Einstellung überdimensionierte LLWP nach Sanierung

Hallo zusammen,

über ein anderes Forum wurde ich auf euch aufmerksam gemacht und hoffe, ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen :slightly_smiling_face:

Ich entschuldige mich vorab für den langen Text, aber ich möchte soviel Infos wie möglich geben.

Leider sind wir absolute Laien im Thema Klimaanlagen zum Heizen und verließen uns bei der Dimensionierung auf die ausführende Firma.

Im Nachgang haben wir über den Stromverbrauch bei der Nutzung festgestellt, dass diese wohl deutlich überdimensioniert sind und ich suche nun eine Lösung, stromsparend(er) damit zu heizen.

Kurz vorweg:

das Haus ist ein selbst bewohntes 3-Parteien-Haus Bj. 1982 und bekam dieses Jahr eine 16 cm PUR Dämmung fürs Dach, ein WDVS mit 14 cm Mineralwolle, das Erdreich wurde mit 12 cm Styrodur gedämmt. Die Fenster sind 2-fach verglast, aus 2022. Das EG ist trotz Dämmung generell noch immer etwas kälter, da der Boden nicht gedämmt ist.

Bislang heizten wir mit insgesamt 9 Nachtspeicheröfen (alle 9 hatten zusammen 32 kw). Die Wohnung im EG hatte 4 Öfen mit 12 kW und die Wohnung im 1. OG 5 Öfen mit 18 kW.

Im Zuge der Sanierung haben wir diese gegen LLWP der Fa. Toshiba ausgetauscht.

Pro Wohnung wurden jetzt folgende Konstellationen installiert:
Multisplitgerät RAS-4M27G3AVG-E

K/H: 8 / 9 KW

Regelbereich K: 2-10 KW

Regelbereich H: 2-12 KW

Innengeräte:
1x RAS-B10J2FVG-E für Schlafzimmer (15qm)
Nominalleistung K/H: 2,5 / 3,2 KW
Regelbereich K/H: 0,95-3,2 / 0,85-4,4 KW

1x RAS-B13J2FVG-E für Wohnzimmer (21 qm)
Nominalleistung K/H: 3,5 / 4,2 KW
Regelbereich K/H: 1,05-4,1 / 1,0-5,0 KW

1x RAS-M07J2FVG-E für Kinderzimmer/Küche (11qm)
K/H: 2,0 / 2.5 KW

Aussage bzgl. der Innengeräteauswahl war, dass bei einem Multisplit die Verteilung anders ist und diese sowieso modulieren und nie die volle Last ziehen. Lieber etwas mehr, damit wir im tiefsten Winter nicht frieren. Sparen werden wir trotzdem im besten Fall 2/3 des Stroms (bislang lag der Heizstrom für beide Wohnungen zusammen jährlich bei etwa 9.000 kWh).
Der Installateur hat sich hier auch so ziemlich an der Heizlast der ursprüngliche Nachtspeichern orientiert.

Wir haben bisher im EG primär Wohn- und Schlafzimmer beheizt und selbst da wurde gerne 2 kWh gezogen und das nur in unserer Wohnung. Eingestellt waren 22 Grad, bei 13 Grad AT.
Viel zu viel meiner Meinung nach.
Wenn beide Wohnungen, sagen wir mal 10 h beheizt würden, wären wir täglich bei 40 kWh und wir haben noch nicht mal Winter!
Das hatten wir bei den Nachtspeichern nicht…

Hinzu kommt ja auch, dass wir nun den Tagstrom nutzen müssen, da der Wärmestromzähler ausgebaut wurde. Einsparen tun wir hier also gar nichts, außer natürlich wenn die Sonne scheint…

Da wir leider auch keine Erfahrung mit diesen Geräten habe, weiß ich auch nicht, ob es vielleicht einen Trick gibt, den Stromverbrauch doch massiv zu senken.
Ich wäre für jede Hilfe dankbar.

Wieviel müßt Ihr denn jetzt wirklich heizen? Wenn Ihr 40 kWh Strom am Tag verballern würdet, gäbe das vielleicht 160 kWh Wärme und in den jetzt gut gedämmten Wohnungen wäre recht bald FKK angesagt. Habt auch keine Angst, mit den Einstellungen zu spielen, kaum eine Heizung ist von den Firmen sinnvoll eingestellt, wenn sie übergeben wird. Wenn sich der Klimafritze noch nicht mal pi x Daumen mit der Dämmung beschäftigt hat sondern einfach die alten Dinos als Maßstab genommen hat, dann ist da sowieso nichts zu erwarten.

Zunächst in Ruhe beobachten.

Die Geräte laufen erst seit wie vielen Stunden/Tagen?

a: Am Anfang ziehen die immer reichlich , da das System erst Druck aufbauen und einregeln muss

b: erfahrungsgemäß sind 22 Grad Wärme am Innengerät zu hoch , eigentlich egal bei welchem Hersteller. ( Wird in anderen Freds schon reichlich drauf verwiesen,)

Nach 1 h Einschwingen mal auf 20 °C Soll runterstellen ( oder sogar noch weniger ) und dann die erreichten Temperaturen und die Stromverbräuche beobachten.

Bei mir werkelt eine 3 fach Samsung und ich kann die Innentemperatur auf 19° einstellen und dann wird es in den 12 - 15 m" Räumen (bei offenen Türen!) ganz schnell zu warm.

In großen Räumen mag sich das besser ausgehen, aber so sind meine Erfahrungen

Hier ein Shot vom gestrigen Tag . 2 IG waren an ( je 2,0 kW am 5,2 Außengerät)

18 °C und 19 °C am IG eigestellt . Landet bei ca. 20 - 21 °C innen
Mit 7 kWh/ Tag bei Außentemp. + 12 °C kann ich gut leben

22 °C ist wie gesagt garantiert zu üppig, da regelt die Anlage nur schlecht runter .

Ist selbst bei meiner großen Single Split so.

Fazit:
0,5 - 1 h anfeuern, dann runter mit der Solltemperatur.
Hilft bei meinen Geräten. ( Samsung und MEL)

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Also zur Zeit haben wir in den letzten Tagen nur stundenweise geheizt, da die Wohnungen an sich noch recht gut temperiert sind. Hier verbrauchten wir nach dem Modulieren immerhin zwischen 1-2 kWh. Nach 3 Stunden lagen wir bereits bei einem Verbrauch von 3 kWh. Das Gerät im Wohnzimmer verbrauchte hierbei natürlich am meisten.

Ich hatte den Installateur auf die Dämmung aufmerksam gemacht und ihm gesagt, dass die Heizlast deutlich sinken wird und die Anlagen demnach auch nicht mehr so groß ausgewählt werden müssen.
Nachdem ich dann das Angebot bekommen hab, sprach ich ihn auch noch mal darauf an und er sagte mir dann, dass die Geräte modulieren und niemals die Volllast ausgeben. Die Wahl erfolgte, falls es im tiefsten Winter doch mal nicht ausreichen sollte und für uns war das zunächst auch schlüssig.

Schlimm genug ist, dass es noch nicht mal eine unseriöse Firma ist…

Wir hatten es erst stundenweise getestet. Das Schlaf- und Wohnzimmer hatte nach 3 Stunden circa 3 kWh verbaucht.

Danke für den Tipp mit der Temperatur. Vielleicht liegt ja hier schon des Rätsels Lösung. Deine Werte sind da natürlich ein Traum. Sonderlich groß sind unsere Räume ja auch nicht, deswegen hätte man von Anfang an kleiner dimensionieren können. Aber vielleicht bekomme ich es ja hin, mit einer niedrigeren Temperatur den Verbrauch deutlich zu senken.

Blöde Frage: Wo bekommst Du eigentlich Deine Zahlen her? Sind das ggf. sogar vom Gerät geschätzte Wärmemengen und nicht Stromverbrauch oder hast Du wie ich nen Stromfühler (für die PV ausgedienter Shelly 3em bei mir, der per Strom”zange” zwei Single-Splits und meine BWWP im Blick hat?

Ich hab die Zahlen von der App der PV-Anlage. Das Smartmeter der Anlage liefert ja alle 5 Minuten die Daten. Da zu der Zeit keine anderen Verbraucher liefen, konnte ich die Zahlen grob entnehmen.

Der Grundverbrauch bleibt ja immer derselbe.

Ach ja, in der App der Klimageräte kann man den Stromverbrauch pro Gerät auch sehen, das sind aber wohl nur Schätzungen.

An und Aus ist ein Graus
Und kleine Räume sind am schwierigsten zu regeln.
Die Dinger müssen möglichst lange eingeschaltet bleiben

Jedesmal ,wenn sie
wieder Kaltstart macht , zieht das Ding ein zigfaches der eigentlich benötigten Menge

Also mindestens einmal 24 h laufen lassen , Regelung auf quiet eco oder was auch immer da steht. Lüfter auf Auto und beobachten .

Und wie gesagt mit 21 / 22 °C starten und nach ca. 1 h auf 19 ° C oder sogar 18° runter . Das wird immer noch muckelig, vor allem wenn die Türen geschlossen bleiben

Das hilft mir schon sehr weiter. Dann werden wir das mal für einen Tag so testen. Vielleicht finden wir dann so die perfekte Einstellung für uns.

Das Problem bei uns ist, dass die Türen offen bleiben müssen wegen der Katzen, aber wir lehnen sie schon immer so dicht wie möglich an, damit die Wärme nicht allzu sehr in den kühleren Flur geht.

Hast Du mal die Leistung begrenzt?

Bei Toshiba kann man dies mit P-sel (power select). Hier in der App. Auf der Fernbedienung kann man das auch einstellen.

50%, 75% und 100%

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OK, dann hast Du zumindest nicht Wärme und Strom vermischt bekommen. Ich würde mich da jetzt nicht verrückt machen und mal sehn, wie es sich über etwas längere Zeit verhält und das Ding sich einschwingen lassen. Hab gefunden, daß es wohl bis auf 2kW Heizleistung runtermodulieren kann. Auf die Schnelle keine Zahlen gefunden (aber stehen ggf. bei Dir im Handbuch) wie weit die max. Heizleistung sinkt, wenn es draußen kälter ist. Ich hab vorhin bei uns die Heizsession eröffnet und eine der beiden Single-Splits (2.5 kW Daikin Perfera) angeworfen mit 22.5 Grad und Lüfter auf 4/5, die geht da am Anfang auch erstmal auf ein kW hoch. Hab sie auch erst seit Februar und entsprechend nur einen Monat Erfahrung mit beim Heizen.

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Jetzt mit der guten Dämmung dürften sich die Temperaturen eh zwischen beheizten und nicht direkt beheizten Räumen mehr angleichen.

Ja, die Funktion habe ich bereits getestet und konnte hier auch einen niedrigeren Verbrauch feststellen. Ich habe mir überlegt für die Langzeitnutzung auf 75% zu drosseln, da wir die Küche ja eh nur sehr selten zuschalten.

Dann sollte ich wirklich erst mal abwarten. Ich hab ja jetzt mal eine grobe Richtung dank euch.

Genau, die Minimalleistung liegt bei 2 kW. Ob und wieweit wir die Anlage soweit runterbekommen sieht man dann. Ich kenne mich leider mit der Technik wie gesagt gar nicht aus, habe aber zb gesehen, dass bei dem kleineren 3er Multisplit die Daten ähnlich sind. Auch hier wäre die Mindestleistung beim Heizen bei 2 kW.

Ich hoffe ja, dass wir dann im Langzeitbetrieb die Wärme wirklich gut in den Räumen halten können. Meine Wohnung ist leider teilweise im Souterrain und man merkt trotzdem Dämmung schon einen Unterschied zum 1. OG.

In der Doku von Toshiba steht zu dieser Anlage und bei den Innengeräte:

Innentemperatur: 20 Grad

Aussentemperatur: 7 Grad

min.: 380 W bei 2kW Heizleistung

nominal: 2.350 W bei 8,5kW Heizleistung

max.: 2.760 W bei 10,5kW Heizleistung

Ich habe einige Single-Split von Toshiba im Einsatz und die Daten aus der Dokumentation, von Eurovent und der Wirklichkeit passen sehr gut zusammen.

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Vielen lieben Dank für die Info.

Ich hab die Anlage jetzt mal auf 21 Grad und auf 75% gedrosselt und verbrauchte in der Spitze 1,2 kWh. Mehr als 400 - 500 Watt zieht sie derzeit nicht mehr :slightly_smiling_face: Damit kann ich leben :smiley:

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Schalte auf Minimum runter, bei der Anlage sind das wohl 50%. Mehr wirst du vermutlich nie brauchen. Die Anlage scheint extrem überdimensioniert. Bei so gut gedämmt und vielleicht 60m² Gesamtfläche hätte ein 4kW Außengerät vermutlich gereicht.

Die Branche tickt überall gleich und dimensioniert oft stark über, was auf Kosten der Effizienz geht.

Ihr hattet vor der Dämmung 9000 kWh Verbrauch, was da schon eine Heizlast von lediglich etwa 4 kW war. Jetzt habt ihr vielleicht nur noch 2-3 kW.

Mist ist eben, dass die AGs nur bis auf 2kW Mindestmodulation runter gehen. DIe ballern also mindestens 2kW rein und beim Start die ersten 10-20 Minuten auch gerne 2-3 mal so viel. Die wird also vielleicht dauerhaft takten müssen, auch im Winter bei 0 Grad noch.

Ist echt ein Trauerspiel, dass oft so schlecht beraten wird bzw. Installateure das Thema Effizienz so wenig berücksichtigen. Hauptsache es wird ordentlich warm, so wird heute noch oft gedacht.

Für Verbrauchstests müsstest du möglichst alle Innengeräte einschalten und 2-3 Tage durchlaufen lassen. Nur so bekommst du einen Eindruck, was die Geräte verbrauchen, wenn die Räume erstmal alle auf Temperatur sind.

Für die normale Nutzung würde ich dann aber eher bedarfsweise heizen. Bei einer 3er Multisplit aber möglichst mindestens 2 IGs gleichzeitig laufen lassen, sonst wird die Anlage ineffizient.

Wieso haben die eigentlich eine 4er Multisplit installiert, obwohl nur 3 Innengeräte angeschlossen sind?

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Als Laie ist es auch sehr schwer, da noch durch zu blicken. Natürlich will ich mich jetzt auch nicht rausreden, da hätte ich mich vorab richtig informieren müssen. Der Einbau der Geräte erfolgte auf schnell-schnell, da wir mitten in der Sanierung waren und uns relativ schnell entscheiden mussten, ob wir die Geräte jetzt oder später einbauen. Da die Firma auch unsere PV-Anlage installiert hat, dachten wir, es wäre das Beste alles aus einer Hand zu haben.

Das 4er Multisplitgerät wurde uns genau aus dem Grund eingebaut… damit man es ordentlich warm hat, sollte es mal kälter als kalt sein, wobei im Nachgang das 3er definitiv gereicht hätte. Ich will jetzt nicht unterstellen, dass man es absichtlich über dimensioniert hat, um vielleicht auch Geld damit zu generieren, aber mittlerweile hat es fast den Anschein.

Geld spielt dabei fast immer eine Rolle. Das sind die Gründe:

  • Man kann sich eine genaue Heizlastberechnung sparen
  • Größere Geräte sind teurer und bei 30-40% Aufschlag verdient man gut mit
  • Kunde jammert nie, dass es nicht richtig warm wird.
  • Man muss gar nicht erst die Heizgewohnheiten der Kundschaft erfragen. Passt dann auch für Leute, die im Winter 26 Grad brauchen.
  • Viele Kunden bemerken die Ineffizienz nicht
  • Man läuft nie Gefahr, wegen zu knapper Auslegung nachbessern zu müssen
  • Wartungsverträge werden auch entsprechend teurer, verdient man mehr dran

Auf der anderen Seite fehlt der Anreiz, es besonders effizient zu bauen.

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Hier mal die Eurovent-Daten:

Das Gerät moduliert gar nicht bis 2kW runter, Mindestwärmeleistung liegt bei 3,7 kW (Heating Cond D) bei 12 Grad. Und minimale Stromaufnahme bei 460 Watt. Bei niedrigeren Temperaturen bleibt es ungefähr bei diesen 460 Watt, aber die Heizleistung sinkt natürlich, weil der COP sinkt.

Aber warte erstmal ab, wie sich im Winter dann läuft. Jetzt in der Übergangszeit taktet fast jede Anlage häufig.

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