Einsteiger mit erstem Anfänger-Fehler? Ist die maximale Modulspannung bei unter 0 °C zu hoch für den Microwechselrichter

Moin von der Elbe!
Mit viel Enthusiasmus habe ich beschlossen, endlich mit dem Ausprobieren von PV-Technik und Klima-Splitt-Geräten anzufangen. Das Ziel ist, einen tollen 60er-Jahre-Bungalow für eine künftige, zeitgemäße Wohnnutzung zu sanieren. Erste Maßnahmen waren die Isolierung der Decke und eine Sanierung der Elektrik. Heizkörper sind noch Homematik-gesteuert. Shellys sind in der Erprobung für Markisensteuerung, Licht, Fensteröffnungs- und Bewegungsmeldung. Ebenso in Erprobung ein kleiner Server mit HomeAssistant. Soviel für den Anfang über einen Teil meines Hintergrunds.

Nun habe ich mir erstmal "billig" (?) 20 TrinaSolar Vertex S TSM-NEG9R.28 mit 455 Wp bestellt, Kabel, Stecker etc. gekauft und zwei HERF-800 Wechselrichter zum ersten Ausprobieren, bevor ich mich an die weitere Planung, Beschaffung und Installation "wage". Die nachfolgenden Beschaffungen von größeren Wechselrichtern und Akku wollen m.E. gut überdacht und das Ergebnis einer vernünftigen Planung sein. Davor muss ich wohl noch einiges aus dem Forum lernen.

Aufgrund des Videos von Andreas " 2000W Balkonkraftwerk + Speicher - Mit DEM Trick lohnt es sich !" aus 2023 habe ich nun wohl bereits meinen ersten Fehler entdeckt - oder?

Gedacht hatte ich mir, vielleicht bis zu vier 455 Wp-Module an einen HERF-800-Wechselrichter anzuschließen und dann mal mit Ausrichtungen und Auswertungen erste eigene Erkenntnisse zu gewinnen. Nach den Erklärungen aus dem Video würde ich einen Fehler begehen, wenn ich auch nur eines meiner Module bei winterlich voller Sonneneinstrahlung am HERF-800 betreibe, da die Leerlaufspannung-UOC (V) des Moduls bei 53,4 Volt (25°C) liegen könnte. Datenblatt Trina Vertex_S Der HERF-800 verträgt allerdings maximal nur 60 Volt.
So wie ich die Erklärungen von Andreas und siner Kommentarteure interpretiere, könnte sich die Modul-Spannung um bis zu 18% (bei -20 °C) oder bis zu 15% bei (nur -10 °C) erhöhen. Modul Korrekturfaktoren für von 25 Grad C abweichende Temperaturen Das würde bedeuten, das bei optimaler Ausrichtung an einem klaren Wintertag die am HERF-800 anliegende Eingangsspannung 63 V (bei -18 °C) und 61,4 V (bei -10 °C) sein könnte und diesen dann beschädigen könnte. Um sicher zu sein, dass der HERF-800 nicht beschädigt wird, könnte ich meine Module demnach nur bis 0 °C betreiben (53,4 V (25 °C) + 12% (0 °C) = 59,8 V Modulspannung).
Habe ich das alles richtig interpretiert? Gibt es wirtschaftlich sinnvolle Sicherheitseinrichtungen, mit denen man die maximale Spannung der Module begrenzen kann? Liege ich vollkommen danebem mit meinen Überlegungen?
Mögt ihr mich bitte diesbezüglich einmal "ein-norden" - dafür wäre ich sehr dankbar.
Herzlichen Dank für Eure vielen Forenbeiträge!
Nette Grüße aus den Elbmarschen

Die Leerlaufspannung dieser Trina Module überschreitet das 60 V Limit Deines Wechselrichters bei -27°C

selber nachrechnen... Auslegung von Photovoltaik-Anlagen | Kaco New Energy

Pech gehabt, rechtzeitig gefunden.
Das Risiko ist existent.
Pokern kannst du in dem Sinne, dass die 60 V ein maximum Rating sind, keine klare geht kaputt Grenze. So genau kann man man die Grenze nicht legen, aber neben Defekt gibt es auch die Möglichkeit von Lebensdauer Einbuße.

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Meine persönliche Erfahrung mit Werten außerhalb zulässiger Spezifikation, alles bei weitem nicht so schlimm, wie getan wird......

Herzlichen Dank für den Link zum Berechnungstool

Bis ich bei uns Null Grad Winter habe, dauert es noch ein bisschen. Bis dahin werde ich anschließen und messen. Dann kann ich immer noch entscheiden, bis zu welchen Minus-Temperaturen ich die ausprobierte Anordnung betreiben möchte. Herzlichen Dank für die Antworten - auch für welche, die noch kommen!

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Das ist Analog Technik.
Nix digital bei tot wenn 60,001 V

Ich rechnete mit Sicherheitsfaktor von 15%
Die Module wurden aber besser, muß man in den Datenblatt gucken.
Das Problem entsteht auch nur bei abgeschaltetem Wechselrichter. Also wenn er ac seitig getrennt wird.Kurzfristig verträgt der sicher auch Hausnummer 10% mehr sonst wäre es selbstmörderische Elektronik.
Letztendlich fällt er etwas früher aus wenn er ständig im Grenzbereich betrieben wird.
Im Betrieb liegt ja normal Vmpp an.

Diese kleinen WR kosten im Todesfall, kann ich mir nicht vorstellen,außerdem eher weniger als eine Schutzeinrichtung.

Wobei bei Überbelegung mit 4 Modulen die Arbeitsspannung allerdings Richtung Voc wandert.
Ich würde es machen.

Mir ist ein eigentlich tötlicher Fehler mit meinem Lieblings lidl bürstenlos 40 V Akku Rasenmäher passiert. Da ich ihn für stärkere aldi Akkus adaptierte bekam er aus versehen 60 V. Aua, er hats kurz akzeptiert und läuft noch immer, natürlich mit 40 V.

Und die Modul WR Hersteller werden ihre Datenblätte und natürlich auch Geräte schön langsam anpassen müssen oder sie verkaufen bsld nix mehr.

Sicherheit einplanen heißt nicht anzunehmen der was ins Datenblatt schreibt kann auch 15% mehr sondern ich bleibe mit meinen Belastungen z.B. 15% unter den Datenblattvorgaben.

Elektronik kennt eine Menge Ausfallmechanismen uns solange dir die Schaltung nicht vorliegt ist es dir nicht möglich zu analysieren was wenn passiert.

Allgemein gilt bei Wechselrichtern die Spannungsangabe ist zu beachten und zu respektieren.
Bei der Stromangabe ist es etwas anders, wenn da die Panels mehr können als der Wechselrichter passiert nichts. Lediglich die maximal mögliche Leistung des Panels kann vom Wechselrichter nicht abgefordert werden.

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Damit ist doch eigentlich alles gesagt. Das Risiko darf jeder selber einschätzen. Ist in Nordsibirien sicher anders zu bewerten als am Kaiserstuhl.

Oliver

Weise Worte.

Beim BKW Wechselrichter ist es Lehrgeld.
Beim grossen Victron oder Deye ist es teuer.

Dankeschön für Eure auch teilweise auseinander gehenden Meinungen mit dem Umgang der angegebenen Belastungsgrenze "Maximalspannung des Herf-800". Wie zuvor geäußert, werde ich mich in meiner ersten Versuchsphase mit Ausrichtung und Messen an die max. 60 V rantasten. Vielleicht erreiche ich ja auch gar nicht in meiner Praxis die Max-Spannung, die der Modulhersteller angibt und bei niedrigen Temperaturen "hoch"-zurechnen ist. Zudem Stimme ich mit der Meinung überein, dass es schon von Bedeutung ist, ob man ggf. einen 80 Euro MicroWR oder einen wertvollen StringWR in die Gefahr der Beschädigung begibt.
Wenn ich dazu interessantes vorweisen kann, werde ich es hier berichten.
Nette Grüße von der Baustelle

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Bei weiteren Recherchen über den HERF-800, wer ist der Hersteller, zu wem gehört er und mit welchen anderen Unternehmen verbunden, welche Hersteller-Garantie gibt es u.s.w., bin ich zu meiner Ursprungsthematik auf den Beitrag im anderen Forum gestoßen.
HERF-800 Belastbarkeit
Auch diese Beiträge überzeugen mich, sehr vorsichtig mit Belastungen des HERF-800 umzugehen, die über die Hersteller-Angaben hinaus gehen. Schließlich wird man bei späterem Defekt, egal welcher Art, wohl nach meiner Einschätzung von niemandem Support oder Ersatz bekommen. So muss m.E. das Ziel sein, die einmal gekaufte Hardware längstmöglich in die Amortisation und möglichst auch in eine lange Gewinnphase zu bringen. Alles andere wäre doch wohl Geld- und auch nicht nachhaltige Materialverschwendung. Und schließlich dient doch die Anwendung von PV der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

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