welcher Akku eignet sich für die Nutzung dynamischer Strompreise bei max 2000 KWh Stromverbrauch im Jahr? Worauf muss man achten? Unsere Dachfläche (Reihenhaus mit Dachgauben) reicht leider eher nur für ein BKW, das wir leider nicht selbst installieren können, so dass sich der Kostenaufwand möglicherweise nicht lohnt. Da erscheint uns ein solcher Akku ohne Solar als eine gute Alternative. Hat jemand damit Erfahrung?
Darauf gestoßen bin ich, weil Octopus Energy angekündigt hat, dass sie demnächst Heimspeicher zur Verfügung stellen wollen: 10 KWh für 2000€ und dafür 10 Jahre 2000 KWh/Jahr frei (für unseren Bedarf eigentlich perfekt, nach 3-4 Jahren beziehen wir 100% kostenlos Strom. Frage mich, wo da der Haken ist Bisher gibt es nur Pressemeldungen und wenig konkretes. Hat jemand hierzu mehr Infos?
Generell erscheint mir das ein guter Baustein zu sein überschüssige Wind-/Solarenergie dezentral zu speichern, überall da, wo jemand Platz für Speicher hat, aber keine Möglichkeit PV oder eine Wallbox zu installieren.
Ich sehe nicht, wie sich das ohne irgendwelche Koppelverträge rechnen soll. Vermutlich ist ein bestimmter Mindeststrombedarf festgeschrieben und der Preis jenseits der 2000 kWh entsprechend happig? Mit den verteilten Speichern kann Octopus Euch zeitversetzt mit Strom versorgen und auch wieder einspeisen und damit Geld verdienen. Ich sehe allerdings nicht, wie sich das mit einer enormen Zahl an kleinen Speichern gegenüber einer größeren Anlage rechnen soll. Wegen der nötigen Software wird das sicherlich auch nur mit ihren eigenen Akkus funktionieren.
Für uns selber (RMH mit etwa 8.5 kWp Ost/West und 14 kWh Akku) hab ich mal basierend auf meinen Daten in HomeAssistant und Strombörsenpreisen aus dem Netz gerechnet und bin damit selbst mit etwas generiertem Optimierungscode bestenfalls auf einen ct unter meinen normalen Stromtarif gekommen und hatte da mangels verfügbarer Daten nur 240 Tage ohne Sommer. Mit unseren beiden Splitklima und BWWP zusammen beziehen wir noch so etwa 2400 kWh Strom im Jahr. Mag mit eAuto, höheren Heizstrombedarf und Zugang zu variablen Netzentgelten anders aussehen. Akku sollte dann sicherlich auch wenigstens ein HV System sein um Verluste zu minimieren oder ein Multilevel System wie die SAX Speicher, die aber halt (noch) sehr teuer sind.
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Leider ist auf unserem RMH-Dach kein Platz für 8 kWp. Vielleicht mit viel Stückwerk zwischen und über Gaube und Dachfenster 2-3 kWp, was vermutlich unverhältnismäßig teuer wird. Deswegen ist die Idee mit dem Speicher sehr verlockend. Ich habe gerade gesehen, dass es dazu einen aktuellen Themenblock gibt.
Interessant finde ich aber auch deine Splitklima. Reicht es für die gesamte Wohnfläche? Wir wollen 80 qm beheizen (Gas ersetzen) und überlegen, ob Luft-Wasser oder doch Luft-Luft. Wie gut ist der Klimananlageneffekt im Sommer? Früher oder später benötigen wir im OG eine Klimaanlage, da wäre Luft-Wasser nicht wirklich hilfreich. Die käme also noch zusätzlich. Kann sein, dass es selbst mit viel Förderung (70%) dann doch noch teurer ist als die unkonventionelle Luft-Luft-Variante. Wir haben jetzt erstmal Angebote für Luft-Wasser angefragt.
Unter Deinen Bedingungen würde sich das am Dach vermutlich nur DIY mit einem lieben Elektriker lohnen ...
Ja, die beiden Splitklimas reichen fürs ganze Haus. Ein allerdings inzwischen ungenutztes Zimmer würde vermutlich etwas Zuheizung brauchen, wenn es richtig kalt wird. Ist mit unserem Heizwärmebedarf von nur etwa 4000 kWh (nach WMZ) und der KWL dazu vielleicht etwas speziell. Die im EG lief einfach nach Bedarf, im OG weitgehend durch, wenn es richtig kalt wurde und hat den Rest erledigt mit Turmlüfter in der Tür und Deckenventilator (hab ich ja im Detail andernorts hier beschrieben). Gastherme ist vor paar Wochen rausgeflogen. Kühlung unter dem Dach hat nicht so gut geklappt, als es neulich richtig heiß war. Da war ich dann doch so bei 26.5 Grad im Maximum. Kalte Luft will halt nicht nach oben ... Hab da noch verschiedene Ideen. In meinem Homeoffice Arbeitszimmer war es allerdings wirklich genial die niedrigere Temperatur und reduzierte Luftfeuchtigkeit. Im EG hat meine Frau sie auch gelegentlich angemacht.
Ne LWWP war für uns nicht so richtig ne Option, weil ich auch mit dem Gas recht starke Strömungsgeräusche hatte und der Durchfluß ja eher noch höher sein sollte, zumal wenn man eine hydraulische Weiche als Effizienzkiller vermeiden will. So hab ich eine COP von 4.6 über den letzten Winter ... Eine einbauen lassen wäre auch keine Option gewesen. Ein solider Betrieb hier hat so 32 000 Euro aufgerufen ...
Das klingt ziemlich überzeugend. Wir bräuchten eine fürs EG und eine fürs OG. Mehr haben wir nicht. Und 26 Grad wären schon traumhaft. Wir hatten in der Hitze ohne Klimaanlage oben auf der Sonnenseite 35. Ich warte jetzt mal das Angebot ab und suche parallel schon mal die Alternative zusammen.
Garten, Wände (ost-süd-west)? Ich hab nur paar Panels fast bzw ganz senkrecht an der Wand und das bringt auch im Winter viel. Beim Einzug in die Wohnung brauchte ich ca 3600kWh, jetzt incl paar Optimierungen noch ca. 600kWh, und das mit <2kWp und Batterie
Splitklima kann ich Dir auf jeden Fall Daikin Perfera empfehlen, hatte damals selber auch einige Zeit hier gestöbert, was ich nehme ... Bei unseren Dachtemperaturen hat sicherlich auch die PV als Schattenspender oben drauf ne positive Wirkung (und wurde vor 15 Jahren gedämmt).
PV als Schattenspender ist super, das hatte ich mich schon gefragt, ob das was bringt. Die Dachschrägen sind vermutlich in den 90ern isoliert worden, da war die Isolierung noch nicht allzu üppig.
Der Garten ist im Norden. Direkt hinter dem Haus macht es gar keinen Sinn. Am Gartenende ist ein gemeinsamer Weg. Man könnte höchstens eine “Mauer” mit Panels auf 5 m Breite zwischen Garten und Weg abzüglich Durchgang aufstellen. Das wäre sehr wuchtig, da stehen jetzt Blumentöpfe. Ansonsten bliebe noch die obere Wand vor dem Haus. Das ist Süden. Durch gegenüberliegende Carports, Häuser, Bäume etwas verschattet. Oben lohnt es vielleicht trotzdem und würde auch noch das Aufheizen der Mauer im OG abmildern.
Ich würde bei so einem „Akku ohne PV“-Modell zwei Dinge getrennt rechnen: einmal den normalen Arbitrage-Teil und einmal das, was Octopus eventuell über den Vertrag querfinanziert.
Beim normalen Arbitrage-Teil wird es mit nur ca. 2000 kWh Jahresverbrauch schnell eng. Ein 10-kWh-Speicher klingt groß, aber wenn ihr im Schnitt nur 5–6 kWh am Tag verbraucht, bekommt man ihn im Alltag gar nicht jeden Tag sauber leer/voll. Dazu kommen Roundtrip-Verluste, Standby-Verbrauch und die Tatsache, dass in Deutschland ein großer Teil des Endkundenpreises nicht beliebig mit dem Börsenpreis mitschwankt. Aus Monitoring-/Regelungssicht schaue ich da immer zuerst auf die echte Preisspreizung nach allen Abgaben, nicht auf den schönen Börsenpreis allein. Wenn ich z.B. billig für 18–20 ct/kWh brutto lade und mit 10–15 % Verlust später verbrauche, muss die teure Stunde schon deutlich darüber liegen, sonst ist der Gewinn nur Kosmetik.
Darum wäre mein Fragenzettel an Octopus ziemlich trocken:
Wem gehört der Akku nach den 10 Jahren wirklich?
Dürfen sie ihn für Netzdienste/Trading auch gegen euren Eigenverbrauch steuern?
Was kostet Strom oberhalb der 2000 kWh/Jahr und gibt es Mindestlaufzeit/Grundpreis/Exit-Kosten?
Ist Einspeisung/Vermarktung vorgesehen oder nur Eigenverbrauchsverschiebung?
Welche Lade-/Entladeleistung hat das Ding real? 10 kWh Kapazität hilft wenig, wenn die Leistung im falschen Moment begrenzt ist.
Was passiert bei Defekt, Degradation, Zählerwechsel, Anbieterwechsel?
Als Netzbaustein finde ich die Idee spannend. Für den einzelnen Haushalt wäre ich aber vorsichtig: Ohne PV, Wallbox oder Wärmepumpe fehlt oft einfach verschiebbare Energiemenge. Wenn Octopus wirklich 2000 kWh/Jahr für 10 Jahre sauber garantiert und die Vertragsbedingungen fair sind, kann das trotzdem interessant sein – dann verdient Octopus vermutlich eher über Flexibilität/Regelleistung/Timing als über den klassischen Akku-spart-Strompreis-Rechenweg.
Bei eurem kleinen Dach würde ich parallel trotzdem die Mini-PV-Option nicht ganz wegwerfen. Selbst 1–2 kWp an ungewöhnlichen Flächen können wirtschaftlich langweiliger, aber robuster sein als ein komplexer Speichervertrag. Gerade wenn Verschattung und Montagekosten nicht völlig aus dem Ruder laufen.
Akku und dynamische Strompreise kann sich schon rechnen.
Wenn mein Netzbetreiber nichts an den §14 Preisen ändert komme ich in den Winterquartalen auf 11ct nachts und 31ct tags. Die Diskussion um dynamische Netzentgelte nimmt ja auch Fahrt auf. Kann sein das das eher interessanter wird.
Ganz grob ist das die politische Richtung und nötig um die Energiewende zu wuppen. Sich darauf vorzubereiten macht also Sinn
Bei den Octupus Modell würde mich aber stören das mich das an den Stromanbieter bindet.
Hi, für mich ist der Haken, dass zB bei Tibber über die Mittagszeit ein Marktpreis von 0 ct pro kWh angezeigt wird, und da immer noch 20 ct an Kosten stehen.
auf jeden Fall ist ein Akku sinnvoll- alleine schon um netzdienlich zu helfen die Tagesüberschüsse in den Abend zu ziehen. Also die steilen Flanken zwischen, alle schieben Solar ins Netz und: Solar bricht total ein und muss ersetzt werden, abzuflachen.