Durch Speicher Kabel in der Wand zu heiß?

Hallo zusammen,

es wird in verschiedenen Foren diskutiert, dass ein BKW mit Speicher, das Kabel in der Wand bis zu 105 grad erwärmt und somit die Isolierung schnell altern lässt. Der Grund wäre, dass über eine zu lange Zeit, konstant die 800W eingespeist werden. Ist das so richtig?

Über welches Kabel reden die? Die Gummischlauchleitung oder die von der festen Installation?

800W sind nicht viel. Eine Leitung mit 1,5mm² kann die ca. 3,5A auch auf Dauer ab. Gedanken sollte man sich eher bei der Länge machen, denn der Spannungsfall ist nicht ohne. Das kostet mit zunehmenden Leitungslänge einiges an Watt (vereinfacht ausgedrückt).

Da gabs wohl mal worst case Abschätzungen zu, alte Leitung, schlechte Wärmeleitung der Wand, diverse Geräte, die von dem Netz+Sicherung und dem BKW zusammen versorgt werden etc. und war wohl die Begründung für die maximal 960 Watt Modulleistung für steckerfertige BKWs oder wie das in der Norm heißt und der Annahme, daß man damit dann nicht dauerhaft 800 Watt bekommt (ohne Akku). Von Andreas gibts da auch ein älteres Video zu.

ja, da wurden Fälle konstruiert- die durchaus möglich sind- wo zwischen der Einspeisung und dem LS noch größere Verbraucher hängen und dann bei voller Einspeisung bei gleichzeitig hohem Verbrauch die Leitung über 16A belastet werden kann, was für 1,5mm2 über längere Zeit nicht ohne ist und in extremen Situationen zu Erwärmung führt.

Aber das BKW alleine mit seinen 800Watt, sind ja weniger als 4A….

1 „Gefällt mir“

Und genau hier ist auch direkt die Lösung.

An die gleiche Sicherung wo das Balkonkraftwerk liegt, keine Verbraucher hängen, die längere Zeit sehr viel Strom ziehen (z.B. Elektrogrill, Waffeleisen, etc.).

Die VDE-Norm muss natürlich “idiotensicher” ausgelegt sein, sodass nie irgendwo auch nur das Risiko eines Brandes entsteht.

1 „Gefällt mir“

Es wird dabei mal wieder vergessen, dass die Leistung für den Grill aus Richtung Netz kommt, und die (nur) 800 W aus Richtung Balkon. Dadurch wird die Leitung eher entlastet als belastet!

Ja und Nein. Wenn beide Stromquellen an einer Abzweigung zusammenlaufen und von dort dann die Verbraucher über eine Leitung versorgen, die dann 16+4 Ampere ziehen können, statt nur 16, hat man auf diesem Stück ein Problem. Ob man das mit Elektrogrill + Fernseher für FIFA + mobilem Kühlschrank fürs Bier ... hinbekommt? Keine Ahnung.

1 „Gefällt mir“

das stimmt.

Aber ich schrieb von mehreren Großverbrauchern. Und das bedeutet, diese ziehen mehr als 16A ohne dass der LS “fliegt” und die Leitung zwischen diesen ist der beanspruchte Teil.

Wie beschrieben, eine sehr stark konstruierte Situation. Aber möglich.

Das finde ich ebenfalls sehr gut und anschaulich erklärt. https://www.youtube.com/watch?v=Adehia8T3CA&t=152

Muß ja jeder der dazu befugt ist, selbst entscheiden, aber ich habe “keinen Bock” in so einer Umgebung zu leben wo technische Einrichtungen auf solche Worst-Case Szenarien = So heiße Leitungen in der Wand ausgelegt sind.

Das leuchtet mit normalem Verstand ein, dass solche Grenzsituationen nicht “gesund” sein können und “blinde Rufe” nach mehr Leistung fürs BKW und nochmal mehr Leistung, auch ihre Schattenseite haben.

Jeder der sich in mehr als einer Elektroinstallation auskennt, dem dürfte klar sein, welche Vielfalt dort unterwegs ist. Die Normen als Richtlinien versuchen möglichst allen, sicher gerecht zu werden und dabei geht es um Installationen aus den 50er/60er Jahren mit irgendwelchen Doliklemmen und im vergleich aktueller Neubauten. Daher ist fachliches Augenmaß nie verkehrt.

Daher wie bereits erwähnt, bin ich pauschal großer Freund eines fachlichen Aufbaus, d.h. Festanschluß und ein dedizierter Stromkreis als Endverbraucher für das BKW. Alles andere sind Kompromisse und hat eben somit auch mögliche Nachteile.

Was auch selten erwähnt wird neben den 800W des BKW ~4A, warum niemand wirklich bereit ist den LS gegen einen 10A Automaten zu tauschen. Das nimmt auch enorm Gefahrenpotential aus der Sache und ob Stromkreise wo ein 16A Automat wirklich notwendig ist, wirklich für ein BKW eine gute Wahl sind, lass ich mal dahingestellt.

2 „Gefällt mir“

Bei meinen beiden 450W Modulen hatte ich schon 1067W im Peak. Das fangen aber meine Akku's ab. An der Einspeisesteckdose sitzt bei mir ein Shelly Plug S und überwacht das Ganze. Der Höchstwert beim Strom lag bei 3,3A.

Ja, richtig. Bei 1,5² verliert man pro Meter effektiver Leitungslänge, ein 20m langes Verlängerungskabel hat eine effektive Leitungslänge von 40m, sage und schreibe 82mV.

Bei einem 50m Kabel also 8,2V oder 3,56%, was über der regelmäßig als sinnvoll erachteten Verlustgrenze wäre. Bei 10m reden wir von 1,64V.

Da macht sich ohne BKW keiner einen Kopf drum.

ist auch eine völlig akademische Betrachtung. Nach DIN EN 50160 garantiert der Netzanschluß ±10% Spannungsschwankung. Dbzgl. unerheblich, worum es eher geht ist die Verlustleistung aber dafür braucht man im Winter weniger heizen wenn man 105°C warme Leitungen in der Wand hat.

man kann ja auch den 16A SLS durch einen schwächeren ersetzen. Ich habe bei mir 13A reingemacht. Hager bietet z.B. 4,6,10,13,16 …Ampere an.