Ein Wechselrichter, zwei Abnehmer

Hallo Community,

ich hatte es schon in einem ähnlichen Thread versucht, der allerdings schon etwas älter war und wahrscheinlich nicht mehr beachtet wurde, daher hier einmal ein neuer Versuch:

Wir werden perspektivisch zu meinen Schwiegereltern ziehen. Die haben sich vor ca. 2 Jahren eine Solaranlage mit ca. 10,5kWp montieren lassen. Ein Speicher ist aktuell nicht vorhanden. Die Anlage ist für sie allein viel zu groß, sodass aktuell sehr viel ins Netz eingespeist wird. Das Haus hat aktuell 2 getrennte Stromkreise, sprich 2 getrennte Stromzähler für die eine und die andere Wohnung. Die Idee wäre, dass wir beim Einzug die Anlage für unsere Wohnung mit nutzen können. Nun habe ich mich schon mal umgehört und das würde wohl auch gehen, wenn es nur noch einen Stromkreis für das ganze Haus geben würde. Unsere Wohnung könnte dann mit einem Zwischenzähler organisiert werden, der auch nicht zwingend geeicht sein müsste. Die Möglichkeit die Anlage mittels einem zusätzlichen Wechselrichter aufzuteilen möchten wir vermeiden. Nun wäre aber noch der Wunsch, dass man sieht, welche Wohnung wie viel von der Solaranlage gespeist wird und wie viel am Ende noch ins Netz geht. Da wurde mir gesagt, dass zumindest der Punkt, dass man sieht, wie viel die eine und die andere Wohnung von der Solaranlage zieht nicht gehen würde. Ist dem wirklich so oder ginge das ggf. doch und wenn ja, wie? Das Ganze sollte möglichst preiswert umzusetzen sein.

Viele Grüße

Björn

Stell dir folgende Situation vor: die Solaranlage liefert 2kW. Wohnung 1 zieht 2kW, Wohnung 2 zieht auch 2kW. Ergo kommen die fehlenden 2kW aus dem Netz. Wer verbraucht jetzt den Solarstrom, wer den Netzstrom?

Oliver

Hallo,
gegen den Umbau von 2 Tarifzähler auf nur einen + einen Unterzähler spricht m.A. nichts. Da fragt man beim Versorgungsnetzbetreiber nach und läßt es vom Elektriker umbauen. Das spart schon die Grundgebühr für den Tarifzähler. Da es eine PV Anlage gibt, wird die an einem 2 Richtungszähler angeschlossen sein. Der wird bleiben, der andere kann weg.

Ist es erforderlich, die PV Leistung je Wohnung durch Messungen zu ermitteln? Kann das nicht auch pauschal berücksichtigt werden. Die PV Anlage wird doch gewiss einen Zähler haben, der ihre Produktion kummuliert und als Jahresleistung angibt. Zwischen diesem Wert und dem Wert am 2 Richtungszähler (Tarif) wird eine Differenz sein, die den Eigenverbrauch angibt. Nach dem Verhältnis von den gekaufen kWh je Wohnung würde ich dann den Eigenverbrauch aufteilen. Dann könnt ihr den Schwiegereltern die entgangene Einspeisevergütung ausgleichen, die durch Euren Verbrauch nicht mehr vom Netzbetreiber vergütet wird.

Es bleibt doch in der Familie, auf den Cent kommt es gewiss nicht an.

Hallo zusammen,

ich hatte mir schon gedacht, dass die genaue Messung der PV Abnahme je Wohnung mit der angedachten Konfiguration schwierig wird. Mein Gedanke war, ob das ggf. mit einer zusätzlichen Messeinrichtung gehen würde, die unabhängig von der gedachten Konfiguration messen kann. Klar, es sind die Schwiegereltern. Da kommt es jetzt nicht auf eine cent-genaue Rechnung an. Ich wollte aber dennoch einmal die Möglichkeit abklopfen.

Gruß

Björn

@x_quer

Hallo Björn,
machbar wird es schon sein, aber aufwändig wird es gewiss. Idee:

Jede Wohnung bekommt einen Unterzähler, die PV Einspeisung auch. Alle Zähler müssen ein Messprotokoll schreiben, das z.B. im 1/4 Stunden Takt den jeweiligen Verbrauch “notiert”. Zur Auswertung werden dann alle Werte über die mehr als 32.000 Messungen pro Jahr abgelichen (ein Jahr hat 8760 Stunden, mal 4). Dann sieht man, wann PV allein das Haus versorgt und welche Wohnung diese Leistung abgenommen hat.

Zu den Nebenwirkungen fragst du lieber einen Elektriker. :grinning_face:

L.G.