Ich bräuchte einmal Ideen oder Tipps und schließlich auch eure Meinung.
Situation:
Wir sind eine kleine Bürgerenergiegesellschaft mit knapp über 1 Dutzend PV-Anlagen mit insgesamt über 600 kWp installierter Leistung
Es gestaltet sich für uns extrem aufwändig und zeitraubend mit den Netzbetreibern in Kontakt zu treten und Fragen zu klären (z.B. keine Einspeisevergütung bei Neuanlagen nach 9 Monaten, unterschiedliche Auskünfte zur Anschlusskapazität eines Netzübergabepunktes, ...)
Telefonate (zu fast allen Netzbetreibern, wir sind bei 3 Netzbetreibern unterwegs) landen zu 100% in einer Warteschleife und am Ende kommt der Hinweis, man solle später anrufen.
Auswirkung:
Man verliert seine Motivation
Das alles scheinen systemische und teils sogar vorsätzliche Gründe zu sein, denn eine Energiewende von unten "raubt" anderen Milliardengewinne.
Jedenfalls verstecken sich viele Netzbetreiber hinter dem immensen Aufwand den das EEG verursacht. Inzwischen wird das alles schön aus Steuermitteln bezahlt. An der Ausgestaltung des EEG haben die Energiekonzerne jedoch maßgeblich mitgewirkt und das schön verkompliziert (habe bereits Seminare zum EEG besucht).
Nun zur Kernfrage:
Im Internet habe ich für jeden Furz ein Benutzer- oder Kundenkonto. Selbst mein Stromlieferant kommuniziert so mit mir und das läuft sein über einem Jahrzehnt super.
Wieso kommuniziert der Netzbetreiber nicht über ein Kundenkonto mit uns? Wir (und ich privat) bekommen immer schön teure Briefe, mal für dies, mal für das (Zählertausch, fehlende Unterlagen zur Inbetriebnahme einer Batterie, ... etc.).
Wir haben intelligente Zähler (Smartmeter) bekommen, die man selber nicht oder nur kompliziert für seine Anlagenüberwachung oder ein Smarthome nutzen kann.
So was gehört doch in ein Netzbetreiber-Kundenportal, bei dem Einspeiser einfachen Zugriff auf Daten und Schnittstellen der Messeinrichtungen haben, für die man auch ordentlich zahlt.
Ergo:
Wir verlangen Transparenz und Service über ein Kundenportal - nicht lediglich ein Einspeiserportal ohne größeren Nutzen außer der demütigen Anfrage nach einer Einspeisegenehmigung. So erübrigen sich tausende Anfragen und Telefonate die wegen "Überlastung" oft sowieso nicht angenommen werden.
Ich habe bei meinem Netzbetreiber ein Kundenkonto (EWE-Netz), alles was darüber geht funktioniert auch.
Ich habe gerade eine Anfrage wegen §14a laufen, aber da warte ich schon locker 6 Wochen auf eine Antwort.
Ich fürchte (hab mich damit aber nie im Detail beschäftigt), beim überteuerten imSys Müll ist der Zug abgefahren, da die Normen geschrieben sind. Ein API, daß man ein imSys an Stelle eines Shelly 3em Pro nutzen könnte, wäre natürlich schön ...
Was ich mir wenigstens wünschen würde, damit sich Prozesse vereinfachen, wäre eine bundesweit einheitliche Schnittstelle für Anwender, Handwerker und Software im Umgang mit den Netzbetreibern, statt das jeder der 900 NB hier seine eigene Suppe kocht. So wie das MStR.
Das ist auch meine Beobachtung. An meinem Wohnort wurden die Netzzuständigkeiten in den letzten Jahrzehnten regelmäßig neu aufgeteilt. Die Player dahinter sind jedoch geblieben ...
Das würde die Netze eher noch teurer machen, so meine Einschätzung. Nach jetzigen Kenntnisstand bin ich eher für die Verstaatlichung der Stromnetze (Art. 15 GG, leider noch nie angewandt, vermutlich weil Wirtschaftsinteressen vor Allgemeinwohl stehen; also ein Papiertiger, wie so viele Schutznormen).
Dennoch Danke für die Einschätzung hinsichtlich den gMSB. Das halten wir im Auge.
Aber was ist mit der Kernforderung?
Warum hat mein Einspeiserportal keine direkte Verbindung zu den Netzbetreibern (Kundenkonto)?
Derzeit sind die Einspeiserportale eher Bittstellerportale von Netzbetreibern die private Betriebe sind sich aber wie Betriebe mit hoheitlichen Aufgaben verhalten. Der Gipfel ist, das die Netzbetreiber sogar eine staatliche garantierte Eigenkapitalrendite bekommen; ergo wird das wilde Verbuddeln von Kupfer mit Gewinnen honoriert und gemeinnütziges Verhalten sanktioniert.
Wie lange können wir uns den Käse mit den Komplikationen noch leisten? ... ein Trauerspiel.
Sag niemals nie. Siehe Berlin.
" Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen in Berlin"
Hierbei geht es im Kern nicht um links, rechts oder Mitte, .... es geht ganz einfach um die Frage ob das Gemeinwohl gefährdet ist.
Bei den derzeitigen politisch / gesellschaftlichen wie auch wirtschaftlichen Entwicklungen kann die Frage ernsthaft diskutiert werden.
Das besser machen ist das Problem. Bei einem Konzern entscheiden Fachleute wie der Gewinn maximiert werden kann ohne den Fortbestand des Unternehmens zu gefährden. Mitarbeiter und Managment haften für ihre Entscheidungen.
Beim Staat entscheidet oftmals irgendein nichtsnutz dem wegen seinem Listenplatz noch irgendein Pöstchen zusteht. Die Haftung übernimmt der Steuerzahler, Fehlentscheidungen werden mit Beförderung oder mit üppiger Pension "bestraft".
Wie gut das Handeln des Staates funktioniert sieht man ganz gut am Gasspeicher Rehden. Der hat aktuell einen Füllstand von 12,07%. ( https://agsi.gie.eu/ ) Extra noch enteignet weil die Russen den nicht gefüllt haben und der deutsche Staat machts nicht besser.
Es wird nicht funktionieren, wenn die Entscheidungen in irgendeinem Politbüro in Berlin gefällt werden. Wenn du wirklich etwas erreichen willst, dann müssen die Netze als Genossenschaft in die Hand der Bürger, Unternehmer und Kommunen direkt vor Ort. Wenn die Entscheidungsträger direkt selbst vor Ort die Auswirkungen merken und jeder vor Ort Einfluss auf die Entscheidungen nehmen kann, dann kann das klappen. Bei den Stadtwerken merkt man das relativ gut, da klappt das und wenn nicht kann man die Stadträte persönlich ansprechen/anschreiben. ( Da geht das ganze 8-17 Monate schneller )
Aber eine Genossenschaft steht und fällt mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat. Wenn die nichts taugen und nicht rechtzeitig von den Genossen ausgetauscht werden, dann wars das. Dementsprechend dürfen auch nicht zu viele Genossen werden die das ganze nur im Ordner abheften. Eine rein kommunale Lösung ist aber auch wieder nichts, wenn der Bürgermeister nichts taugt ...
Imho die beste Lösung wäre die Netze zu klaren und fairen Konditionen für die Konkurrenz zu öffnen. Die haben mehr Chance sich zu wehren, als ein einzelner Verbraucher. Dann klappts vll. auch mal mit Energy Sharing, welches im europäischen Ausland schon längst praktiziert wird. Aber wie bei allem ( Smartmeter, Balkonkraftwerke, ...) brauchen wir halt offensichtlich immer einige Jahre länger.