Ich suche Hilfe bei der Auswahl von Batterien, die ich als Heimspeicher und parallel als Akku für einen E-Auto Umbau nutzen kann.
Ich habe vor 3 Jahren ein E-Auto gekauft und will ich auch in Zukunft keinen Verbrenner mehr fahren, vor allem weil wir massiv Solar-Strom Überschuss haben werden, wenn nächstes Jahr das Dach saniert wurde. Jetzt werden die Kinder aber größer und langfristig kommen wir um ein zweites, großes Auto nicht herum. Zumal ich während der aktuellen Haussanierung immer wieder größere Lasten ziehen muss.
Es gibt aber im E-Bereich aktuell keinen elektrischen Kastenwagen, Van oder Mini-Van zu akzeptablen Preisen (in ein paar Jahren wäre vielleicht der Peugeot E-Rifter, gebraucht eine Option, Tesla ist mir leider zu teuer).
Daher plane ich einen alten Transporter, VW T4 oder ähnliches, mit eher begrenzter Restlaufzeit möglichst günstig zu kaufen und hoffentlich noch ein paar Jahre zu fahren. Wenn wieder Zeit und finanzieller Spielraum da ist, will ich dann das Auto mit den Kindern zum Elektromobil umbauen. Da das Auto aber realistisch nicht viel gefahren werden wird, will ich die Batterien gleichzeitig als Heimspeicher nutzen. Genau genommen, will ich zuerst unseren Heimspeicher erweitern und dann später die Batterien in das Fahrzeug bauen.
Im ersten Schritt geht es mir daher um die Auswahl der Batterien. Es sollten relativ günstige LiFePO4 Batterien sein, mit hoher Zyklenfestigkeit und gleichzeitig spielt die Energiedichte und C-Rate eine Rolle. Tendenziell sollten die Batterien auch eher breit als hoch sein um sie im Unterboden zu verbauen. Könnt ihr hier Empfehlungen geben?
Gleichzeitig würde ich mich über Tipps für den Umbau freuen. Vielleicht mache ich nämlich schon vorher ein Testprojekt, meine Frau wollte schon immer ein Cabriolet für die sonnigen Tage, das dann aber kaum Reichweite benötigt. Ich dachte an einen alten Peugeot 206cc, den ich umbauen könnte. Was mich beschäftigt, ist wie man dem CAN-Bus Sensorinformationen gibt, wenn der Motor fehlt. Ich bin Informatiker und Elektroingenieur, aber habe mich noch nicht in Auto-Bus Systeme eingearbeitet.
Kürzlich war in den Sozialen Medien und auch in den Öffentlichen ein Beitrag von einem jungen Ingenieur der einen alten T2 samt Anhänger und Solarmodulen zum Wohnmobil ausgebaut hat, schien ein sehr interessantes Projekt zu sein, vielleicht findest du was darüber.
Als Batterie, ganz ehrlich die sind aktuell so günstig das ich mir da einfach was fürs Haus kaufen würde. Und für den Umbau, wenn er dann ansteht was raussuchen was aktuell verfügbar ist. Bei den LFP Zellen gibt es in der letzten Zeit viele Neuerungen was Formfaktor und Kapazitäten angeht. Wenn du jetzt was kaufst was später auch fürs Auto passen soll, kann es sein dass du in Zukunft nicht das volle Potential nutzen kannst.
Ich würde mir aber mal die Blade Zellen anschauen, ggf haben die einen Formfaktor der für dich interessant sein kann. Alibaba link Bladezellen
Ja nach Länge/Radstand, die Du brauchst, könntest Du mal schauen, ob ein Toyota Proace groß genug ist. Die gibt es auch neu schon fast zum Preis der billigsten Elektro-PKW:
Wenn’s was billiges, Gebrauchtes sein soll, dann vielleicht mal nach einem ausrangierten Streetscooter der Post Ausschau halten? So ganz ohne Macken und Eigenheiten sind die Streetscooter aber nicht, dem Vernehmen nach muss man sich den “Affengriff” angewöhnen, wenn mal wieder das Steuergerät einen Reset braucht.
Da musst Du Dir mal die Youtube-Videos von Jo (Johannes) Hübner anschauen, der einen Audi A2 mit Toyota-E-Motor, Toyota-Motorumrichter und Nissan Leaf Batterien auf E-Antrieb umgebaut hat.
Also wenn ich wirklich sowas vorhätte würde ich einen Range-Extender nutzen in einem Anhänger. Den Anhänger kann man dann zu hause an eine 22KW-CEE Dose hängen und dann eben ans Auto. Im Auto selbst also nur einen Grundbedarf von sehr wenigen kWh Speicher für vielleicht 50km zum kleinen Einkauf und in einem Hänger dann den Akku. So bleibt auch die Ladefläche im Auto selbst leer. Der Akku wird einen Haufen wiegen.
Cool, sind ja schon viele gute Rückmeldungen. Blade Batterien sind ein super Tipp, vom Formfaktor genau das woran ich dachte. Ich wusste gar nicht, dass sich die privat außerhalb eines Packs kaufen lassen. Generell würde ich auch vorziehen wenn sich die Kontakte verschrauben lassen, anstatt zu verschweißen.
Zur Erklärung, ich brauche mindestens einen 5, vielleicht sogar einen 7 Sitzer wegen den Kindern. VW ID Buzz oder Tesla X/Y aber sind utopisch überteuert. Die Kanalempfehlung ist gut. Vielleicht wären auch gealterte E-Auto Batteriepacks eine Option, wobei mit neuen Modulen wahrscheinlich leichter zu arbeiten ist.
Ein Anhänger mit großer Batterie wiederum ist keine Option für mich, weil der Verbrauch ja vorwiegend über den Windwiderstand, wegen Rekuperation aber gar nicht so sehr vom Gewicht beeinflusst wird. Und auch gebremst, dürfte ich da ziemlich schnell das Gewichtslimit überschreiten wenn ich Baumaterial auflade.
Wenn du ein Autoumbau aus Kostengründen machen willst, da möchte ich dir sagen das kommt dich teuerer. Vor allem wenn das Auto dann auch funktionieren soll wie ein richtiges Auto, also im Sommer auch noch Kühlen und im Winter heizen soll.
Wenn man sowas angeht und eh alles auseinander nimmt um einen E-Antrieb einzubauen, schweißt man auch die Roststellen, macht was am Lack, kümmert sich um den Korrosionsschutz und dann kauft man auch alles mögliche an Teilen neu (z.B. am Fahrwerk). Dann kannst du dich mit dem Tüv rumschlagen. Neuere Autos gehen für das vorhaben nicht weil du dann eine EMV Prüfung machen musst. Alte Autos musst du restaurieren.
Bist du damit fertig wirst sind die Autos die du jetzt als zu teuer erachtest soweit im Preis gefallen das es sich erst recht nicht lohnt.
Weißt Du zufällig, ab welchem Baujahr das besonders nervig wird?
Mir hat mal jemand einen umgebauten Smart 450, EZ 1999, angeboten. Der hatte ein ca. 80-90V System aus Winston LiFePO4-Zellen, ein Boostech-BMS und einen Motorcontroller von Curtis. Der Verkäufer hat davon geschwärmt, dass das mit der TÜV-Abnahme bei einer 1999er Erstzulassung recht easy gewesen sein soll, wobei sein Umbau schon viele Jahre her war. Schade, im Nachhinein betrachtet wäre dieser E-Smart wahrscheinlich ein recht interessanter Kauf gewesen…
Für den Themenersteller stellt sich aber wirklich sehr die Frage, ob ein Eigenbau mit riesigem Einsatz von Freizeit Sinn macht, wenn man’s auch fertig kaufen kann.
Tipp an den TE, kauf Dir für die Umbauphase einen herkömmlichen Diesel-Jahreswagen, also hat noch ein Jahr TÜV, miste den aus und verscherbel den nachher wieder. Und dann das passende Familienauto in elektrisch.
Die ganzen Transporterschleudern sind jetzt nicht unfassbar günstig. Bei mobile Minibusse ab 1000kg Anhängelast knapp 9.000€, mit Dieselmotor geht es ab 3000€ los. Wenn Du den nicht komplett abrockst, bekommst Du vermutlich noch einen nennenswerten Betrag beim Wiederverkauf und sparst die Differenz für ein passendes BEV.
Viel ziehen können, elektrisch, reichlich Sitzplätze und billig, das ist die Quadratur des Kreises, behaupte ich.