nahe beieinander liegender elektrisch leitfähiger Platten ) stellt einen Kondensator da mit typischerweise ? mAh
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