Hallo zusammen, als Newcomer bei E-Fahrzeugen (seit 11/25) musste ich gelegentlich an öffentlichen Ladesäulen laden. Hierbei stieß ich mehrfach auf die Problematik, dass entweder mit Ladekarte, LadeApp oder Adhoc mit Kreditkarte bezahlt werden konnte. Das ist aber fast bei jeder Lade-säule und -anbieter unterschiedlich. Auch die Bedienphilosophie ist zum Teil “unterirdisch”.
Weiß einer von euch, ob es hier schon auf EU- oder Bundesebene Bestrebungen oder Gesetze in der Pipeline oder schon beschlossen sind, hier eine Vereinheitlichung einzufordern. Wenn nicht, wäre da nicht auch einmal eine Petition hilfreich.
Willkommen in der E-Mobilität, wo die Anbieter sagen sie bieten ein Digitales Produkt, das individuell ist und sie nicht die Massenware Strom in kWh verkaufen. Alle wollen Kundenbindung über Apps und Abos.
Ad-Hoc, was das äquivalent zur Bar/Karten-Zahlung beim Tanken wäre, ist in der Regel leider merklich teurer und auch nur bei Ladesäulen ab 50kW DC nach EU AFIR Verordnung seit 2024 Pflicht an den Säulen.
Eine Vereinfachung hin zu “nur Kreditkarte zu angemessenem Preis” wird wohl erst passieren wenn der Markt es verlangt.
Bis dahin lege ich dir die Nutzung von “Hilfs-Webseiten” ans Herz wie
https://chargeprice.app die eine gute Übersicht an Roaming Tarifen an vielen Ladesäulen anzeigt
https://hocsy.eu die eine Übersicht der AdHoc Preise aus den AFIR Daten versucht zu liefern, die seit April 2025 auf den EU-weiten NAPs (National Access Points, in Deutschland “mobilithek”) von den Ladesäulen Betreibern hochgeladen werden sollen, aufgrund fehlenden Datenstandards aber erst seit April 2026 wirklich Daten liefert.
In der Regel ist die einfache Antwort, wenn du zu Hause nicht laden kannst, such dir einen günstigen Anbieter zum “zu Hause öffentlich laden” und wenn du aus der Heim-Zone heraus musst, such dir einen großen über-regionalen Anbieter aus wie Ionity, EnBW, Tesla oder was auch immer, schliess ein Abo ab und nutze den dann primär. Immer das größte Abo nehmen, das lohnt sich in der Regel immer wenn in der 30 Tage Abo Laufzeit 150kWh oder mehr geladen werden, also 2-3 Ladungen.
Danke für den Tipp. Da ich in der glücklichen Lage bin, zu Hause laden zu können, ist das öffentliche Laden bei mir nur nötig, wenn ich mal ne längere Fahrt habe. Aber dann ist es halt immer ein Ärgernis, dass entlang der Fahrstrecke bei jedem Laden andere Bedien- und Bezahl-Strukturen anzutreffen sind. Da ist mit Abo keine Lösung in Sicht. Die Kundenbindung über Bedien- und Lade-Standards haben auch schon andere versucht. (Apple, Android) Auch da konnte man mit USB-C jetzt endlich einen gemeinsamen Standard vorschreiben. Warum dann nicht auch beim öffentlichen Laden?
Das wäre doch viel zu einfach.
Bei mir ist es ähnlich, ich lade zuhause und nur bei sehr langen Fahrten an der Säule.
Daher habe ich mir 3 Ladekarten zugelegt (EnBw, EWE und ADAC) sowie bei Tesla angemeldet.
Da ich längere Trips mit ABPR / Google Maps plane, kann ich die passenden Säulen gleich raussuchen.
Bloß nicht noch einen Staatseingriff, gibt schon viel zu viele davon.
Wenn man (ich) von zu Hause mit 100% Akku losfährt, kommt man doch schon mal mehrere hundert Kilometer bis zu ersten Ladesäule.
An den Autobahnen sind die Tesla Lader flächendeckend vertreten und ganz einfach beim laden. Für die tiefe Provinz dazu mit rund 1000 Ladepunkten im Lidl/Kauflandnetz (oder ähnliches wie Aldi Süd oder so) hab ich noch nie DE ein Ladesäulenmangel gehabt.
Oder hast Du einen kleine Kurzstreckenakku für die Langstrecke?
Da wird es aber ohne staatlichen regulatorischen Eingriff mit Sicherheit keine Besserung geben. Es gilt Vertrags-Freiheit und in dem Rahmen können die Betreiber, abseits der AFIR Ad-Hoc Regulatorik, quasi tun und lassen was sie wollen wenn es um die Bezahl-Art geht.
Und genau da sollte ein einheitlicher Standart vorgeschrieben sein entweder alles per Kreditkarte oder eben mit einer App wo klar zusehen ist was es kostet und nicht 500 verschiedene anbieter mit 1000 verschiedenen Preisen
Schwierig, für die Dienstwagen Fahrer gibt es ja auch beim Tanken “Flotten Tank Karten” (DKV, UTA usw.) das ist das äquivalent zu den eMSP (elektro-Mobilitäts-Service-Provider) also den Ladekarten Anbietern.
Es braucht keine neue Vorschrift. Es gibt eine Verordnung, wie Preise auszuzeichnen sind. Das wird nur bei Ladesäulen einfach ignoriert. Am Anfang war das vermutlich sogar noch sinnvoll, weil es einfach viel zu wenig Säulen gab.
Inzwischen ist das aber nicht mehr zu akzeptieren. Wenn es für verschiedene Personen verschiedene Preise geben soll, dann ist der größtmögliche Preis mit Zahlen anzuzeigen, die man auf der Straße aus 50m Entfernung lesen kann (wie bei Verbrennertankstellen auch.) Wenn dann Stammkunden einen Rabatt von 1 bis 3% erhalten, dann mag das angehen. Wenn aber von Fremden 300% und mehr mehr verlangt wird, dann kann das nicht zulässig sein. Besonders dann, wenn der Kunde das erst hinterher erfährt.
Das bremst die Energiewende aus, wenn Leute das Elektroauto verkaufen und wieder einen zweiten Verbrenner anschaffen, weil ihnen 1,80€ pro kWh (ohne Preisauszeichnung!) abgezockt wurde (das entspricht vom Energieinhalt knapp 20€ pro l. Diesel).
In diesem Zusammenhang ist auch die masslose Steuerbelastung auf dem Strom eine Bremse. Was der Strom tatsächlich wert ist, erfährt man, wenn man Strom einspeist.
Seit einiger Zeit müssen alle neu aufgestellten Ladesäulen die Möglichkeit bieten, dort ad hoc per Girocard laden und bezahlen zu können. Leider sind die dabei aufgerufenen Tarife in der Regel abstrus teuer, Aldi etc. ausgenommen.
Daher braucht man auch heute doch einen Satz Ladekarten.
Und das System wird von vielen E-Auto-Fahrern vehement verteidigt. Eigentlich muss man ja inzwischen kein Masochist mehr sein, um ein E-Auto zu fahren, aber anscheinend hilft das.