Eine These zur Energiewende, die ich gerne widerlegen möchte: "Alles noch nicht wirtschaftlich"

Das ist halt ein Widerspruch in sich.
Notstrom zu haben "kostet" und ist nicht wirtschaftlich. (Für Rentner)

Den würde ich einmal versuchen aufzulösen.

Hier gibt es auch logische Inkonsistenzen.

  1. Wenn Eigenverbrauch keinen Sinn machen würde, für was hat man dann ein Balkonkraftwerk.
  2. Speichertechnologie ist mit LiFePo4 definitiv soweit problemlos 10 - 20 Jahr zu halten.

Zu den letzten beiden Punkten:
Da geht's es gar nicht ums können sondern um die Kosten.

  1. Klassischer Balkonkraftwerksspeicher mit Notstromsteckdose/USV Funktion kriegt man für 500-1000€, da man einfach nur einstecken muss amortisiert sich der üblicherweise in unter 5 Jahren

  2. Hier im Forum werden ja auch gerne Victron Lösungen verbaut die ja ursprünglich aus dem Marine/Camper Bereich kommen.

Mit einem System aus 5kWh Lifepo4 Speicher (~800€)
Victron Multiplus 2 48/3000 gx (~400€)
Und damit entweder einen Stromkreis oder eine Phase vom Haus dranzuhängen würde Man die Anforderung nach Kühlschrank läuft weiter erfüllen.

Wäre technisch möglich aber außer wenn man selber Elektriker ist oder jemanden an der Hand hat, kommen da noch Kosten hinzu bzw. muss man erstmal jemanden finden der so was überhaupt macht.

Damit wird das ganze für 1500kWh Verbrauch nie wirtschaftlich werden.
Das Problem ist technisch gesehen meiner Meinung nach ausdiskutiert.

Da muß man überhaupt nicht in die Installation eingreifen.
Eine weitgehend offen verlegte kabelgebundene Notbeleuchtung unabhängig vom normalen Licht. Und der Stecker vom Kühlschrank muß irgendwo zugänglich gemacht werden Ebenso eine offen verlegte Leitung mit Mehrfach Steckdose zum kleinen Wechselrichter > 500 W. Normale Kühlschränke brauchen hohe Startleistung. Wobei für transportable Notbeleuchtung wirklich eine Werkzeug Akku System reicht.
Mininimale Kosten. Abgesehen von der Akku WR Box.

Vergiss es.
Für die große PV Lösung ist der Verbrauch und auch die bestehende Anlage zu klein.
dynamische Tarife und Stromvermarktung scheitern daran, dass jeder auf PV setzt und dann natürlich auch noch an der Anlagengröße.

Und Strom an den Nachbarn abgeben?
Der bestellt sich online 4x500Wp mit 2-5kWh Speicher. In Zeiten in der der nicht genügend hat, reichen auch die 4kWp nicht. Abgesehen davon ist das in Deutschland eh unerwünscht und dementsprechend unattraktiv. Und zum BEV laden an der Wallbox reichts auch nicht, da ist deutlich mehr Modulleistung notwendig.

Wenn die bisherige Anlage nicht weiterlaufen soll, dann mal die Heizung prüfen. Sofern man identische Strings mit <230V Leerlaufspannung im Winter bilden kann, dann kann man das per SOL-Thor mittels Heizstab in Boiler oder Puffer vernichten, sofern da nicht schon eine Solarthermie im Spiel ist. Dann ist Warmwasser im Sommer kein Thema mehr.

Die Netztrennung kann auch per zugelassenem manuellem Umschalter erfolgen ( z.b. Hager HIM406 oder Kraus & Naimer KA63B)

Das wäre eine lösung, wenn nicht Fernwärme im Spiel wäre. Heizung und WW wird über die Fernwärme bedient und von daher ist das leider keine Option mehr. Der Heizstab wäre noch eine Möglichkeit, aber das wars dann auch.

Das wäre dann keine Unterbrechungsfreie Lösung und wenn man nicht zu Hause ist, wäre das auch ein Problem. Mit einer Automatisierung, die einen Stromausfall erkennt und dann automatisch umschaltet wäre das besser gelöst.

Grundsätzlich glaube ich nach der Diskussion, dass ein Heimspeicher für die große Anlage dann doch die einzige Lösung ist, die hier wirklich Sinn ergibt. Wenn nun Strom eingespeist wird, wird das vom Netzbetreiber zu Marktkonditionen abgenommen und über den Zähler abgerechnet. Aber auch da kenne ich mich nicht wirklich gut aus. Aktuell sind es 2 Zähler. 1. normaler Hausstrom und der 2. für die Solaranlage für die Einspeisung.

Irgendwie weiß ich jetzt echt nicht mehr wie man die große Anlage wirklich sinnvoll nutzen kann, wenn alles andere irgendwie keinen Sinn ergibt.

Das wäre bei Fernwärme wahrscheinlich sogar die perfekte Lösung.
Schau dir die Arbeitspreise und die Grundgebühr an, die sind idR beide sehr hoch, wobei der Arbeitspreis idR an Gas- und/oder Ölpreis gekoppelt ist. 15-20ct/kWh würden mich da nicht wundern.

Heizstab im Puffer und Boiler wäre da die perfekte Lösung. Die Offgridlösung, um sich den Umbau der Zähleranlage zu sparen (je nach Zustand/Alter der Anlage kanns wie schon erwähnt kostspielig werden)

Hier ist das Preisblatt vom lokalen Anbieter. Die Fernwärme kommt bei uns aus dem Müllheizkraftwerk. Also quasi ein Mischpreis aus Gas und Müll. Also ja, knapp unter 20ct/kWh.


Bei einem 2 Personen Haushalt ist der Warmwasserbedarf denke ich mal bei ca. 2kWh Die Heizung geht direkt ohne Pufferspeicher über einen Wärmetauscher. man müsste dann nur eine intelligente Regelung finden, dass der Speicher nicht mit der Fernwärme heizt, sondern über den Heizstab, und erst wenn das nicht ausreicht, dann die Fernwärme dazu genommen wird. Aber generell gilt ja leider bei uns eine Pflicht die Fernwärme abzunehmen. Komplett ohne geht leider nicht, daher ist auch eine WP nicht ganz so easy umzusetzen.