EcoFlow STREAM 5000 als USV für eine WP – ein paar Fragen

Hallo zusammen,
ich überlege aktuell, einen EcoFlow STREAM 5000 als zusätzlichen PV-Speicher und vor allem als Notstromversorgung für eine Split-Klimaanlage/Wärmepumpe (MEL LN35) einzusetzen.

Bestand: Fronius GEN24 + BYD HVS 8.8 kWh. Zusätzlich habe ich 2,89 kWp PV, die perspektivisch direkt an die 4 MPPTs des STREAM könnten. Aktuell laufen diese noch über APsystems-Modulwechselrichter.

Zwei Punkte sind für mich vor dem Kauf noch offen:

1. Einspeisung bei vollem Akku:
Was passiert bei 100 % SOC? Beispiel: PV liefert 2.500 W, Haus benötigt 200 W. Speist der STREAM die übrigen ~2.300 W ins Haus/Netz ein oder regelt er die PV-Leistung ab?

Nulleinspeisung möchte ich ausdrücklich nicht. Der Überschuss kann bei mir sinnvoll genutzt werden: Der GEN24 kann damit den vorhandenen BYD-Speicher AC-seitig laden, weiterer Überschuss darf ganz normal gegen Einspeisevergütung ins Netz gehen.

2. Lokale Steuerung / Home Assistant / IoBroker:
Gibt es inzwischen eine Möglichkeit, den STREAM komplett lokal ohne EcoFlow-Cloud in Home Assistant einzubinden bzw. zumindest SOC, PV-/AC-Leistung, Backup-Reserve und Lade-/Entladeleistung auszulesen/zu steuern?

  1. Verhalten bei Netzausfall / PV im Inselbetrieb:
    Läuft die direkt am STREAM angeschlossene PV bei Netzausfall weiter und lädt den Akku bzw. versorgt den Backup-Ausgang gleichzeitig?

Hat hier jemand einen STREAM 5000 im Einsatz und kann insbesondere Punkt 1 aus der Praxis bestätigen

Danke & VG
Jan

Wie willst du Punkt 1 realisieren?

Wie soll der EF den Hausverbrauch erkennen?

Der STREAM braucht den Hausverbrauch nicht kennen.
Mir geht es darum, ob der STREAM 5000 bei vollem Akku weiterhin als normaler PV-Wechselrichter arbeitet: PV 2.500 W → Akku 100 % → STREAM speist die verfügbaren 2.500 W AC-seitig ins Hausnetz ein. Entweder lädt damit mein GEN24 die BYD Batterie oder es wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Wie wäre es mit dem neuen Fronius Backup Controller richtigen Notstrom zu realisieren?

Habe bereits den manuellen Fronius Backup Switch.
Mein BYD hat aktuell nur 7,7 kWh nutzbare Kapazität.
Da mir rund 2.000 € für zwei zusätzliche HVS-Module zu viel sind, suche ich nach einer alternativen zusätzlichen Speicher-/Notstromlösung.

In dem Fall ist es doch egal, da der Gen24 auch andere Stromquellen nutzen kann.
Siehe
Batteriemanagement - Einstellungen Ladezustand - Batterieladung aus anderen Quellen - aus an­de­ren Ge­ne­ra­to­ren im Heim­netz­werk.
Dafür habe ich z.B. einen Marstek Venus eingebaut.

Wenn du nur nach Abgabe pro Zeit fährst sollte das passen. Das Überschusseinspeisen können alle anderen auch so. Würde mich wundern wenn EF das plötzlich anders macht.

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Korrekt, das habe ich auch schon länger so eingestellt und nutze die Funktion für meine 3 APsystems-Modulwechselrichter.

Nur bringt mir das bei einem Netzausfall nichts, da die anderen Wechselrichter dann nicht starten und somit deren PV-Leistung nicht zur Verfügung steht.

Ein dezentraler Speicher, der gezielt als USV für die Wärmepumpe dient, könnte diese einige Zeit weiter versorgen und sich gleichzeitig über die direkt angeschlossenen PV-Module nachladen bzw. zumindest die Laufzeit deutlich verlängern.

Da der STREAM bei mir hauptsächlich als USV dienen soll, brauche ich wahrscheinlich gar keine große tägliche Entladung.
Vielleicht macht es Sinn, täglich etwa 1 kWh für den Eigenverbrauch freizugeben und den Rest als Notstromreserve stehen zu lassen. Sonst steht der Akku die meiste Zeit einfach voll herum.

Mal zum Vergleich:

Ich habe an meinem Netzübergabepunkt einen Sungrow SH15T Hybridwechselrichter und daran einen SBH150 15kWh Akku.
In meinem normalen Wohnungsnetz sind dann außerdem eine Hoymiles 1920 HiBattery AC und auch noch eine Anker Solarbank 3 Pro angeschlossen.
Die ganzen Geräte wissen effektiv nichts voneinander, jedes kann einzeln angesteuert werden.

Was passiert ist folgendes:
Die Sungrow hat die Hoheit über den Netzanschluss. Steht die Sungrow auf Eigenverbrauch, dann wird jedes verfügbare Watt - ob es nun von der PV oder von der Anker kommt - in den Sungrow Akku geschoben. Ist der Akku voll, wird der Überschuss aus der Haupt-PV und den Modulen der Anker ins Netz geschoben.

In der Nacht steht meine Anker und gelegentlich meine Hoymiles einfach nur auf einem Festwert, um die Grundlast abzudecken. Damit vermeide ich es, das die beiden nachts die Sungrow laden.
Den Rest übernimmt dann der große 15kWh Akku. Klappt perfekt, setzt aber natürlich auch etwas an Grundlast voraus.
Und tagsüber, wenn mehr als die 10,8kW übrigbleiben, die ich einspeisen darf (60% Regel), stellt der Home Assistant die Hoymiles und ggf. auch die Anker auf "Laden". Dadurch bekommen die beiden ihren Speicher ebenfalls über die Haupt-PV gefüllt.

Also letztlich ziemlich genau das, was Du Dir wünschst ... und ganz ohne dass ich irgendwo hätte groß eingreifen müssen. Der Anker Smart Meter ist letztlich nur noch Deko, denn um Nulleinspeisung und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben kümmert sich die Sungrow nach wie vor sauber.

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Spannende Anlage mit den zwei zusätzlichen dezentralen Speichern :+1:
Vielen Dank fürs Aufzeigen, das kommt meiner Idee tatsächlich ziemlich nahe.

Wie setzt du den Festwert bei Hoymiles und Anker? Lassen sich beide von Home Assistant lokal steuern, also Lade-/Entladeleistung gezielt vorgeben? Oder läuft das über deren Cloud/API?

Vielleicht wäre auch eine Anker Solarbank 3 Pro eine Lösung für mich.
Gerade die Steuerbarkeit wäre für mich beim STREAM noch ein wichtiger Punkt.

Die Solarbank 3 kann ich leider gar nicht empfehlen.
Die Home Assistant Integration läuft größten Teils nur über die Cloud, Messwerte sind teils ewig verzögert (manchmal 5 bis 15 Minuten) und nicht mal ansatzweise im Live-Bereich. Immerhin kommen Steuerbefehle wohl fast sofort beim Gerät an.
Die 4er-Reihe soll angeblich besser sein und eine direkte Integration unterstützen. Das glaube ich persönlich aber erst dann, wenn ich es selbst erlebt habe.
Ich glaube, Ecoflow spielt in der gleichen Liga ... also keine guten Karten.

Die Hoymiles 1920 AC hingegen ist absolut unkompliziert. Direkte Integration über MQTT, keine Cloud erforderlich, einwandfreie Reaktionszeiten und als Smart Meter akzeptiert sie auch Shellys, was für den offenen Datenabgleich absolut von Vorteil ist. Soweit ich es weiß, zieht sich diese Philosophie quer durch deren Produktpallette. Eventuell wäre die 4020 X eine Option für Dich ... ist quasi der große Bruder mit MPPTs.

Meine Sungrow war minimal komplizierter: eine HA-Integration gibt es nicht, allerdings ist die ModBus-Schnittstelle halbwegs gut dokumentiert. Mittlerweile kann ich problemlos mit ihr arbeiten, alle wesentlichen Daten auslesen und jede Betriebsart aktivieren. Selbst die Einspeisegrenze (also 60%-Regel) lässt sich per Modbus einstellen, obwohl das offiziell nur eine Installateursoption ist. Das ist z.B. perfekt, um bei negativen Börsenpreisen jegliche Einspeisung zu unterbinden.

Bezüglich des Festwerts ist bei mir der Grundverbrauch durch 2 Kühlschränke, 2 Kühltruhen, mehreren Kameras und einiges an IT-Technik (CCU, ca. 70 Homematic Komponenten, einige Kameras, ein NAS, einige Switche und der HA-Mini-PC) so hoch, dass ich sowohl die Hoymiles als auch die Anker ab Sonnenuntergang einfach so einstelle, dass sie bis zum Sonnenaufgang fast leer sind. Sind dann durchgehend zwischen 350 und 450 Watt.

Wäre dem nicht so, dann würde ich schlicht über eine Home Assistant Automatisierung gehen und einen Regler programmieren, welcher sekündlich mit etwas Dämpfung sich dem 2/3- oder 3/4-Hausverbrauch anzunähren versucht und irgend einen vernünftigen Deckel hat. Den Rest ließ ich dann die Sungrow übernehmen.
Alternativ kann man es auch so machen, dass die beiden über die Automatisierung nur dann zugeschaltet werden, wenn die Mathematik sagt, dass der Sungrow-Akku nicht bis zum Morgen durchhält. Das würde dann die Akkus der beiden Geräte schonen, so lange sie nicht wirklich benötigt werden.
Also das dürfte eher problemlos sein, weil es hier ja nicht auf eine sekundengenaue Regelung ankommt.