Ecoflow Stream Ultra X - Erste Erfahrungen und Beobachtungen bezgl. Nulleinspeisung

Die ersten 6 Wochen vom 15.12.25 – 18.1.25

Installiert sind 2000 kWp, ein Ecoflow Stream Ultra X mit 3,84kWh auf einem Flachdach und ein Ecoflow Smartmeter, der die Verbräuche, Netzeinspeisung und Erzeugung sehr genau misst.

Natürlich ist in den Wintermonaten nicht viel zu erwarten, aber dennoch wurden in diesen 35 Tagen 14,48 kWh erzeugt. Dem gegenüber stehen allerdings auch 4,35 kWh Einspeisung, was mich echt verwundert. Das sind immerhin ca. 30% Netzeinspeisung, was nicht vergütet wird. Ist natürlich nicht die Welt, aber von Nulleinspeisung kann da keine Rede sein.

Es muss sich da um diese sogenannten Umschaltverluste handeln. Gerade in den ersten Monaten schaut man erst einmal öfters auf die Ecoflow-App und da fällt auf, dass eben gerade bei schwankenden Strombezug auch gerade erzeugter Solarstrom den Weg ins öffentliche Netz findet, bis sich die Logik und Technik im Umrichter feststellt, den Strom wieder zu speichern.

Ich habe den Akku auf 20% untere Ladegrenze und die Backupreserve auf 30% eingestellt.

Bei Solarstromerzeugung lädt sich der Akku dann bis ca. 32% auf und gibt dann den Strom, wenn gerade benötigt, zusammen wieder mit dem gerade erzeugten Solarstrom ins Hausnetz ab.

Mir scheint, die Ladelogik arbeitet da in einem ungünstigen Bereich. Besser wäre es wohl, dass länger geladen wird, bis auch wieder Strom aus dem Akku ins Hausnetz abgegeben wird.

Gerade wenn in der Mittagszeit gekocht wird, schwankt der Netzstrombezug stark, da die Ceranfeld-Kochplatten sich im Betrieb ständig ein und ausschalten. Das führt zu vielen Netzbezugsschwankungen, die wiederum von der Akkuentladelogik zu wechselnder Ladung/Entladung führt, und gerade dann in der App auch die Netz-Einspeisung angezeigt wird.

Das Umschalten hin zur Akku-Entladung müsste vielleicht gedämpfter oder besser gesagt unempfindlicher eingestellt sein. Z.B., dass erst bei 35% wieder entladen wird.

Ich hoffe, dass dann in den Sommermonaten die Umschaltverluste weniger werden, wenn generell mehr erzeugt wird.

Ich werde das Thema auch bei Ecoflow direkt platzieren. Vielleicht liegt auch ein Fehler vor?

Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

Gruß

Lothar

MIt Ecoflow direkt nicht, aber allgemein sind stark pulsierende Verbraucher wie Induktionsherd, Heißluftgeräte, Mikrowelle ein Problem.

Gerne auch mal hier reinschauen:

https://akkudoktor.net/t/pulsendes-kochfeld/7294/81

Da Ecoflow aber keine (lokale) API hat um die Einspeiseleistung direkt zu steuern, bis du dem was Ecoflow programmiert hat ausgeliefert.

Wenn der Akku ehh nicht voll würde ich zumindest im Winter versuche den Ausregelpunkt hochzusetzen, wenn Ecoflow das unterstützt.

Was ich damit meine:
Wenn du gerade 500W Verbrauch hast.
Dann die Einstellung Setpoint / Ausregelpunkt etc. auf 100W setzen.

Dann werden nur 400W eingespeist.

Ein Setpoint von 0W würde dann 500W einspeisen wollen und damit ggfs. durch die Regelungschwankungen auch deutlich mehr ins Öffentliche Stromnetz fließen.

Wenn dein Nachtverbrauch nur 50 W oder so ist dann kann es sinnvoll sein auch einfach nix einzuspeisen, weil der WR bei geringen Lasten sehr ineffizient arbeitet. Scheitert vermutlich aber auch an der nicht Steuerbarkeit. Höchstens Zeitplan etc. wenn die das können.

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In der Ecoflow-App habe ich keine Möglichkeit entdeckt, einen Setpoint/Ausregelungspunkt zu setzen. Allerdings kann man unter dem Betriebsmodus “Benutzerdefiniert” geplante Aufladungen bzw. Entladungen zeitlich setzen. Das könnte eine Möglichkeit sein, quasi die mittägliche Betriebszeit des Elektroherdes nur für das Aufladen zu reservieren, um so häufige Umschaltungen zu reduzieren.

Ich kann das nur bestätigen. Auch Deine Rechnung (ca. 30% Regelverlust) kann ich hier exakt nachvollziehen Wenn der Verbrauch stark schwankt brauch diese Konstellation extrem lange um das auszuregeln. Es gibt da, meiner Beobachtung nach, mehrere Problemfelder die das Verhalten beeinflussen.

  1. Die Cloud Anbindung. Ich bin mir ziemlich sicher das nicht der gesamte Prozess des Abgleichs zwischen Smart-Meter und Stream AC lokal abläuft. Daraus ergibt sich schon eine starke Verzögerung der Regelkurve.
  2. Eine merkwürdige Priorisierung der Solar-Hauseinspeisung gegenüber, in Verbindung mit der Backup-Reserve und der max. Ladegrenze. Ich habe z.B beobachtet, dass bei vollem Speicher und geringerem Bedarf der Wechselrichter den überschüssigen Strom sehr lange einspeist und erst sehr langsam runter regelt. Das gleiche passiert wenn beim laden die Backup-Reserve erreicht ist und das System wieder die Hauseinspeisung priorisiert.
  3. Schmale Hysterese von ±2% bei der Backup-Reserve, die eine hohe Umschaltfrequenz bei hoher PV-Leistung auslöst. Dabei kommt es zeitweise vor, dass Energie aus der Batterie eingespeist wird anstatt ins Hausnetz zu fließen.

Der sogenannte AI-Modus bezieht sich bei EcoFlow anscheinen eh nur auf die Benutzung dynamischer Strom-Tarife. Nutzt man diese nicht, sind “AI-Modus” und “Eigengespeister Modus” funktionsgleich. Die individuellen Steuerungsmöglichkeiten innerhalb der App sind arm und teilweise auch nicht funktional (Automation + Aufgaben). Der Support von EcoFlow lässt sich nach meiner Erfahrung auch nicht gerne Anwenderbefruchten sondern sammelt eher stumpf Meldungen. Man kann von Glück sagen wenn die mal eine Anregung aufnehmen. Allerdings muss man denen zu gute halten, dass es schon eine echte Herausforderung ist dem System eine relativ resiliente Autonomie zu verleihen und gleichzeitig dazu evtl. widersprüchliche Benutzer-Eingriffe zu ermöglichen. Die Betriebssicherheit muss da auch Ihren Platz finden. Trotzdem ist da, meiner Meinung nach, noch Luft nach oben, sowohl in der App als auch in der API.

Ich selber setzte hier eher auf eine individuellere Steuerung via HomeAssistant und der Entwickler API. Ich experimentiere gerade mit einem Shelly-Plug vor dem AC Pro. Damit trenne ich den Speicher vom Netz sobald der Smart-Meter Einspeisung meldet. Das Priorisiert die Ladung der Batterie solange sie nicht eh schon voll ist. Ich hoffe damit die 30% Regelverlust deutlich zu drücken. Aber wie gesagt, ich experimentiere noch.

Nachtrag: Ich habe jetzt die Regelverluste mit meiner Methode auf etwa 18 - 20 % drücken können (ziemlich aufwendig!). Das bestätigt meine Vermutung das bei EcoFlow in der Steuerung der Nulleinspeisung noch Luft nach oben ist. Der Regel-Algorithmus ist einfach noch nicht ausgereift und insgesamt zu träge.