wir wollen uns eine PV-Anlage aufs Dach bauen lassen. Da wir im Haus keinen Platz für den Wechselrichter und Akku haben, müssen diese in die Garage.
Jetzt haben wir gesagt, wenn wir schon neue Leitungen usw machen müssen würden wir gerne auch später die Möglichkeit haben eine Wallbox in die Garage zu hängen.
Der Elektriker von der Solarfirma sagte uns, dass kann man alles über eine Leitung machen (10mm2). Er würde eine kleine Unterverteilung in die Garage machen und da könnten wir später jeder Zeit eine Wallbox anschließen.
Ich würde gerne verstehen, warum das geht. Könnt ihr mir da helfen?
Mit einer 5 x 10 mm² Leitung geht so ziemlich alles, das ist schon komfortabel, wenn man die hat.
Ich kenne einen anderen Fall, wo es recht "eng" wird: Da liegt eine 5x2,5mm² NYY-J-Leitung (Erdkabel) vom Sicherungskasten in die Garage, die ursprünglich mal für eine 16A CEE-Dose diente, die nie jemand benutzt hat. Dann kam PV aufs Garagendach. Dafür wurde die CEE-Dose geopfert und stattdessen der 3-phasige 4kW-Wechselrichter drangeklemmt. Nun stellt sich die Frage, ob man da ohne Buddeln jemals eine Wallbox anschließen kann. Aber selbst das müsste gehen. Wenn man die 5x2,5er Leitung im Keller weiterhin mit 3x16A absichert, oben in der Garage eine Unterverteilung setzt und dort 3x10A für den WR und 3x16A für die 11kW-Wallbox einbaut, dann sollte das gehen. Die Leistungsflüsse sind ja gegenläufig (PV-Strom von der Garage ins Haus, Wallbox-Strom vom Haus in die Garage), so dass der 3x16er Automat im Keller nie auslösen sollte.
Was ich halt nicht verstehe ist, wie verhält sich das ganze wenn ich aus dem Hausnetz Strom ziehe für meine Wallbox aber gleichzeitig auch über die selbe Leitung Strom ins Hausnetz einspeise.
Naja, nichts anderes passiert in dem Kabel, das vom öffentlichen Grund in Dein Haus führt. Du speist PV-Strom ins Netz ein, und gleichzeitig hast Du elektrische Verbraucher im Haus laufen, die Strom verbrauchen. Letztlich musst Du die Leistungsflüsse vorzeichenbehaftet addieren. Je nach dem, ob mehr erzeugt oder mehr verbraucht wird, ergibt sich dann ein Netto-Fluss in die eine oder die andere Richtung. Genau den erfasst dann der Zweirichtungszähler am Netzanschlusspunkt.
Das Hausnetz ist hinter dem Zähler abgesichert. Von dort werden alle Verbraucher, auch die WB versorgt.
Lädt die WB so werden einfach weitere 11kW aus dem Netz gezogen. Produziert der WR in dieser Situation, so wird der Bezug aus dem Netz um eben diesen Betrag kleiner ausfallen.
Lädt die WB nicht speist der WR über die Leitung ins Hausnetz ein und verringert den Netzbezug des Hauses, lädt den Akku und letztlich, wenn alles o.g. bereits abgedeckt ist, speist der WR den Überschuss ins allgemenen Netz ein.
Wo ist das Verständnisproblem? Der Leitung ist die Richtung egal.
Der Wechselrichter liefert z.b 7kW und die Wallbox braucht grade 11kW also wird von der Leitung in die Garage noch 4kW bereitgestellt. Also fließt Strom aus den Hausnetz in die Garage.
Wenn jetzt aber die Wallbox grade keine Leistung benötigt fließt der Strom aus der Garage in das Hausnetz.
Meine Denkweise war immer, wie kann man gleichzeitig Strom aus dem Hausnetz beziehen aber auch gleichzeitig einspeisen über die eine Leitung.Aber dieser Fall wird ja nie eintreten oder ?
Also die Leitung zur Garage zieht Strom oder liefert Strom beides zusammen geht nicht ?
Richtig, der Strom in der Leitung “fließt”, obwohl Wechselstrom entweder in die eine oder andere Richtung. Es wird aus dem Netz verbraucht, was der WR nicht liefern kann oder es wird eingespeist, falls nichts verbraucht wird.